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Haywire Crazy

SPINNEREI

Uuugh…

It seems unbelievable, but during the three years I lived in Texas I didn’t encounter one truly fat spider – mind me, I’m certainly not complaining! But as soon as I’m back on home turf, my spider phobia catches up with me once again: Over the weekend a wiry, for Swiss relations humongous spider awaited me in my parents’ apartment. All I managed was snapping a quick shot of the Arachne and off she was again – all I did was turn around and put away my phone but by the time I turned back the many-legged animal was gone. Sly little creatures, those spiders.
Da lebe ich für drei Jahre in Texas und nicht eine fette Spinne hat meinen Weg gekreuzt – versteht mich nicht falsch, ich beklage mich überhaupt nicht! Doch kaum bin ich wieder auf einheimischem Grund und Boden holt mich meine Spinnenphobie wieder ein: Am Wochenende erwartete mich eine drahtige, und für durchschnittsschweizerische Verhältnisse riesige Spinne in der Wohnung meiner Eltern. Ich schaffte es gerade mal, ein schüchternes Foto der Arachne zu schiessen und schon war sie wieder verschwunden – ich legte nur mal kurz mein Handy weg und als ich mich wieder umdrehte, war das vielbeinige Tier schon irgendwo im nirgendwo verschwunden. Listige kleine Geschöpfe, diese Spinnen.

Eeeeeek!!
Eeeeeek!!
When I told my mum about the incident, she told me that spiders find their way out of apartments very quickly when they sense an open window. Sweet mama, she obviously tried to calm my nerves. And it worked – I didn’t waist one more thought on the eight-legged creature.
Als ich den Vorfall am Sonntag meiner Mum erzählte, beruhigte sie mich mit der Aussage, dass Spinnen bei gekippten Fenstern ihren Weg sehr schnell wieder aus der Wohnung finden. Sweet mama – sie wollte mich bestimmt einfach beruhigen. Was auch tatsächlich gewirkt hat – ich habe umgehend keinen Gedanken mehr an den Achtbeiner verschwendet.

Last night then, my mum told me how in the morning before leaving the apartment she quickly threw on her jacket… only to find a handfull of straw or something in her sleeve. She held the little straw puff between her fingers but when that didn’t really work she released the grip – only to witness how the straw puff unfolded lightening quick and disappeared on eight swift legs… exactly, it was the monstrous house-spider that made itself a cozy nest in mamma’s jacket sleeve.
Gestern dann erzählte mir meine Ma, wie sie sich morgens vor dem Verlassen der Wohnung rasch ihre Jacke überstreifte… nur um eine Handvoll Stroh oder etwas dergleichen in ihrem Ärmel vorzufinden. Sie hielt das kleine Strohbüschel zwischen ihren Fingern um einen besseren Blick darauf werfen zu können und als dies nicht wirklich gelang, öffnete sie die Finger – nur um mitzuverfolgen, wie sich das Strohbüschel blitzschnell entfaltete und auf acht flinken Beinen im Schlafzimmer verschwand… genau, es war unsere Monster-Hausspinne, die es sich in Mamma’s Jackenärmel gemütlich gemacht hatte.

Though I do regret that my mum got a scare, I have to admit that I’m happy the spider found a home in her sleeve instead of mine. I would either have collapsed – screaming – or gotten an adrenalin rush that would have lasted for three days – not the most relaxing thought either.
Auch wenn ich bedaure, dass meine Mum einen Schreck kriegte, so bin ich doch froh, hat sich die Spinne in ihrem, anstatt meinem Ärmel gemütlich eingerichtet hat. Ich wäre entweder schreiend zusammengebrochen oder hätte einen Adrenalinschub für drei Tage gekriegt – auch keine sehr entspannende Vorstellung.

Unfortunately, I’m not able to confirm that no animals have been harmed in the incident… who- or whatever gives my mum a scare should be aware of the possible consequences. Which makes me wonder how my dad – who loves to sneak into the apartment, only to let out an ear-bursting yodel that causes any sensible person a bone-breaking scare – still manages to wander the earth unscathed…
Leider kann ich nicht bestätigen, dass beim ganzen Vorfall keine Tiere zu Schaden gekommen sind… wer meiner Ma einen Schrecken einjagt, sollte sich der möglichen Konsequenzen bewusst sein. Was mich wundern lässt, wie mein Dad, der gerne klammheimlich in die Wohnung schleicht um dann lauthals zu juchzen – und damit jedem vernünftigen Menschen einen Knochen berstenden Schrecken einjagt – noch immer unbeschadet umherläuft…

Freaking Out (a Tiny Weeny Bit)

Sometimes you only become aware of the full extent of your own knowledge when someone says it out loud. It just so happened to me last week on one of my runs. But let’s start from the beginning (Für Deutsch hier klicken):

Eeeck!!
Eeeck!!

According to my training plan I had to complete a three mile run on Wednesday which corresponds to nearly two laps on the forest path behind our house. 2 miles at average running speed, the last mile at a slightly faster pace. So I complete my first two miles at an easy pace, upping my tempo for the last remaining mile. But after a couple of hundred yards of tempo run a lady stopped me with the words that everyone on a forest path behind their house just loves to hear: “A hundred yards ahead a huge rattler just crossed the path. It was a female and I saw it disappear into the shrubberies and I’m sure it’s quite a bit further down by now but better keep your eyes open.” 8-| What now??!?

Yes, it’s true. I’ve seen a snake disappear into the bushes on this path before, but it was quite small and the sight didn’t really scare me. But to be told by someone that only moment earlier a beast of a rattlesnake (remember her direct quote: “a huge rattler”) has disappeared into the undergrowth… that leaves you with a queasy feeling. I couldn’t quite decide whether I should have a really good look into the bushes in order to actually discover the snake or to rather concentrate solely on the path in order to forget the matter as quickly as possible – to ensure I’m not driving myself totally

Rattler
Rattler

crazy. Without actually planning to do so I met in the middle: I concentrated studiously on the path at my feet, where every tiniest bit of root suddenly turned into a potential snake. It was impossible to think of running until I reminded myself convincingly enough that I already knew that I might encounter pretty much anything on this path from rattlesnakes and tarantulas through to coyotes and even mountain lions. And I’d already survived an attack of red wasps on a walk on this path. Since then, I’m not wearing any headphones on this track anymore because I’m pretty sure I would have heard the buzzing of the wasps before I came to feel them hadn’t I been listening to another Three Investigators story with such rapt attention. So once I had my adrenaline under control again, I had already hit the road and was able to complete my sprint on pavement instead. Which undoubtedly improved my running speed. But whether I’ll soon be running on the forest track again remains to be seen.

Resources & Sources

  • Original image via pixabay
  • Drawing by evozeta

(EIN GANZ KLEIN WENIG) DURCHDREHEN

Manchmal wird einem die ganze Tragweite des eigenen Wissens erst mit dem Hören der dazugehörigen Worte wirklich bewusst. Mir so passiert diese Woche auf einem meiner Läufe. Aber beginnen wir von vorn:

Am Mittwoch hatte ich gemäss Trainingsplan 3 Meilen zu absolvieren was knapp zwei Runden auf dem Waldpfad hinter dem Haus entspricht. 2 Meilen in durchschnittlichem Lauftempo, die letzte Meile mit gesteigerter Geschwindigkeit. Ich also los, locker lässig meine 2 Meilen absolviert und für die dritte Dampf zugelegt. Doch schon nach einigen hundert Metern Tempolauf treffe ich auf eine Dame die mich anspricht mit den Worten, die jeder so gerne auf dem Waldpfad hinter dem Haus hört: „Etwa hundert Meter weiter vorne hat grad eine riesige Klapperschlange den Pfad überquert. Es war ein Weibchen und ich habe gesehen, wie sie im Gebüsch verschwunden ist und sie ist bestimmt inzwischen einiges weiter unten, aber einfach besser die Augen offen halten.“ 8-| Wie jetzt??!?

Ja, es stimmt. Ich habe auf diesem Pfad auch schon eine Schlange gesehen, die vor mir ins Unterholz geschlüpft ist, doch es war eine recht kleine und der Anblick hat mich nicht wirklich erschreckt. Doch von jemandem erklärt zu bekommen, dass nur einen Augenblick zuvor ein Biest von einer Klapperschlange (Originalton: „a huge rattler“) im Unterholz verschwunden ist… das hinterlässt ein einigermassen mulmiges Gefühl. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich nun wirklich gut ins Gebüsch schauen sollte, um sie allenfalls noch zu entdecken oder mich möglichst nur auf den Pfad zu konzentrieren und die Sache wieder zu vergessen – um mich nicht selber total irre zu machen. Ohne es zu planen, traf ich mich in der Mitte: Ich konzentrierte mich geflissentlich nur auf den Pfad wo ich aber jede kleinste Wurzel für eine mögliche Schlange hielt. An rennen war nicht mehr zu denken, bis ich mich überzeugend daran erinnert hatte, dass ich ja schon wusste, dass mir zumindest theoretisch auf diesem Pfad von Klapperschlangen über Taranteln bis zu Kojoten und gar Berglöwen so ziemlich alles begegnen könnte, was es an mehr oder weniger gruseligen Kreaturen so gibt. Und eine Attacke von roten Wespen hatte ich ja schon mal auf einem Spaziergang hier überstanden. Seither trage ich ja keine Kopfhörer mehr auf dieser Strecke, denn ich bin mir ziemlich sicher, hätte ich nicht total fasziniert einer Drei Fragezeichen-Geschichte gelauscht, hätte ich das Summen der Wespen gehört bevor ich sie zu spüren kam. Als ich also mein Adrenalin wieder im Griff hatte, war ich auch schon zurück auf der Strasse und konnte so meinen Sprint auf Asphalt fertig absolvieren. Was meiner Laufzeit sicher entgegen kam. Doch ob ich demnächst den Waldpfad wieder in Angriff nehme, bleibt abzuwarten.

Ressourcen & Quellen

Creepy-Crawlies

Armadillo in the morning hours.
Armadillo in the morning hours.
A full grown raccoon.
A full grown raccoon.

Not too long ago on a sunny morning on my way to work I happened upon an armadillo in the parking lot of our apartment community. It wasn’t the first time. (Für Deutsch hier klicken) I’ve seen one but at least this time I was better able to enjoy the sight for I didn’t have to yell at a caterer going to the wrong address with my food like back in spring when I had my very first encounter with an armadillo. And then yesterday I had another first: When coming home from a little trip to the beach we saw a raccoon hiding out under a parked car – my first “live” raccoon!!

Creepy scorpion mom with her spawn on her back...
Creepy scorpion mom with her spawn on her back…

While those were quite exciting stories in a happy way I wonder what it is with me and creepy creatures these days. Those of you who follow one of my social media channels might have seen the picture of the female scorpion in our bathroom carrying her babies on her back. And that early on a weekday morning… brrr… Well, thanks to the coffee I had shortly before happening upon the creepy-crawlies I was able to catch the mother with most of its spawn (the few trying to escape I had to smoosh, I’m afraid) and throw it out the patio into the thicket that is the greenbelt behind our apartment.

Unfortunately though, that wasn’t the last that I saw of scorpions that week. Two nights later I woke up from dreaming I had gotten myself a paper-cut on my elbow (of all places) from a brown paper bag that I was trying to get off my head. I believe the brown paper bag stood for the foggy and somewhat concealed state my mind was in when waking up. Once I came around I realized that my elbow stung indeed and thought it might have been one of those big ants that so annoyingly regularly show up in our apartment, though none of them ever bit me before as they usually die very shortly after entering the flat. So in my sleepy state I started to brush down my bed with my hand but couldn’t feel anything. I decided to turn on the light to get a better look. Still nothing. I lifted up the pillows – naught. And then I was standing there, debating with myself whether to pull down the sheets to get a look underneath or simply going back to sleep, ignoring the weird stingy feeling on my elbow. Now that reminded me to take a look at my arm to see if there indeed was something to see or if it was all just in my head. And sure enough, there was a little bump forming. So something got me there and that something still had to be around. Thus I steeled myself for whatever sight might await me under my bed-sheets: And lo and behold – it was a baby scorpion!! It was barely an inch long, looking pretty terrified that the inhabitant of this bed might come back and finally roll it over. Weirdly, I wasn’t petrified for I was so utterly relieved to not having found a spider sitting under my bed-sheets that everything else seemed to be quite alright. Well, I caught and dispatched it out the patio as well.

Praying mantis.
Praying mantis.

Later on last week I had a nicer encounter right outside our apartment door: Instead of the usual geckos enjoying a sunbath on the wall next to our door for once we saw a praying mantis. They of course are not unique to this geographical area as different species of mantis can be found all over the world, though more in temperate and tropical areas. I’m not sure I ever saw one in Switzerland; might be too cold for them most of the time.

Brrr... jellyfish...
Brrr… jellyfish…

In honor of my newly acquired beach body we went for a dive in the gulf in Corpus Christi yesterday. It was a splendid day and luckily the few dark rain-clouds that were to be seen bunched up just off the coast, blown inland by the sea breeze. As soon as we arrived we jumped into the waves and enjoyed a tub warm, sea salty bath… until all of a sudden I felt that unpleasant slightly familiar sting around my lower right leg – a jellyfish must have touched me. I quickly paddled back to land, deciding that next time I wouldn’t swim out all that far as my better half and all the other people enjoying a dip in the water closer to the shore didn’t encounter any of my problems. After sizzling in the sun we threw ourselves into the waters of the ocean once more and I made fun of my hubby, saying that every single wave freaked him into thinking it might be a jellyfish. It sure seems Mother Nature does not like me making fun of other people for even though I stayed very close to the shore the next thing I knew was feeling that sharp pain once again – this time on my arm. Not very amused with nature and its ways I left the water. And though jellyfish stings don’t leave a big trace this time we could clearly see it turning from a kind of chicken skin into a reddish patch that started to swell ever so slightly. That did it for me. We decided to go and eat our misery off and I treated myself to a cocktail which quickly managed to turn me into a giggling mess silliness. The mudslide (Seagram’s Vodka, Baileys Irish Cream, Kahlua and ice cream topped with whipped cream and chocolate syrup)at the end of our meal helped to maintain my level of happiness and forgetting about the burning sensation the jellyfish left me with.

Once back home a spider dropped down from our apartment door just off my better half’s left shoulder and I started – once again – debating with myself whether to be happy that it didn’t drop on me or annoyed for not getting a break from these creepy creatures. That said it seems like by now I’ve pretty much encountered every exotic animal (from a Swiss standpoint at least) I could in Texas. And just so you know, Mother Nature: I don’t need a close encounter with a tarantula in order to know that indeed I live in Texas, thank you very much!

Resources & Sources

  • Original image raccoon via wikimedia
  • Original image jellyfish via pixabay
  • All other photos by evozeta

KRABBELGETIER

An einem sonnigen Morgen vor nicht allzu langer Zeit bin ich auf dem Weg zur Arbeit noch innerhalb unserer Wohnanlage einem Gürteltier, auch Panzerschwein genannt, begegnet. Zwar war es nicht das erste Mal, dass ich eines zu sehen bekam, doch dieses Mal konnte ich den Anblick um einiges entspannter geniessen als bei meiner ersten Begegnung, weil ich da arg damit beschäftigt war, einen Caterer anzubrüllen, weil er mein Frühstück zur falschen Geschäftsadresse geliefert hatte. Und dann gestern hatte ich weiteres „erstes“ Erlebnis: Als wir von einem kleinen Trip an den Strand zurück kamen, sahen wir einen Waschbär unter einem geparkten Auto – mein erster Waschbär in freier Wildbahn!!

Während es sich hier um ziemlich aufregende (im guten Sinn) Erlebnisse handelte, wundere ich mich derweilen, was es in letzter Zeit mit den ganzen gruseligen Kreaturen die mir begegnen auf sich hat. Diejenigen von euch, die einem meiner Social Media Kanälen folgen, mögen bereits das Bild von der Skorpionmutter, die – in unserem Badezimmer – ihre Babys auf dem Rücken trägt, gesehen haben. Und das an einem frühen Morgen unter der Woche… brrr… Nun, dank des Kaffees den ich kurz vor der Begegnung zu mir nahm, schaffte ich es, die Mutter mit der Mehrheit ihrer Brut (die wenigen, die zu entkommen versuchten, musste ich leider plattmachen, tut mir leid) einzufangen und vom Balkon aus ins Dickicht, das den Grüngürtel hinter unserem Haus darstellt, zu bugsieren.

Leider war das aber nicht das Letzte, was ich in dieser Woche von Skorpionen zu sehen bekam. Zwei Nächte später erwachte ich aus einem Traum, in dem ich mir mittels einer braunen Papiertüte, die ich mir vom Kopf zu entfernen versuchte, eine Papierschnittwunde am Ellenbogen (ausgerechnet am Ellenbogen) zuzog. Ich glaube die Papiertüte stand dabei für meinen benebelten und leicht verschleierten Geisteszustand beim Erwachen. Als ich dann richtig wach war bemerkte ich, dass mein Ellbogen tatsächlich brannte und dachte, es könnte eine dieser grossen Ameisen gewesen sein, die nervigerweise des Öfteren in unserer Wohnung auftauchen; allerdings hat mich bisher noch nie eine davon gebissen, da sie üblicherweise kurz nach ihrer Ankunft in der Wohnung sterben. In meinem verschlafenen Geisteszustand begann ich also, das Leintuch mit der Hand abzufegen, ertastete dabei allerdings nichts Ungewöhnliches. Also entschloss ich mich, das Licht anzumachen, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen. Immer noch nichts. Ich hob die Kissen auf – nix. Und dann stand ich da, mit mir selbst darüber debattierend, ob ich die Bettdecke runterziehen und dem möglichen Übel ins Auge blicken oder mich einfach hinlegen und weiterschlafen und damit das seltsame Brennen an meinem Ellbogen sauber ignorieren sollte. Dies wiederum erinnerte mich daran, dass ich mir meinen Arm etwas genauer ansehen sollte um zu sehen, ob da wirklich etwas war oder ob es alles nur in meinen Kopf vonstattenging. Und tatsächlich begann sich da eine kleine Beule zu formen. Also hatte mich dort etwas erwischt und dieses Etwas musste noch irgendwo sein. Also stählte ich mich für das, was mich da unter der Bettdecke erwarten würde: Und siehe da – es war ein Baby-Skorpion!! Es war kaum 2 cm lang und sah reichlich erschrocken über die Möglichkeit aus, dass der Bewohner dieses Bettes zurückkommen und es schliesslich überrollen könnte. Seltsamerweise war ich selbst nicht gelähmt vor Schreck, denn ich war so unglaublich erleichtert keine Spinne unter meiner Bettdecke entdeckt zu haben, dass alles andere ziemlich in Ordnung schien. Nun, ich fing auch diesen Skorpion ein und entliess ihn ebenfalls via Balkon in die Freiheit.

Später letzte Woche hatte ich dann eine nettere Begegnung direkt vor unserer Wohnungstür: Anstatt der üblicherweise auf der Wand neben der Tür ein Sonnenbad geniessenden Geckos erspähten wir für einmal eine Gottesanbeterin. Diese sind natürlich nicht nur in dieser Gegend anzutreffen, denn es gibt ja auf der ganzen Welt verschiedenste Spezies von Fangheuschrecken, jedoch kommen sie vermehrt in gemässigten bis tropischen Klimazonen vor. Ich bin mir nicht sicher, ob ich in der Schweiz jemals eine Gottesanbeterin gesehen habe; gut möglich, dass es die meiste Zeit einfach zu kalt für diese Gattung ist.

Um meinen neu antrainierten Beach Body zu würdigen, genossen wir gestern einen Sprung ins erfrischende Nass des Golfes bei Corpus Christi. Es war ein prächtiger Tag und glücklicherweise blies die Meeresbrise die wenigen Regenwolken, die am Himmel auftauchten, etwas landeinwärts. Sobald wir am Meer ankamen, sprangen wir auch schon in die Wellen und genossen ein Badewannen-warmes, meersalziges Bad… bis ich ganz plötzlich an meinem rechten Unterschenkel ein unangenehmes, leicht vertrautes Brennen fühlte – eine Qualle musste mich berührt haben. Ich paddelte rasch zurück ans Ufer und entschloss, das nächste Mal nicht so weit hinauszuschwimmen, da meine bessere Hälfte und die anderen Leute, welche ihr Bad im seichteren Wasser in Ufernähe genossen, meine Probleme nicht teilten. Nachdem wir also etwas in der Sonne gebraten hatten, stürzten wir uns abermals ins Wasser und ich machte mich etwas über meinen Göttergatten lustig, weil er bei jeder Welle das Gefühl hatte, etwas hätte ihn berührt. Und es scheint gerade so, als wäre Mutter Natur ganz und gar nicht damit einverstanden, dass ich mich über andere Menschen lustig mache, denn obwohl ich diesmal sehr nahe am Ufer blieb war das nächste was ich bemerkte ein stechender Schmerz ‚ diesmal an meinem Unterarm. Nicht sehr amüsiert mit der Natur und ihrer Art verliess ich abermals das Wasser. Und obwohl diese kleinen Quallen keine grossen Spuren hinterlassen, konnte man diesmal doch deutlich erkennen, wie sich eine anfänglich wie Gänsehaut aussehende Fläche in einen rötlichen Fleck verwandelt, der auch prompt leicht anschwoll. Und das war‘s dann für mich – ich hatte genug vom dämlichen Golf. Wir entschieden, unsere Misere weg-essen zu gehen und ich gönnte mir einen Drink der mich auch schleunigst wieder in ein/e kichernde/s Fiasko Albernheit zu verwandeln vermochte. Die Schlammlawine (Seagram’s Wodka, Baileys Irish Cream und Kahlua mit Vanilleeis, getoppt mit Schlagrahm und alles mit Schokoladesyrup übergossen) zum Ende des Mahles half, meinen Zufriedenheitslevel stabil und das Brennen der Quallenattacke vergessen zu lassen.

Als wir dann Zuhause ankamen, fiel eine Spinne vom Rahmen unserer Wohnungstür leicht links an der Schulter meiner besseren Hälfte vorbei und ich fing – einmal mehr – an mit mir selbst zu debattieren, ob ich nun glücklich darüber sein sollte, dass die Spinne nicht auf mir gelandet war oder doch eher genervt, dass ich einfach keine Pause von diesen ekligen Viechern kriege. Abgesehen davon scheint es mir, dass ich inzwischen so ziemlich jedes exotische Tier (zumindest von einem schweizerischen Standpunkt aus gesehen) dem ich in Texas begegnen könnte, gesehen habe. Und nur damit du es gleich weisst, Mutter Natur: Ich brauche keiner Tarantel zu begegnen um zu wissen, dass ich tatsächlich in Texas lebe, vielen Dank auch!

Ressourcen & Quellen

  • Originalfoto Waschbär von Wikimedia
  • Originalfoto Qualle von Pixabay
  • Alle anderen Fotos von evozeta

Fauna

Last week my better half doubled up with laughter because of a bird that performed his courtship dance to a feather, I got terrified – though only half an hour after the actual encounter – by a coyote on our doorstep and last but not least our cat Merlin declared that he’s had shedding up to here (too bad you can’t see where my hand is pointing now).

It all started when my beloved husband either worked from home and on his way to the kitchen glanced out the window or he was just home from work earlier than I. Or maybe the whole thing took place over the weekend and it all happened while I was out on one of my usual runs? It’s slipped my mind. Anyway, so my better half peers out the living room window where his eyes inevitably meet the cat tree that sits on our balcony. Now cat trees usually come with fun features such as little balls hanging from rubber bands or – as ours is adorned with – little feathers attached to strings. That looks something like what you see in this picture.

Little birdies or only feathers?
Little birdies or only feathers?

Meaning very close to reality and extremely lifelike, right. At least that’s what it must look like to birds. For indeed a little bird appeared on the scene – to show off his mating dance to one of the

Quite common example of a courtship dance.
Quite common example of a courtship dance.

feathers. According to my beloved husband’s account the poor bird man must have really buckled down. Ever so diligently was he prancing around on his little bird legs, the wings stretched to his side, head bobbing up and down while wiping sweat from his brow. Well, at least that’s how the scene presents itself in my mighty imaginative mind’s eye. But I’m pretty sure I’m not too wide off the mark.

Coyote hiding in neighbor's garden.
Coyote hiding in neighbor’s garden.

Then, ten days ago on Friday, March 27th, I had my own animal moment: As every morning I had my backpack strapped on, the car keys and iPhone in hand when I give my inventory another thought – did I pack everything? Laptop, access card, cardigan in case the air conditioning in the office decides it must adjust the temperature to the level of a freezer again, glasses etc. I decide that I have the most important things on me (behind to sit on, head to think with…) and unlock the apartment door only to hear a strange scraping noise on the stairs right outside our door. I think it must be the neighbor’s cat or the other neighbor’s dog, but when I open the door I stand – just a few feet away – at eye level with a coyote. He is standing a bit confused on the walkway leading to our stairs and is waiting to see what I’m going to do next. Exemplary as I am, I first close the apartment door behind me. After all, I don’t want my husband to be kidnapped by some clever coyote.

Close up.
Close up.

The coyote in the meanwhile moves towards the corner of our neighboring building. When I move away from our door he disappears around the corner and I’m sure he sneaks inside the thicket of the green belt right outside of our gated community (i.e. directly behind our house). But when I reach the corner of the house he stands pretty relaxed in our neighbor’s garden. I call out and clap my hands, but I’m not able to drive him further away than behind the nearest tree. For a moment I consider screaming my lungs out, but it’s still relatively early in the morning and I don’t feel like waking the whole neighborhood only to present them with a by then surely no longer present coyote. The whole incident reminds me of the documentary Meet the Coywolf my beloved husband and I had watched on Netflix not too long ago. The documentary shows how a mixture of coyote and wolf evolved and is now well adapted to urban life. In the movie you see such coywolfs sneak around the houses without a human soul noticing. Somewhat scary. So I have seen one now. Makes you wonder how many I haven’t seen…

And finally, our cat Merlin declared to have fallen out of love with the annual change of coat. He and his brother Oscar spent the last weeks shedding so much fur that it seems a wonder they’re not running around stark naked. Seriously, where does all this fur come from??!? I brush them regularly for otherwise my hands and clothes turn instantly into fur too when I pet them. Unfortunately, it doesn’t seem to help much for I’m still constantly walking around like a bundle of fur. At any rate, yesterday my better half was greeted by a nice gift at home after work: A fur-and-half-wet-dry-food-lump graced the carpet. Had I come home first I might have done just the same as Merlin. Not out of disgust but simply because I too find the stupid shedding business starts to make me wanna p***. It seems to take forever and is highly annoying for the cats and our clothes as well as my nose. But when asked if I would prefer hairless cats (Sphynx) I still have to – not without a slight shudder – deny…

Resources & Sources


 

Letzte Woche lachte sich erst meine besser Hälfte den Bauch krumm ob eines Vogels, der seinen Balztanz einer Feder vorführte, dann erschrak ich erst etwa eine halbe Stunde nach der eigentlichen Begegnung mit einem Kojoten vor unserer Haustüre und schliesslich stand unserem Kater Merlin der Fellwechsel bis hierhin (leider könnt ihr jetzt nicht sehen, wo meine Hand hin zeigt, schade).

Angefangen hatte es damit, dass der werte Herr Gemahl entweder von Zuhause aus arbeitete und auf dem Weg zur Küche aus dem Fenster guckte oder er war einfach früher daheim als ich. Oder fand das ganze am Wochenende statt und es geschah alles während ich draussen auf einem meiner üblichen Läufe war? Ist mir jetzt grad entfallen. Wie dem auch sei, meine bessere Hälfte guckte also aus dem Wohnzimmerfenster, wo ihm unweigerlich unser Katzenbaum gleich vor dem Fenster auf dem Balkon ins Auge stach. Nun haben Katzenbäume ja immer so spielerische Features wie an Gummischnüren hängende Bällchen oder – so wie unserer das vorweist – an Fäden aufgezogene Federn. Das sieht dann in etwa so aus wie in diesem Bild.

Little birdies or only feathers?
Little birdies or only feathers?

Also sehr nah an einem tatsächlichen Vogel und äusserst lebensecht halt. Muss jedenfalls auf Vögel so wirken. Denn wahrhaftig erschien ein Vögelchen auf der Bildfläche – um dem Federchen seinen Balztanz vorzuführen. Ganz schön reingekniet muss er sich haben, der arme Vogelmann, den Beschreibungen meines werten Herrn Gemahls zufolge. Tüchtig ist er auf seinen Vogelbeinchen rumgehüpft, die Flügel zur Seite ausstreckend, den Kopf auf und ab wippend, zwischendurch den Schweiss von der Stirn wischend. Naja, so zumindest präsentiert sich die Szene in meinem äusserst fantasievollen Geiste. Aber grob daneben liege ich sicher nicht.

Vor zehn Tagen dann, am Freitag, dem 27. März, hatte ich meinen Tierlimoment: Wie jeden Morgen habe ich meinen Rucksack aufgeschnallt, die Autoschlüssel und mein iPhone in den Händen und überlege nochmal kurz, ob auch alles eingepackt ist (Laptop, Zugangsbatch, Cardigan falls die Klimaanlage im Büro wieder das Gefühl hat, sie müsse einen Eisschrank temperieren, Brille etc.). Ich entscheide, dass das Wichtigste mit dabei ist (Hintern zum Sitzen, Kopf zum Denken…) und entriegle die Türschlösser, nur um ein seltsam scharrendes Geräusch auf der Treppe gleich vor unserer Wohnung zu hören. Ich denke es muss Nachbars Katze oder des anderen Nachbars Hund sein, doch als ich die Türe öffne stehe ich nur einige Meter entfernt auf Augenhöhe mit einem Kojoten. Er steht etwas verstört auf dem Gehweg der zu unserer Treppe führt und wartet ab, was ich als nächstes tue. Vorbildlich wie ich bin, schliesse ich erst mal die Wohnungstüre hinter mir. Will ja nicht, dass ein findiger Kojote meinen Mann verschleppt. Der Kojote bewegt sich derweil ein paar Meter weiter bis zur Ecke unseres Nachbargebäudes. Als ich mich bewege, verschwindet er um die Ecke und ich bin mir sicher, dass er sich ins Dickicht des Grüngürtels hinter unserer Wohnanlage (also direkt hinter unserem Haus) verzogen hat. Doch als ich die Hausecke erreiche, steht er einigermassen gelassen in Nachbars Garten. Ich rufe und klatsche in die Hände, doch weiter als bis zum ersten Baum vermag ich ihn nicht zu vertreiben. Ich überlege noch einen Moment, ob ich laut zu schreien anfangen soll, doch es ist ja immer noch relativ früher Morgen und ich mag nicht die ganze Nachbarschaft zusammenschreien, nur um ihnen einen dann sicher nicht mehr vorhandenen Kojoten zu präsentieren. Der ganze Vorfall erinnerte mich an die Dokumentation Meet the Coywolf, die mein werter Herr Gemahl und ich vor nicht allzu langer Zeit auf Netflix geguckt hatten. Es geht darum, wie sich eine Mischung aus Kojote und Wolf entwickelt und sich hervorragend an das urbane Menschenleben angepasst hat. Da sieht man solche Kojwölfe um die Häuser schleichen, ohne dass es eine Menschenseele mitbekommt. Irgendwie unheimlich. Ich habe also einen gesehen. Da fragt man sich, wie viele ich nicht gesehen habe…

Zu guter Letzt hat nun gestern noch unser Kater Merlin dem Fellwechsel die Liebe gekündigt. Er und sein Bruder Oskar haben die letzten Wochen so viel Fell verloren, dass es mir ein Wunder scheint, dass sie noch nicht splitternackt durch die Gegend laufen. Echt, wo können so viele Haare herkommen??!? Ich bürste die beiden regelmässig, weil ich sonst immer gleich befellte Hände und Kleider habe wenn ich sie streichle. Viel zu nützen scheint es aber nicht, ich bin immer noch ständig ein wandelndes Fellbündel. Gestern jedenfalls wurde dann meine bessere Hälfte nach der Arbeit Zuhause von einem netten Geschenk erwartet: Ein Fell-und-halb-feuchter-Trockenfutter-Klumpen zierte den Teppich. Wäre ich zuerst heim gekommen, hätte ich es Merlin vielleicht gleich getan. Nicht aus Ekel, sondern einfach weil ich den doofen Fellwechsel auch langsam zum k***** finde. Der scheint immer ewig zu dauern und ist sowohl für die Katzen, unsere Kleidung und wie auch meine Nase hochgradig nervig. Die Frage, ob ich denn lieber Nacktkatzen hätte, muss ich aber trotzdem leicht schaudernd verneinen.

Ressourcen & Quellen

  • Fotos Kojote und Katzenbaum-Feder von evozeta
  • Originalfoto Balztanz von pixabay
  • Link Meet the Coywolf von PBS Nature – überprüft 7.4.2015

Thyroid Glands in the Limelight

(Not to be taken too seriously ;-))

I recently, quite perchance (I received an email alert) happened upon a blog post a fellow Swiss here in Austin wrote. He’s a professor of Germanic Studies at the University of Texas in Austin and every so often writes an article for UT’s Cultures Contexts blog. I think he’s been living in Texas for a really long time but we haven’t met so I can’t be sure. (Für Deutsch hier klicken)

Did you notice how - in trilingual Switzerland with its German, French and Italian part - they only use German and English?
Did you notice how – in trilingual Switzerland with its German, French and Italian part – they only use German and English for the description?

Anyway, the article he wrote was about how the Swiss government – or to be more precise, the Swiss Army Pharmacy – in November 2014 provided over half the country’s residents with potassium iodide pills. What are they good for, you ask? They supposedly protect the thyroid gland from cancer-causing radioactive iodine. Mind you; I’m no doctor, far from it. But I’m saying “supposedly” because I wonder up to what level of radiation those little buggers actually prove effective. But that’s not the point here. The point is that the Swiss government decided at some distant point in the past to provide the majority of its citizens once every decade with some anti-radiation medication. And so every resident who lives within 50 km (about 30 miles) of a nuclear power plant (a Swiss nuclear power plant, that is) received towards the end of last year a little package containing 12 potassium iodide pills.

The crazy thing about all of it is: This is the first time that I’ve heard about this. One of the reasons for that might be that the Swiss government decided only at the beginning of 2014 to expand the radius of distribution from 20 km to 50 km (12 to 30 miles) so in the past neither any family members nor friends ever received such a package for none of them lived close enough to a power plant. But this time it was different. They all got those tablets. And you know what bugs me most? That not a single one of them mentioned anything to me. As if it was the most normal thing in the world.

If I got something like that in the mail I would probably be storming to the next store, stocking up on water, rice and all the other basic foods in order to survive the soon to be expected crisis. So this got me wondering and I started to ask around a little. And sure enough, whoever I asked had received a package of pills in November. And yes, there was some coverage on TV, on the radio and in the newspapers but all in all it didn’t create massive waves. And there you have it – the Swiss are a people of stoic calm. They have to be. I mean, who hasn’t heard about the fact that almost every single male Swiss between 20 and 30 has a gun at home? (The fact that in general they don’t actually have ammunition to go with the rifle usually slips the attention of the listener or is regarded irrelevant.) Self-defense is a Swiss tradition. And the government is doing its best to keep the defenses up.

Of course, some voice the opinion that the whole potassium iodide pills distribution was a clever stroke of the pharmaceutical companies, making millions by selling the tablets to the Swiss government. However that may be, I awe at the Swiss governments daring decision to reintroduce the topic of nuclear power plant safety on a regular basis. By distributing these pills, the Swiss federal government admits that nuclear power is potentially unsafe. But at the same time, as my fellow Swiss so rightly mentioned in his blog, it also downplays the possible consequences of a nuclear catastrophe such as in Chernobyl or Fukushima. It might lull people into a false sense of security. The package insert doesn’t say that the pills won’t keep your body from growing an extra limb in case of radioactive fallout.

Soon too old for preventive action, it seems... :-(
Soon too old for preventive action, it seems… 😦

Now obviously that got me thinking again so I did some research. And an article by the Global Security Newswire from December 5, 2003, provided me with the answer I was looking for: “Potassium iodide does nothing to counteract the effects of other dangerous isotopes that can be released in a nuclear incident, including those likely to be used in a radiological “dirty bomb”. But folks, that wasn’t the biggest shocker I got from that article. The text covers the recommendation of U.S. researchers based on a study on whether to provide the population in close vicinity to a nuclear power plant with potassium iodide. And guess what? They indeed do recommend that. But here comes the crux: “…[the study] recommends that potassium iodide tablets be “predistributed” to all people aged 40 and under, especially pregnant and lactating women, living near nuclear plants.”

There you have it (again): It seems I’m soon too old to be eligible for cancer prevention in the U.S.… I guess I will have an interesting conversation with my gynecologist next time she calls me up for my annual mammography…

🙂

Resources & Sources

  • Photo potassium iodide package by evozeta
  • Snapshot 40 and under originally from NTI website
  • Blog post Potassium Iodide for the Masses by Peter Hess on University of Texas’ webpage Cultures Contexts – validated 01/07/2015

Schilddrüsen im Rampenlicht

(Nicht alles ganz ernst gemeint ;-))

Kürzlich habe ich, eher per Zufall (ich habe eine Email-Benachrichtigung erhalten) einen Blogbeitrag eines Schweizers hier in Austin gelesen. Er ist Professor für Germanistik an der Universität von Texas in Austin und schreibt hin und wieder Artikel für den Universitätsblog Kulturzusammenhang. Ich glaube er lebt schon seit einer Ewigkeit hier in Texas, aber wir haben uns nie getroffen, also bin ich mir nicht ganz sicher.

Wie dem auch sei, sein Artikel behandelte den von der Schweizer Regierung – oder eher der Armeeapotheke – organisierten Versand von Kaliumiodid Pillen an über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung im November 2014. Wofür diese Tabletten gut sind, fragt ihr? Sie sollen die Schilddrüsen vor der Aufnahme von krebserzeugendem radioaktivem Iod schützen. Wohlgemerkt, ich bin kein Arzt, ganz und gar nicht. Aber ich sage “sollen“ weil ich mich wundere, bis zu welchem Strahlungsniveau diese kleinen Burschen tatsächlich wirken. Doch das ist hier nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Schweizer Regierung irgendwann in der weit entfernten Vergangenheit beschlossen hat, die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung alle zehn Jahre mit strahlungsbekämpfenden Medikamenten auszurüsten. Und so hat gegen Ende letzten Jahres jeder Bewohner der Schweiz, der im Umkreis von 50 km eines Atomkraftwerkes (das heisst eines Schweizer Atomkraftwerkes) wohnt, ein Päckchen mit 12 Kaliumiodid Pillen erhalten.

Das verrückte daran ist: Bis letztes Wochenende habe ich nie etwas von diesem Vorgehen gehört. Einer der Gründe dafür mag darin liegen, dass die Schweizer Regierung erst Anfang des Jahres 2014 beschlossen hat, den Radius für den Verteiler von 20 km auf 50 km zu vergrössern, also haben in der Vergangenheit weder Familienmitglieder noch Freunde ein entsprechendes Paket erhalten, da keiner von ihnen nahe genug an einem Atomkraftwerk gewohnt hat. Doch diesmal war das anders. Alle haben ihre Pillen erhalten. Und wisst ihr, was mich dabei am meisten verwundert? Dass kein einziger von ihnen auch nur einen Ton davon erwähnt hat. Als wäre es die normalste Sache der Welt.

Würde ich so etwas mit der Post zugeschickt bekommen, würde ich wahrscheinlich in den nächsten Laden stürmen und mich mit Wasser, Reis und den sonstigen Grundnahrungsmitteln eindecken, um die anstehende Krise überstehen zu können. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und ich habe etwas herumgefragt. Und tatsächlich, wen auch immer ich gefragt habe, alle haben sie im November ein Päckchen Tabletten erhalten. Und ja, die Sache wurde am Fernsehen, im Radio und in den Zeitungen durchaus diskutiert, hohe Wellen geschlagen hat das alles aber nicht. Und da habt ihr es – die Schweizer sind ein stoisch ruhiges Völkchen. Das müssen sie auch. Ich meine, wer hat nicht davon gehört, dass jeder männliche Schweizer zwischen 20 und 30 eine Waffe zuhause rumliegen hat? (Die Tatsache, dass sie üblicherweise keine Munition zum Gewehr haben, entgeht meist der Aufmerksamkeit des Zuhörers oder wird ganz einfach als irrelevant angesehen.) Selbstverteidigung ist eine schweizerische Tradition. Und die Regierung tut ihr Bestes, um die Sicherheit hoch zu halten.

Natürlich wird schon hin und wieder mal die Meinung geäussert, dass der ganze Kaliumiodid Versand ein cleverer Schachzug der Pharma-Konzerne war, die mit dem Verkauf der Tabletten an die Schweizer Regierung wohl Millionen gemacht hat. Wie dem auch sei, ich staune ob der mutigen Entscheidung der Schweizer Regierung, das Thema Sicherheit der Atomkraftwerke regelmässig wieder aufzugreifen. Durch den Versand dieser Pillen gibt die Schweizer Regierung zu, dass Atomkraftwerke möglicherweise nicht sicher sind. Doch gleichzeitig werden, wie mein Mit-Schweizer in seinem Blog bereits richtig erwähnt hat, auch die möglichen Folgen eines Zwischenfalls wie in Tschernobyl oder Fukushima heruntergespielt. Wodurch sich Menschen in falscher Sicherheit wiegen könnten. Die Packungsbeilage sagt nämlich nichts davon, dass die Pillen den Körper im Fall einer radioaktiven Verseuchung davor schützen, dass ihm zusätzliche Körperteile wachsen.

Natürlich hat mich das wieder zum Nachdenken gebracht und so habe ich noch etwas Recherche betrieben. Und bin auf einen Artikel der Globalen Sicherheits-Nachrichtenagentur vom 5. Dezember 2003 gestossen, der mir die gewünschte Antwort lieferte: „Kaliumiodid kann den Auswirkungen von gefährlichen Isotopen, die bei einem nuklearen Zwischenfall oder sehr wahrscheinlich auch im Fall einer radioaktiven „schmutzigen Bombe“ freigesetzt werden, nicht entgegenwirken.“ Doch Leute, das war nicht der grösste Schocker, den mir der Artikel zu bieten hatte. Der Text behandelt eine Empfehlung von U.S. Wissenschaftlern basierend auf einer Studie zur Frage, ob die Bevölkerung im näheren Umkreis von Atomkraftwerken mit Kaliumiodid ausgerüstet werden sollen. Und nun ratet mal was? Dies wird tatsächlich empfohlen. Doch hier kommt der Knackpunkt: “… [die Studie] empfiehlt, dass Kaliumiodid Tabletten an Menschen bis 40 und jünger, speziell schwangere und stillende Mütter, die nahe eines Atomkraftwerkes wohnen, verteilt werden sollen.

Da habt ihr es (schon wieder): Es scheint ich bin schon bald zu alt, um in den USA zur Krebsvorsorge berechtigt zu sein. Ich nehme mal an, ich werde bald eine interessante Unterhaltung mit meiner Gynäkologin führen, wenn sie mich das nächste Mal zur jährlichen Mammographie einlädt…

🙂

Ressourcen & Quellen

  • Foto potassium iodide package von evozeta
  • Snapshot 40 and under von der NTI Webseite
  • Blogbeitrag Potassium Iodide for the Masses von Peter Hess auf der Cultures Contexts Webseite der Universität von Texas – überprüft 01/07/2015

A Pain Felt from Afar

Over the weekend I wanted to see what’s going on in my homeland, Switzerland. After I last dropped in on the Swiss newspaper “20 minutes” on December 1st (to check the results of the national votes that had taken place on November 30 in which I, as a good and grateful Swiss citizen, participated) I was curious what would expect me this time. And oho, was my curiosity rewarded (though I find this a most inappropriate word to use in this context). More than I would care for.

What I learned was that Friday night, December 12th a group of protesters organized an unapproved demonstration through Zurich that left a swath of destruction in its wake. The images that presented themselves to me in the online newspaper reminded me of a war zone or at least a conflict area. I was and still am shocked.

The whole mess started rather harmlessly: A SMS with the keyword “äRTeäS“ (which is the Swiss German phonetic spelling of the English abbreviation “RTS”) called the interested parties to meet up at 10 pm to celebrate in Zurich’s public squares and parks. RTS is a collective that is active all over the world. It stands for the ideal that public spaces, parks and streets are – as the name suggests – public areas and thus there for everyone to use and enjoy. The group is opposed to the increasing commercialization of public property and holds the view that cars are mainly responsible for the increased congestion of cities. Therefore, so-called RTS demonstrations usually consist of people partying in public areas and sometimes even taking over roads in order to create a few hours of “car-free” delight. Not too outrageous a mindset if you ask me, maybe even a view that is shared or at least accepted by many.

Unfortunately, in addition to the above mentioned SMS the organizers also handed out flyers. And they show clearly that something bigger was planned in advance; following the translation of the flyer:

Translation of the named flyer.
Translation of the named flyer.

Left in the wake of the demonstration that degenerated into a street battle: A damage of several hundred thousand Swiss Francs, small businesses that have been paralyzed or even catapulted out of the holiday business, troubled neighbors and a middle class that might move even more to the right politically after “the leftists” organized such a mess. But fact is it’s never just “the leftists”. And neither just the “RTS” followers. Those responsible for such degeneration are the same individuals who visit soccer or hockey games only to wait for the smallest detuning between the fans to use it as a reason for vandalism. Why do they do that? Good question. I only know one thing: They blame “your” system for what goes wrong in their lives. They ignore to see that they, too, are part of this system, and thus the responsibility to change it if they don’t like it lies with them too. I hope the police will be able to convict at least some of the culprits. It would only be right if they had to pay for the damage they caused. Even if it means they would have to pay off all their life. After all, some of those shops owners probably toiled all their lives to get where they were last week, too.

You may wonder why that makes me – who has been living in a country for over a year now in which murder and manslaughter are almost commonplace events (which is hardly surprising considering the size of the country) – feel so low. Well, I think that fact actually reinforces my outrage and shock at the goings-on in Switzerland even more. I slowly start to understand why so many Americans consider Switzerland a paradise and such a delightful spot of land. It’s not only because of the stunning nature and unparalleled cleanliness and punctuality, but mostly because everything is so orderly and peaceful and therefore – despite the cultural diversity – violence is still the exception. I sincerely hope it stays that way.

Resources & Sources

  • Original image RTS flyer via Züritipp Stadtblog – validated 12/15/14.
  • English article on Riots in Zurich on euronews.com – validated 12/15/14
  • Featured image Reclaim the streets banner via Google search labeled for reuse, courtesy of worldofdrjustice.blogspot.com

 Am Wochenende wollte ich wieder einmal wissen, was in der Schweiz so los ist. Nachdem ich am 1. Dezember 2014 zum letzten Mal in die „20 Minuten“ geguckt hatte, war ich gespannt, was mich erwarten würde. Und oho, wurde ich überrascht. Mehr als mir lieb war.

So musste ich erfahren, dass in der Nacht vom Freitag, 12. Dezember, auf den Samstag eine Gruppe Demonstranten einen unbewilligten Umzug durch Zürich organisiert hatte, der eine Schneise der Verwüstung hinterliess. Die Bilder, die mir da in der Online-Zeitung geboten wurden, liessen mich an Kriegs- oder zumindest Krisengebiete denken. Ich war und bin noch immer geschockt.

Angefangen hatte die ganze Misere eher harmlos: Eine SMS mit dem Stichwort „äRTeäS“ (schweizerdeutsche, phonetische Schreibweise der englischen Abkürzung „RTS“) forderte die Interessenten auf, sich um 22 Uhr zu versammeln, um an öffentlichen Plätzen und in Parks Partys zu feiern. RTS ist ein auf der ganzen Welt verbreitetes Kollektiv, das daran erinnert, dass öffentliche Plätze, Parks und Strassen Gemeingut sind und somit für alle zur Benutzung freistehen. Die Gruppe setzt sich gegen die vermehrte Kommerzialisierung von öffentlichem Grund ein und ist der Meinung, dass vor allem Autos für die vermehrte Verstopfung der Städte verantwortlich sind. Daher werden sogenannte RTS Demonstrationen mittels Parties auf öffentlichem Boden organisiert, teilweise werden auch Strassen übernommen, um einige „Auto-freie“ Stunden zu erzwingen. Grundsätzlich nichts zu haarsträubendes und sicherlich Gedankengut, das von vielen geteilt oder zumindest akzeptiert wird.

Leider wurden zusätzlich zur SMS auch Flyer verteilt. Und die haben es in sich und zeigen, dass bereits im Vorfeld etwas weitaus Grösseres geplant war:

Aufruf zur gewaltsamen Demonstration.
Aufruf zur gewaltsamen Demonstration.

Das Fazit der Demonstration, die in eine Strassenschlacht ausartete: Etliche hunderttausend Franken Schaden, Kleingewerbe, die lahmgelegt oder gar aus dem Weihnachtsgeschäft katapultiert wurden, verstörte Nachbarn, ein Mittelstand, der wohl politisch noch mehr nach rechts rückt, nachdem „die Linken“ eine solche Sauerei veranstaltet haben. Tatsache jedoch ist, es sind nie einfach nur „die Linken“. Es sind auch nicht nur die „RTS“ Anhänger. Die Verantwortlichen für diese Ausartung sind die gleichen Individuen, die an Fussball- oder Hockeyspiele gehen, um die kleinste Verstimmung zwischen den Fan-Reihen zur Vandale zu nutzen. Warum sie das tun? Gute Frage. Ich weiss nur eines: Sie beschuldigen „euer“ System dafür, was in ihrem Leben schief läuft. Dass sie Teil dieses Sytems sind und damit die Verantwortung, dieses zu ändern wenn es ihnen nicht gefällt, auch bei ihnen liegt, das sehen sie nicht. Schade. Ich hoffe, einige der Übeltäter können überführt werden. Es wäre richtig, wenn diese Vandalen für ihre Schäden aufkommen müssten. Und wenn das heisst, dass sie ihr Leben lang abzahlen müssen. Schliesslich haben andere auch ihr Leben lang geschuftet, um dahin zu kommen, wo sie mit ihrem Laden letzte Woche waren.

Ihr mögt euch nun fragen, weshalb mich das so mitnimmt, lebe ich doch seit etwas über einem Jahr in einem Land, in dem Mord und Totschlag quasi an der Tagesordnung sind. Nun, ich glaube, das verstärkt meine Empörung und Erschütterung über die Vorgänge in der Schweiz noch mehr. Langsam begreiffe ich, weshalb so viele Amerikaner die Schweiz als Paradies und perfektes Fleckchen Erde bezeichnen. Nicht nur der atemberaubenden Natur und der unvergleichlichen Sauberkeit und Pünktlichkeit wegen, sondern vor allem, weil grösstenteils alles so geordnet und friedlich zugeht und damit – trotz der grossen kulturellen Diversität – Gewalt noch immer die Ausnahme ist. Ich hoffe fest, das bleibt so.

Ressourcen & Quellen

Happy Cat-O-Ween

20141031_Happy-Halloween-1Right you are, my dearest boys (Für Deutsch hier klicken)
Clean yourselves with lots of noise
For today you’ll meet countless creatures
In various attires and with different features
Surely you will cross paths with many
grizzly figures like out of a fenny
mud hole or some sort of cave
But don’t you despair, be quite brave
Cause you might also meet a fairy or two
Who could just as well hold a cuddle for you
And if you truly meet a spooky fellow
Make sure you dart up a tree and bellow
loudly and menacingly at the world down below
So you sound like something by Edgar Allen Poe
The Raven for instance or The Black Cat
That would be matching, everyone knows that
You two are cat boys, the cutest of all
That’s why you never – we may recall –
Take off your costumes, not for Christmas nor spring
You just love your fur so much, you wear them for everything
But tonight you shall for once surely be
The best dressed little figures Halloween’s ever seen.20141031_Meowahahahaha

Resources & Sources

  • Photos by evozeta
  • Poem by evozeta

Meine lieben Jungs, wie recht ihr tut
Putzt euch ruhig mit viel Übermut
Denn zahllose Kreaturen werdet ihr treffen heut
In diversen Aufzügen, ganz verschiedene Leut
Kreuzen werdet ihr den Pfad von so vielen
die heute grauslige Kreaturen spielen
Wie Vampire oder Zombies mit Zähnen ganz blutig
Doch verzweifelt nicht, seid recht mutig
Bestimmt seht ihr auch reichlich Feen und Elfen
Die euch gerne mit einem Knuddel aushelfen
Und trefft ihr doch einen mit Gesicht ganz verbeult
Flitzt auf den nächsten Baum rauf und heult
Die Welt unter euch an mit lautem Gezeter
Gerade wie etwas aus Edgar Allen Poe’s Feder
Der Rabe zum Beispiel oder Die Schwarze Katze
Das wäre passend, denn hinter dieser Tatze
Stecken die süssesten Katzenjungs von allen
Und deshalb trotz oder wegen der Krallen
Zieht ihr niemals euer Kostüm aus, dieses edle Fell
Denn ihr liebt es dermassen, es ist so speziell
Und heut Nacht, das ist wirklich keine Frage
Seid ihr die bestgekleideten Halloween-Geister aller Tage.

Ressourcen & Quellen

  • Fotos von evozeta
  • Gedicht von evozeta

Perfecting the Art

First of all: Happy 80th blog! This is my 80th blog in 10 months. Thank you for your prevailing interest and loyalty – it is what keeps me going and encourages me to stay a writer; at least on a small scale. Für Deutsch hier klicken.

Man, I hope not...
Man, I hope not…

“My mind is soaring
I want to be free
I wanna be someone else
Someone better than me”

These lines hit me last weekend and in the middle of the night of all times. I woke up from a dream and all I was left with was these words. No pictures or any other recollection, only these words. So I had to jot them down. I was pretty excited for the little poem sounded quite fabulous in my sleepy head. But then I started wondering for the longest time what the meaning of these words might be. I mean, they seem pretty obvious but why does my subconscious long “to be free” and “to be someone else” when in a sober and awake state I feel happy, unrestricted and quite content with myself and my life? Does every dream have a deeper meaning?

Yeah, that's more like it...
Yeah, that’s more like it…

Just when pondering over these questions, my mum called me on Sunday. We were happily chatting away when something she said reminded me of another of my recent crazy dreams which had me wake up attacking my beloved husband again (some of you might recall the “bear-dream” episode…), though this time I “only” grabbed his arm, not yanking any hair out of his head. However, in my dream it was not him that I attacked, quite on the contrary. I actually smacked a lady right on the gob for having slapped my better half in the face a little earlier. Seems I have to let off steam in my dreams.

Crazy Chick - ca. 1994
Crazy Chick – ca. 1994

Now this story triggered my mum’s memory of a recent dream (if it wasn’t for the fact that everybody dreams – except for dope smokers, apparently – I would say it runs in the family) in which the fabulous bicycle trio of past days, my mum, my aunt and my own self, was hiking on some mountain or even glacier (sorry mum, I can’t clearly remember … just goes to show you how much attention I pay to what you say… now the fact that I actually remember the bulk of the story you told me gives me at least some credit…). Next thing she knows, I came thundering past them at breakneck speed on a toboggan in some ice canal, only to be catapulted off my sledge a little further down and disappearing into a crevasse but not without yelling “I can fly!!” during the process. Now you would think that my kinswomen would be concerned about my health but – as it is with dreams – it seemed to them the most ordinary thing in the world that I should end up in the depths of a yawning crevasse. So my aunt simply called down “Did you land well?” to which I merrily replied “Sure, I only have to find the exit now.”

There you go folks. It seems the most natural thing to my mum to see me as a crazy nut – at least in her dreams. True, I used to be an enthusiastic snowboarder back in Switzerland, spending the weekends of a decade on (and off) the slopes. But does that make me an irresponsible nutcase thundering down ice canals? Hm, I see some work here for my future shrink if I’ll ever have one.

Seriously, I should get one of these...
Seriously, I should get one of these…

Now of course, all this dream business made me curious. So I went reading a little about it. Various theories exist on what purpose dreams serve and if they have any meaning at all. According to Freud (there we go again; he would have loved me as a patient I’m sure), dreams are a manifestation of suppressed desires. More recent sleep studies suggest that by comparing the experiences of a day to pictures of the past the mind is cross-referencing new events to past ones and thereby helping us understand better what’s going on. The theory I like to use as an interpretation for my little poem dream, though, is that dreams can facilitate learning. In a sleep study conducted at Harvard, the subjects were asked to play Tetris before hitting the sack. And guess what? A stunning three-quarter of the subjects actually dreamed about Tetris! The researchers took this as an indication that the subjects perfected their abilities in their sleep.

Now when it comes to my dream ending in the poem, I certainly like this idea. For when growing up and in my twenties I used to write quite a few poems. Not very elaborate ones, mind you, but I was pretty much able to come up with a rhyme whenever anyone asked me to. In my twenties I started to rhyme in English, too, which clearly showed me that my language skills reached an advanced level. So does this coincide with my starting to become a “real” bilingual person?

Well, whatever it is, I like the idea of perfecting the art in my sleep 🙂

Now before I close, let me invite you to finish my dream poem. If any of you have some instant thoughts on how to continue, please let me know. I would love to hear your ending (and also, if this is a passage from some movie, song or other kind of “déjà vu”, let me know, too, okay?!)!

Resources & Sources


 

Zuallererst: Fröhlicher 80. Blog allerseits! Dies ist mein 80. Blog in 10 Monaten. Vielen Dank für euer Interesse und eure anhaltende Treue – das ist es, was mich antreibt und ermutigt, ein Schreiberling zu bleiben; zumindest im Kleinen.–„Hoch fliegt mein Geist
Frei sein will ich
Wünscht‘ ich wär jemand anders
Jemand besser als mich“(Ich weiss, ich weiss, das ist grammatikalisch nicht ganz richtig, aber mir ist keine passendere, immer noch reimende Übersetzung eingefallen, ‚tschuldigung.)Diese Zeilen überkamen mich am letzten Wochenende – mitten in der Nacht. Ich erwachte aus einem Traum und alles was mir blieb, waren diese Worte. Keine Bilder oder anderweitige Erinnerung, nur diese Worte. Also musste ich sie niederschreiben. Ich war ziemlich aufgeregt, denn dieses kleine Gedicht klang in meinem verschlafenen Geist ziemlich fabelhaft. Doch dann wunderte ich mich die längste Zeit, was diese Worte wohl bedeuten mögen. Ich meine, sie klingen ziemlich offensichtlich, doch weshalb sehnt sich mein Unterbewusstsein danach „frei“ und „jemand anders“ zu sein, wo ich doch in nüchternem und wachem Zustand glücklich, uneingeschränkt und ganz zufrieden mit mir und meinem Leben bin? Hat jeder Traum eine tiefere Bedeutung?

Gerade als ich über diesen Fragen brütete, rief mich meine Ma am Sonntag an. Wir plauderten fröhlich daher, als etwas, das sie sagte, mich an einen anderen verrückten Traum erinnerte, den ich kürzlich hatte und der mich – erneut meinen geliebten Ehemann attackierend – aufwachen liess (einige von euch können sich vielleicht noch an die Bären-Traum Episode erinnern…), diesmal jedoch hatte ich ihn „nur“ am Arm gepackt und ihm nicht die Haare vom Kopf gerupft. Im Traum allerdings war es nicht er, den ich attackierte, ganz im Gegenteil. Tatsächlich knallte ich einer Dame einen auf den Latz, nachdem sie etwas zuvor meine bessere Hälfte ins Gesicht geschlagen hatte. Scheint als müsste ich in meinen Träumen etwas Dampf ablassen.

Diese Geschichte erinnerte dann meine Ma an einen ihrer letzten Träume (wenn nicht jeder träumen würde – ausgenommen Gras-Raucher, anscheinend – würde ich sagen, es liegt in der Familie), in welchem das fabelhafte Fahrradtrio vergangener Tage, meine Ma, meine Tante und meine Wenigkeit, auf einem Berg oder sogar Gletscher herumwanderte (entschuldige bitte, Ma, ich kann mich grad nicht mehr so genau erinnern… da kannst du mal sehen, wie gut ich dir zuhöre… hingegen verschafft mir die Tatsache, dass ich mich an den grössten Teil deiner Geschichte erinnere zumindest etwas Anerkennung…). Als nächstes mag sich meine Ma entsinnen, wie ich in halsbrecherischer Geschwindigkeit auf einem Schlitten irgend einen Eiskanal runter brettere, nur um ein wenig weiter unten spektakulär vom Schlitten geschleudert zu werden und in einer Gletscherspalte zu verschwinden, aber nicht ohne während des ganzen Vorgangs „Ich kann fliegen!!“ zu rufen. Nun stellt man sich vor, meine beiden Verwandten wären besorgt um meine Gesundheit, doch – wie das mit Träumen so ist – es scheint das normalste in der Welt zu sein, dass ich in der Tiefe einer gewaltigen Gletscherspalte ende. Also rief meine Tante lediglich „Bist du gut gelandet?” zu mir runter, worauf ich frischfröhlich geantwortet haben soll „Klar, ich muss jetzt nur den Ausgang finden.“

Sag ich’s doch, Leute. Es scheint für meine Ma das natürlichste in der Welt mich als verrückte Nuss zu sehen – zumindest in ihren Träumen. Es ist wahr, ich war eine enthusiastische Snowboarderin während meiner Zeit in der Schweiz und verbrachte fast eine Dekade lang jedes Wochenende auf (und neben) der Piste. Doch macht mich das zu einer verantwortungslosen Spinnerin, die Eiskanäle runterdonnert? Hm, ich sehe hier etwas Arbeit für meinen künftigen Nervenarzt, sollte ich je einen haben.

Natürlich machte mich diese ganze Träumerei neugierig. Also fing ich an, ein wenig darüber zu lesen. Es existieren verschiedene Theorien darüber, welchem Zweck Träume dienen und ob sie überhaupt irgend eine Bedeutung haben. Wenn es nach Freud geht (und schon geht es wieder los; ich bin sicher, Freud hätte mich als Patientin geliebt), sind Träume Manifestationen von unterdrückten Wünschen. Neuere Studien weisen jedoch darauf hin, dass der Geist durch das Vergleichen von Erfahrungen eines Tages mit Bildern aus der Vergangenheit quasi neue Ereignisse mit vergangenen koppelt und es uns dadurch ermöglicht besser zu verstehen, wie gewisse Dinge einzuordnen sind. Die Theorie, die es mir allerdings am meisten angetan hat hinsichtlich meines kleinen Gedicht-Traums, ist die, dass Träume das Lernen erleichtern. In einer Schlafstudie an der Harvard Universität wurden die Testpersonen gebeten, Tetris zu spielen bevor sie schlafen gingen. Und ratet was passiert ist? Unglaubliche drei Viertel der Probanden träumten tatsächlich von Tetris! Die Forscher interpretieren dies als Zeichen dafür, dass die Testpersonen ihre Fähigkeiten im Schlaf perfektionieren.

Wenn es also zu meinem Traum, der in einem Gedicht endete, kommt, mag ich diese Idee. Denn als Teenager und dann in meinen Zwanzigern hatte ich einige Gedichte geschrieben. Nicht sehr raffinierte, wohlgemerkt, doch ich war in der Lage, quasi auf Abruf was „zusammenzureimen“. In meinen Zwanzigern fing ich dann auch damit an, Englische Gedichte zu verfassen, was mir deutlich machte, dass ich einen fortgeschrittenen Level erreicht hatte. Hat dieses Gedicht also mit der Tatsache, dass ich so langsam aber sicher zur richtig zweisprachigen Person werde?

Nun, was immer es ist, ich mag die Idee, eine Kunst im Schlaf zu perfektionieren 🙂

Bevor ich abschliesse, möchte ich euch dazu einladen, mein Traum-Gedicht zu vervollständigen (Englisch oder Deutsch, auch gemischt gerne möglich :-D). Falls euch spontan eine Fortführung einfällt, lasst es mich wissen. Ich würde liebend gerne euren Schluss hören/lesen (bitte lasst mich auch wissen, falls diese Passage irgend einem Film, Song oder einem anderen „Déjà vu“ entstammt, okay?).

Ressourcen und Quellen

 

 

Another Long Weekend for Switzerland

Für Deutsch hier klicken Alright now, as promised in my “The Beauty of Public Holidays” blog post, here’s to the latest holiday in Switzerland, taking place this very weekend. Only a week after the last potentially long weekend, the Swiss get to enjoy yet another 3-day splendor. The occasion this time is Pentecost.

Whitsunday Islands, Eastern Australia
Whitsunday Islands, Eastern Australia

Pentecost is celebrated seven weeks, or more descriptively fifty days, after Easter, hence it’s name (from Greek “Pentekoste” meaning “the fiftieth [day]*). In Christian believe it marks the time when the Holy Spirit descended upon the Apostles and followers of Jesus Christ and made them speak in foreign tongues, so they could go out into the world and spread the message of God.

In England, the feast is commonly named Whitsunday (like the Whitsunday islands in Australia) and – just as in Switzerland – is followed by Whit-Monday, traditionally a public holiday.

Easy going day at Pentecost
Easy going day at Pentecost

Pentecost is – in my experience – one of the Swiss’ favorite holidays. This may be grounded in the fact that it takes place end of May, early June and therefore raising the chances of favorable weather. I personally connect Pentecost with camping holidays in Ticino, the canton in the South of Switzerland, bordering on Italy. Those are happy memories of hikes, long nights chatting with friends, sitting in a cold river on a sizzling hot day and the occasional real bad hangover that was most effectively fought by feeding the body more alcohol (yeah, those were the wild days…).

Late start into Whitsunday...
Late start into Whitsunday…

After asking some friends for their plans for the long weekend, the most prominent answer was: Having a BBQ. Seems Americans and Swiss aren’t that different after all!

PS: This has absolutely nothing to do with the rest of the post but this week Thursday something rather creepy happened to me, which I wanted to share with you guys. I was sitting in the living room, watching another episode of «Grey’s Anatomy» (I’m catching up with all the episodes I missed at the time they were showing on Swiss TV). At some point towards the end of the episode, my beloved husband walked into the room and asked me: “Did she just say that they’re singing the Seattle Pacific College’s alma mater?” When I confirmed, he told me that a shooting had taken place there this very day. vigil-candleThat sent a shiver down my spine for those of you who followed «Grey’s Anatomy» closely know that the episode I’m talking about – Season 7, episode 11 – covered a shooting at Seattle Pacific College with all the victims coming into Seattle Grace Mercy West’s ER. The scene that triggered the realization of the coincidence of me watching a series covering a shooting that came to happen on exactly the day I was watching it was when the Pacific College community congregated outside the hospital’s atrium for a candlelit vigil, singing the school’s hymn (alma mater).
What do you think… is it really just a coincidence?

Resources & Sources


In Ordnung, wie in meinem Blog Post “The Beauty of Public Holidays” versprochen, berichte ich hiermit über den neusten Schweizer Feiertag, welcher dieses Wochenende stattfindet. Lediglich eine Woche nach dem letzten potentiell langen Wochenende dürfen die Schweizer bereits eine weitere 3-tägige Herrlichkeit geniessen. Der Grund dafür dieses Mal: Pfingsten.

Pfingsten wird sieben Wochen, oder beschreibender fünfzig Tage, nach Ostern gefeiert, daher der Name (aus dem Griechischen „Pentekoste“ was soviel wie „der fünfzigste [Tag]“ bedeutet). Nach Christlichen Glauben wird an diesem Datum das Herabkommen des Heiligen Geistes auf die Jünger und Anhänger Jesus Christus‘ gefeiert, was diese in fremden Zungen sprechen liess, auf dass sie die Botschaft Gottes in die Welt hinaus tragen mögen.
In England wird der Pfingstsonntag auch allgemein Whitsunday (wie die Whitsunday Inseln in Australien) genannt und – genau wie in der Schweiz – wird vom Pfingstmontag gefolgt, einem traditionellen Feiertag.

Pfingsten ist – aus meiner Erfahrung – einer der Schweizer liebsten Feiertage. Das mag daran liegen, dass er immer Ende Mai, Anfang Juni gefeiert wird und damit die Chancen auf gutes Wetter etwas besser stehen als an manchen anderen Feiertagen. Ich persönlich verbinde Pfingsten mit Zeltferien im Tessin, dem Kanton im Süden der Schweiz, der an Italien grenzt. Das sind glückliche Erinnerungen an Wanderungen, nächtelange Gespräche mit Freunden, sich an einem knallheissen Tag in einem kalten Fluss sitzend abkühlen und den gelegentlichen üblen Kater, der lediglich mit der weiteren Einnahme von Alkohol kuriert werden konnte (ja, das waren die wilden Zeiten…).

Nachdem ich einige Freunde nach den Plänen für das anstehende, lange Wochenende gefragt habe, lautete die überwiegende Antwort: Grillieren. Es scheint, die Amerikaner und die Schweizer sind doch nicht ganz so verschieden!

PS: Zwar hat dies absolut nichts mit dem restlichen Blog Post zu tun, doch diese Woche Donnerstag ist mir etwas eher gruseliges passiert, das ich mit euch teilen wollte. Ich sass im Wohnzimmer und schaute mir eine weitere Episode von «Grey’s Anatomy» an (ich bin dabei, sämtliche Folgen, welche ich im Deutschen Fernsehen verpasst hatte, nachzuholen). Gegen Ende der Folge spazierte mein geliebter Ehemann in den Raum und fragte mich: „Hat sie eben gesagt, dass sie die Schulhymne der Seattle Pacific Universität singen?“ Als ich dies bestätigte, berichtete er mir, dass sich dort heute Nachmittag eine Schiesserei zugetragen habe. Das jagte mir einen kalten Schauer über den Rücken, denn wer «Grey’s Anatomy» mitverfolgt hat weiss, dass es in der Folge von der ich rede – Serie 7, Episode 11 –um eine Schiesserei an der Seattle Pacific Universität geht, deren Opfer alle in die Notaufnahme des Seattle Grace Mercy West Spitals gebracht werden. Die Szene die uns realisieren liess, dass ich eine Serie guckte, die eine Schiesserei behandelt, welche sich genau am Tag, an dem ich die Episode schaute, zugetragen hat, war, als Schüler der Universität vor dem Atrium des Spitals eine Mahnwache abhielten und dabei die Schulhymne sangen.
Was meint ihr… war das wirklich alles nur ein Zufall?