Easter and a different egg hunt

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Liebe Freunde und Familie

Ich hoffe, ihr konntet wunderschöne und erholsame Ostern verbringen. Ohne im Stau zu stehen. Muss ja ganz schön extrem gewesen sein dieses Jahr. Seid ihr zuhause geblieben? Oder doch dem Ruf der weiten Welt erlegen und habt ein wenig das Ausland unsicher gemacht? Würde mich freuen, von euch zu hören 🙂

Partner look: Our new Schwinns
Partner look: Our new Schwinns

Mein geliebter Ehemann und ich haben uns zu Ostern etwas gegönnt. Zumindest wenn man so hart arbeitet wie er, soll man sich auch mal selbst verwöhnen. Während man sich in der ganzen Schweiz zu Ostern über das längste Wochenende des Jahres freuen kann, ist das hier nicht unbedingt so. Das nennt man Trennung von Staat und Religion. So waren zwar tatsächlich die meisten Einkaufsläden am Ostersonntag geschlossen (wohl der einzige Tag des Jahres), doch Karfreitag und Ostermontag sind als Feiertage zumindest hier in der Umgebung praktisch inexistent. Business as usual. Jedenfalls haben meine besser Hälfte und ich das wunderbare Frühlingswetter als Anlass genommen, uns zwei Fahrräder anzuschaffen. Somit steht ab sofort cruisen und erkunden auf zwei Rädern auf dem Programm. Und entsprechend ging’s am Ostersonntag ab auf Erkundungstour. Und ich kann sagen: Ostern in Texas – äusserst interessant.

Einmal mehr wird mir klar, wie anders hier Christliche Feiertage angegangen werden. Es hat weniger von der Feierlichkeit wie in der Schweiz als vielmehr eine Festlichkeit, die schon mal in eine kleine Party übergehen kann. So gesehen auf unserer heutigen Radtour durch Austin. Auch hier scheinen an solchen Feiertagen sämtliche Leute aus ihren Häusern, Wohnungen und Höhlen gescheut zu werden, dermassen wimmelt es von Volk. Dieses Volk geniesst in den Parks bei BBQ und Musik die hier traditionellen Osterspiele: Anders als in der Schweiz werden keine harten Eier gegeneinander geprellt um zu sehen, wer gewinnt und damit für den Rest des Jahres kerngesund bleiben soll, sondern die Leute hauen sich gegenseitig mit Konfetti gefüllte hohle Eier über die Köpfe. Ziemlich lustig mitanzusehen und definitiv ein Grund, im Vorfeld ein wenig Kurzstreckenlauf zu trainieren. Natürlich dürfen auch die in Mexiko traditionellen Piñatas nicht fehlen. Da hämmern die Kinder auf aus Pappmaché gestaltete Osternester ein, bis sie bersten und ihre Überraschung preisgeben: Piñatas sind mit Süssigkeiten oder kleinen Spielsachen, oftmals auch beidem, gefüllt. Praktisch während unserer gesamten Radtour wurden wir von einem easy Sound begleitet, der, wie wir auf dem Rückweg feststellten, von einem Reggae Festival herrührte. Das also ist Ostern in Austin. Nicht schlecht.

Inside Austin Java Cafe
Inside Austin Java Cafe

Wir erleben dann noch unsere ganz persönlichen Osterfestspiele. Nachdem wir tüchtig rumpedalt sind, verlangt unser Körper nach Flüssigkeit und ein kleiner Hunger macht sich breit. So setzen wir uns auf die Veranda eines netten Kaffees an der Barton Springs Road, nahe „unseres“ Zilker Parks. Dem Festtag entsprechend bestellen wir uns Omeletts, resp. pochierte Eier. Wir sitzen also nichtsahnend auf der Terrasse und schlürfen unsere Eiswasser, als unser Imbiss serviert wird. Schon seit wir uns hingesetzt haben ist uns aufgefallen, dass die hier heimischen langschwänzigen Dohlen äusserst tief fliegen; nur gerade Zentimeter über den Köpfen der Gäste. Als die Kellnerin nun mit unseren beladenen Tellern auftaucht, setzt einer der dunklen Vögel zum Sturzflug an und gleitet nur wenige Zentimeter über Gregs Teller hinweg. Die Kellnerin ist sofort mit einem Wasserspritzer zur Hand und schickt dem Vogel etwas Regen hinterher. Sie erzählt uns, dass die Vögel immer dreister werden, letztens habe sie eine Schüssel vor einem Kunden platziert und – schwupp – sei eine Dohle aus der Luft

Mmmmuahahahaaa... hand over your food!
Mmmmuahahahaaa… hand over your food!

gestürzt und habe etwas vom Teller gemopst! Wir sind also auf der Hut, den Wasserspritzer stets zur Hand. Das Tier ist offenbar auf österlicher Eiersuche. Einer der frechen Vögel scheint meinen Teller im Visier zu haben. Ich bemerke davon allerdings nicht, denn er sitzt auf einer Stuhllehne irgendwo hinter mir. Mein lieber Ehemann behält ihn im Auge. Auf einmal reisse ich meinen Blick perplex von meinem Teller hoch, denn eine Dame mit sehr langen Fingernägeln hat mich vermeintlich ziemlich ruppig bei der Schulter gegriffen. Doch in Kürze wird mir klar: Das war eine der Dohlen, die sich kurzfristig auf meiner Schulter einen Überblick über meinen Teller verschaffen wollte! Greg ist sofort zur Stelle und verscheucht sie mittels gezielten Wasserfontänen. Wir schauen uns verdutzt an und können es kaum glauben, so ein frecher Vogel! Mir wird klar, dass damit ein Jobprofil schon mal für mich wegfällt: Als Vogelscheuche tauge ich ganz und gar nicht 😀 Natürlich lachen wir uns den Rest des Tages doof über den aufdringlichen gefiederten Freund. Immer wieder malen wir uns kichernd die haarsträubendsten Szenarien aus, die aus der Situation hätten entstehen können.

Great-tailed Gackle @Austin town lake
Great-tailed Gackle @Austin town lake

Der Gedanke daran, so ein Vieh auf meiner Schulter gehabt zu haben, ist nicht ganz ohne. Dazu muss man vielleicht wissen: Der Great-tailed Grackle, wie der Vogel hier genannt wird, hat eine ohrenbetäubende Stimme. Gerade auf Jogging-Touren, vor allem wenn man mit Musik im Ohr unterwegs ist, kann das Herz-beschleunigende Auswirkungen haben: Du läufst frisch-fröhlich deinen Pfad entlang, geniesst die Musik und bemerkst dabei nicht, dass eine Dohle im Anflug auf deinen

Remember Jurassic Park: Velociraptor
Remember Jurassic Park: Velociraptor

Hinterkopf ist. Das wird dir erst bewusst, als sie genau neben deinem Ohr ihren ohrenbetäubenden Schrei loslässt. Und wohlgemerkt, dieser ist nicht nur abartig laut, der Ruf klingt verdächtig nach einem urzeitlichen Ungetüm, dem Velociraptor. Wenn du von so einem Schrei hinter deinem Rücken erschreckt wirst, schüttet dein Körper dermassen viel Adrenalin aus, dass die Knie zu Butter und das Hirn zu Mus wird. Während der freche Vogel – und ich glaube sie machen sich einen Scherz daraus – sich belustigt auf den nächsten Ast setzt, verkriechst du dich schlotternd unter den nächsten Stein bis dein Hirn sich wieder erholt und die Tatsachen geordnet hat. Nichts für schwache Nerven.

Captain America
Captain America

Um unsere Gedanken etwas anderweitig zu beschäftigen, schliessen wir den Tag mit einem Kinobesuch ab. Ganz patriotisch steht «Captain America» auf dem Programm. Und wer stellt sich als Bösewicht heraus? Klar, ein Schweizer… Für einmal allerdings kein Banker, sondern ein über bemitteltes Wissenschaftsgenie.

Dear friends and family

I hope you were able to enjoy a wonderful and relaxing time over Easter. Without sitting in traffic. Must have been pretty bad this year. Did you guys stay at home? Or did you succumb to the lure of the big wide world to paint the town red? Would be nice hearing/reading from you J

My beloved husband and I treated ourselves to a little something this Easter. At least if you work as hard as he does you should indulge yourself with something nice every so often. While everybody in Switzerland is looking forward to the longest weekend of the year over Easter, that’s not necessarily true for Texas. That’s what we call separation of state and religion. Even though most shops were closed on Easter Sunday (probably the only day of the year), Good Friday and Easter Monday are virtually non-existent as a public holiday, at least here in the area. Business as usual. In any case, my better half and I used the wonderful spring weather as an opportunity to treat ourselves to two bicycles. And with that, our agenda calls for cruising and exploring on two wheels. Accordingly we went for a little tour around Austin on Easter Sunday. And I can tell you: Easter in Texas – mighty interesting.

Once again I realize how differently Christian holidays are held here. It has less of the Swiss ceremonial touch, it feels more festive and might even turn into a party here and there. As seen on our bike ride through Austin. Here, too, it seems as if people had been driven from their homes, apartments and caves over the holidays, so alive with people is the whole city. These people enjoy their traditional Easter Games with BBQ and music in the parks: Unlike in Switzerland no one bangs hard eggs against each other to see who wins and thus shall remain healthy for the rest of the year, instead people smack confetti-filled eggs over each others heads. Pretty funny to observe and definitely a reason to train ones sprinting skills in advance. Of course, the traditional Mexican piñatas are essential for these festivities, too. The goal of the children banging the papier-mâché decorated Easter basket is for it to burst and reveal its surprise: Piñatas are filled with sweets or small toys, often both. Throughout our whole bike tour we are accompanied by an easy sound, which, as we discover on our way back, comes from a reggae festival nearby. So this is Easter season in Austin. Not bad.

A little later we experience our very own Easter Festival. After pedaling around hard, our bodies crave something liquid and a little hunger starts to announce itself. We decide to seat ourselves on the porch of a nice café on Barton Springs Road, near “our” Zilker Park. In accordance with the special day we order omelets and poached eggs, respectively. So we’re innocently sitting on the terrace, sipping our ice water, when our snack is being served. Even as we sat down we realized that the great-tailed grackles are flying extremely low around here; only just a few inches above the patrons heads. As our waitress approaches us with two loaded plates one of the dark colored birds gets into a nosedive and swoops over Greg’s plate only inches away from the food. The waitress reacts immediately and splashes the bird with a few gushes of water from a water spray bottle. She tells us how these birds are getting bolder by the day; recently she placed a bowl in front of a customer and – presto – a grackle came swooping out of the air and stole something from the plate! Thus warned, we stay alert, water spray bottle at hand. The animal apparently is hunting for it’s very personal Easter egg. One of the cheeky birds now seems to have an eye on my plate. However, I don’t really notice it because the bird sits on a chair somewhere behind me. But my dear husband keeps an eye on him. Then suddenly, my eyes go wide for it seems a woman with horribly long fingernails has gruffly grabbed me by one of my shoulders. But within a split second I realize: That was one of the great-tailed grackles that wanted to gain an overview over my plate by means of sitting on my shoulder. Greg is immediately at hand, chasing the darn bird away with fountains of water. We shoot each other a puzzled look, not believing that a cheeky bird! It dawns on me that one job profile is out of the question for me: I am absolutely useless as a scarecrow 😀 It goes without saying that for the remainder of the day we laugh ourselves silly over the intrusive feathered friend. Over and over again we chuckle and imagine the most outrageous scenarios that could have arisen from the situation.

The thought of having had such a beast on my shoulder is not half bad. You have to know: the Great-tailed Grackle, as this bird is called, has a deafening voice. Especially if you’re on a run with music in your ear this fact can have a heart-accelerating effect: You’re running merrily along your path, enjoying the music and all the while not noticing that a grackle is approaching the back of your head. That only becomes clear once the bird lets loos an ear-splitting cry right next to your ear. And mind you, this cry is not only insanely loud, it also sounds suspiciously like a prehistoric monster, the Velociraptor. When such a cry frightens you from behind your back, your body releases so much adrenaline that your knees turn into butter and your brains to purée. While the cheeky bird – and I think they get a kick out of this – sits himself on the next tree branch, you crawl shivering under the next rock until your brain has recovered and rearranged the facts. Nothing for the faint-hearted.

In order to get our minds wrapped around something else for a while, we close the day with a visit to the movies. Very patriotic, «Captain America» is our choice. And who turns out to be the villain? Right, a Swiss guy…  For once, however, not a banker but an overly gifted science genius.

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3 thoughts on “Easter and a different egg hunt”

  1. Wow! I am very glad not to have any of those feathered friends around here. They sound like a good impression of the movie “The Birds”… The worse thing in Huntington Beach are pigeons and seagulls. They are quite used to people and have learned to scavange in a fashion similar to the feathered friends in Texas. Sounds like a great Easter!

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    1. Thank you so much for your comments to all my blogs! It’s what keeps the writer writing 🙂
      And yes, these feathered beasts can get quite scary, even seagulls (at least when they’re hatching). I had a seagull attack me once on a run in New Zealand I believe. The same happens in spring in Switzerland with the falcons… Very spooky :-/

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  2. Sounds like a great Easter! Love the bikes too, though I vote for a cushier seat!;). Your birds sound like the movie “The Birds” and make me grateful to be in Huntington Beach and have only seagulls to deal with or the occasional pushy pigeons…

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