Volver

Over the clouds...
Over the clouds…

The time has come; tomorrow I will go on my first “home leave”. To return (volver) is the motto. I’m really looking forward to seeing the beloved faces, sharing some news and just enjoying a little time with them. To make this possible, I had to plan my two weeks pretty precisely. I even had to turn down an invitation from some former work mates as my heart flutter clearly announced that it would become too much for me. You have to listen to your body and know how to interpret the flutter. (Für Deutsch hier klicken)

Of course, I hope that my visit to a by now 10 months alienated Switzerland, will bless me with a bunch of blog material. At the same time, this doesn’t imply that I will have the time and muse to edit the material immediately. After all, my visit is going to be a vacation of sorts. Because even if it may be hard to believe, my life here is not only sitting relaxed by the pool and bicycling around Town Lake, it also involves a lot of work of my subconscious which always leaves me somewhat enfeebled. Time and again I struggle with tiny everyday things like a washing machine that strictly refuses its service to me, even though I’m doing everything exactly as the locals do it. I still stop for vehicles coming from the right and am getting honked at for it form the cars (or rather drivers) behind me. Or the mumbling of real Texans, which makes me inquire three times to please repeat what they’ve said. What causes them to think I’m deaf, so they start bellowing at me instead of just dropping that accent for a minute, which to me sounds as if they had half a dozen potatoes in their mouths. It’s those little things that I believe I should have absorbed after 10 months. But that nonetheless manage to throw me off course every so often. Exactly, it’s the little things that make me insecure, that make me want to crawl into a whole and hide away. That make me doubt my ability to have survived for 39 years (almost) on my own, to have lived a normal life.

My little everyday demons...
My little everyday demons…

My beloved husband assures me that this is normal. I have to grant myself at least two years before I will feel reasonably settled in and truly understand the new world. I expected all this, was prepared for everything, even worse things. But here I am, every so often doubting everything I am, everything that defines me. One day I might have a great conversation with a cashier at Target and I am convinced that I finally made it. But the next day already another trifle breaks my neck and robs me of my last self-confidence. Therefore, yes, I do have a wonderful life here, am pretty much able to do as I please but I’m also fighting. Every day. Mostly with myself. And that is why I’m looking forward to this break, to meeting old friends in order to improve my self-esteem. To hearing that their lives, too, continued in the usual way, with the usual little hurdles. For life is a constant obstacle course, but sometimes I forget I opted for the marathon instead of the sprint. I forget to give myself time to slow down or even pause to restore fluid and energy by means of Gatorade and bananas. Or to simply marvel at the beauty of my surroundings and take in the view. I try to power through as quickly as possible for I think it has to be simple and that I will be much happier once I’m done if only I can overcome my inner bastard. I don’t take into account that this way I might sustain serious injuries. Accordingly, I hope to find some rest and calm with my time out in Switzerland so I can return (volver) home, strengthened and ready to tackle the next hurdles.

So it seems fairly certain that I will have a lot of writing material but I do not promise to write twice a week as usual. Or to translate everything. If I feel like doing it, great, if not – that’s fine too. Please do not give up on me if I skip the occasional Wednesday or Sunday writing, I will return (volver) to my blog. I hope you will, too!

Thank you for your loyalty. And your patience to attend my little escapades.

PS: Some may have guessed it already – “Volver” is one of my favorite movies. If you don’t know it you should definitely check it out. Thanks for the inspiration.

Resources & Sources

  • Photo airplane by evozeta
  • Drawing everyday demons by evozeta

 

Morgen ist es soweit, morgen breche ich auf zu meinem ersten „Heimaturlaub“. Zurückkehren (volver) heisst das Motto. Ich freue mich sehr darauf, die geliebten Gesichter wiederzusehen, News auszutauschen und einfach etwas Zeit füreinander zu haben. Damit dies vernünftig möglich ist, musste ich meine zwei Wochen ziemlich punktgenau planen. Eine Einladung von ehemaligen Arbeitsgspändli musste ich sogar ablehnen, weil mir mein Herzflattern verkündete, dass es einfach zu viel wird. Man muss auf seinen Körper hören und das Flattern zu interpretieren wissen.

Natürlich hoffe ich, dass mein Besuch in der nun 10 Monate entfremdeten Schweiz mir einen Haufen Blogmaterial beschert. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich auch die Zeit und Muse haben werde, dieses Material umgehend zu bearbeiten. Immerhin handelt es sich hier um eine Art Urlaub. Denn man mag es kaum glauben, mein Leben hier ist nicht nur relaxtes am Pool liegen und um den Town Lake radeln, es involviert auch viel Arbeit meines Unterbewusstseins, was mich irgendwie immer etwas entkräftet zurück lässt. Ich kämpfe immer wieder mit winzigen Alltäglichkeiten wie Waschmaschinen die mir strikt den Dienst versagen, obwohl ich alles genau so mache wie die Einheimischen. Ich stoppe nach wie vor für von rechts kommende Fahrzeuge und werde dafür regelmässig von den hinter mir stehenden Autos (resp. Fahrern natürlich) angehupt. Oder das Gemurmel von echten Texanern, bei denen ich drei Mal nachfragen muss, was sie gesagt haben. Was dazu führt, dass sie mich für taub halten und anbrüllen, anstatt einfach mal für zwei Sekunden ihren Akzent, der für mich klingt als hätten sie ständig ein halbes Dutzend Kartoffeln im Mund, abzulegen. Kleinigkeiten, von denen ich denke, nach 10 Monaten müsste ich das längst intus haben. Die mich aber trotzdem immer wieder aus der Bahn werfen. Genau, es sind Kleinigkeiten, die mich derweil so verunsichern, dass ich mich in ein Loch verkriechen möchte. Die mich an meiner Fähigkeit, 39 Jahre (fast) alleine überlebt zu haben, ein normales Leben geführt zu haben, zweifeln lässt.

Mein geliebter Ehemann versichert mir, das ist normal. Mindestens zwei Jahre müsse ich mir geben, um einigermassen eingelebt zu sein und die neue Welt wirklich zu verstehen. Ich hatte damit gerechnet, war auf alles, weitaus Schlimmeres gefasst. Doch hier bin ich und zweifle derweil alles an, was ich bin, was mich definiert. An einem Tag mag ich ein grossartiges Gespräch mit einer Kassiererin bei Target haben und bin überzeugt, es endlich geschafft zu haben. Doch schon Tags darauf bricht mir eine andere Kleinigkeit das Genick und raubt mir meinen letztes Selbstvertrauen. Daher ja, ich habe ein wunderbares Leben hier, kann so ziemlich tun und lassen, was ich will, doch ich bin auch am Kämpfen. Jeden Tag. Meistens mit mir selbst. Und darum freue ich mich auf diese Auszeit, auf das Treffen alter Bekannter, bei denen ich mein Selbstwertgefühl hoffentlich etwas auftanken kann. Um zu hören, dass auch bei ihnen das Leben im gewohnten Rahmen und voller kleiner Hürden weitergeht. Das Leben ist ein stetiger Hindernislauf, nur vergesse ich manchmal, dass ich mich für den Marathon und nicht den Kurzstreckenlauf entschieden habe. Ich vergesse, mir Zeit zu geben, zwischendurch etwas langsamer zu laufen oder gar inne zu halten zwecks Flüssigkeits- und Energiezufuhr in Form von Gatorade und Bananen. Oder um einfach die Schönheit der Umgebung zu bewundern und die Aussicht zu geniessen. Ich versuche so schnell wie möglich durchzupowern, bin überzeugt, dass es einfach ist und ich danach viel glücklicher, wenn ich nur den inneren Sauhund überwinde. Dass ich mir dabei aber viele Verletzungen zuziehen kann, lasse ich ausser acht. So hoffe ich, mit meiner Auszeit in der Schweiz etwas Ruhe zu finden, um frisch gestärkt wieder nachhause zurückzukehren (volver). Um motiviert die nächsten Hürden in Angriff zu nehmen.

Es scheint also ziemlich sicher, dass ich viel Schreibstoff haben werde, allerdings verspreche ich nicht, wie gewohnt zwei Mal die Woche zu schreiben. Oder alles zu übersetzen. Wenn ich mich danach fühle, grossartig, wenn nicht – auch OK. Bitte gebt mich nicht auf, wenn ich mal einen Mittwoch oder Sonntag auslasse, ich werde wieder zu meinem Blog zurückkehren (volver). Ich hoffe, ihr auch!

Vielen Dank für eure Treue. Und eure Geduld, meinen kleinen Eskapaden beizuwohnen.

PS: Die einen mögen es schon geahnt haben: „Volver“ ist einer meiner Lieblingsfilme. Wer ihn nicht kennt, sollte ihn unbedingt kennenlernen. Danke für die Inspiration.

Ressourcen & Quellen

  • Foto Flugzeugflügel by evozeta
  • Zeichnung Alltags-Dämonen by evozeta
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2 thoughts on “Volver”

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