First Encounter With the Species of Shopping Mall Hikers

I recently came across a species here in the U.S. that I’ve read and heard about but never encountered before. I believe that special type of person to be exclusively American but of course I might be wrong. I’m talking about the shopping mall hikers. (Für Deutsch hier klicken) It is my guess that the shopping mall hikers developed during the time shopping malls sprang to life all over the U.S (in the 80s if I’m not mistaken) drawing businesses from city centers into the outskirts of towns, sometimes literally out into the middle of nowhere. Instead of walking around town to do your shopping, stepping into Larry’s barber shop, John’s bar or Vanessa’s nail studio to say “hello” in between your shopping tour, you now drove for 20 minutes to a place outside your city just to walk ridiculous amounts of miles from one end of the mall to the other. All in enclosed space and climate controlled of course.

Your average shopping mall.
Your average shopping mall.

And that’s exactly what those who transformed into shopping mall hikers observed: There you are, in an absolutely unvarying climate and you have miles and miles to walk your feet off while looking at shiny new things. And thus former park hikers mutated into the shopping mall hikers. So at least goes my theory.

For those of us – including myself – who actually enjoy being outside, observing and therefore inevitably feeling the change of seasons and seeing this as the main reason to work out outside in the first place will very likely never quite understand the virtues of shopping mall hiking. To me it feels like being locked up with nothing but artificial light, fragrances that inspire you to go on a shopping spree rather than a 3 mile march and – did I mention the artificial lighting?

However, what might put me off is exactly what’s so alluring to shopping mall hikers: Perfectly predictable weather conditions – ergo no rain, no wind (well, depends on the air conditioning), no snow – no tedious obstacles such as hills, no muggers. Plus the added beneficial absence of messy birds, dogs that chase you for half a mile before the owner even realizes his or her darling is missing, annoying insects or in fact pretty much any kind of reality. Now I have to admit that the dog part sounds enticing even to me but since dogs around here are so much better trained than the ones I encountered in Switzerland during my running career I’m not really that concerned about meeting dogs on my runs anymore.

View towards one of Austin's rowing clubs.
View towards one of Austin’s rowing clubs.

I’m still slightly amazed that it took me over a year to spot my first shopping mall hikers in their natural habitat, the shopping mall. Maybe I was always too preoccupied with my own business or they dressed themselves rather casually instead of the latest sporting attire as these particular specimens I now saw did. It’s been roughly ten days ago, on a Wednesday morning when most working folk is busy doing their jobs, meaning the mall was rather devoid of human obstacles. I was sitting at Starbucks writing one of my blog posts when I saw them gather up in front of the coffee shop. They were of all ages, from retired folk to young mothers with strollers in front of them. The sight of them had something magic: I was about to encounter an event I’ve heard and read so much about that I felt like I was attending some ceremony. And off they went, never running but always walking very briskly, talking, laughing and discussing, only stopping to hand the children in their strollers a biscuit.

After watching them for a while I was starting to see the appeal of their indoors workout routine: No uneven surfaces to worry about, no other walkers, runners and bikers to dodge, no worrying about how to dress their babies or themselves on this very cold winter day. It all seemed very peaceful.

My average running trail.
My average running trail.

But as for myself, even on cold days like that particular Wednesday was, I’m still curious to see what weather is like on Planet Earth. In my mind, the more I expose myself to the harsh realities of winter, the less likely I am to catch a cold. Of course, all of this will change once I fall victim to the cedar allergy that is so widespread here in Central Texas. And there seems to be no doubt that sooner or later I will catch it (or it will catch me?), at least everybody keeps telling me so. But until then I will keep on running outside, on the wonderful trails behind our apartment and along Town Lake, filling my lungs with probably freshly polluted air that might still toughen me against all those bad influences one is prone to catch out in the real world.

Resources & Sources

  • Photo Running Trail by evozeta
  • Original image Shopping Mall via wikipedia, courtesy of John Phelan.

Erste Begegnung mit der Spezies der Einkaufszentrum-Wanderer

Kürzlich bin ich hier in den Staaten auf eine Spezies gestossen, von der ich schon viel gelesen und gehört habe, der ich aber bisher noch nie begegnet bin. Ich meine zu wissen, dass es sich um eine rein amerikanische Erscheinung handelt, kann mich da aber täuschen. Ich spreche von den Einkaufszentrum-Wanderern. Meiner Einschätzung nach hat sich die Gruppe von Leuten, die flotten Tempos durch Einkaufsmeilen marschiert, während des Shopping Mall Booms (in den 80ern, wenn ich mich nicht irre), welcher sämtliche Geschäfte von den Stadtzentren an den Stadtrand oder gar raus ins nirgendwo zog, entwickelt. Anstatt also in der Stadt während der Einkaufstour kurz bei Larrys Friseursalon, Johns Bar oder Vanessas Nagelstudio vorbeizuschauen um „Hallo“ zu sagen, fuhr man nun gute 20 Minuten irgendwohin ausserhalb der Stadt, nur um absurde Distanzen von einem Ende des Zentrums zum anderen zurückzulegen. Alles in geschlossenem Raum und klimatisiert natürlich.

Und das ist es genau, was die Leute, die sich zu sogenannten Shopping Mall Hikern gewandelt haben, wahrnahmen: Da bist du also, in einem absolut gleichbleibenden Klima und du hast Kilometer über Kilometer um dir die Füsse abzulatschen, alles begleitet von Schaufenstern voll mit glänzenden, neuen Waren. Und so mutierten frühere Park-Wanderer zu Einkaufspassagen-Marschierern. So zumindest meine Theorie.

Für diejenigen unter uns –mich eingeschlossen – die es tatsächlich geniessen, draussen zu sein um den Wandel der Jahreszeiten mitzuerleben und entsprechend auch zu spüren und dies gar als Hauptgrund ansehen, draussen Sport zu machen, werden den Reiz des Einkaufszentrum-Wanderns wohl nie ganz begreifen. Für mich fühlt es sich an wie eingesperrt zu sein mit nichts als künstlichem Licht, Düften, die dich eher zu einer Einkaufstour als zu einem 5 Kilometer Marsch inspirieren und – habe ich schon die künstliche Beleuchtung erwähnt?

Doch was mich abschrecken mag ist genau, was es für andere so faszinierend macht: Absolut vorhersehbare Wetterbedingungen – ergo kein Regen, kein Wind (nun gut, das hängt von der Klimaanlage ab), kein Schnee – keine mühsamen Hindernisse wie Hügel, keine Taschendiebe. Plus die zusätzliche vorteilhafte Absenz von schmutzigen Vögeln, Hunden, die dich einen halben Kilometer weit jagen bevor der Besitzer überhaupt merkt, dass sein Liebling entschwunden ist, nervigen Insekten oder tatsächlich so ziemlich jeglicher Art von Realität. Nun muss ich natürlich zugeben, dass zumindest der Teil mit den Hunden selbst für mich ziemlich verlockend klingt, doch da die Hunde hier viel besser erzogen sind als die meisten, denen ich auf meinen Laufrunden in der Schweiz begegnet bin, verunsichert mich der Gedanke an eine mögliche Begegnung mit Hunden nicht mehr ganz so arg.

Ich bin noch immer etwas erstaunt, dass es über ein Jahr gedauert hat, bis ich den Einkauszentrum-Marschierern zum ersten Mal in ihrer natürlichen Umgebung begegnet bin. Vielleicht war ich vorher einfach immer zu sehr mit meinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt oder die Wanderer waren zu normal angezogen um aufzufallen, sprich trugen nicht die neusten Sportoutfits wie es eben diese Exemplare, die ich nun sah, taten. Es war vor ungefähr zehn Tagen an einem Mittwochmorgen, wenn die meisten Arbeitstätigen ihrem Job nachgehen, und somit war das Einkaufszentrum ziemlich bar menschlicher Hindernisse. Ich sass bei Starbucks und schrieb einen meiner Blogbeiträge als ich sah, wie sich einige von ihnen vor dem Café versammelten. Sie waren jeglichen Alters, von Pensionären bis zu jungen Müttern mit Kinderwagen. Ihr Anblick hatte etwas Magisches: Ich war dabei etwas mitzuverfolgen, wovon ich schon so viel gehört und gelesen hatte, dass ich mich fühlte, als würde ich einer Zeremonie beiwohnen. Und so gingen sie los, niemals rennend aber immer flott marschierend, plaudernd, lachend und diskutierend und sie stoppten nur, um ab und zu ihren Kindern einen Kecks zu reichen.

Nachdem ich sie eine Weile beobachtet hatte, begann ich, den Reiz dieser drinnen stattfindenden Sport Routine zu begreifen: Keine Unebenheiten im Boden, über die man sich zu sorgen brauchte, keine Spaziergänger, Jogger oder Fahrradfahrer, denen man ausweichen musste und keine Gedanken mussten daran verschwendet werden, wie man die Kinder oder sich selbst zu kleiden hatte an diesem doch sehr kalten Wintertag. Es schien alles sehr friedlich.

Doch ich selber bin, selbst an kalten Tagen wie diesem, immer noch neugierig darauf zu sehen, wie das Wetter auf dem Planeten Erde aussieht. In meiner Vorstellung verringert sich die Wahrscheinlichkeit, mir eine Erkältung zu holen, je mehr ich mich der harschen Realität des Winters stelle. Natürlich wird sich all das ändern, wenn ich der in Zentral-Texas so weit verbreiteten Zedernallergie zum Opfer falle. Und es scheint keinen Zweifel daran zu geben, dass ich sie (oder sie mich?) dereinst erwischen werde, jedenfalls wird mir das von allen rundherum immer versichert. Aber bis es soweit ist, werde ich weiterhin draussen rennen, auf den wunderbaren Pfaden hinter unserer Wohnung und entlang des Town Lake; ich werde meine Lungen mit frisch verschmutzter Luft füllen, die mich noch immer gegen all die schlechten Einflüsse, die man draussen in der wirklichen Welt erwischen kann, stärken mag.

Ressourcen & Quellen

  • Foto Laufpfad von evozeta
  • Originalbild Shopping Mall von Wikipedia, zur Verfügung gestellt von John Phelan.

When the Voice Makes the Actor

Robert De Niro
Robert De Niro

Here’s a sentence you don’t expect to hear every day: I miss Robert De Niro’s German voice. And since – at least to my knowledge – Robert De Niro himself doesn’t actually speak German the sentence should rather read: I miss Christian Brückner’s voice; for Christian Brückner is the man who lends his voice to Robert De Niro in the German versions of his movies. He dubs the Mafioso, the annoying father-in-law and the compulsive dad of a neurotic bipolar son. (Für Deutsch hier klicken)

Not every voice-over artist is as suitable a match to the actor’s actual voice as Brückner is. For example Brad Pitt’s real voice is so much better than his German dubber’s (sorry, no offense!). Whenever there was a Pitt movie on in the theaters in Switzerland I insisted in seeing the original English version so I could enjoy Brad’s wonderful voice – rather than his oh-so-highly-admired face. But this was never the case with Robert De Niro. I enjoyed watching the German version of any of his movies on TV. His, or let’s say Brückner’s voice is brilliant. And sometimes I even feel as if it adds something to the character. Something that is conveyed only by Brückner’s voice. No wonder then that Brückner (or at least his voice) became quite a celebrity in the German-speaking world.

Christian Brückner, alias Robert De Niro and many more.
Christian Brückner, alias Robert De Niro and many more.

Though Brückner entered the limelight in 1967 as Warren Beatty’s voice-over in “Bonnie and Clyde”, it was nine years later as Robert De Niro’s part in “Taxi Driver” that propelled Brückner to fame. And ever since, the two have remained a cinematic couple, Brückner lending his voice to De Niro for almost forty years. In an interview, Brückner talks about the ambivalence he feels towards his “Alter Ego” De Niro.1 At the beginning of his “De Niro career” he wasn’t too keen on the brutality of movies such as “Taxi Driver” and the likes. And in more recent times he feels that De Niro stars in more and more bad movies. At the same time, though, he is deeply grateful for De Niro’s continued appearance in theaters for it serves Brückner as a kind of safe haven, a shield behind which he can comfortably pursue his own personal aspirations.

Even though Brückner also works as an actor, he’s not quite as well-known (visually, that is) as Robert De Niro. But if he shows up in a place where people don’t know his face, as soon as he opens his mouth people go bug-eyed, recognizing the distinctive, deep voice immediately. Now as an actor Brückner possesses a certain musicality and therefore it’s no wonder he participated in various music projects, the most prominent probably being his reciting (a variation) of the Lord’s Prayer in a song by E Nomine.2 As is quite common for voice-over artists, Robert De Niro is not the only thespian Brückner is lending his voice to. Apart from the charismatic Manhattan-born actor he also provides voice-dubbing for such legends as Gary Oldman, Robert Redford, Martin Sheen, Harvey Keitel, Burt Reynolds, Dennis Hopper, Gérard Depardieu, Donald Sutherland and Jon Voight. Even some of my English-speaking readers might remember him from a (vocal) appearance on the movie screens: He played a small German-speaking part in Tarantino’s Inglorious Basterds (the guy on the phone).3/4

Gillian Anderson, aka Special Agent Dana Scully.
Gillian Anderson, aka Special Agent Dana Scully.

Now quite obviously I’m a little biased in my article because I’m a sucker for deep voices, therefore preferring the timbre of a male voice. But there is Christian Brückner’s female counterpart: Franziska Pigulla, the German voice of Special Agent Dana Scully, aka Gillian Anderson.5 Her voice is so husky that it made me watch several documentaries which under normal circumstances wouldn’t have interested me in the least if it weren’t for Franziska Pigulla’s voice-over.

So now if you’d excuse me, ladies and gentlemen, I have some listening to attend to.

Resources & Sources


Wenn die Stimme den Schauspieler ausmacht

Hier ist ein Satz, den man nicht jeden Tag zu hören bekommt: Ich vermisse Robert De Niro’s Deutsche Stimme. Und da – zumindest soweit ich weiss – Robert De Niro selber nicht Deutsch spricht, sollte der Satz eher wie folgt lauten: Ich vermisse Christian Brückners Stimme; denn Christian Brückner ist der Mann, der seine Stimme Robert De Niro in der deutschen Version dessen Filme verleiht. Er spricht den Mafioso, den nervigen Schwiegervater und den zwanghaften Vater des neurotischen, bipolaren Sohns.

Nicht jeder Synchronsprecher stimmt so passend mit der wirklichen Stimme des Schauspielers überein wie das bei Brückner und De Niro der Fall ist. Die richtige Stimme von Brad Pitt beispielsweise ist viel besser als die seines Deutschen Synchronsprechers (Entschuldigung, nicht böse gemeint). Wann immer ein Film mit Pitt in den Schweizer Kinos lief, bestand ich darauf, den Film in Originalsprache zu sehen, um Brads wundervolle Stimme geniessen zu können – viel mehr als sein ach-so-bewundertes Gesicht. Das war aber bei Robert De Niro nie der Fall. Ich genoss es durchaus, seine Filme in der deutschen Version am TV zu gucken. Seine, oder sagen wir Brückners, Stimme ist einfach brilliant. Und manchmal bekomme ich gar das Gefühl, dass sie etwas zum Charakter hinzufügt. Etwas, was nur durch Brückners Stimme übertragen wird. Kein Wunder also, wurde Brückner (oder zumindest seine Stimme) in der deutschsprachigen Welt eine derartige Grösse.

Obwohl Brückner bereits 1967 als Warren Beattys Synchronsprecher in „Bonnie und Clyde“ ins Rampenlicht rückte, war es doch erst neun Jahre später durch Robert De Niro’s Part in „Taxi Driver“, dass Brückner Berühmtheit erlangte. Und seither sind die beiden ein cineastisches Paar geblieben; Brückner leiht seit beinahe vierzig Jahren Robert De Niro seine Stimme. In einem Interview spricht Brückner über die Zwiespältigkeit die er gegenüber seinem „Alter Ego“ De Niro fühlt.1 Anfänglich hatte er echte Schwierigkeiten mit der Brutalität solcher Filme wie „Taxi Driver“. Und inzwischen findet er, dass De Niro leider überwiegend schlechte Filme macht. Gleichzeitig ist er aber sehr dankbar für De Niros regelmässige Auftritte in Kinostreifen, denn diese dienen Brückner sozusagen als sicherer Hafen, als Schutzschild, hinter welchem er komfortabel seine eigenen Projekte verfolgen kann.

Obwohl Christian Brückner auch als Schauspieler arbeitet, ist er doch nicht ganz so bekannt (zumindest visuell) wie Robert De Niro. Doch wenn er irgendwo auftaucht, wo die Leute ihn vom Sehen her nicht kennen, kriegen die Leute spätestens dann Glupschaugen wenn er seinen Mund öffnet, erkennen sie doch die markante, tiefe Stimme sofort. Als Schauspieler besitzt Brückner eine gewisse Musikalität, weshalb es auch nicht verwundert, hat er bei diversen Musikprojekten mitgemacht. Das prominenteste ist vielleicht der Song von E Nomine, in dem er (eine Variante des) Vater unser zitiert.2 Wie bei Synchronsprechern üblich, ist Robert De Niro nicht der einzige Darsteller, dem Brückner seine Stimme leiht. Nebst dem charismatischen, in Manhattan geborenen Mimen vertont Brückner auch Grössen wie Gary Oldman, Robert Redford, Martin Sheen, Harvey Keitel, Burt Reynolds, Dennis Hopper, Gérard Depardieu, Donald Sutherland and Jon Voight. Selbst einige meiner Englisch-sprachigen Leser mögen ihn noch von einem kurzen Leinwand-Sprechauftritt in Erinnerung haben: Er spielte eine kleine Deutsch-sprachige Rolle in Tarantinos Inglorious Basterds (der Typ am Telefon).3/4

Es ist ziemlich offensichtlich, dass ich etwas voreingenommen bin in meinem Artikel, ich habe einfach eine Schwäche für tiefe Stimmen, weshalb ich den Klang von männlichen Stimmen bevorzuge. Doch es gibt durchaus Christian Brückners weibliches Gegenstück: Franziska Pigulla, die Deutsche Stimme von Special Agent Dana Scully, auch bekannt als Gillian Anderson.5 Ihre Stimme ist dermassen rauchig, dass ich etliche von ihr vertonte Dokumentationen, die mich normalerweise keinen Deut interessiert hätten, lediglich ihrer Stimme wegen guckte.

Und nun entschuldigt mich, werte Damen und Herren, ich muss mich um einige Hörproben kümmern.

Ressourcen & Quellen

  • 1Interview mit Christian Brückner in Spiegel Online – überprüft am 11.01.2015
  • 2E Nomine Video von YouTube
  • 3Alle Informationen zu Christian Brückner von Wikipedia – überprüft am 11.01.2015
  • 4Christian Brückner als Kliest in Inglorious Basterds von inglouriousbasterds.wikia.com
  • 5Leseprobe Franziska Pigulla von YouTube
  • Originalbild Christian Brückner via Wikipedia, zur Verfügung gestellt von Matthias Scheuer
  • Foto Gillian Anderson von Wikipedia
  • Foto Robert De Niro von Wikipedia

*

Thyroid Glands in the Limelight

(Not to be taken too seriously ;-))

I recently, quite perchance (I received an email alert) happened upon a blog post a fellow Swiss here in Austin wrote. He’s a professor of Germanic Studies at the University of Texas in Austin and every so often writes an article for UT’s Cultures Contexts blog. I think he’s been living in Texas for a really long time but we haven’t met so I can’t be sure. (Für Deutsch hier klicken)

Did you notice how - in trilingual Switzerland with its German, French and Italian part - they only use German and English?
Did you notice how – in trilingual Switzerland with its German, French and Italian part – they only use German and English for the description?

Anyway, the article he wrote was about how the Swiss government – or to be more precise, the Swiss Army Pharmacy – in November 2014 provided over half the country’s residents with potassium iodide pills. What are they good for, you ask? They supposedly protect the thyroid gland from cancer-causing radioactive iodine. Mind you; I’m no doctor, far from it. But I’m saying “supposedly” because I wonder up to what level of radiation those little buggers actually prove effective. But that’s not the point here. The point is that the Swiss government decided at some distant point in the past to provide the majority of its citizens once every decade with some anti-radiation medication. And so every resident who lives within 50 km (about 30 miles) of a nuclear power plant (a Swiss nuclear power plant, that is) received towards the end of last year a little package containing 12 potassium iodide pills.

The crazy thing about all of it is: This is the first time that I’ve heard about this. One of the reasons for that might be that the Swiss government decided only at the beginning of 2014 to expand the radius of distribution from 20 km to 50 km (12 to 30 miles) so in the past neither any family members nor friends ever received such a package for none of them lived close enough to a power plant. But this time it was different. They all got those tablets. And you know what bugs me most? That not a single one of them mentioned anything to me. As if it was the most normal thing in the world.

If I got something like that in the mail I would probably be storming to the next store, stocking up on water, rice and all the other basic foods in order to survive the soon to be expected crisis. So this got me wondering and I started to ask around a little. And sure enough, whoever I asked had received a package of pills in November. And yes, there was some coverage on TV, on the radio and in the newspapers but all in all it didn’t create massive waves. And there you have it – the Swiss are a people of stoic calm. They have to be. I mean, who hasn’t heard about the fact that almost every single male Swiss between 20 and 30 has a gun at home? (The fact that in general they don’t actually have ammunition to go with the rifle usually slips the attention of the listener or is regarded irrelevant.) Self-defense is a Swiss tradition. And the government is doing its best to keep the defenses up.

Of course, some voice the opinion that the whole potassium iodide pills distribution was a clever stroke of the pharmaceutical companies, making millions by selling the tablets to the Swiss government. However that may be, I awe at the Swiss governments daring decision to reintroduce the topic of nuclear power plant safety on a regular basis. By distributing these pills, the Swiss federal government admits that nuclear power is potentially unsafe. But at the same time, as my fellow Swiss so rightly mentioned in his blog, it also downplays the possible consequences of a nuclear catastrophe such as in Chernobyl or Fukushima. It might lull people into a false sense of security. The package insert doesn’t say that the pills won’t keep your body from growing an extra limb in case of radioactive fallout.

Soon too old for preventive action, it seems... :-(
Soon too old for preventive action, it seems… 😦

Now obviously that got me thinking again so I did some research. And an article by the Global Security Newswire from December 5, 2003, provided me with the answer I was looking for: “Potassium iodide does nothing to counteract the effects of other dangerous isotopes that can be released in a nuclear incident, including those likely to be used in a radiological “dirty bomb”. But folks, that wasn’t the biggest shocker I got from that article. The text covers the recommendation of U.S. researchers based on a study on whether to provide the population in close vicinity to a nuclear power plant with potassium iodide. And guess what? They indeed do recommend that. But here comes the crux: “…[the study] recommends that potassium iodide tablets be “predistributed” to all people aged 40 and under, especially pregnant and lactating women, living near nuclear plants.”

There you have it (again): It seems I’m soon too old to be eligible for cancer prevention in the U.S.… I guess I will have an interesting conversation with my gynecologist next time she calls me up for my annual mammography…

🙂

Resources & Sources

  • Photo potassium iodide package by evozeta
  • Snapshot 40 and under originally from NTI website
  • Blog post Potassium Iodide for the Masses by Peter Hess on University of Texas’ webpage Cultures Contexts – validated 01/07/2015

Schilddrüsen im Rampenlicht

(Nicht alles ganz ernst gemeint ;-))

Kürzlich habe ich, eher per Zufall (ich habe eine Email-Benachrichtigung erhalten) einen Blogbeitrag eines Schweizers hier in Austin gelesen. Er ist Professor für Germanistik an der Universität von Texas in Austin und schreibt hin und wieder Artikel für den Universitätsblog Kulturzusammenhang. Ich glaube er lebt schon seit einer Ewigkeit hier in Texas, aber wir haben uns nie getroffen, also bin ich mir nicht ganz sicher.

Wie dem auch sei, sein Artikel behandelte den von der Schweizer Regierung – oder eher der Armeeapotheke – organisierten Versand von Kaliumiodid Pillen an über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung im November 2014. Wofür diese Tabletten gut sind, fragt ihr? Sie sollen die Schilddrüsen vor der Aufnahme von krebserzeugendem radioaktivem Iod schützen. Wohlgemerkt, ich bin kein Arzt, ganz und gar nicht. Aber ich sage “sollen“ weil ich mich wundere, bis zu welchem Strahlungsniveau diese kleinen Burschen tatsächlich wirken. Doch das ist hier nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Schweizer Regierung irgendwann in der weit entfernten Vergangenheit beschlossen hat, die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung alle zehn Jahre mit strahlungsbekämpfenden Medikamenten auszurüsten. Und so hat gegen Ende letzten Jahres jeder Bewohner der Schweiz, der im Umkreis von 50 km eines Atomkraftwerkes (das heisst eines Schweizer Atomkraftwerkes) wohnt, ein Päckchen mit 12 Kaliumiodid Pillen erhalten.

Das verrückte daran ist: Bis letztes Wochenende habe ich nie etwas von diesem Vorgehen gehört. Einer der Gründe dafür mag darin liegen, dass die Schweizer Regierung erst Anfang des Jahres 2014 beschlossen hat, den Radius für den Verteiler von 20 km auf 50 km zu vergrössern, also haben in der Vergangenheit weder Familienmitglieder noch Freunde ein entsprechendes Paket erhalten, da keiner von ihnen nahe genug an einem Atomkraftwerk gewohnt hat. Doch diesmal war das anders. Alle haben ihre Pillen erhalten. Und wisst ihr, was mich dabei am meisten verwundert? Dass kein einziger von ihnen auch nur einen Ton davon erwähnt hat. Als wäre es die normalste Sache der Welt.

Würde ich so etwas mit der Post zugeschickt bekommen, würde ich wahrscheinlich in den nächsten Laden stürmen und mich mit Wasser, Reis und den sonstigen Grundnahrungsmitteln eindecken, um die anstehende Krise überstehen zu können. Das hat mich zum Nachdenken gebracht und ich habe etwas herumgefragt. Und tatsächlich, wen auch immer ich gefragt habe, alle haben sie im November ein Päckchen Tabletten erhalten. Und ja, die Sache wurde am Fernsehen, im Radio und in den Zeitungen durchaus diskutiert, hohe Wellen geschlagen hat das alles aber nicht. Und da habt ihr es – die Schweizer sind ein stoisch ruhiges Völkchen. Das müssen sie auch. Ich meine, wer hat nicht davon gehört, dass jeder männliche Schweizer zwischen 20 und 30 eine Waffe zuhause rumliegen hat? (Die Tatsache, dass sie üblicherweise keine Munition zum Gewehr haben, entgeht meist der Aufmerksamkeit des Zuhörers oder wird ganz einfach als irrelevant angesehen.) Selbstverteidigung ist eine schweizerische Tradition. Und die Regierung tut ihr Bestes, um die Sicherheit hoch zu halten.

Natürlich wird schon hin und wieder mal die Meinung geäussert, dass der ganze Kaliumiodid Versand ein cleverer Schachzug der Pharma-Konzerne war, die mit dem Verkauf der Tabletten an die Schweizer Regierung wohl Millionen gemacht hat. Wie dem auch sei, ich staune ob der mutigen Entscheidung der Schweizer Regierung, das Thema Sicherheit der Atomkraftwerke regelmässig wieder aufzugreifen. Durch den Versand dieser Pillen gibt die Schweizer Regierung zu, dass Atomkraftwerke möglicherweise nicht sicher sind. Doch gleichzeitig werden, wie mein Mit-Schweizer in seinem Blog bereits richtig erwähnt hat, auch die möglichen Folgen eines Zwischenfalls wie in Tschernobyl oder Fukushima heruntergespielt. Wodurch sich Menschen in falscher Sicherheit wiegen könnten. Die Packungsbeilage sagt nämlich nichts davon, dass die Pillen den Körper im Fall einer radioaktiven Verseuchung davor schützen, dass ihm zusätzliche Körperteile wachsen.

Natürlich hat mich das wieder zum Nachdenken gebracht und so habe ich noch etwas Recherche betrieben. Und bin auf einen Artikel der Globalen Sicherheits-Nachrichtenagentur vom 5. Dezember 2003 gestossen, der mir die gewünschte Antwort lieferte: „Kaliumiodid kann den Auswirkungen von gefährlichen Isotopen, die bei einem nuklearen Zwischenfall oder sehr wahrscheinlich auch im Fall einer radioaktiven „schmutzigen Bombe“ freigesetzt werden, nicht entgegenwirken.“ Doch Leute, das war nicht der grösste Schocker, den mir der Artikel zu bieten hatte. Der Text behandelt eine Empfehlung von U.S. Wissenschaftlern basierend auf einer Studie zur Frage, ob die Bevölkerung im näheren Umkreis von Atomkraftwerken mit Kaliumiodid ausgerüstet werden sollen. Und nun ratet mal was? Dies wird tatsächlich empfohlen. Doch hier kommt der Knackpunkt: “… [die Studie] empfiehlt, dass Kaliumiodid Tabletten an Menschen bis 40 und jünger, speziell schwangere und stillende Mütter, die nahe eines Atomkraftwerkes wohnen, verteilt werden sollen.

Da habt ihr es (schon wieder): Es scheint ich bin schon bald zu alt, um in den USA zur Krebsvorsorge berechtigt zu sein. Ich nehme mal an, ich werde bald eine interessante Unterhaltung mit meiner Gynäkologin führen, wenn sie mich das nächste Mal zur jährlichen Mammographie einlädt…

🙂

Ressourcen & Quellen

  • Foto potassium iodide package von evozeta
  • Snapshot 40 and under von der NTI Webseite
  • Blogbeitrag Potassium Iodide for the Masses von Peter Hess auf der Cultures Contexts Webseite der Universität von Texas – überprüft 01/07/2015

Berchtold’s Mysteries

Welcome to 2015!
Welcome to 2015!

I hope you all had a wonderful start into the New Year – Welcome to 2015! (Für Deutsch hier klicken)

The past two weeks have been a real gift to all working in Switzerland – the distribution of the work-free days within the week was as ideal as it can get: On Wednesday, December 24, working until noon or around 4 pm for it was Christmas Eve after all. Then off work on Christmas Day and Stephan’s Day. And voila, there’s the weekend. 4 ½ days out of 7 off work. And then the week after the same pattern again: Wednesday, December 31, is New Year’s Eve and with that another shortened work day, followed by New Year’s Day and Berchtold’s Day. What was that now, Berchtold’s Day? And who in the Lord’s name is this Bertie now?

Good question. Very good question. „Bertie’s Day“, as we call it in Switzerland, is a so called Allemannic holiday that spread through the Dukes of the Canton of Bern over to the Romandy, the French-speaking part of Switzerland. I have to admit – up to this day I had no idea who or what exactly is celebrated on Berchtold’s Day. I always assumed Bertie was a saint just like Stephen. The only thing that really mattered to me was, that Bertie’s Day on January 2nd, was a work-free holiday.

Duke Berchtold Von Zähringen
Duke Berchtold Von Zähringen

Now having gotten a little curious myself I went ahead and took at the Internet for all of us – and I have to say I’m no wiser than before. There are almost as many theories to the origins of Berchtold’s Day as there are leaves in the woods. I herewith elucidate some of them to you: According to folklorist sources the festival of Berchtold’s Day is based on the root word “berchten” which means “to walk around, asking for food”. Apparently, this was a common New Year’s custom all over the Alpine region. Other sources point to Blessed Berchtold of Engelberg abbey who died during Advent season around the year 1200 and who could have been important enough to have his feast translated out of Advent into the New Year. 1 The Swiss idioticon2 however, supports the theory that the name Berchtold’s Day derived from Middle High German “berhttac” or “berhteltac“, which translated the Greek “epiphanias”. Which in my view is a little doubtful for epiphany is celebrated on January 6 in Switzerland.

Though hardly anywhere observed as a work-free holiday, epiphany is still being celebrated all over Switzerland. Traditionally, a Three Kings cake is being served that consists of several sweet dough buns. One of the buns contains a hidden plastic King and whoever happens to choose the piece with the King in it becomes the King or Queen for the day.3

Traditional Swiss Three Kings Cake
Traditional Swiss Three Kings Cake

Even if no one is going to hand me a Three Kings cake this year it won’t stop me from feeling like a Queen for all the research I did for this blog post 🙂

Resources & Sources

  • Image Welcome to 2015 by evozeta
  • Photo Berchtold Von Zähringen by Wikipedia
  • Photo Three Kings Cake by Wikipedia
  • 1Theories Berchtoldstag from Wikipedia – validated 1/3/2015
  • 2Background Swiss idioticon from Wikipedia – validated 1/3/2015
  • 3Background Epiphany from Wikipedia – validated 1/3/2015

Berchtolds Mysterien

Ich hoffe, ihr alle hattet einen wundervollen Start ins neue Jahr – Willkommen im 2015!

Die vergangenen zwei Wochen waren ein wahres Geschenk für alle in der Schweiz arbeitstätigen – die Feiertage fielen so ideal, wie sie nur fallen können: Am Mittwoch, 24. Dezember, nur bis Mittag oder 16 Uhr arbeiten weil ja Heiligabend ist. Dann Weihnachten und Stephanstag frei. Und schon ist Wochenende. 4 1/2 von 7 Tagen frei. Und die Woche darauf wieder das gleiche: Mittwoch, 31. Dezember, war Silvester und damit wieder ein verkürzter Arbeitstag, gefolgt von Neujahr und Berchtoldstag. Wie jetzt, Berchtoldstag? Wer ist denn dieser Berti jetzt wieder?

Gute Frage. Sehr gute Frage. Der “Bärtalistag”, wie wir Luzerner den nennen, ist ein sogenannt Allemannischer Feiertag, der sich über die Herzöge im Kanton Bern auch ins Welschland, also die französische Schweiz, ausgebreitet hat. Ich muss ganz ehrlich zugeben – bis heute hatte ich keine Ahnung, wer oder was genau am Berchtoldstag gefeiert wird. Ich bin immer davon ausgegangen, dass Berti so ein Heiliger wie der Stephan ist. Wirklich wichtig für mich war bloss, dass der Bärtalistag, also der 2. Januar, ein arbeitsfreier Tag war.

Jetzt selber etwas neugierig geworden, habe ich entsprechend für uns alle einen Blick ins Internet geworfen – und bin ehrlich gesagt kein Stück gescheiter geworden. Es gibt beinahe so viele Theorien zum Ursprung des Berchtoldstags wie es Blätter im Wald gibt. Hier einige kurz erläutert: Volkskundlichem Hintergrund entsprechend geht der Berchtoldstag auf den Wortstamm des „Bechtens“ zurück, was soviel wie „umherlaufen und um Essen bitten“ bedeutet. Anscheinend handelte es sich dabei um einen im Alpenraum weit verbreiteten Neujahrsbrauchtum.1 Andere Quellen verweisen auf den Seligen Berchtold der Abtei Engelberg, der in der Adventszeit um das Jahr 1200 gestorben ist und dessen Todestag kurzerhand aus dem Advent ins neue Jahr verschoben wurde. Das Schweizerische Idiotikon2 hingegen sieht die Herführung des Namens Berchtoldstag vom Mittelhochdeutschen „berhttac„oder „berhteltac“, was das Griechische „epiphanias“ übersetzt. Was ich allerdings zu bezweifeln wage, wird doch Epiphany, oder eben der Dreikönigstag in der Schweiz am 6. Januar gefeiert.3

Zwar kaum noch als arbeitsfreier Feiertag begangen, wird der Dreikönigstag in der Schweiz trotzdem gefeiert. Traditionell wird ein Dreikönigskuchen serviert der aus diversen Süssteigkugeln besteht. In einer der Kugeln ist ein Plastikkönig versteckt und wer immer das Stück mit dem König auswählt, darf sich den ganzen Tag als König feiern lassen.4

Auch wenn mir dieses Jahr wohl kaum jemand einen Dreikönigskuchen reicht, so lasse ich es mir trotzdem nicht nehmen, mich für meine eingehende Recherche zu diesem Blog wie eine Königin zu fühlen 🙂

Ressourcen & Quellen

  • Bild Welcome to 2015 von evozeta
  • Foto Berchtold Von Zähringen von Wikipedia
  • Foto Dreikönigskuchen von Wikipedia
  • 1Hintergrund bechten von Feiertagskalender – überprüft am 3.1.2015
  • 2Hintergrund Schweizerisches Idiotikon von Wikipedia – überprüft am 3.1.2015
  • 3Weitere Theorien Berchtoldstag von Wikipedia – überprüft am 3.1.2015
  • 4Hintergrund Dreikönigstag von feiertage-schweiz.ch – überprüft am 3.1.2015

From New to Newer: Thanks 2014, Welcome 2015!

Yes, we all know it: The year is coming to an end and therefore we walk down memory lane or talk about our New Year’s resolutions. And I know this sound sooo cliche but I don’t know how else to put it: Wow, a whole year gone by already! My first full year as an American (resident). How time flies when you’re having fun 🙂 (Für Deutsch hier klicken)

Happy New Year 2015 everyone!
Happy New Year 2015 everyone!

Most incredible to me still is the fact that during this whole year I haven’t been working. No, that’s not true, of course I was working, I just didn’t get paid for it. No, now that’s not entirely true either. For my husband did feed me and take me out as a thank you for keeping the apartment clean and clutter-free 😉 What I mean is that I haven’t held an actual job working for a company. For the first time in years, no, decades. Twenty four years to be exact. It’s a luxury, really. And for that I’m immensely grateful. To my beloved husband who made it possible. And I got so many more things to thank him for such as his love, his patience, his understanding, his support and warmth when I felt lost in a world that still doesn’t feel entirely familiar and keeps throwing challenges my way. Plus most recently for his feat of changing my life within a mere month: By moving apartments, organizing a car and on top of it all landing a job for me. Well, I guess I did have to do a thing or two with the job part too but he definitely smoothed the way for me.

What a start into the New Year, right? Seems I achieved so many goals towards the end of this year that I can gladly do without any New Year’s resolutions. Which is what I’ve done for years – not making any resolutions for the New Year. Because it’s silly to think that just because the calendar starts at 1/1/ again you’re actually going to change yourself, your life or the whole world. But thinking about it now I’ve come to believe I might have been too easy on myself by not actually taking any resolutions. For if I don’t announce them officially I don’t make myself accountable to anyone, not even to myself. So I gave this whole thing some thought and concluded that it might be worth to resolve a few things I wish to – if not take up or change – at least keep up the way they are now; so here’s my resolutions for 2015:

  • Keeping on drawing and painting; if I can’t find the time to sit down and doodle I should consider joining an art class.
  • Keeping the blog alive; I will most certainly have to reduce my writing once I start working but I’d like to keep at it. It’s so rewarding to keep in touch with the blog sphere.
  • Keep on running 🙂
  • And last but not least: Keep having fun doing the above, otherwise better stop. But be sure to know why you stop.

That’s it. Four little things that I’m passionate about which should make it easy to keep them up. But then again, I lost the passion to paint and draw once before basically for lack of time. But that was when I had a very time-consuming hobby: Snowboarding. So unless I go horseback riding every weekend I should be fine 😉 (which would be fun, too, don’t get me wrong! It’s just – you can’t do everything…)

Now that you know what (some of) my goals for 2015 are I wanted to thank all my brilliant friends and family out there for keeping in touch with me over thousands of miles and for over a year now!! You’re the best! Let’s keep that up, too!!

All the best to you, your families and friends and – Happy New Year 2015!!

Resources & Sources

  • Doodle 2015 by evozeta

 Von neu zu neuer: Danke 2014, Willkommen 2015!

Ja, wir wissen es alle: Das Jahr neigt sich dem Ende zu und darum schwelgen wir in Erinnerungen oder hecken Neujahrsvorsätze aus. Und mir ist bewusst, dass es soooo nach Klischee klingt, aber ich weiss nicht, wie ich es anders ausdrücken soll: Wow, schon wieder ein Jahr vorbei! Mein erstes ganzes Jahr als amerikanische Einwohnerin. Wie doch die Zeit verfliegt wenn man Spass hat 🙂

Das Unglaublichste an allem für mich ist immer noch, dass ich während dieses ganzen Jahres nicht gearbeitet habe. Nein, das ist nicht wahr, natürlich habe ich gearbeitet, ich wurde einfach nicht bezahlt. Nein, das ist nun auch wieder nicht ganz die Wahrheit. Mein werter Herr Gemahl hat mich ja immerhin gefüttert und ausgeführt als Dankeschön dafür, dass ich unsere Wohnung sauber und aufgeräumt gehalten habe 😉 Was ich sagen will ist, dass ich keinen eigentlichen Job bei einer Firma hatte. Zum ersten Mal in Jahren, nein, Dekaden; vierundzwanzig Jahre um genau zu sein. Wahrlich ein Luxus. Und dafür bin ich meinem geliebten Gatten ungemein dankbar, denn er hat es erst möglich gemacht. Und es gibt so viel mehr, wofür ich ihm dankbar bin wie zum Beispiel seine Liebe, seine Geduld, sein Verständnis, seine Unterstützung und die Wärme die er mir entgegenbringt wenn ich mich verloren fühle in einer Welt, mit der ich noch immer nicht ganz vertraut bin und die mir weiterhin Herausforderungen entgegen wirft. Plus seine jüngste Heldentat, die mein Leben innerhalb eines Monats verändert hat: Erst der Umzug in unsere neue Wohnung und dann hat er mir ein Auto und obendrein noch einen Job besorgt. Nun, ich glaube ich selber hatte auch ein, zwei Dinge mit der Job-Sache zu tun, aber er hat mir da definitiv den Weg geebnet.

Was für ein Start ins neue Jahr, richtig? Es scheint, ich habe gegen Ende dieses Jahres so viele Ziele erreicht, dass ich gerne auf das Fassen von Neujahrsvorsätzen verzichten kann. Was meinem Vorgehen der vergangenen Jahre entspricht – keine Vorsätze fassen. Denn es ist einfach töricht zu glauben, dass man – nur weil der Kalender wieder bei 1.1. startet – sich selbst, sein Leben oder gar die ganze Welt verändern wird. Aber jetzt wo ich darüber nachdenke glaube ich fast, dass ich mir damit das Leben zu einfach gemacht habe. Denn wenn ich keine Vorsätze fasse oder diese zumindest offiziell bekannt gebe, bin ich niemandem, nicht einmal mir selbst gegenüber, verantwortlich. Also habe ich mir ein wenig Gedanken zu dieser ganzen Sache gemacht und bin zum Schluss gekommen, dass es einen Versuch wert sein könnte, mir für einmal wirklich etwas vorzunehmen. Das muss nicht unbedingt eine Veränderung bedeuten; in meinem Fall möchte ich lieber gewisse Dinge einfach beibehalten. Und so verkünde ich hiermit meine Vorsätze für 2015:

  • Ich möchte mir weiterhin Zeit zum Zeichnen und Malen nehmen; kann ich diese Zeit nicht finden, sollte ich überlegen, einen Malkurs zu belegen.
  • Ich wünsche mir auf jeden Fall, meinen Blog am Leben zu halten. Höchstwahrscheinlich werde ich die Frequenz meiner Beiträge reduzieren müssen wenn ich anfange zu arbeiten, doch ich würde gerne weiterschreiben. Es ist einfach so lohnenswert, mit der Blog Sphäre in Verbindung zu bleiben.
  • Weiterrennen 🙂
  • Und zu guter Letzt: Weiterhin Spass haben an allem, was ich oben erwähnt habe, sonst höre ich besser auf damit. Doch ich sollte mir im Klaren sein, weshalb ich aufhöre.

Das wärs. Vier kleine Dinge, die ich in diesem Jahr leidenschaftlich gern getan habe. Von daher sollte es einfach sein, sie weiterzuverfolgen. Allerdings habe ich bereits einmal aufgehört zu Malen und Zeichnen, ganz einfach aus Zeitmangel. Doch das lag ganz einfach daran, dass ich ein anderes, sehr zeitaufwändiges Hobby hatte: Snowboarden. Somit sollte das schon klappen mit meinen Vorsätzen, es sei denn ich fange an, jedes Wochenende reiten zu gehen 😉 (was durchaus auch lustig wäre, versteht mich nicht falsch! Man kann aber einfach nicht alles machen…)

Da ihr nun (einige) meiner Ziele für das kommende Jahr 2015 kennt, nutze ich die Gelegenheit, um meinen grossartigen Freunden und meiner Familie da draussen von Herzen dafür zu danken, dass sie über tausende von Kilometern mit mir in Verbindung geblieben sind – und das seit über einem Jahr!! Ihr seid die Besten! Lasst uns das auch beibehalten, OK?!

Euch, euren Freunden und Familien alles Gute und – Frohes Neues Jahr 2015!!

Ressourcen & Quellen

  • Doodle 2015 von evozeta

A New Theme for a New Year

My new theme: Twenty Fourteen.
My new theme: Twenty Fourteen.

In case you’re one of the readers that follow my blog through my actual webpage evozeta.com you have certainly noticed that I’ve introduced a new theme to my blog. (Für Deutsch hier klicken) It wasn’t the easiest decision for me to make, especially because it meant I had to go over all the widgets and little knick-knacks and put them back into place as I had and liked before. I really liked my old theme for I felt it represented me and my personality quite well with the color scheme and the layout and all. So why change?

My former theme, Sunspot.
My former theme, Sunspot.

Because I’m more about the words than the photos the first and foremost reason for a change of theme was the readability. Though I was presented with a few variations in the old Sunspot theme to make the writing black on almost-white rather than white on almost-black, the color schemes I was offered for free simply didn’t correspond with my taste. In order to change it I would have had to buy an upgrade which I wasn’t willing to do (yet?). I don’t have a commercial blog so I feel that the work I put into it should suffice, I don’t want to spend a whole lot of money on it. All it has to do is keeping my folks in Switzerland informed on what I’m up to and sharing my thoughts with some like-minded spirits out there in the blog sphere.

So here we are now, with the new, so-called “Twenty Fourteen” theme and I have to say it starts to grow on me. It’s neat, it looks organized and things like buttons and the menu are pretty much where you expect them to be. Plus the color schemes it comes with by default are exactly my taste: Mostly greens and blues 🙂

Now as far as I see I’ve updated the page to the point where it was before the transition but I might have missed a thing or two. Please let me know if you’re frantically looking for something that seems to have disappeared all of a sudden. I would also be interested in your opinion on the new theme I’m using. Does this work for you? Do you like the now black on white writing better than the white on dark version? Is it clearer and neater, maybe less cluttered or quite the opposite?

Any response is welcome (well, you know, as long as it’s polite and factual) and I’m eager to hear/read your slant.

For now I wish you all the best, see you in a bit 🙂

Resources & Sources


Ein neues Layout für ein neues Jahr

Falls du zu denen gehörst, die meinem Blog über die eigentliche Website evozeta.com folgen, dann hast du bestimmt bemerkt, dass ich meinem Blog einen neuen Look verpasst habe. Es war nicht die einfachste Entscheidung für mich, besonders weil es bedeutete, dass ich die ganzen Widgets, Links und all den anderen Krimskrams wieder so platzieren musste, wie ich es im vorherigen Layout gehabt und gemocht hatte. Das alte Layout war mir inzwischen ziemlich ans Herz gewachsen, spiegelte es doch mit seiner Farbpalette und Anordnung meine Persönlichkeit ziemlich gut wider. Warum also alles ändern?

Da ich mehr mit Worten als mit Fotos arbeite, spielte die gute Lesbarkeit meines Blogs bei dieser Entscheidung die Hauptrolle. Auch wenn ich im alten Sunspot Layout einige Varianten zur Verfügung hatte um die Schrift fast-schwarz-auf-weiss anstatt fast-weiss-auf-schwarz darzustellen, so konnte ich doch keine Kombination finden, die meinem Geschmack entsprach. Um es meinen Wünschen entsprechend anzupassen, hätte ich einen Upgrade kaufen müssen, was ich (zumindest noch) nicht tun wollte. Ich führe keinen kommerziellen Blog und so finde ich, die Arbeit die ich hineinstecke, sollte genug sein, ich möchte nicht Unmengen von Geld dafür ausgeben. Alles was der Blog erreichen soll, ist meine Leute in der Schweiz auf dem Laufenden zu halten was ich so aushecke und meine Gedanken mit einigen Gleichgesinnten in der Blog-Sphäre da draussen teilen zu können.

Nun sind wir also hier, mit dem neuen sogenannten „Zwanzig Vierzehn“ Layout und ich muss gestehen, dass ich mich langsam aber sicher damit anfreunde. Es ist gepflegt, sieht ordentlich aus und Dinge wie Knöpfe und das Menü sind ziemlich genau da, wo man sie erwarten würde. Und die Farbpalette die es standardmässig mit sich bringt, entspricht genau meinem Geschmack: Mehrheitlich blau und grün 🙂

Soweit ich sehe, habe ich die Seite wieder so instand gestellt, wie sie vor dem Wechsel war, kann aber gut sein, dass ich ein, zwei Dinge übersehen habe. Lasst mich bitte wissen, falls ihr verzweifelt nach etwas sucht, das urplötzlich verschwunden zu sein scheint. Ausserdem würde mich auch eure Meinung zum neuen Layout interessieren. Passt das für euch? Mögt ihr den Text schwarz-auf-weiss besser als die weiss-auf-dunkel Version? Ist die Darstellung klarer und ordentlicher, möglicherweise weniger überladen oder doch eher das Gegenteil?

Jede Antwort ist willkommen (nun, ihr wisst schon, solange sie anständig und sachlich ist) und ich bin gespannt darauf, eure Meinung zu hören/lesen.

Für den Moment wünsche ich euch allen das Allerbeste, man sieht sich in Kürze wieder 🙂

Ressourcen & Quellen

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Three Nuts and a Kangaroo – Merry Christmas Everyone

The steps on which Cinderella lost her shoe.
The steps on which Cinderella lost her shoe.

When I think of Christmas in Switzerland there’s – apart from feasting and celebrating with my family and friends – one thing that comes to mind that I childishly miss: “Three Wishes for Cinderella”1. (Für Deutsch hier klicken) It is a Czechoslovak/East Germany fairy-tale movie production from the early 1970. The plot is fairly simple and pretty much what you expect from a Cinderella story: A young woman’s life, put upon by her stepmother and stepsisters, takes a long expected most surprising twist when a handsome prince shows up. As is to be expected, Cinderella does not simply fall into the prince’s arms but must actively be pursued by the handsome young man, who is (quite positively I believe) surprised to find that his inamorata is a skilled bow woman and prone to wearing hunting outfits. Naturally, in the course of his courting the handsome prince has to fight off the poor girl’s recalcitrant step family. But thanks to three wishes that Cinderella gains from three magic nuts the two find together and live happily ever after. Every time. Amazing. Heart-warming. Super syrupy. And therefore the perfect film to be shown on various German TV channels several times between Christmas and New Year’s Day. Actually, several times on Christmas Eve alone.

And Christmas Eve is my cue: In a Swiss child’s head, the most important day of all the Christmas Holidays is Christmas Eve, December 24th. That’s why most offices in Switzerland close at noon (if they even bother to open up) and shops at 4 pm. Christmas Eve is the day when families gather up to sing songs, tell old tales about past Christmases and have a great feast. In the olden days when I was still a kid the typical dinner would consist of smoked ham and potato salad plus some kind of dessert. I forgot what it usually was for it’s the one day when kids even forget their dessert for Christmas Eve is when the Christ Child – and not Santa – would place the gifts beneath the Christmas tree (and not into some stocking or sock). The evening would often end with a visit to the local church to attend the midnight mass. One thing that still confuses me is the Christ Child. As far as I know the Christ Child is supposed to be Baby Jesus. But for some reason the Christ Child is usually (or let’s say in 80% of the cases) depicted as a female angel. What happened there? I don’t know; it’s a mystery to me.

Anyway, December 25th is Christmas Day of course, and all the offices, shops and businesses in general are closed. There used to be a time when even all the movie theaters and gas stations were closed. Not so anymore, I believe. Anyway, Christmas Day is mostly used to see the other family members or friends that you didn’t visit the night before. Mostly it goes like this: A family visits the mother’s parents on the 24th and then the dad’s parents on the 25th. Or something like that. After Christmas Day follows simply the Second Christmas Day or – as I call it – Saint Stephen’s Day which is also a public holiday in Switzerland. As it is in many states of the U.S. as far as I’m informed. Just recently I read somewhere that it is also celebrated as a holiday in most of Texas.

Now the British made a little something different out of December 26th which is widely known as “Boxing Day”. As a child – or teenager… whenever I started learning English anyway – I made the obvious connection between Boxing Day and… boxing kangaroos! Unfortunately, that turned out to be wrong. Kind of a pity if you ask me. It has nothing to do with kangaroos or the sport of boxing. Quite on the contrary. It was first mentioned as early as 16632 that servants would receive “Christmas boxes” from their employers which were filled with gifts, bonuses and sometimes leftover food to take home to their families. It was also usually the day when tradespeople were given extra money for their good service throughout the year. I doubt any one of them ever got three nuts and if so I’m not sure they understood they would each carry a granted wish.

20141224_Merry-xmasMy wish to you, my dear followers, is that of a Merry Christmas, Happy Holidays and – in case I forget to mention it later on – a very Happy New Year!!

Resources & Sources

  • 1Link Three Wishes for Cinderella by IMBD – validated 12/23/2014
  • 2Source Wikipedia
  • Photo Merry Christmas by evozeta
  • Photo Steps on which Cinderella lost her shoe by Wikipedia – validated 12/23/2014

Drei Nüsse und ein Känguru – Frohe Weihnachten allerseits

Wenn ich an Weihnachten in der Schweiz denke, fällt mir – nebst Schlemmen und Feiern mit der Familie und Freunden – vor allem eine Sache ein, die ich kindisch vermisse: „Drei Nüsse für Aschenbrödel“1. Es handelt sich um eine Tschechoslowakisch/Ostdeutsche Märchenverfilmung aus den frühen 1970er Jahren. Die Handlung ist simpel genug und ziemlich genau, was man von einem Aschenbrödel Film erwartet: Das Leben einer jungen Frau, von Stiefmutter und –schwestern ausgenutzt, nimmt eine lang erwartete höchst unverhoffte Wendung, als ein gutaussehender Prinz auftaucht. Wie zu erwarten fällt aber Aschenbrödel nicht einfach in dessen Arme, sondern muss vom attraktiven jungen Mann, der einigermassen (positiv wie mir scheint) überrascht ist, dass seine Angebetete eine bewandte Bogenschützin ist, die sich gerne in Jagdkleidung wiederfindet, aktiv umworben werden. Selbstverständlich muss der hübsche Prinz während er seiner Dame den Hof macht kontinuierlich deren aufsässige Stief-Familie bekämpfen. Doch dank drei Wünschen die Aschenputtel mittels drei magischer Nüssen gewährt bekommt finden die beiden zusammen und leben glücklich bis an ihr Lebensende. Jedesmal. Verblüffend. Herzerwärmend. Zuckersüss. Und darum perfekt, um zwischen Weihnacht und Neujahr etliche Male auf diversen Deutschen Fernsehkanälen gezeigt zu werden. Sogar etliche Male nur schon am 24. Dezember.

Und 24. Dezember ist mein Stichwort: Im Kopf eines Schweizer Kindes ist der 24. der wichtigste aller Weihnachtstage. Deshalb schliessen auch die meisten Büros in der Schweiz am 24. bereits am Mittag (falls sie denn überhaupt öffnen) und die Läden um 16 Uhr. Am 24. Dezember treffen sich die Familien um Lieder zu singen, alte Weihnachtsgeschichten zu erzählen und grossartig zu Schlemmen. Zu guten alten Zeiten, als ich noch ein Kind war, bestand das typische Abendessen aus einem Rollschinken und Kartoffelsalat sowie irgend einem Dessert. Letzteres habe ich irgendwie vergessen, denn der 24. Dezember ist der Tag, an dem Kinder sogar ihren Nachtisch vergessen, denn an jenem Abend legt das Christkind – und nicht Santa – die Geschenke unter den Weihnachtsbaum (und stopft sie nicht in irgend einen Strumpf oder eine Socke). Der Abend endete damals meist mit dem Gang in die Kirche, wo wir der Mitternachtsmesse beiwohnten. Eine Sache am Christkind verwirrt mich indessen immer noch. Soweit ich weiss steht Christkind für das Baby Jesus. Doch aus irgend einem Grund wird das Christkind meistens (oder sagen wir in 80 % der Fälle) als weiblicher Engel dargestellt. Was ist denn da geschehen? Keine Ahnung; es ist mir ein Rätsel.

Wie dem auch sei, der 25. Dezember ist natürlich auch in der Schweiz der Weihnachtstag und alle Büros, Läden und überhaupt Geschäfte sind grundsätzlich geschlossen. Es gab einmal die Zeit, in der selbst Kinos und Tankstellen geschlossen waren. Doch dem ist, glaube ich, nicht mehr so. Wie auch immer, der Weihnachtstag wird meist dazu genutzt, die anderen Familienmitglieder oder Freunde, die man abends zuvor nicht gesehen hat, zu besuchen. Meist geht das folgendermassen: Eine Familie besucht am 24. die Eltern der Mutter und am 25. die Eltern des Vaters. Oder sowas. Nach dem Weihnachtstag folgt dann ganz einfach der zweite Weihnachtstag oder – wie ich es nenne – der Stephanstag, welcher ebenfalls ein offizieller Feiertag ist in der Schweiz. Wie auch in einigen Staaten der USA, soweit ich informiert bin. Erst kürzlich habe ich irgendwo gelesen, dass er auch in Teilen von Texas offiziell gefeiert wird.

Die Engländer haben ja nun ein wenig etwas anderes aus dem 26. Dezember – weithin als „Boxing Day“ oder zu Deutsch „Schachtel Tag“ bekannt – gemacht. Als Kind – oder Teenager… wann immer ich auch angefangen habe Englisch zu lernen – machte ich die offensichtliche Verbindung zwischen „Boxing Day“ und… boxenden Kängurus! Leider hat sich diese Verbindung als falsch herausgestellt. Irgendwie schade, wenn man mich fragt. Jedenfalls hat der Tag nichts mit Kängurus oder dem Sport Boxen zu tun. Ganz im Gegenteil. Der Festtag wurde zum ersten Mal bereits im Jahre 16632 erwähnt, als das Servicepersonal von „ihren“ reichen Familien „Weihnachtsschachteln“ gefüllt mit Geschenken, Bonussen und manchmal übrig gebliebenem Essen überreicht bekam, die sie nachhause zu ihren Familien nehmen konnten. Der Tag nach Weihnachten war üblicherweise auch der Tag, an dem die Geschäftsleute ein wenig zusätzliches Geld für guten Service während des Jahres kriegten. Ich bezweifle, dass einer jemals drei Nüsse bekommen hat und falls doch, dann bin ich mir nicht sicher, ob sie verstanden hätten, dass jede Nuss einen Wunsch erfüllen würde.

Mein Wunsch an euch, liebe Leser, ist der einer frohen Weihnacht, glücklicher Festtage und – sollte ich es später vergessen zu erwähnen – eines äusserst glücklichen neuen Jahres!!

Ressourcen & Quellen

  • 1Link Wikipedia – überprüft 23.12.2014
  • 2Quelle Wikipedia
  • Foto Merry Christmas von evozeta
  • Foto Treppe, auf welcher Aschenbrödel ihren Schuh verloren hat von Wikipedia – überprüft 23.12.2014

 

 

Santa and his sidekick

After getting lost in some non-Christmassy business lately, I’ve found my way back to the holiday spirit after reading about the Swiss tradition of St. Nicholas visiting the children on December 6th. Unlike in the U.S. where Santa Claus sticks his presents into some sock or stocking on Christmas night the tradition in Switzerland looks a tad different. (Für Deutsch hier klicken)

"Samichlaus", "Schmutzlis" and donkey.
“Samichlaus”, “Schmutzlis” and donkey.

First of all, in celebration of the patron saint of children St. Nicholas day is celebrated as mentioned on December 6th. In contrast to an ever more commercialized Christmas, St. Nicholas day is still a very traditional holiday. Based on the “original” Nicholas who was a bishop in what is now Turkey, the Swiss St. Nicholas – or “Samichlaus” in Swiss German – is usually dressed in red complete with fluffy white beard, miter, staff and a fat book with all the children’s names in it. As in the U.S., “Samichlaus” knows exactly who has been good and who’s been baaaad. The well behaved children are rewarded with little gift bags filled with chocolate, peanuts, ginger bread and tangerines while the naughty ones receive some sage advice and a rod. Yep, a rod. Now that’s where one of St. Nicholas’ sidekicks comes into play. That’s right, Santa appears out of the woods not all by himself but with a whole company of companions: First there is the donkey to carry all of the little gift bags. Then there are usually some acolytes that jingle bells to announce the approaching Santa and to hold his staff while he’s reading to the children from his big book. And as far as I remember from my own youth we also had a bunch of dwarfs swarming around Santa, though I can’t really put them into context. Maybe it’s a variation of the elves? But the most prominent of all these accompanying folks is probably the “Schmutzli” – in Germany known as “Knecht Ruprecht” – a black clad figure with a soot-blackened face. It seems he originally represented the evil spirits of winter and later on turned into Nicholas alter-ego to serve as the punisher who treats the children whose behavior has not been quite up to scratch throughout the year to a little spanking with a broom of twigs. Of course, this is never nor has it ever actually been done, therefore the symbolic handing over of a rod 😉

In my late teens I was invited to help as one of the acolytes. The whole St. Nicholas visiting business in Switzerland is solely based on voluntary work so they are always eager to sign up volunteers. Since I didn’t have anything better to do I joined in happily. What’s not to like about some dressing up, jingling bells and visiting children that are immobile with fear of what Santa might say (or do) if he actually knows that he’d snuck mummy’s contraceptive pills into daddy’s coffee? Still, the piece that convinced me to take part in the Holiday fun was a friend’s story. He had served as Nicholas for a couple of years already and told me some of the stories that he encountered during his Santa service. One time he visited a little boy and usually Santa starts off asking some rather innocent questions to find out whether the kid has been practicing for school or such things. So my friend, aka Santa, asked the boy whether he was playing an instrument. The little boy replied shyly: “Yes, the flute.” “And do you like it?” Santa inquired. The boy glanced around at his parents and after a slight hesitation answered very quietly: “No.” So Nicholas went ahead: “Then what is it that you would like to play?” And the answer came quick like a shot: “Dad’s electric guitar!” Now that got my friend started: He told the boy if he played a song on his flute he would in turn play something for him on dad’s electric guitar. The little guy whizzed off into his room to get the flute out, played his little song, very eager to see Santa play on his dad’s electric guitar. Which he did. They jammed a little together until it was time to hand over the treats and leave for the next kid in the big book. What an experience for the little lad.

Sometimes even Santa's in a hurry...
Sometimes even Santa’s in a hurry…

Well, my big moment as Santa’s helper looked a wee bit different. After having to work later than anticipated on that day I was forced to join Nicholas crew without having any dinner. You can probably imagine that December in Switzerland can be a very cold affair so after we entered the first – quite frankly totally overheated – living room it didn’t take long for my metabolism to collapse under the lack of food and the heat streaming right to my head which unfortunately ended in… me collapsing right in the middle of the living room onto Santa’s lap… Well, I guess that was a sight the youngster we visited hasn’t forgotten any time soon.

Now in case I stirred a deeper interest in you for this very Swiss tradition, here’s two links to some articles about “Samichlaus” and his “Schmutzli”: Keeping up the St. Nicholas Tradition and Schmutzli – the Swiss Santa’s sinister Sidekick.

BTW: Don’t worry about the Swiss children and their Christmas presents – they too get their presents, though not from Santa. But let me elaborate on that a little later this week.

Resources & Sources


Der Samichlaus und sein Kumpel

Nachdem ich mich die letzten Tage vermehrt mit nicht-weihnächtlichen Angelegenheiten auseinandersetzen musste, habe ich beim Lesen über die schweizerische Samichlaus-Tradition meinen Weg zurück zum Weihnachtsgedanken gefunden. Während Santa in den Staaten seine Geschenke in der Weihnachtsnacht in extra dafür aufgehängte Socken und Strümpfe stopft, sieht die Tradition in der Schweiz etwas anders aus.

Zunächst einmal findet die Feier zu ehren des Schutzpatrons der Kinder, St. Nikolaus, am 6. Dezember statt. Entgegen der immer mehr dem Kommerz verfallenden Weihnacht, handelt es sich beim Samichlaus-Tag nach wie vor um einen sehr traditionellen Feiertag. Basierend auf dem echten Nikolaus, einem Bischof, der im vierten Jahrhundert in der heutigen Türkei unterwegs war, trägt der Schweizer Samichlaus stilecht rot und ist komplett mit weissem Rauschebart, Bischofsmütze, Bischofsstab und einem fetten Buch, das sämtliche Namen aller Kinder enthält, ausgestattet. Wie in den USA weiss Santa auch in der Schweiz genau wer gut und wer böööööse war. Die artigen Kinder werden mit einem Geschenksäckchen voll mit Schokolade, Erdnüssen, Lebkuchen und Mandarinen belohnt, während die ungezogenen Kleinen eher weisen Rat und eine Rute vom Nikolaus erhalten. Ja, eine Rute. Und das ist der Moment, wo einer von Santa’s Helfern ins Spiel kommt. Richtig, Samichlaus taucht mit einer ganzen Horde von Kumpeln auf: Zuerst wäre da mal der Esel, der geduldig die ganzen kleinen Geschenksäcke buckelt. Dann sind da üblicherweise einige Messdiener mit dabei, welche mittels Geläut von kleinen Glöckchen die Ankunft des Klauses ankündigen und jeweils seinen Stab halten, während Santa den Kindern aus dem dicken Buch vorliest. Und soweit ich mich aus meiner eigenen Jugend erinnern kann waren da noch ein Haufen Zwerge mit dabei, die ich aber nicht wirklich einordnen kann. Vielleicht eine Variation von Santa’s Elfen? Doch der prominenteste unter all diesen Begleitern ist wahrscheinlich der „Schmutzli“ – in Deutschland auch als „Knecht Ruprecht“ bekannt – eine in Schwarz gekleidete Figur mit einem russgeschwärzten Gesicht. Wie es scheint, stand seine Figur ursprünglich für die bösen Geister des Winters und wandelte sich später zu Samichlaus‘ zweitem Ich, das den Kindern, deren Verhalten während des Jahres zu wünschen übrig liess, mittels eines Rutenbesens etwas den Hintern versohlt. Natürlich findet eine solche Züchtigung in Wahrheit nie statt noch hat sie je stattgefunden, daher die blosse symbolische Übergabe der Rute zu Erinnerungszwecken 😉

In meinen späten Teenagerjahren wurde ich um Mithilfe in der alljährlichen Tradition in Form eines der Messdiener gebeten. Diese ganze Samichlaus-Besuchs-Aktion wird in der Schweiz ausschliesslich durch Freiwillige organisiert und so ist man immer auf der Suche nach Helfern. Da ich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich viel besseres zu tun hatte, stellte ich mich gerne zur Verfügung. Was gibt es auszusetzen an ein wenig Verkleiden, Glocken läuten und Kinder besuchen, die reglos sind vor Angst davor was der Samichlaus sagen (oder tun) könnte, wenn er tatsächlich herausgefunden hat, dass der Kleine Mamis Verhütungspille in Papas Kaffee geschmissen hat? Trotz dieser Verlockung war es die Geschichte eines Freundes, die mich dazu bewog, ins weihnachtliche Geschehen mit einzusteigen. Dieser Freund hatte bereits seit einigen Jahren als Samichlaus gedient und erzählte mir eine Geschichte, die er dabei erlebt hatte. Eines Tages besuchte er mit seinen Helfern einen kleinen Jungen und meist startet der Samichlaus seinen Besuch mit einigen eher harmlosen Fragen um herauszufinden, ob das Kind auch brav für die Schule gelernt hat oder so was. Mein Freund, eben auch als Samichlaus bekannt, fragte also den Jungen, ob er denn ein Instrument spiele. Der Kleine antwortete schüchtern: „Ja, Flöte.“ „Und, spielst du gerne Flöte?“ wollte Samichlaus wissen. Der Junge warf einen kurzen Blick in Richtung seiner Eltern und antwortete sehr leise: „Nein.“ Also antwortete Nikolaus: „Welches Instrument möchtest du den gerne spielen?“ Und die Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: „Papa’s elektrische Gitarre!“ Damit war mein Freund in seinem Element: Er versprach dem Jungen, wenn er ihm ein Lied auf seiner Flöte vorspiele, würde er im Gegenzug etwas auf Papas Gitarre spielen. Der kleine Kerl zischte weg in sein Zimmer um seine Flöte zu holen, spielte ein kleines Liedchen und war ganz offensichtlich sehr begierig darauf, Santa auf der elektrischen Gitarre spielen zu sehen. Was dieser denn auch tat. So spielten sie ein wenig zuammen bis es an der Zeit war, die Süssigkeiten zu übergeben und sich auf den Weg zum nächsten Kind im dicken Buch zu machen. Was für ein Erlebnis für den kleinen Burschen.

Nun, mein grosser Moment als Nikolaus‘ Helfer sah ein klein wenig anders aus. Nachdem ich an besagtem Tag länger als erwartet arbeiten musste, war ich gezwungen, mich Samichlaus‘ Mannschaft ohne Abendessen anzuschliessen. Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, dass Dezember in der Schweiz eine sehr kalte Angelegenheit sein kann und als wir die erste – ehrlich gesagt total überheizte – Stube betraten dauerte es auch nicht lange und mein Metabolismus kollabierte unter dem Nahrungsmangel und der Hitze, die schlagartig in meinen Kopf stieg. Dies endete unglücklicherweise darin… dass ich mitten im Wohnzimmer auf Santas Schoss kollabierte… Nun, ich denke mir das war ein Bild, das die Kinder auch nicht so schnell vergassen.

Falls ich nun mit meinen Erzählungen ein tieferes Interesse für diese sehr schweizerische Tradition schüren konnte, findet ihr folgend zwei Links auf englischsprachige Artikel zu den Themen der Aufrechterhaltung der Samichlaus-Tradition und Der Schmutzli – des Schweizer Nikolaus‘ finsterer Kumpel.

Übrigens: Macht euch keine Sorgen über die Schweizer Kinder und ihre Weihnachtsgeschenke – sie kriegen auch welche, allerdings nicht vom Samichlaus. Doch lasst mich dieses Thema später diese Woche etwas ausführlicher behandeln.

Ressourcen & Quellen

A Pain Felt from Afar

Over the weekend I wanted to see what’s going on in my homeland, Switzerland. After I last dropped in on the Swiss newspaper “20 minutes” on December 1st (to check the results of the national votes that had taken place on November 30 in which I, as a good and grateful Swiss citizen, participated) I was curious what would expect me this time. And oho, was my curiosity rewarded (though I find this a most inappropriate word to use in this context). More than I would care for.

What I learned was that Friday night, December 12th a group of protesters organized an unapproved demonstration through Zurich that left a swath of destruction in its wake. The images that presented themselves to me in the online newspaper reminded me of a war zone or at least a conflict area. I was and still am shocked.

The whole mess started rather harmlessly: A SMS with the keyword “äRTeäS“ (which is the Swiss German phonetic spelling of the English abbreviation “RTS”) called the interested parties to meet up at 10 pm to celebrate in Zurich’s public squares and parks. RTS is a collective that is active all over the world. It stands for the ideal that public spaces, parks and streets are – as the name suggests – public areas and thus there for everyone to use and enjoy. The group is opposed to the increasing commercialization of public property and holds the view that cars are mainly responsible for the increased congestion of cities. Therefore, so-called RTS demonstrations usually consist of people partying in public areas and sometimes even taking over roads in order to create a few hours of “car-free” delight. Not too outrageous a mindset if you ask me, maybe even a view that is shared or at least accepted by many.

Unfortunately, in addition to the above mentioned SMS the organizers also handed out flyers. And they show clearly that something bigger was planned in advance; following the translation of the flyer:

Translation of the named flyer.
Translation of the named flyer.

Left in the wake of the demonstration that degenerated into a street battle: A damage of several hundred thousand Swiss Francs, small businesses that have been paralyzed or even catapulted out of the holiday business, troubled neighbors and a middle class that might move even more to the right politically after “the leftists” organized such a mess. But fact is it’s never just “the leftists”. And neither just the “RTS” followers. Those responsible for such degeneration are the same individuals who visit soccer or hockey games only to wait for the smallest detuning between the fans to use it as a reason for vandalism. Why do they do that? Good question. I only know one thing: They blame “your” system for what goes wrong in their lives. They ignore to see that they, too, are part of this system, and thus the responsibility to change it if they don’t like it lies with them too. I hope the police will be able to convict at least some of the culprits. It would only be right if they had to pay for the damage they caused. Even if it means they would have to pay off all their life. After all, some of those shops owners probably toiled all their lives to get where they were last week, too.

You may wonder why that makes me – who has been living in a country for over a year now in which murder and manslaughter are almost commonplace events (which is hardly surprising considering the size of the country) – feel so low. Well, I think that fact actually reinforces my outrage and shock at the goings-on in Switzerland even more. I slowly start to understand why so many Americans consider Switzerland a paradise and such a delightful spot of land. It’s not only because of the stunning nature and unparalleled cleanliness and punctuality, but mostly because everything is so orderly and peaceful and therefore – despite the cultural diversity – violence is still the exception. I sincerely hope it stays that way.

Resources & Sources

  • Original image RTS flyer via Züritipp Stadtblog – validated 12/15/14.
  • English article on Riots in Zurich on euronews.com – validated 12/15/14
  • Featured image Reclaim the streets banner via Google search labeled for reuse, courtesy of worldofdrjustice.blogspot.com

 Am Wochenende wollte ich wieder einmal wissen, was in der Schweiz so los ist. Nachdem ich am 1. Dezember 2014 zum letzten Mal in die „20 Minuten“ geguckt hatte, war ich gespannt, was mich erwarten würde. Und oho, wurde ich überrascht. Mehr als mir lieb war.

So musste ich erfahren, dass in der Nacht vom Freitag, 12. Dezember, auf den Samstag eine Gruppe Demonstranten einen unbewilligten Umzug durch Zürich organisiert hatte, der eine Schneise der Verwüstung hinterliess. Die Bilder, die mir da in der Online-Zeitung geboten wurden, liessen mich an Kriegs- oder zumindest Krisengebiete denken. Ich war und bin noch immer geschockt.

Angefangen hatte die ganze Misere eher harmlos: Eine SMS mit dem Stichwort „äRTeäS“ (schweizerdeutsche, phonetische Schreibweise der englischen Abkürzung „RTS“) forderte die Interessenten auf, sich um 22 Uhr zu versammeln, um an öffentlichen Plätzen und in Parks Partys zu feiern. RTS ist ein auf der ganzen Welt verbreitetes Kollektiv, das daran erinnert, dass öffentliche Plätze, Parks und Strassen Gemeingut sind und somit für alle zur Benutzung freistehen. Die Gruppe setzt sich gegen die vermehrte Kommerzialisierung von öffentlichem Grund ein und ist der Meinung, dass vor allem Autos für die vermehrte Verstopfung der Städte verantwortlich sind. Daher werden sogenannte RTS Demonstrationen mittels Parties auf öffentlichem Boden organisiert, teilweise werden auch Strassen übernommen, um einige „Auto-freie“ Stunden zu erzwingen. Grundsätzlich nichts zu haarsträubendes und sicherlich Gedankengut, das von vielen geteilt oder zumindest akzeptiert wird.

Leider wurden zusätzlich zur SMS auch Flyer verteilt. Und die haben es in sich und zeigen, dass bereits im Vorfeld etwas weitaus Grösseres geplant war:

Aufruf zur gewaltsamen Demonstration.
Aufruf zur gewaltsamen Demonstration.

Das Fazit der Demonstration, die in eine Strassenschlacht ausartete: Etliche hunderttausend Franken Schaden, Kleingewerbe, die lahmgelegt oder gar aus dem Weihnachtsgeschäft katapultiert wurden, verstörte Nachbarn, ein Mittelstand, der wohl politisch noch mehr nach rechts rückt, nachdem „die Linken“ eine solche Sauerei veranstaltet haben. Tatsache jedoch ist, es sind nie einfach nur „die Linken“. Es sind auch nicht nur die „RTS“ Anhänger. Die Verantwortlichen für diese Ausartung sind die gleichen Individuen, die an Fussball- oder Hockeyspiele gehen, um die kleinste Verstimmung zwischen den Fan-Reihen zur Vandale zu nutzen. Warum sie das tun? Gute Frage. Ich weiss nur eines: Sie beschuldigen „euer“ System dafür, was in ihrem Leben schief läuft. Dass sie Teil dieses Sytems sind und damit die Verantwortung, dieses zu ändern wenn es ihnen nicht gefällt, auch bei ihnen liegt, das sehen sie nicht. Schade. Ich hoffe, einige der Übeltäter können überführt werden. Es wäre richtig, wenn diese Vandalen für ihre Schäden aufkommen müssten. Und wenn das heisst, dass sie ihr Leben lang abzahlen müssen. Schliesslich haben andere auch ihr Leben lang geschuftet, um dahin zu kommen, wo sie mit ihrem Laden letzte Woche waren.

Ihr mögt euch nun fragen, weshalb mich das so mitnimmt, lebe ich doch seit etwas über einem Jahr in einem Land, in dem Mord und Totschlag quasi an der Tagesordnung sind. Nun, ich glaube, das verstärkt meine Empörung und Erschütterung über die Vorgänge in der Schweiz noch mehr. Langsam begreiffe ich, weshalb so viele Amerikaner die Schweiz als Paradies und perfektes Fleckchen Erde bezeichnen. Nicht nur der atemberaubenden Natur und der unvergleichlichen Sauberkeit und Pünktlichkeit wegen, sondern vor allem, weil grösstenteils alles so geordnet und friedlich zugeht und damit – trotz der grossen kulturellen Diversität – Gewalt noch immer die Ausnahme ist. Ich hoffe fest, das bleibt so.

Ressourcen & Quellen

Welcome to the CLUB, MAN!

May I introduce you to...
May I introduce you to…

Though I had every intention to remain in a Christmassy spirit life kind of interfered and I got carried away with the latest developments. (Für Deutsch hier klicken) Even after more than a year, there are still things that I simply haven’t internalized yet. Such as the need for a set of wheels. And I’m not talking about a bicycle or skateboard here. I need to get a car. Before I even think of applying for a job I need an automobile. Without a ride you’re a Nobody around here. After all, no one knows whether you’d ever make it to the office in time if you rely on public transportation. And who wants to hire someone who can never be sure to show up at the bureau on time. Or show up at all.

...Adam, my new MINI Cooper Clubman.
…Adam, my new MINI Cooper Clubman.

Accordingly, I bowed to the market’s pressure and went car shopping online. To my surprise I discovered that MINI’s here don’t cost more than other cars. So no “coolness surcharge” for the MINI brand in Texas (or generally in America). Anyway, I had compiled a few lists when on Tuesday night my fine husband comes rushing out of his office presenting me with a super-duper deal he just found online. To my delight the offer was for a MINI Cooper Clubman.

:-)
🙂

The next morning I contacted the dealer to arrange for a test drive. And we were able to pass by the very same day. So on Wednesday afternoon around 3 pm we pulled up in front of MINI of Austin and were kindly welcomed in my dream store. I could hardly calm myself over seeing all the great MINI’s and I expected to either have a “MINI-gasm” or suffering an absolute MINI overdose. Though the latter is quite unthinkable for me. Where other cars leave me absolutely cold MINI’s warm my heart and I simply cannot get enough of them.

One of the Clubman's peculiarities: The extra door to the rear seats.
One of the Clubman’s peculiarities: The extra door to the rear seats.

As it sometimes goes in life things can speed up very quickly once you have made up your mind and everything fits together perfectly. And that’s what happened here. Only a few hours later, at 7 pm, I was able to proudly drive my new vehicle home. Without even having touched on dollar. For this to happen, I once again hat to bend my Swiss mentality quite a bit. While I was brought up in the believe that one should avoid falling into debt if in any way possible –meaning not to live beyond your means – as it can cause a lot of problems on the one hand, but on the other hand also casts a bad light on your credit worthiness, all of this works a little differently here in the U.S. Had I wanted to finance the MINI myself, I would have gotten a way worse interest rate than my beloved husband. Because without a credit history you’re a

The Clubman's very special trunk doors.
The Clubman’s very special trunk doors.

Nobody in the U.S. Or let’s say you’re simply not trustworthy. For a potential money lender has no clue as to whether you make your payments on time or not because house or apartment rent and phone bills do not appear on your credit file (as far as I know). Thus, you have to painstakingly build a credit report, i.e. start off with high interest rates and earn yourself a reputation to finally get the best conditions. In my case, that’s not quite as drastic as I can benefit from my fine husband’s credit worthiness, so I don’t have to start at the very bottom. Nevertheless, I still have some catching up to do because if let’s say I ever want to get a credit card in my own name, a non-existent credit record could have drastic consequences: Over here with a poor or inexistent credit history you can get punished with an interest rate as high as 24 % on outstanding credit card bills. However, if you are known as a good payer you are offered an attractive rate of 10 %. In Switzerland, the former number would be considered usury. There, the interest rates range between 9,5 % and 15 %.

Well, the job search is thus definitely on for me now so I – instead of my husband – can actually pay off my beloved car. I’m pleased. And I’m really looking forward to this new chapter. And above all, to the many snappy car rides in my new nippy little car 🙂

Resources & Sources


Eigentlich wollte ich ja ein wenig im weihnachtlichen Geiste verbleiben, doch dann hat das Leben dazwischen gefunkt und die neusten Entwicklungen haben mich mitgerissen. Selbst nach über einem Jahr gibt es immer noch Dinge, die mir einfach nicht verinnerlicht sind. Wie beispielsweise die Notwendigkeit eines fahrbaren Untersatzes. Und ich spreche hier nicht von Velo oder Skateboard. Ein Auto muss her. Bevor ich überhaupt daran denke, mich bewerben zu gehen, brauche ich ein Automobil. Denn ohne Karre wirst du hier gar nicht eingestellt. Denn schliesslich weiss ja keiner, ob du es jemals pünktlich in die Bude schaffst, wenn du hier von den ÖV abhängig bist. Und wer will schon jemanden anheuern, bei dem man nie so recht weiss, wann er/sie im Büro auftauchen wird. Und ob überhaupt.

Entsprechend habe mich dem Druck des Marktes gebeugt und bin online Autos shoppen gegangen. Zu meinem Erstaunen durfte ich feststellen, dass hier MINI’s nicht mehr kosten als andere Autos. Also kein „Coolness-Zuschlag“ für die Marke MINI in Texas (oder sagen wir generell in Amerika). Jedenfalls hatte ich mir so ein paar Listen zusammengestellt, als Dienstagabend der feine Herr Gemahl aus seinem Büro geeilt kommt und mir ein super tolles Angebot unter die Nase hält. Zu meiner grossen Freude handelte es sich um einen MINI Cooper Clubman.

Am nächsten Morgen kontaktiere ich umgehend den Händler, um eine Testfahrt zu vereinbaren. Und noch gleichentags können wir vorbei. So fahren wir am Mittwoch gegen 3 Uhr nachmittags bei MINI of Austin vor und werden freundlichst in meinem Traumladen willkommen geheissen. Als ich mich kaum einkriegen kann ob all der tollen MINI’s befürchte ich, dass ich entweder einen „MINI-gasm“ kriege oder eine absolute MINI-Überdosis erleide. Letzteres ist aber für mich undenkbar. Wo mich andere Autos absolut kalt lassen, kann ich von MINI’s nicht genug kriegen.

Wie das manchmal so läuft im Leben, gehen die Dinge dann jeweils sehr schnell, wenn man sich mal festgelegt hat. So auch in diesem Fall. Bereits um 7 Uhr abends fahre ich stolz mein neues Gefährt nach Hause. Ohne auch einen Dollar angefasst zu haben. Ja, hier musste meine Schweizer Mentalität wieder einmal kräftig gebeugt werden. Während ich dazu erzogen wurde, mich wenn irgend möglich nicht in Schulden zu stürzen – sprich nicht über meine Verhältnisse zu leben – da dies einerseits viele Probleme mit sich bringen kann, andererseits aber auch ein schlechtes Bild auf meine Kreditwürdigkeit wirft, läuft das hier etwas anders. Hätte ich selbst den MINI finanzieren wollen, hätte ich eine um einiges schlechtere Zinsrate erhalten als mein geliebter Ehemann. Denn hier in den Staaten bist du ohne Kreditakte ein Niemand. Oder sagen wir, ganz einfach nicht vertrauenswürdig. Denn ein potentieller Kreditgeber hat keinen Anhaltspunkt darauf, wie pünktlich du deine Zahlungen machst, da Haus- oder Wohnungsmiete und Telefonrechnungen nicht in der Kreditakte erscheinen (soweit ich weiss). Somit musst du dir mühsam eine Kreditakte aufbauen, sprich mit hohen Zinsen anfangen und dir eine Reputation verdienen, um schliesslich die besten Konditionen zu erhalten. In meinem Fall ist das nicht ganz so drastisch, da ich von der Kreditwürdigkeit meines feinen Gatten profitieren kann, somit muss ich nicht ganz unten anfangen. Trotzdem habe ich noch etwas Aufholbedarf, denn möchte ich mir beispielsweise eine Kreditkarte nur auf meinen Namen zulegen, kann das drastische Folgen haben: Mit einer schlechten oder non-existenten Kreditgeschichte kriegst du hier durchaus 24 % auf ausstehende Kreditkartenrechnungen gedrückt. Wenn du jedoch als guter Zahler bekannt bist, dann werden dir attraktive 10 % geboten. In der Schweiz würde erstere Zahl unter Wucher laufen (gemäss ktipp.ch 15 %). Dort bewegen sich die Zahlen so zwischen 9,5 % und 15 %. Natürlich hätte ich das Auto auch einfach bar bezahlen können, aber dann hätte ich mir eben die Möglichkeit, mir eine bessere Kreditwürdigkeit zu erarbeiten, verbaut.

Nun gut, jedenfalls ist somit für mich definitiv die Jobsuche angesagt, damit ich dann auch mein geliebtes Auto abzahlen kann. Und nicht alles an meinem werten Herr Gemahl hängen bleibt, der arme Kerl. Mich freut‘s. Ich sehe diesem neuen Abschnitt mit Spannung entgegen. Und vor allem vielen schnittigen Autofahrten mit meinem neuen Flitzer 🙂

Ressourcen & Quellen

  • Alle Fotos von MINI of Austin, McNeil Drive, Austin TX 78729
  • Link Wucherzinsen Schweiz – überprüft 11.12.2014

Everyday life of a Swiss… no longer in Texas.