My latest passion

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Es gibt gewisse Klischees, mit denen ist man immer wieder konfrontiert, egal ob man will oder nicht. So herrscht beispielsweise die gemeingültige Ansicht, dass sich gewisse Dinge ab einem spezifischen Alter nicht mehr gehören. Dazu zählen öffentliches Nase bohren ab dem fünften Lebensjahr, Grimassen schneiden ab zehn und vielleicht eine haarsträubende Frisur tragen ab zwanzig. Eigentlich gehört es sich auch, dass man Leute über zwanzig mit „Sie“ anspricht, doch ich musste beinahe dreissig werden, bis mir diese Ehre allgemein zuteil wurde. Ausgenommen am Telefon. Scheint, meine Stimme ist zügiger erwachsen geworden als ich. Trotzdem hat man mich nie für meine Mutter gehalten, wenn jemand bei uns anrief. Das war doch diese unendliche Peinlichkeit, wenn man ab einem gewissen Alter Kollegen anrufen wollte und man prompt den Sohnemann mit „Grüezi Herr Meier“ ansprach, weil der Stimmbruch vollkommen war. Sohnemann lachte sich ob der formellen Begrüssung natürlich kaputt und liess einen das auch noch ewig spüren. Ätzend.

Mini skirt of sorts
Mini skirt of sorts

Diesen Winter wurde mir wieder bewusst, dass es einfach Sachen gibt, die ich zwar nicht mehr für passend halte, aber trotzdem tue. Wie zum Beispiel Miniröcke tragen. Allerdings nur im Winter. Denn es gibt für mich nichts Kuschligeres, als bei klirrender Kälte meine Beine in dicke Strumpfhosen oder Leggings zu hüllen. Allerdings verzichte ich auch bei Leggings nie auf einen Minirock, es sei denn, ich trage eine wiiiirklich lange Bluse darüber. Da sich aber keine wiiiirklich lange Bluse in meinem Kleiderschrank finden lässt, bleibt nur der Minirock. Wenn ich jeweils Ladies mit unbedecktem Leggingshintern sehe, frage ich mich immer, wo die morgens den Kopf hatten, denn da ist ja ganz klar was vergessen gegangen beim Anziehen. Etwas relativ Wichtiges sogar. Dies gehört für mich allerdings zu den Dingen, die sich unabhängig vom Alter einfach nicht gehören. Wie auf den Boden spucken. Oder Müll auf die Strasse schmeissen.

Weshalb ich mir ausgerechnet jetzt den Kopf darüber zerbreche? Na klar, die grosse 4 und 0 steht mir bevor und ich muss noch dringendst die Unternehmungen vor Mitte September in meine Agenda quetschen, die sich für eine über 40-jährige (vielleicht) nicht mehr gehören. Wie richtig Skateboard fahren lernen. Eigentlich waren meine Ambitionen nicht dermassen hoch gesteckt. Mein ursprüngliches Ziel bestand darin, mich mal wieder im Bumerang schiessen zu versuchen. Ich hatte es einmal in Australien getestet und mich

Academy Sports+Outdoors from outdoors
Academy Sports+Outdoors from outdoors

äusserst geschickt angestellt, was mir sofortige Freude bescherte. Das wollte ich nochmal erleben. Also fuhr ich in den nächsten Sportladen hier, den «Academy Sports+Outdoors», dem Athleticum nicht ganz unähnlich, mal abgesehen davon, dass er fünfmal so gross und mit allem, was du für die Jagd brauchst (inkl. Flinten und Munition) ausgestattet ist. Nachdem ich so etwas verloren zwischen den riesigen Gestellen herumgestreunt bin, fragte ich einen Angestellten, ob sie Bumerangs verkaufen. Er führte mich augenblicklich zum entsprechenden Regal und erklärte mir entschuldigend, dass die hölzernen Bumerangs leider momentan ausgegangen seien. Kein Problem, denn das eine Mal, als ich mich in der Schweiz im Bumerang werfen versuchte, hatte ich eine hölzerne Version und schon beim zweiten Aufprall auf der Wiese (nachdem ich ihn viermal gefangen hatte, wohlgemerkt) zerbrach das gute Stück. Holzbumerangs scheinen an mir also verschwendet. Leider hatte ich dann mit dem Schaumstoff-Teil noch weniger Erfolg. Nicht ein einziger Wurf liess das gute Teil zu mir zurückkehren. Das beste, was ich zustande brachte war ein lahmer Halbkreis, zuerst wanderte die australische Jagdwaffe gen oben, nur um dann wie eine tote Taube aus dem Himmel zu fallen. Von den ganzen Abstechern in die benachbarten Büsche und Bäume spreche ich mal lieber gar nicht.

Waveboard, auch Caster Board genannt
Waveboard, auch Caster Board genannt

Entsprechend frustriert kehrte ich in den Sportladen zurück. Nicht, um mich zu beschweren – obwohl ich überzeugt bin, dass es am Bumerang lag und nicht an meinen Wurffähigkeiten – sondern um mich mit einem Blick auf die ganzen Sportutensilien etwas zu trösten. Es werden wirklich sämtliche Themen abgedeckt: Schwimmen, Laufen, Bowlen, Tennis, Baseball, Basketball, Fischen, Jagen, Inlineskaten, Golf und so weiter und so fort. Ganz verzückt schlenderte ich durch die Gänge – bis meine Augen auf ein Waveboard fielen, ein Spielzeug, über das ich in letzter Zeit viel gelesen habe. Denn ich fand es immer noch schade, dass ich nie richtig Skateboarden gelernt habe. Und ich vermisste mein Snowboard. Da schien mir das Waveboard, hier Caster Board genannt, ideal. Und siehe da, im Regal vor mir lagen zwei unverpackte Exemplare, die ganz eindeutig zum Testen gedacht waren. Ich guckte also kurz nach rechts und links, nahm eines der Teile vom Regal und – freute mich über mein immer noch intaktes Gleichgewicht. Ich rollte am Gestell entlang, zwar etwas wabbelig, aber ohne vom Brett zu krachen. Was nicht ganz selbstverständlich ist, wenn man bedenkt, dass ein Caster Board lediglich zwei, anstatt wie ein Skateboard vier Räder hat.

Schwinn Helmet for every occasion
Schwinn Helmet for every occasion

Zehn Minuten später verliess ich den Laden mit einem Waveboard unter dem Arm und einem Grinsen auf dem Gesicht. Einen Helm – man will ja schliesslich verantwortungsbewusst bleiben und dabei auch schon mal aufs Fahrradfahren vorbereitet sein – habe ich anderntags gleich noch dazu gekauft. Und seither habe ich doch schon einige Übungsstunden hinter mich gebracht und kann stolz verkünden, dass ich mich nicht allzu ungeschickt anstelle. Zwar habe ich noch etwas Mühe mit dem Konzept des vorwärts Bewegens, ohne einen Fuss vom Brett zu nehmen. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass ich auch das in den nächsten Tagen noch auf die Reihe kriege. Auf jeden Fall macht’s mir einen Mordsspass und ich glaube, das ist doch die Hauptsache. Egal wie alt man dabei ist.

Ach ja, im ganzen Arsenal des Sport-Giganten gibt’s bloss eines, das ich irgendwie vermisst habe: Nordic Walking Stöcke. Dieser Trend hat sich hier definitiv nicht durchgesetzt…

There are certain stereotypes that you are confronted with time and time again, whether you like it or not. For example, it seems a generally valid view that you simply don’t do certain things once you’ve reached a specific age. These include picking one’s nose in public once you’re over five years old, making faces once you’re over ten and maybe wearing a dreadful hairstyle once you’re twenty. In fact, it is viewed as bad manners if you don’t use the polite form of address – the German “Sie” – if somebody is, let’s say, over twenty. Sadly I had to almost turn thirty until I was bestowed with such honor. Except for on the phone. Seems my voice grew up a bit swifter than the rest of me. At least I was never confused with my mum when someone called us. That was the ultimate embarrassment – from a certain point in your teens when you wanted to call a male friend and of course the guy picked up the phone himself in a grown man’s voice, you ended up saying “Grüezi Herr Meier” to your friend because you thought it was his dad. Apparently, your friend would crack up over the formal greeting and would remind you of it forever. Naff.

This winter I became aware that there are certain things that, though I don’t consider them suitable for my age anymore, I still do them. Such as wearing mini skirts. Only in winter, however. Because to me there is nothing more cozy than wrapping my legs in thick tights or leggings on freezing cold winter days. However, I never do without a mini skirt even when wearing leggings, unless I’m wearing a reeeeally long blouse over it. But since there is no reeeeally long blouse to be found in my wardrobe all that I’m left with is a mini skirt. Every time I see ladies with a bared leggings-butt I always wonder what went on in their heads in the morning when they got dressed, for clearly something was forgotten. Something relatively important, indeed. But then this is one of the things that I simply see as a no-go, regardless of one’s age. Like spitting on the ground. Or throwing garbage out on the street.

Why I’m racking my brains about this just now? Why, because the big 4 and 0 is approaching and I have to urgently squeeze all the things that (perhaps) are no longer suitable for an over 40-year old into my agenda before mid of September. Such as how to properly ride a skateboard. Actually, I wasn’t aiming that high. My original goal was to try my hand at shooting a boomerang once again. I tried it out one time in Australia and proofed myself quite skillful at it which bestowed instant joy on me. I wanted to experience that again. So I went to the closest sports store, the «Academy Sports+Outdoors», not unlike Athleticum in Switzerland, except for the fact that it is approximately five times as big and is equipped with everything you need for a neat hunt (including shot guns and ammunition). After roaming about the huge racks in a somewhat lost manner, I inquired from a clerk whether they carried boomerangs at all. He immediately took me to the according shelf and apologetically explained to me that they unfortunately had run out of wooden boomerangs for the moment. No problem, because the one time I tried to throw a boomerang in Switzerland I used a wooden version and the second time it crashed on the grass (after having it caught four times, mind you) it broke. Wooden boomerangs seemed to be wasted on me. Unfortunately, I was even less successful with the foam model. Not a single time did the cursed thing return to me. The best I could muster was a lame semi-circle; first the Australian hunting device crept upwards for a while, only to then fall out of the skies like a dead pigeon. Not to mention all the side trips to neighboring bushes and trees.

Appropriately frustrated, I returned to the sports shop. Not to complain about the boomerang – though I’m quite convinced that it was the boomerangs fault and not my throwing skills that let me fail so miserably – to comfort myself with some in-store window-shopping. That store really covers it all: swimming, running, bowling, tennis, baseball, basketball, fishing, hunting, inline skating, golf and so on and so forth. Entranced, I strolled through the aisles – until my eyes fell on a wave board, a toy I have been reading about a lot lately. For I still regretted not ever having learned how to skateboard properly. And I missed my snowboard. Therefore, a wave board, here called caster board, seemed ideal alternative. Lo and behold, on the shelf in front of me I saw two unpacked specimens that were clearly intended for testing. So I quickly glanced right and left, took one of the boards form the shelf and – was delighted about my still intact equilibrium. I rolled along the shelf for a while, a little wobbly, though, but without crashing. Which, as a matter of fact, could by no means be taken for granted, considering how a caster board only has two instead of four wheels.

Ten minutes later I left the shop with a wave board under my arms and a smile on my face. The next day I purchased a helmet to go with – one wants to remain responsible and well prepared for bicycling, too, after all. I’ve trained quite a bit since and am proud to announce that I’m not too clumsy when it comes to caster boarding. Although I still seem to have some troubles with the concept of moving forward on that thing. However, I’m quite convinced I will get there within the next few days. In any case, I’m having heaps of fun with my board and I believe that’s all that counts. Regardless of one’s age.

By the way, there’s only one thing in the whole arsenal of sports goods that I somewhat missed: Nordic walking poles. This trend certainly didn’t prevail over here…

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