That’s Greek to me

That’s Greek to me or Das kommt mir spanisch vor

Spanisch ist eine äusserst interessante, für mich gar amüsante Sprache. Ich muss es wissen, denn ich bin gerade am Lernen meiner ersten Basics. Vor Jahren hatte ich mich – damals noch mit Lehrbuch und CD ausgerüstet – bereits einmal dahinter gemacht, weil ich regelmässig nach Spanien in den Urlaub fuhr. Ich lernte damals nicht viel, nur gerade das Nötigste, was ausreichte, mich durchzuschlagen. Sogar in Nordspanien, wo man sich – zumindest vor 15 und mehr Jahren – strickte weigerte, eine andere Sprache als Spanisch zu verstehen oder gar zu sprechen. Was ja auch richtig ist, immerhin ist man ja in Spanien, da erwarte ich zumindest nicht, dass die Leute Englisch, Deutsch, Italienisch und Russisch mit mir quatschen. Leider sehen das viele anders und so kann man sich in Südspanien schon “Von” nennen, wenn man einmal richtig Spanisch angesprochen wird.

Nun gut, ich wollte die Sprache schon immer besser lernen, nahm mir aber leider nie die Zeit dafür. Jetzt ist der Moment da: Ich habe jede Menge Zeit zur Verfügung, lebe in San Antonio, wo mindestens jeder Dritte Spanisch spricht und es daher durchaus Sinn macht, das eine oder andere Wort zu verstehen. So widme ich mich einem online Kurs, der mich sehr individuell lernen lässt. Ich kann mein Tempo selber bestimmen, mir soviel Zeit nehmen wie mein inzwischen doch schon mittelalterliches Hirn benötigt, um die Wörter und Satzstrukturen einigermassen zu verstehen und im Kopf zu behalten. Ich bin weitaus nicht mehr so perfektionistisch veranlagt wie früher, als ich dachte, jeder Satz, jedes Wort muss genau passen, um ernst genommen zu werden. Solange ich mir Mühe gebe und meine Worte einigermassen verständlich sind, bin ich gut genug. Alles andere ist Luxus.

Eigentlich dachte ich, eine Sprache mit 14 oder 40 zu lernen, mache einen Unterschied. Ich bin überzeugt, dem ist auch so, wenn man die richtige Lernmethode anwendet. Leider hat das mit bei mir mit Französisch überhaupt nicht gefruchtet. Man sollte meinen, nach 6 Jahren Französisch, gestartet im Alter von 13, müsste so einiges hängen geblieben sein. Zugegebenermassen, noch heute verstehe ich so einiges, dies führe ich aber eher auf meine Englischkenntnisse sowie auf ein mit dem Alter grundsätzlich verbessertes Sprachverständnis zurück. Wenn es aber dazu kommt, die Sprache anzuwenden, dann bin ich ein hoffnungsloser Fall: Es entfliehen mir noch einige verzweifelt zusammengekramte Worte in Französisch, doch schon nach ungefähr dem dritten Satz fange ich an, Englisch, jedoch mit hübschem französischem Akzent, zu sprechen – aaakward! Nach einigen Sätzen wird mir mein Fauxpas (ha, da ist wieder eines dieser wenigen haftengebliebenen Worte) klar und ich bin peinlich berührt, entschuldige mich beim Gesprächspartner, der sichtlich angestrengt sein Grinsen zurückhalten muss und wir einigen uns üblicherweise darauf, dass er Französisch weiterspricht, ich jedoch entweder auf Deutsch oder Englisch antworte. Alles andere ist leider nur peinlich…

Nun jedenfalls versuche ich es mit Spanisch. Entgegen dem Grundsatz “aller Anfang ist schwer” war der Start das einfachste. Noch konnte ich mich an die ganz grundsätzlichen Wörter und Redewendungen sowohl aus dem Urlaub wie auch von der damaligen Lern-CD erinnern. Doch nicht lange und ich betrat unbekanntes Terrain. Tiernamen, die ich nie gehört hatte, Essens- und Kleidungsbezeichnungen, die so fremd für mich waren, als stammten sie von einem anderen Planeten. Ich versuchte verzweifelt, mir Brücken zu bauen, wie “Elefante = Elefant”, klar. “Caballos = Kavallerie”, auch klar. “Gato = cat”, auch ziemlich klar. Doch wie zum Henker sollte ich mir Dinge wie “perro = Hund” merken? Wo das Wort doch mehr Ähnlichkeit mit “pierre = Stein” im französischen hat? Doch gerade diese absurden Verbindungen im meinem Kopf scheinen es auszumachen, denn trotz des absoluten Fehlens irgendwelcher Gleichartigkeit haben sich solche Worte recht gut in meinem Oberstübchen festgehalten. So erscheinen dann beim Abrufen bestimmter Wörter die abartigsten Bilder in meinem Kopf: Der Hund aus Stein, ein Zenturio mit Boxergürtel (cinturón = Gurt) oder der Faltenrock (falda = Rock).

Allerdings bemerkte ich auf einmal ein anderes Muster, das mich doch einigermassen erstaunte – ich fand immer mehr Bezüge zum Schweizerdeutschen, was aber auch an meiner lebhaften Fantasie liegen mag: “Conejo = Kaninchen”; klingt für mich ganz klar wie “Karneckel”, “corbata = Krawatte”, für mich “Grawatte”. Die Vergleichbarkeit von Wörtern, die mir allerdings am meisten Mühe macht, ist innerhalb des Spanischen selbst. Da ist wieder der “conejo”, das Karnickel, welches sich für mich sehr ähnlich wie der “cangrejo”, der Krebs, liest. Doch Greg kommentierte diese Similaritäten sehr effektiv und logisch: Es bedeutet, dass du die Sprache effektiv lernst. Denn wie könntest du ansonsten Wörter in der gleichen Sprache vergleichen? Nur, wenn dir bereits ein ähnlich lautendes Wort bereits bewusst ist. Stimmt, ich mache also Fortschritte 🙂

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