Of Work-Life Balance and Birthdays

That's what the Swiss get to see on weekends.
That’s what the Swiss get to see on weekends.

Ever wondered what’s going on in your boss’ head? Well, I know I like what my boss is wrapping his head around. Last week he showed me this article while mentioning – and not for the first time – that he’s convinced the Swiss have work-life balance worked out so much better. (Für Deutsch hier klicken)

Marmots... aren't they the cutest?!
Marmots… aren’t they the cutest?!

Reading the article brings tears to your eyes. For both its charming frankness and its slightly overeager approach to picture Heidi-Land as the perfect country to live and especially pay taxes in. But there’s quite a number of things that have been conveniently left out in the article. The author mentions the high salaries in Switzerland, for example. True, Switzerland has a very high standard of living but then again you need a bunch of money to keep up with the high cost of living. Apartment prices are simply crazy, especially around major or booming cities such as Zurich and Zug. I myself only earn half as much here in Texas as I did back in Switzerland. Partly it has to do with the fact that I clearly knew my market value back in Switzerland but mostly it is due to the fact that cost of living around here is at least a third lower than in Switzerland.

A Swiss National Day Panorama.
A Swiss National Day Panorama.

Next the author is hitting on the federal taxes – not mentioning that there’s also a Cantonal (equal to State) and Communal tax that is the major cost factor for the average worker when it comes to taxes. But now here’s an interesting fact: Unlike in the U.S., Switzerland does not deduct taxes right from your salary. You get your salary paid in full and have to organize yourself in a way to ensure you will have enough money on the side to pay the taxes by end of year. Believe me: It can be very tough to see all that money in your account and not touching it for some grand vacation…

And this is what my brother does on the Swiss Independence Day...
And this is what my brother does on the Swiss Independence Day…

But I have to admit: The rest of the article is painfully true. And I miss it. For example the simple fact that lunch time is sacred. No crumbling your lunch into your keyboard. Instead you got to know your team mates on a slightly different level, in a less business-y setting. Then vacation. Ah, vacation. Most companies in Switzerland nowadays offer up to 6 weeks (30 days) of paid vacation for a full-time job. (4 of which are required by law and two of which one has to take consecutively, por favor!) I had that at my last job. Plus usually twice a year we were paid a bonus that you were able to partly exchange for another week of vacation. Thus I ended up with 8 weeks of paid vacation a year. Great stuff!
In Switzerland for the longest time people have been enviously watching the northern countries as they started to offer part-time jobs as a standard a long time ago in order to make it easier for families to accommodate both career and kids in their lives. I didn’t realize how good Switzerland has become about this until after I left. The ability to reduce your work percentage quite easily speaks of an ability to see a job in the bigger context, the employees as valued resources. It also postulates some cross training amongst various employees to ensure the days one is missing another can easily take over. Not an easy task but certainly feasible.

As father, as son...
As father, as son…

And last but not least the shopping-less Sundays… ah, what a memory. It drives you crazy when you work all week, have an important appointment on Saturday – and then can’t even get your grocery shopping done on Sunday. But on the other hand it really forces you to kind of take the day off. Go out there and hike. Aaah, the hiking. I miss it.

Ready to celebrate "1. August" in Texas :-)
Ready to celebrate “1. August” in Texas 🙂

There are a lot of things that I miss about Switzerland. And I’m glad about that. For it shows me that it really is a great country and I’m prouder than ever to call myself Swiss. Also I thought it a rather nice gesture to emphasize all that’s good about Switzerland right around its 724th birthday. That’s right; Switzerland celebrated 724 years of (relative) independence yesterday, on August 1st. That means next year Switzerland is going to be one boisterous party, yay!! I clearly remember the 700 year bash 24 years ago, we had a blast! I was 17 at the time. And didn’t know half as much about Switzerland – or pretty much anything, for that matter – as I know now. And I’m rather sure in yet another 24 years I will be quietly smiling at my today’s self for the ignorance and maybe naivety that I was able to enjoy back in the days.

Resources & Sources

  • Article Living in Switzerland ruined me for America and its lousy work culture by Chantal Panozzo via Vox Media, Inc. – validated 8/2/2015
  • All photos by evozeta (and family)

VON DER WORK-LIFE BALANCE UND GEBURTSTAGEN

Hast du dich jemals gefragt, was im Kopf deines Chefs vorgeht? Nun, ich weiss, dass mir gefällt, worüber mein Chef sich so Gedanken macht. Letzte Woche hat er diesen (nur Englisch) Artikel gezeigt und dabei – nicht zum ersten Mal – erwähnt, wie die Schweizer das ausgewogene Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben so viel besser im Griff haben als die Amerikaner.

Der Bericht rührt einen wirklich zu Tränen. Sowohl wegen seiner charmanten Offenheit aber auch wegen des etwas übereifrigen Versuchs, das Heidiland als perfektes Land zum Leben und vor allem zum Steuern zahlen, darzustellen. Es gibt allerdings so einiges, was praktischerweise aus dem Artikel ausgelassen wurde. Beispielsweise erwähnt die Autorin die hohen Gehälter in der Schweiz. Es ist wahr, die Schweiz hat einen sehr hohen Lebensstandard, doch man darf dabei nicht vergessen, dass auch die Lebenshaltungskosten enorm hoch sind. Wohnungspreise zum Beispiel sind oftmals gestört hoch, speziell in der Umgebung von grossen oder boomenden Städten wie Zürich und Zug. Ich selber verdiene hier in Texas nur die Hälfte dessen, was ich in Zürich verdient habe. Das hat aber einerseits damit zu tun, dass ich in der Schweiz einfach meinen Marktwert ganz genau kannte, hauptsächlich aber damit, dass die Lebenshaltungskosten hier um mindestens ein Drittel tiefer sind als in der Schweiz.

Als nächstes geht die Autorin auf die Bundessteuern ein – ohne dabei ein Wort über die Kantons- und Gemeindesteuern zu verlieren, welche für den Durchschnittsverdiener den grössten Teil der Steuern ausmachen. Und hier gleich noch eine erstaunliche Tatsache: Ungleich dem amerikanischen System werden in der Schweiz die Steuern nicht direkt vom Lohn abgezogen. Du erhältst deinen vollen Lohn und musst dich dann selber organisieren und sicherstellen, dass du Ende Jahr genügend Kohle in der Bank hast, um die Steuern zu zahlen. Glaubt mir: Es kann verdammt hart sein, all dieses Geld auf deinem Konto zu sehen und es nicht für irgend eine grossartige Ferienreise auszugeben…

Indessen muss ich zugeben: Der Rest des Artikels ist schmerzhaft wahr. Und ich vermisse es. Nur schon die einfache Tatsache, dass die Mittagszeit heilig ist. Da wird nicht das Sandwich zum Zmittag in die Tastatur gebröselt. Stattdessen lernst du deine Arbeitskollegen in einem etwas weniger geschäftlichen Umfeld beim Mittagessen kennen. Und dann Ferien. Ah, Ferien. Die meisten Firmen in der Schweiz bieten heutzutage bis zu 6 Wochen (30 Tage) bezahlte Ferien für einen Vollzeitjob. (Wovon 4 gesetzlich vorgeschrieben sind, zwei davon hat man gefälltigst aneinander zu beziehen!). Ich hatte das in meinem letzten Job. Plus üblicherweise zweimal pro Jahr wurde ein Bonus ausgezahlt, welchen man teilweise auch noch in Ferien umwandeln konnte. So endete ich mit bis zu 8 Wochen bezahlten Ferien pro Jahr. Grossartige Sache!
Die längste Zeit haben die Schweizer einigermassen eifersüchtig die nordischen Länder beäugt, als diese standardmässig Teilzeitjobs in ihr Angebot aufnahmen, um es Familien einfacher zu machen, Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen. Mir war gar nicht bewusst, wie gut die Schweiz diesbezüglich schon geworden ist. Erst jetzt wo ich die Sache aus der Ferne betrachte, sehe ich es klarer. Die Möglichkeit, dein Arbeitspensum relativ einfach reduzieren zu können spricht von der Fähigkeit, einen Job im gesamten Kontext zu sehen, die Mitarbeiter als eine geschätzte Ressource. Es setzt auch Crosstraining unter den Mitarbeiter voraus, damit während der Absenz des einen ein anderer einfach übernehmen kann. Eine nicht immer ganz einfache Aufgabe, aber durchaus machbar.

Und zu guter Letzt die Einkaufs-freien Sonntage… Ah, was für eine Erinnerung. Es macht dich verrückt, wenn du die ganze Woche arbeitest, am Samstag einen wichtigen Termin hast – und dann am Sonntag nicht mal deine Einkäufe erledigen kannst. Auf der anderen Seite zwingt dich das quasi, den Tag wirklich freiz zu nehmen. Raus zu gehen und zu wandern. Aaah, wandern. Wie ich das vermisse.

Es gibt viele Dinge an der Schweiz, die ich vermisse. Und ich bin froh darüber. Denn es zeigt mir, was für ein grossartiges Land die Schweiz ist und ich bin stolzer denn je, mich selbst Schweizerin nennen zu können. Auch fand ich es eine recht nette Geste, zu ihrem 724sten Geburtstag alles was toll ist an der Schweiz etwas hervorzuheben. Ja, das ist richtig; die Schweiz feierte gestern, am 1. August, 724 Jahre (relativer) Unabhängigkeit. Das bedeutet, die Schweiz wird nächstes Jahr eine einzige, ausgelassene Party sein, yay!! Ich erinnere mich noch gut an die 700 Jahr Feier vor 24 Jahren, wir hatten einen Mordsspass! Ich war damals 17. Und wusste nicht halb so viel über die Schweiz – oder sagen wir über so ziemlich alles – wie ich heute weiss. Und ich bin ziemlich sicher, dass ich in weiteren 24 Jahren leise über mein heutiges Ich und vielleicht die Ignoranz und Naivität die ich damals geniessen konnte, schmunzeln werde.

Ressourcen & Quellen

  • Artikel Living in Switzerland ruined me for America and its lousy work culture von Chantal Panozzo via Vox Media, Inc. – überprüft 8/2/2015
  • Alle Fotos von evozeta (und Familie)
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