Austin, City of sunset-red Marble

Am Mittwoch teilte mir Greg mit, dass er am Donnerstag nach Austin zu gehen plant. Er wolle an einem Meeting vor Ort teilnehmen. Da ich beim letzten Besuch in Austin darum gebeten hatte, dass er mich wieder mitnimmt, damit ich mir diesmal – anstatt den IKEA von innen zu beschauen (ja, er sieht genauso aus wie alle bei uns, ist aber groesser als den in Spreitenbach, damit aber einer der kleineren hier drueben… och, wer haette das gedacht…) – das Kapitol aus der Naehe und die 6th Street bei Tage beschauen kann. 
Die Tatsache, dass Greg’s Meeting an der 5th Street stattfand, kam uns entsprechend sehr entgegen, denn ich hatte gerade mal etwas mehr als eine Stunde zur Verfuegung, um meinen Rundgang zu absolvieren. So machte ich mich denn, mit einem Macha Green Tea Soya Latte 😀 ausgeruestet, auf die Socken. Da wir auch direkt an der Kreuzung Congress Avenue geparkt hatten, musste ich nur geradeaus die Strasse rauf und schon bin ich am ersten Ziel angelangt. Das Parlamentsgebaeude ist bereits von Weitem zu sehen und je nach Lichteinfall scheint es etwas unwirklich. Der Bau ist naemlich saemtlich aus “sonnenuntergangs-rotem” Granit gefertigt. Das sieht je nach Lichteinfluss – oder eben aus der Naehe – ziemlich spektakulaer aus. Greg empfahl mir denn auch, das Ganze unbedingt mal vor Ort zu begutachten. 
Da ich wie erwaehnt nicht wahnsinnig viel Zeit zur Verfuegung hatte, verzichtete ich auf eine Fuehrung im Innern des Gebaeudes oder die Besichtigung der Oblichter der in den 90er Jahren ergaenzten unterirdischen Ausbauten. Muss aber noch ganz interessant sein und sicherlich bietet sich ein ander Mal noch Gelegenheit dazu, auch diese Spezialitaet der texanischen Kultur genauer zu studieren.
Eine Sache erschien mir auf meinem Rundgang als aeusserst bemerkenswert: Da stand im Park vor dem Kapitol eine Statue aus Stein und oben drauf so ein paar Typen, in der Mitte, ganz zuoberst Lyncoln. Und auf der Seite, an der ich am Denkmal vorbei ging stand geschrieben: “Died for State Rights guaranteed under the Constitution.” Das Standbild war dem Sezessionskrieg zwisschen den Nord- und Suedstaaten gewidmet, speziell den Kaempfern der Suedstaaten, welche eben im Kampf um ihre durch die Konstitution garantierten Rechte starben.

Nach dem Besuch des Kapitols schlenderte ich also Richtung 6th Street Downtown Austin. Die 6th Street in Austin ist beruehmt-beruechtigt fuer ihr Nachtleben. Urspruenglich als Austin’s Handelsdistrikt bekannt, wandelte sich in den 1970ern die Front aus zwei- bis dreistoeckigen, im viktorianischen Stil erbauten Handelsgebaeuden zur groessten Unterhaltungszone in der naeheren und weiteren Umgebung. Bei Tageslicht betrachtet faellt mir als erstes auf, dass die meisten Haeuser an der Strasse wohl noch aus dem spaeten 19ten Jahrhundert stammen.
Mitten am Tag ist es relativ ruhig in der Strasse, es fahren einige Autos vorbei, aber nicht der typische “Downtown Verkehrsfluss” wie man ihn von anderen Staedten kennt. Dafuer viel mehr Velofahrer als beispielsweise in San Antonio. Sobald es Abend wird, aendert sich das Bild aber ohnehin total: Die etwas verschlafene Maske wird abgelegt, der Verkehr umgeleitet (offiziell heisst es an Wochenenden, an Tagen von Heimspielen der lokalen Footballmannschaft sowie an nationalen Feiertagen und bei speziellen Anlaessen… davon gibt’s aber so viele, dass der Verkehr fast staendig umgeleitet wird) und das Nachtleben entfaltet sich in voller Groesse mit Bars, Discos, Musikclubs und natuerlich Einkaufsmoeglichkeiten die ganze Nacht hindurch. Es ist wirklich beeindruckend. Am meisten in Erinnerung bleiben bei Besuchern wohl die unzaehligen Live-Bands die hier wirklich ueberall spielen. So schlendert man durch die Strasse, spaziert in eine Bar, begibt sich in den oberen Stock, wo sich meist eine Terrasse oder zumindest ein Balkon befindet und goennt sich was Fluessiges, waehrend man den live gespielten Klaengen lauscht – gratis. Fuer eine schweizer Brieftasche, die sich gewohnt ist fuer alles immer zahlen zu muessen, eine willkommene Abwechslung. Aber so wird hier Geld gemacht – immer mit der Menge die Verkauft wird, nicht mit hohen Preisen fuer ein einzelnes Produkt. 
Die East 6th Street beheimatet auch jaehrlich zahllose Anlaesse, von Musik- und Film-Festivals (wie das weltberuehmte South by Southwest) bis hin zu Velo-, Biker- und Strassenfesten. Ja, doch, ich glaube hier koennte es mir gefallen 😉

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