The non-metric system – A love-hate relationship

For English see below

Nach meinem eher nachdenklichen letzten Blog möchte ich mich – und euch – wieder etwas amüsieren. Zwar kämpfe ich gerade – kaum spricht man von Gesundheit und klopft nicht umgehend auf Holz – noch mit einer etwas verstopften Stirnhöhle, doch das soll mich nicht vom Grinsen abhalten. Im Gegenteil – Lachen ist bekanntlich die beste Medizin. Bisher hatte ich glücklicherweise nie mit irgendwelchen „Kopfhöhlen“-Geschichten zu kämpfen. Allerdings habe ich gelesen, dass Asthma diese Probleme durchaus verursachen kann. Falls ich morgen früh noch immer die gleichen Symptome aufweise, werde ich einen Arzt zu Rate ziehen. Was unter Umständen wieder ganz interessantes Material für einen Blog mit sich bringen könnte. Es ist also nichts vergebens, alles ergibt irgendwie Sinn.

So sicherlich auch die amerikanischen Standards. Damit spreche ich die ganze Palette an Masseinheiten an, die sich sehr deutlich von den europäischen – also von den Festland-europäischen – Gewohnheiten unterscheidet: Fahrenheit anstatt Celsius; Pfund vs. Kilogramm; flüssige Unzen anstatt Liter und mein Favorit – Meilen, Fuss und Zoll anstelle von Kilometern, Metern, und Zentimetern. Weil mich die Leute in der Schweiz ständig fragten, wie denn die Temperaturen in San Antonio so sind, habe ich als erstes mit den Fahrenheit Bekanntschaft geschlossen. Um nicht ständig Google zur Hand haben zu müssen suchte ich nach einer kleinen Brücke, die mich von Celsius zu Fahrenheit und umgekehrt führen könnte. Also ab ins Internet und – hui – ist doch gar nicht so kompliziert: Nur mal eben die Fahrenheit -32, dann alles x5 und dieses Ergebnis dann bloss noch durch 9 teilen und schon hast du deine Celsius. Oder eben umgekehrt. Ist doch kein Problem. Echt jetzt, geht’s noch komplizierter?

12 inches = 1 foot
12 inches = 1 foot

Doch auch die Längenmasse habe ich gefressen. Schliesslich ist ein Fuss nicht langweilig wie Meter in 100, resp. 1’000 aufgeteilt, sondern in 12 Zoll. Und eine Meile hat nicht etwa öde 1’000 Zoll, sondern genau 5‘280 eben dieser. Jetzt soll mir mal einer erklären, wie man da vernünftig Dinge bauen kann (ok, die Tatsache, dass die Häuser mit papierdünnen Wänden ausgestattet sind und beim kleinsten Wind davon fliegen hat meines Erachtens nichts mit dem absurden Längenmass zu tun…). Und natürlich wurde ich schon bald nach meiner Ankunft in Amerika daran erinnert, wie ich im Matheunterricht sass und überzeugt war, dass ich die ganzen Bruchrechnungskünste nie im Leben wieder würde brauchen können. Falsch gedacht, Fräulein.

Sash window with built-in cat door
Sash window with built-in cat door

Als Greg damit begann, das Paneel mit der Katzentür für das Schiebefenster in San Antonio zu entwerfen, kam mir sein Gemurmel bei den Vermessungen irgendwie rumänisch vor: Ich verstand kein Wort. Er warf mit Brüchen um sich, von Hälften, Vierteln, Achteln und sogar Sechzehntel war die Rede. Ich war verloren und kauerte mich kurzfristig in Embryonalstellung in eine Ecke. Der beste aller Ehemänner meinte nur, ich brauche mich nicht sorgen und mir den Kopf zu zerbrechen. Doch mein klitzekleines Ego irgendwo da drin wollte doch zumindest verstehen von welchen Brüchen da die Rede war. So liess ich mich kurzerhand von Google aufklären. Und schon bald, zu meinem grossen Erstaunen, brillierte ich mit richtig zusammengewürfelten Vierteln und Sechzehntel, Halben und Achteln. Aus heiterem Himmel erinnerte ich mich an den kleinsten gemeinsamen Nenner, jagte ihn bis er umzingelt war und zerlegte seine grossen Brüder. Nie hätte ich gedacht, dass ich damit umgehen kann. Aber hier sind wir und es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Das Zusammenbauen einer Katzentür hat allerdings den Vorteil, dass man eher Zeit hat, sich mit den Zahlen auseinanderzusetzen als, sagen wir, beim Autofahren. An meiner Fahrprüfung (die in etwa wie folgt ablief: jetzt bitte links, links, links, rechts, rechts, rechts – Gratulation, Sie haben bestanden!) forderte mich meine Prüferin zwischen den Richtungsangaben mit Längenangaben wie man sie vom Navi kennt heraus – einfach eben in Meilen, resp. Fuss anstatt Kilometern und Metern. Das ging dann in etwa so:
Prüferin: In einer Viertelmeile biegen Sie rechts ab.
Luzi (im Kopf): OMG, eine Viertelmeile… das sind nicht 250 Fuss… und wenn, ich hätte keine Ahnung, wie viel das ist… rechne Luzi… Vorsicht, der telefonierende Truckfahrer zieht ohne Blinker auf deine Spur… rechne… OK, ich glaub ich hab’s… das müssen in etwa 1‘300 Fuss sein… ich würde sagen das ist in etwa.. hier!
Prüferin: Nächste Strasse rechts.
Luzi (im Kopf): Gott sei Dank, „nächste Strasse“, das kann ich mir merken…
Prüferin: In 250 Fuss wieder rechts.
Luzi (im Kopf): Oh Mann, 250 Fuss… das hatten wir doch soeben… oh, ich glaube wir sind zurück beim Strassenverkehrsamt, ich biege mal da ein.
Prüferin: Gratulation! Sie haben bestanden.

Natürlich gäbe es auch beim Kochen und Backen zahlreiche Möglichkeiten, sich mit den flüssigen Unzen und Pfund – welche wir ja wiederum unter winziger Abweichung kennen – herumzuschlagen. Ich lege allerdings Wert darauf möglichst nur Rezepte auszuwählen, die mit Ess- und Teelöffel auskommen. Was mich indes mehr beschäftigt sind die Bezeichnungen für das amerikanische System. Dereinst wurde es als das Imperialistische System eingeführt. Von den Engländern, eben den Imperialisten. Doch heute spricht die grosse Mehrheit hier vom „Standardsystem“. Wie jetzt? Wer zum Henker erklärt ein System zum „Standard“, das lediglich von zwei oder drei Nationen weltweit verwendet wird?

Freeway to... Utopia...
Freeway to… Utopia…

Ach ja, immerhin eine Gemeinsamkeit, die angesichts der zahlreichen Andersdenker rund um die Schweiz nicht ganz selbstverständlich ist, haben sich die Schweiz und die USA bewahrt: Die grüne Beschilderung der Autobahnen. Yay!!

After my rather thoughtful last blog I would like to have myself – and you – some fun again. Even though I’m fighting – just when you talk about health and forget to knock on wood immediately – a slightly clogged up sinus, that should ’t stop me from grinning. On the contrary – laughter is known to be the best medicine. Luckily, I never had to deal with any “head cavity” stories so far. However, I’ve read that asthma can cause these problems. Should I still suffer from the same symptoms tomorrow morning, I shall call a specialist to get this checked. Which might possibly bring about some more interesting material for another blog. So nothing’s in vain, everything makes sense somehow.

This may also apply to the American standards. I’m addressing the whole range of measurement units which so very radically differ from the European – at least the mainland-European – ones: Fahrenheit instead of Celsius, pound vs kilograms, liquid ounces rather than liters and my favorite – miles, feet and inches instead of kilometers, meters and centimeters. Because people from Switzerland kept asking me about the temperatures we had in San Antonio my first encounter with the weird units was with Fahrenheit. To avoid having Google ready at all times, I was looking for a bridge to build that could help me quickly convert Celsius to Fahrenheit and vice versa. So off to the internet I went and – whoosh – it’s not that complicated after all: Simply subtract 32 from the Fahrenheit number, multiply by 5 and then divide the result by 9 and you’ve got the Celsius degrees. Or the other way around. No problem at all. Seriously now, can it be any more complicated?

But even worse, I’ve just about had it with linear measures. After all, a foot is not divided into boring 100 or 1’000 as meters are but into 12 inches. And one mile is not at all a bleak 1’000 inches but exactly 5’280. Now would someone please explain to me how anyone could possibly build things in a reasonable manner like this (ok, the fact that houses are built with flimsy walls and fly off at the slightest breeze has, as far as I’m concerned, nothing to do with the absurd linear measures…)?

Very soon after my arrival in America I was reminded how I used to sit in math class, convinced that never in my whole life would I ever have to use fractions again. Wrong thinking, Missy. When Greg started to design the panel with the built-in cat door for the sash window in San Antonio, his mumbling seemed Romanian to me: I did not understand a single word. He threw fractures about, mentioning halves, quarters, eights and even sixteenths. I was lost and crouched down in a fetal position in a corner for a while. The best of all husbands then told me I needn’t worry and rack my brains over it. But my tiny little ego that was still in there somewhere piped up and wanted to at least understand which fractures exactly all the talk was about. So without further ado I had myself enlightened by Google. And before long, to my own amazement, I scintillated with the ability to throw up quarters and sixteenths, halves and eights. Out of the blue I started remembering the lowest common denominator, chased him until he was surrounded and dissected his big brothers. I never thought I could handle it. But here we are and wonders never cease.

Assembling a cat door of course has the advantage that you have more time to deal with the numbers than, say, when driving a car. When I took my driving test (which went something like this: Left, please; left, left, right, right, right – congratulations, you passed!) my examiner challenged me with length specifications as known from navigation systems while giving me directions – only in miles and feet instead of kilometers and meters. That went something like this:
Examiner: In a quarter mile, turn right.
Luzi (in her head): OMG, a quarter mile… that’s not 250 feet… and even if, I had no idea how much that was… calculate Luzi… caution, that trucker driver with the mobile pressed to his ear is about to pull over to your lane without even indicating… calculate… ok, I think I got it… it must be approximately 1’300 feet… I’d say that’s about… here!
Examiner: Next street to the right.
Luzi (in her head): Thank God, “next street”, I can remember that
Examiner: In 250 feet, turn right again.
Luzi (in her head): Oh man, 250 feet… didn’t we just have that… oh, I think we’re back at the DPS office, I’ll just pull up the driveway.
Examiner: Congratulations! You passed.

Surely there would be many more opportunities to grapple with liquid ounces and pounds – which we actually know apart from tiny deviations – while cooking and baking. However, I am anxious to only select recipes that involve table and tea spoon measurements if possible. What I’m more concerned with, however, are the names of the American system. One day the system was introduced as the imperial system. By the English, the imperialists. Today, however, the vast majority speaks of the so called “standard system”. What now? Who the heck gets to decide that a system, which is only used by two or three nations worldwide, is “standard”?

Oh yes, one thing that is by far is not to be taken for granted, looking at all the dissenting Swiss neighbors, do Switzerland and the United States have in common: The green signs to mark the highways. Yay!

3 thoughts on “The non-metric system – A love-hate relationship”

    1. :-))) Well, I failed the first time, too. And here’s the situation: I’m sitting at a stop sign, looking left and right. I see a car approaching from the left, still faaaaar away. I consider my options: Wait for like 2 minutes until the car crawls past me (it was in like a 20mph zone and the car was positively craaaawling) or use that BMW-engine for once. Of course I opted for the BMW-engine rev-up. I had fun, the examiner found it a littel too exciting, unfortunately.
      Ah well, it had to happen at some point: My first failed test in 39 years…

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  1. I remember those days too! I recall feeling excited at hearing back in 1979 or so that the US will shift over tot the metric system, and I already knew it! HA! I am still waiting…

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