My daily reading

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Pennybacker Bridge
Pennybacker Bridge

Kurz nach unserem Einzug in Austin habe ich eine Regionalzeitung aus dem Briefkasten gefischt. Als interessierte Bürgerin vergrub ich natürlich umgehend meine Nase darin. Es war weniger schlimm als erwartet: Zwar prangten wie befürchtet auf jeder zweiten Seite irgendwelche Reklamen, vorwiegend für Schönheitsbehandlungen jeglicher Art, doch ich fand auch einige vielversprechende Informationen. Beispielsweise zum, wie ich ihn nenne, „Austin Coathanger“, der Stahlbrücke die so viele Bilder von Austin ziert. Offiziell heisst sie «Pennybacker Bridge», nach dem Brückenbauer Percy Pennybacker, der anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts für das Texas Highway Department Brücken entworfen hat. Allgemein ist das Stahlgebilde aber ganz einfach als die „360 Brücke“ bekannt, weil sie den Highway 360 über den Austin Lake führt.

„Austin Lake“ ist auch so eine Sache. Sieht überhaupt nicht aus wie ein See, weil nicht natürlich vorkommend, sondern künstlich hergestellt. Auch hier, wie beim Lake Travis, handelt es sich entsprechend um einen Stausee. Anstelle eines wie in San Antonio von Menschenhand angelegten Kanals zur Erquickung der Bevölkerung und Touristen, wurde hier eine see-artige Wassermasse kreiert, die zum Kanufahren, Stand-up-paddeln und Schwimmen einlädt. Es ist eine wunderbare Umgebung, vor allem für ein Volk, das mehrheitlich sehr bewusst mit Wasser umgehen muss, weil das Land immer wieder mit monatelangen Trockenperioden zu kämpfen hat.

Lake Travis Dam
Lake Travis Dam

Lake Travis, der westlich von Austin liegt und sich über etliche Meilen wie eine fette Schlange durch die Landschaft zieht, wird entsprechend nicht nur zur Erholung genutzt, sondern dient vor allem dem Hochwasserschutz, als Wasserversorgung und zur Erzeugung von Strom. Die wunderbaren Aussichten sind da einfach ein Zückerli obendrauf. Momentan allerdings ist der Level von Lake Travis auf dem dritt-tiefsten Stand aller Zeiten. Das bedeutet, viele Boote sitzen auf dem Trockenen und etliche Seitenarme des Sees sind zu kargen Wiesen oder felsigen Steppen verkommen. Häuser, die mit Wasseranstoss am See gebaut wurden, stehen nun etwas verloren inmitten einer sandigen Wüste. Aktuell wird der Stand des Sees mit 37% des „normalen“ Wasserlevels angegeben, womit wir uns in Phase 2 der Wasserregulierung befinden. Dies bedeutet unter anderem nur einmal wöchentlich Bewässern von Rasen und Garten, kein privates Waschen von Autos (d.h. du musst durch die Waschanlage), keine Zierbrunnen, welche über 10 cm hohe Fontänen produzieren und die Zeiten für den Gebrauch von sogenannten „patio misters“, den Leitungen, die an super-heissen Tagen die Köpfe der geplagten Leute im Restaurant oder in Vergnügungsparks berieseln, werden beschränkt. In Kürze wird wohl Phase 3 eingeleitet und ich hatte schon halb damit gerechnet, dass sämtliche Pools geleert und Golfplätze geschlossen werden müssen. Immerhin geht es hier um die Wasserversorgung von Mensch und Tier. Doch nichts dergleichen. In der nächsten und zweitletzten Phase werden lediglich die Zeiten für die Verwendung von Wasser für die oben genannten Einschränkungen noch weiter beschränkt. Nun gut, wir sind hier in Texas und du kannst keinem vorschreiben, wie er sein Leben zu leben hat. Immerhin ist die persönliche Freiheit eines der wichtigsten Rechte in den Staaten. Und dafür bewundern wir sie.

Trotzdem, wenden wir uns etwas erfreulicheren Themen aus der Zeitung zu. Da war zum Beispiel die Rede einer Velobrücke entlang des Highways, an dem wir leben. Das ist nicht nur darum eine prima Sache, weil ich Velo fahren liebe, sondern weil wir schon einige Male Velofahrer auf dem Highway gesehen haben. Mr. Rusu schüttelt dann immer den Kopf und meint, so was habe es in der Schweiz nie gegeben. Ich konnte ihn aber trösten, denn auch wenn ich in der Schweiz selbst nie einen Fahrradfahrer auf der Autobahn erspäht habe, so fesselten mich ich doch etliche Male entsprechende Berichte im Radio.

The Schnurr Ladies
The Schnurr Ladies

Was mich beim Durchstöbern der Lokalzeitung aber am meisten fasziniert hat, sind die vielen lustigen und auch Deutsch-stämmigen Namen. So heisst denn die Ratsvorsitzende des benachbarten Bezirks Bee Cave (ja, heisst wirklich so) Frau Auslander. Zelda Auslander. Oder dann hat gerade die Schmidt Family ihr neustes Bar-B-Q Lokal eröffnet. Seit 75 Jahren sind die Schmidtens im Geschäft mit Rippchen, Würsten und sonstigen Leckereien vom Grill. Des Weiteren hat ein Ehepaar, Chris und Kristie, ja wirklich, einen «Vom Fass» Laden aufgemacht. Kennen wir doch, oder? Und zum Schluss noch meine absolute Lieblingsfamilie: Die Schnurrs. Genau, wie in Katze. Diane, ihr Ehemann Steve und Tochter Ericka betreiben gemeinsam einen Laden, in welchem sie restaurierte Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände verkaufen. „Vintage furniture“ nennt sich das dann. Trotzdem bleibt für mich das Faszinierendste an der Geschichte – äxgüsi Frau Büsi, sozusagen –der Familienname.

Kebab, Berlin-inspired
Kebab, Berlin-inspired

Nach Abschluss meiner Zeitungs-Schnöigg-Tour war ich richtig hungrig. Muss an der Schleichwerbung liegen. Und hier höre und staune man: Es wurde nicht etwa ein öder Burger oder was vom Bar-B-Q Grill angepriesen, nein, ein „Berlin inspirierter Kebab“ stand auf dem Programm. Zufälligerweise „mussten“ wir gleich anderntags einen Abstecher in den entsprechenden Laden machen. Eigentlich wollten wir Pho Suppe schlürfen gehen, doch leider hatte der Vietnamese geschlossen. Und welcher Laden befand sich direkt neben dem Asiaten? Klar, der Döner Schuppen. Ich muss sagen, hätte ich nicht wegen einer akuten Hungerattacke sämtliche Zutaten in den Döner stopfen lassen – das beinhaltete auch Jalpeño Peppers und eine Gemüsefrikadelle – wäre er sehr nah ans Original herangekommen. Jedenfalls genossen wir eine leckere Mahlzeit, die erst noch den ganzen Tag anhielt. Und ich spreche hier nicht nur vom Atem.

Shortly after our move to Austin I fished a regional newspaper out of our mailbox. As an interested citizen I immediately buried my nose in it. And it wasn’t as bad as I had expected: Besides – as feared –advertisements jumping into my face from every other page, mainly for beauty treatments of all sorts, I was also able to find some promising information. For example in relation to the steel bridge, “Austin Coathanger” as I like to call it, that graces so many photos of Austin. Officially called «Pennybacker Bridge», after the bridge builder Percy Pennybacker who designed bridges for the Texas Highway Department at the beginning of the twentieth century. In general, the steel structure is simply known as the “360 bridge” as it connects Highway 360 to the two shores of Lake Austin.

“Lake Austin” is one of the things that keep dazzling me. It does not look like a lake to me, since it is not naturally occurring but produced artificially. Again, as with Lake Travis, Lake Austin is a reservoir. Instead of creating a man-made canal for the entertainment of the population and tourists  as they did down in San Antonio, here in Austin they created a lake-like water mass which invites people to canoe, stand-up-paddle and swim. It truly is a wonderful environment, especially for a people who have to handle water in a very conscious way since the region struggles repeatedly with months-long dry periods.

Lake Travis, located west of Austin, winds its way through the landscape like a fat snake for several miles. It is not only used for recreation, but primarily serves as flood control, water supply and to generate electricity. The beautiful views only come as an extra on top of all that. At the moment, though, the water level of Lake Travis has reached the third-lowest level ever. This means that many boats sit on dry land and several side arms of the lake have degenerated into barren grassland or rocky steppes. Homes which used to be lake-front houses now sit somewhat lost in the middle of a sandy desert. Currently, the lake level is supposed to be at 37% of the “normal” water level which puts Austin and the surrounding area into phase 2 of the water regulation program. This means watering of lawns is limited to one day per week, no washing of cars except at a vehicle washing facility, no operation of ornamental fountains with an areal spray of water of more than 10 cm and patio misters at commercial facilities can only be operated at certain hours. My guess is that we shortly enter phase 3 and I half expected that no more private pools or public golf courses can be operated anymore. We’re talking about the water supply of man and beast after all. But nothing of the sort. In the next and penultimate phase, only the times for the use of water for the above-mentioned limitations are being limited even more. Well, we’re in Texas and no one can dictate how one has to live his or her life around here. After all, personal freedom is one of the most important rights in the States. And that’s what we admire them for, isn’t it?

Nevertheless, let’s turn to something more pleasant I found in the newspaper. For example, there was talk of a new bicycle bridge being built along the highway close to where we live. That is not only a great thing because I love to ride a bike but also because we have seen cyclists on the highway a few times already. Mr. Rusu keeps shaking his head at this, mentioning that things like this wouldn’t happen in Switzerland. Which is not quite true; though I’ve never personally spotted a cyclist on the motorway in Switzerland, I was repeatedly intrigued by according reports on the radio.

Now what fascinated me most while browsing the local newspaper are the many funny and also German-born names. Thus the councilwoman of Bee Cave (yes, it’s really called Bee Cave) is named Mrs. Auslander. Zelda Auslander. Or the Schmidt family just opened their latest Bar-B-Q restaurant. For 75 years the Schmidt’s have been in business with ribs, sausages and other grilled delicacies. Furthermore, a married couple, Chris and Kristie, yes indeed, recently opened up a «Vom Fass» store. We know that one, don’t we? And finally, my absolute favorite family: The Schnurr’s. Exactly, just as in “cat”. Diane, her husband Steve and daughter Ericka jointly operate a shop in which they sell restored furniture and other home furnishings. That’s called “vintage furniture”. Nevertheless, to me the last name of family Schnurr remains the most fascinating fact in this story.

The ransacking of the local newspaper left me flat out starving. Must be owing to the surreptitious advertising. Lo and behold: Not a dull burger or something from a Bar-B-Q grill was touted, no, a “Berlin inspired Kebab” was on. Coincidentally, we “had to” take a trip to exactly one of these Kebab houses. The initial plan was to slurp up some Pho soup but unfortunately, the Vietnamese was closed. And which restaurant was located right next to the Asian guys? Sure, the Kebab shed. I have to admit, hadn’t I, due to an acute hunger pang, stuffed my Doener with every single ingredient available – which includes Jalapeño peppers and a veggie patty – it would have come very close to the original thing. Anyway, we enjoyed a delicious meal that even persisted for the entire day. And I’m not only talking about breath here.

My Photo Stream

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Okay liebe Leute, ich erzähle ich euch jetzt mal die Wahrheit (hm, das lässt einen immer darüber wundern, ob ansonsten grösstenteils gelogen wird – nein!): In letzter Zeit habe ich nur fotografiert, was wirklich wichtig ist. Oder ich in einem Blog Beitrag wieder verwenden könnte. So haben sich nebst einem Bild unseres neuen Fitnesscenters – das ich offen gestanden noch nie getestet habe; einmal war ich nahe dran, stand auf der Laufmaschine, entschied mich dann aber trotz feucht-heisser 30°C einmal um den Park zu rennen – und eines Fotos unseres Filters für die AirCon (irgendwie schaffen wir es immer, ein Ausnahmeformat zu erwischen, deren Filter nur schwer zu ergattern sind), auch ein Bild eines «The Home Depot» Gestells angesammelt. Hierzu muss ich vielleicht erklären: «The Home Depot», hierzulande einfach nur Home Depot genannt, ist der grosse, aber jüngere Bruder des deutschen «Hornbach». Ebenso wie dieser in Orange gehalten, mit schreierischer Werbung und Läden, in die man locker drei Fussballfelder packen könnte.

Threaded Nipples
Threaded Nipples

Jedenfalls war kürzlich zwecks Installierung der Katzentür in unserer Wohnungstür ein Besuch beim orangen Riesen angesagt. Auch diesmal blieb nicht aus, was mir darin – und grundsätzlich in den meisten Amerikanischen Läden – regelmässig geschieht: Mir wurde ob des gigantischen Sortiments etwas dusselig, was mich dödelig und darum drollig macht. Muss daran liegen, dass es einfach zu viele glitzernde Dinge mit Schaltern und Knöpfen gibt. Oder mit lustigen Namen. So löste dann eben ein Rohrstutzen mit Gewinde, ein „Threaded Nipple“, bei mir Gelächter aus, was sich natürlich dann durch den ganzen Laden zog. Mr. R. ist das jeweils etwas peinlich, was aber den Vorteil hat, dass seine Entscheidungsfreude effizient gesteigert wird und wir jeweils um einiges schleuniger aus dem Laden sind.

Texas size lighter
Texas size lighter

Nun gut, das war ein kindischer Ausrutscher und ich muss mich dafür entschuldigen. Vor allem bei Mr. Rusu. Leider kann ich nicht versprechen, dass es nicht wieder vorkommt. Die weiteren Schnappschüsse sind da schon um einiges gereifter, vorwiegend Gemälde und sonstige von mir zu Kunstobjekten erkorenen Gegenständen. Und dann kommt auf einmal das echt Texanische Feuerzeug daher – selbst Mr. Rusu war beeindruckt ob der Monströsität. Das muss an dieser Stelle gesagt werden.

Where are the bold cats?
Where are the bold cats?

Den Rest meiner momentanen Fotosammlung machen vor allem Landschaftsaufnahmen von meinen bisherigen Ausflügen aus. Und Katzenfotos. Ja klar, die dürfen natürlich nie fehlen. Zur Zeit stehen aber weniger die Katzen selbst, als ihre Fellpracht im Vordergrund. Jetzt mal im Ernst: Hat jemand zwei nackte Katzen vorbeilaufen sehen? Ich könnte wohl den ganzen Tag damit verbringen, die beiden zu kämmen, bürsten und striegeln und trotzdem würden sie immer noch Haare lassen. Apropos: Gestern konnte ich es den beiden dann zurück zahlen. Nach meinem Besuch beim Frisör flogen noch einige Zeit kleine Haarschnippsel durch die Luft. Übrigens: Scheint es nur mir so, oder habe ich irgendwie schon eine amerikanische Frisur abbekommen?

Haircut gone American
Haircut gone American

Hier noch eine kleine Anekdote zu meiner äusserst präzise geplanten Arbeitszeit: Als ich den Laptop startete dachte ich mir, jetzt will ich doch mal wissen, wie viel Zeit ich durchschnittlich in einen Blog Beitrag investiere. Ich öffnete also eine einfache Textdatei um die Startzeit zu vermerken… es ging keine drei Minuten, bis eine Katze sich driiiiingendst auf meinen Schoss legen und ausruhen musste – schliesslich hatte sie den ganzen Tag mit anstrengendem auf der Treppe vor der Tür sitzen, Wind um die Nase wehen und Sonne aufs Fell braten lassen verbracht. So immobilisiert war ich den gezwungen, meine Arbeit kurzfristig niederzulegen, während ein Typ mit sieben Nägeln im Kopf den Ärzten von «Grey’s Anatomy» klarzumachen versucht, dass er bei vollem Bewusstsein und okay ist – dass er einen Hirntumor hat und entsprechend gar nicht okay ist, stellen die Ärzte erst fest, als sie alle Nägel entfernt haben und der Typ wiederum versucht zu erklären, dass alles okay sei. Das nenn ich mal einen Arbeitstag.

Alright folks, I’ll tell you the truth now (hmm, that always kind of implies that the rest of the time all that’s being told is lies – no!): Lately I only took pictures of what is really important. Or whatever I could use in a blog post. So aside from a photo of our new gym – quite honestly, I haven’t even tested it out yet, I got very close once when I stepped upon the treadmill but then thought better of it and went, despite a muggy 30°C, for a run around the park – and a picture of the filters needed for our air conditioner (somehow we manage to always end up with a crooked format that is awfully hard find), there’s also a photo of a «The Home Depot» rack. To this end, I may have to explain: «The Home Depot», in this part of the world simply referred to as Home Depot, is the bigger but younger brother of the German «Hornbach». Similarly kept in orange with a kind of aggressive advertising going on and stores, in which you could easily pack three soccer fields.

In any case, we recently had to pay a visit to the orange giant for the purpose of installing the cat door into the (human) apartment door. It wasn’t long until the usual thing that happens to me there – and for that matter basically inmost American stores – on a regular basis: Owing to the gigantic assortment I got a little fatuous, which then leads to silly and therefore droll. That’s probably because there are simply too many shiny objects with switches and knobs. Or with funny names. Thus a pipe socket with thread, or also “Threaded Nipple”, made me break out into uncontrolled giggles, which then of course dragged on through the whole store. That again gets Mr. R. a little embarrassed, but it has the advantage of efficiently increasing his decisiveness which gets us out of the store way quicker.

Well now, that was a childish slip and I have to apologize for it. Especially to Mr. Rusu. Unfortunately, I can not promise that it won’t happen again. The rest of the snapshots in the meanwhile are way more mature, mainly paintings and other objects declared art by my humble self. And then suddenly appears the real Texan lighter – even Mr. Rusu was impressed with its monstrosity, it has to mentioned.

The rest of my current photo collection is mainly made up of landscape shots from my latest trips around the house. And cat photos.Yeah, can’t miss those. However, currently it’s more their splendid fur that seems paramount. Seriously: Has anyone seen two naked cats pass by? I could probably spend all day combing, brushing and grooming them and they would still loose hair. Speaking of which: Yesterday I was able to pay them back. After my visit to the hairdresser some hair snippets flew through the air for quite some time. By the way: Is it only my imagination or did I somehow end up with an American hairstyle?

And last but not least, here’s a little anecdote for you about my extremely precise planned working hours: When I started up the laptop I thought to myself, now let’s see how much time I invest into an average blog post. So I opened a simple text file to enter the time I started work… it took all of three minutes until a cat uuuuuurgently had to take a nap on my lap in order to rest – I mean, after all he spent the day with the most demanding labor of sitting on the stairs, letting the breeze blow around his nose and basking in the sun. Thus immobilized, I was forced to resign from work for a short time, while a guy with seven nails in his head was trying to explain to the doctors in «Grey’s Anatomy» that he was fully conscious and okay – little did he know that he had a brain tumor and accordingly wasn’t okay at all, which of course the doctors only discovered once all the nails were removed and the guy once again tried to explain to them that he was okay… That’s a work day for ya!

 

Deer – A whole new Level

(Featured image courtesy of Anne Ollila afp Getty Images)

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Als ich letztens… okay, vor einiger Zeit… alright, vor inzwischen langer Zeit, so virtuell durch die «USA TODAY» blätterte, stolperte ich über einen Artikel (http://usat.ly/1bn6lop), der mich zum Nachdenken anregte. Und zum Grinsen brachte. Denn ich konnte direkt das breite Grinsen meines halb-finnischen Freundes Rolf auf seinem Gesicht sehen.
Der Artikel behandelt die Gefahren im Zusammenhang mit Rentieren. Natürlich nicht als angriffslustige Raubtiere, sondern als halsbrecherische Geschosse auf Autostrassen. Dass sie dabei zu Geschossen werden ist selbstverständlich nicht die Schuld von Santas Helfern selbst, sondern die der Autos, die mit ihrer Reisegeschwindigkeit potentiell jeden Kieselstein zur Granate werden lassen.

Das Problem zwischen Menschen und Rentieren, Rehen oder sonstigen Waldbewohnern besteht ja nun darin, dass wir Zweibeiner sie in der Dunkelheit der Nacht einfach zu spät erkennen. Das gleiche gilt ja leider oftmals für Fussgänger, nur sollten die es besser wissen und einen Leuchtwimpel tragen. Die Finnen jedenfalls, das findige Völkchen, hat sich nun einen ganz besonderen Trick ausgedacht, um den arglos auf den Strassen herumstehenden Rentieren Schutz zu bieten: Sie malen sie mit fluoreszierender Farbe an. Während einer ersten Phase werden die Felle der Tiere beschmiert, um zu sehen, wie das funktioniert. In einem nächsten Schritt sollen dann die Geweihe angepinselt werden, was die Sicht- und gleichzeitige Erkennbarkeit des Gegners um einiges steigern würde. Ob um die Weihnachtszeit ein ausgewähltes Tier noch eine rote Rudolfnase verpasst bekommen soll, entzieht sich sowohl meiner wie auch der Kenntnis des Schreiberlings. Eine Überlegung wäre es immerhin wert.

Der Grund dafür aber, dass der Artikel meine Denkmaschine aktivierte lag darin, dass ich schon des Öfteren darüber sinniert hatte, weshalb Rehe, die kleinen Verwandten der Rentiere, sich so oft mitten auf der Strasse versammeln. In der Schweiz war mir das nie besonders aufgefallen, da traf ich die meisten Rehe auf meinen Waldläufen. Hier allerdings begegnet man ihnen regelmässig direkt auf der Strasse ausserhalb des Wohnquartiers. Immer in Gruppen und immer ein grosser Teil des Geschwaders auf der Strasse. Ich frage mich dann, ob sie sich bewusst zu einer Demonstration versammeln oder ganz einfach zur Abwechslung gerne mal festen Grund unter den Füssen spüren. Scheint mir ein Rätsel.

Reindeer at Hardberger Park
Reindeer at Hardberger Park

Überhaupt habe ich hier in Amerika ein ganz anderes Bild von Rehen bekommen. Während in meiner alten Heimat Rehe als äusserst scheu gelten, werden sie hier oftmals als randalierende Fressmaschinen beschrieben. Ganze Gartenbeete werden abgegrast und was nicht den hungrigen Mäulern zum Opfer fällt, wird gnadenlos platt getrampelt. Sogar vor Katzenfutter machen sie keinen Halt! Greg hat mir dazu mal eine Geschichte erzählt, wie er auf seinem Grundstück beobachtet hatte, wer sich so die Nacht hindurch am Katzenfutter labt: Ein Eichhörnchen wurde von einer Waschbärenfamilie abgelöst, gefolgt von wiederum zwei Eichhörnchen, einer fremden Katze und dann – ach du Schreck – zwei Rehen!! Seine eigenen beiden Katzen warteten derweil darauf, selber an die Reihe zu kommen…

Leider ist den ausgewachsenen Bambis auch mittels Zäunen nicht ganz einfach beizukommen. Immerhin kann ein Reh praktisch aus dem Stand über 2 Meter hoch springen! Mir war klar, dass sie lange Sprünge machen, aber dass sie auch dermassen hoch springen – fast wie Gazellen – davon hatte ich keinen blassen Schimmer.

Während ich in der Schweiz meist einzelnen Tieren begegnet bin, ist das hier eine ganz andere Geschichte. Soweit ich mich erinnern kann, bin ich in San Antonio nur ein einziges Mal einem einzelnen Reh über den Weg gelaufen. Ansonsten waren sie immer in Gruppen unterwegs. Egal ob beim Grasen im Park oder nächtlichen auf der Strasse rumtreiben. Bereits einige Male musste ich meinen Lauf im Park kurzzeitig unterbrechen, um einer nicht enden wollenden Reh-Herde den Vortritt beim überqueren des Gehwegs zu gewähren. Das ist echt etwas unheimlich, denn sie bleiben gerne vor einem stehen, schnuppern, kommen einige Schritte auf einen zu und jagen mir so einen Schauer über den Rücken. Nie wäre mir in den Sinn gekommen, dass ein Reh mich einschüchtern könnte. Ein kleine Gruppe Rehe stationierte sich auch gerne etwas ausserhalb unseres Wohnkomplexes in San Antonio. Die mussten wir mehrmals des nachts vorsichtig umfahren. Slalom im Dunkeln. Vielleicht sollte ich der City of San Antonio mal einen Tipp bezüglich phosphoreszierender Karibu-Farbe geben?

As I recently… okay, some time ago… alright, in the meanwhile a long time ago… was browsing virtually through the «USA TODAY», I stumbled across an article (http://usat.ly/1bn6lop) which got me thinking. And grinning. Because I could already see the broad grin on my half-Finnish friend Rolf’s face.

The article deals with the dangers associated with reindeer. Not as aggressive predators, of course, but rather as breakneck bullets on highways. The fact that they turn into bullets is, of course, not the fault of Santa’s little helpers themselves, but the cars’ that can potentially turn every pebble into a grenade at the speed they’re travelling.

The problem between humans and reindeer, deer and other forest dwellers lies in the fact that we bipeds simply see them too late in the dark of night. The same is often true, unfortunately, for pedestrians, only difference being that they should know better and wear a light pennant. In any case, the resourceful people of Finland now devised a special trick to provide reindeer innocently standing around on streets with some protection: They paint them with fluorescent color. During a first phase, the animals’ fur is smeared with color in order to see how that works. In a next step, the antlers should get brushed up too, which supposedly increases the visibility and simultaneously improves the recognizability of the opponent. Whether a selected animal is to be given a red nose around Christmas time is both beyond my and the writers knowledge. It would be worth some consideration, I suppose.

The actual reason the article got my thinking machine activated, however, was that I had frequently mused about why deer, the small relatives of reindeer, so often gather in the middle of the street. I never particularly noticed this in Switzerland because the place I encountered most deer was in the woods on my forest runs. Here, on the other hand, one meets them regularly on the street just outside our community. Always in groups and always a big part of the squadron on the road. That makes me wonder whether they consciously gather for a demonstration or simply like to feel solid ground under their hooves for once. Seems a mystery to me.

Here in the US my view on deer was altered altogether. While back in my old homeland deer are generally known as extremely shy animals, over here they are often described as rampaging eating machines. Whole garden patches get stripped bare and what does not fall victim to the hungry mouths is mercilessly trampled flat. The don’t even stop at cat food! Greg once told me a story of how he observed his property at night in order to find out who refreshed themselves on the cat food he had put out for his cats: The rotation began with a squirrel, followed by a raccoon family, a strange cat taking over from two more squirrels and – what a shock – two deer! His own cats in the meanwhile patiently waited their turn…

Unfortunately, it isn’t even very efficient to cope with the grown Bambi’s by means of fences. After all, a deer can jump about two meters high from a standing position! It was clear to me that they can make real long jumps but I had no clue they could jump almost as high as a gazelle.

While I mostly met individual animals in Switzerland, it’s a whole other story over here. As far as I remember, in San Antonio I only ran into a single deer once. Apart from that time, they were always in groups. Whether grazing in the park or roving about the streets at night. I had to interrupt one of my runs a few times already in order to allow a never-ending herd of deer to pass the walkway. That is a bit of an eerie business, because they like to stop in front of me, sniff the air, take a few steps towards me and thus sending a shiver down my spine. It would never have come to my mind that a deer of all animals might intimidate me. A small group of deer also likes to station itself right outside our apartment complex in San Antonio. Several times already did we have to cautiously drive around them. Slalom in the dark. Maybe I should give the city of San Antonio a hint about that phosphorescent caribou color?

Fortune Cookies

For English see blow

Hier ist etwas, worüber ich mich immer gewundert habe: Glückskeckse. Irgendwie hatte ich es in der Schweiz nie geschafft, einen zu Gesicht zu bekommen. Vielleicht habe ich einfach immer die falschen asiatischen Lokale besucht? Keine Ahnung, wirklich. Jedenfalls kann ich mich seit einiger Zeit zur Krümelmonster-Garde zählen – ich liebe die Dinger. Nicht nur das simple Wunderwerk im Mund, sondern besonders die geistige Herausforderung, die sie bieten.

Learn Chinese
Learn Chinese

Mein erstes Zusammentreffen mit dem Glückskecks war ein eher zwiespältiges Erlebnis. Die kleinen Leckereien werden mit der Rechnung gereicht. Wie anderswo Mint-Bonbons oder Kaugummi. Schon des Öfteren hatte ich die guten Dinger gesehen. In der Schweiz in der Prodega, wenn ich mich richtig erinnere. In Säcken industrieller Grösse. An jenem Tag jedenfalls, als wir uns zum ersten Mal begegeneten, war ich dermassen vollgemampft, dass ich unmöglich noch einen Kecks runterbringen konnte. So entschied ich mich leichten Herzens, darauf zu verzichten. Meiner damaligen Meinung nach sahen die Dinger äusserst schal und langweilig aus, weshalb mich das kleine Leckerding nicht wirklich zum reinbeissen einlud. Trotzdem öffnete ich den kleinen Kerl, denn die eigentliche Hauptsache ist ja die Innerei des Kecks. Nein, keine Cremefüllung oder dergleichen. Lediglich ein klitzekleines Zettelchen erwartet einen. Mit mehr oder weniger inspirierenden kleinen Nachrichten drauf. Ich brach also den Glückskecks auseinander, zog das Papierchen raus… und wurde recht brüsk begrüsst: “Learn Chinese – Chicken”. Natürlich fiel mir auf, dass zur Abtrennung des Subjekts anstelle eines Kommas ein Gedankenstrich verwendet wurde, schob dies aber auf die teilweise hundselenden Übersetzungskünste der Asiaten ab. Ich empfand diese, meine erste Glückskecks “Weisheit” als mehr als frech. Entsprechend aufgebracht fing ich an, vor mich hin zu schimpfen und erntete damit einen verwunderten Blick des besten aller Ehemänner. Ich erklärte ihm, dass ich fertig sei mit Glückskecksen und liess ihn wissen, dass ich mir solche Frechheiten – gerade auf Papier – nicht gefallen lassen muss. Er fing lautstark an zu lachen und wies auf ein Chinesisches Zeichen unterhalb des mich erzürnenden Satzes: “Das ist das Zeichen für ‘Chicken'”, klärte mein gescheiter Mann mich auf. Sein Zettel wies die Worte “Learn Chinese – Luck” auf, darunter wunderschön das Chinesische Zeichen für “Glück” gepinselt.

The distant relative
The distant relative

Sodann wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ich mir erst die Rückseite der Nachricht angesehen hatte. Die eigentliche Weisheit befand sich ja auf der anderen Seite. Also drehte ich mein Zettelchen um – und ein weiteres Rätsel erwartete mich: „A distant relative will phone you soon.“ Auf welche entfernte Verwandte sollte denn hier hingewiesen werden? Greg meinte dann, ist doch klar – deine Mam wird dich anrufen; schliesslich ist sie ja eine – wenn auch nur räumlich – jetzt eine „entfernte“ Verwandte. Das brachte mich zum Grinsen und ich schloss meinen Frieden mit dem Fortune Cookie. Doch der richtige Lacher folgte erst noch: Gwundrig geworden fragte ich den besten aller Ehemänner, was denn sein weiser Zettel ihm prophezeit habe. Er druckste ein

K.M.S.
K.M.S.

wenig herum, bevor er mir den Zettel hinschob. Dieser las sich wie folgt: „Q. What is K.M.S.? A. Keep Mouth Shut, the golden rule.“ Was soviel heisst wie „Frage: Was ist H.D.K.? Halt deine Klappe, die goldene Regel.” Von wegen Schweigen ist Gold und so. Natürlich verfiel ich mitten im Restaurant in hysterisches Lachen, womit ich mir nicht wenige erstaunte und etwas verunsicherte Blicke erntete. Tja, vielleicht wäre auch hier süsses Schweigen, oder zumindest leises vor mich hin Kichern, goldener gewesen.

P.S. Den besten aller Cookiesprüche kriegte ich dann beim nächsten Mal: „Dogs have owners, cats have staff.“ Wie wahr… Ich sollte dann mal… Katzenkistchen reinigen, Futter auffüllen, Katzen bürsten und so… Die Pflicht ruft. Bis zum nächsten Mal! 😉

Cats and their staff.
Cats and their staff.

Here’s something I’ve always been wondering about: Fortune cookies. Somehow I’ve never managed to lay my eyes on one of them in Switzerland. Maybe I just visited the wrong Asian restaurants? No idea, really. Anyway, as of a little while ago I can officially call myself a member of the cookie-monster guild – I love those things. Not only are they a marvel in your mouth but I also love the mental challenge they offer.

My first encounter with the fortune cookie was a somewhat ambivalent experience. The little treats get served with the bill. Like mint candy or gum in other places. Many a time have I seen the tasty things. In Switzerland at Prodega (cash & carry store), if I remember correctly. In bags of industrial size. At any rate, on the day of our first encounter I was so satiated that I couldn’t possibly cram down even something as tiny as a fortune cookie. So I decided light-heartedly to do without for today. In my opinion back then, they looked rather stale and boring, therefore I wasn’t really tempted to take a bite. Nevertheless, I opened the little guy because the real important thing lies within the cookie. No, no cream filling or the like. Only a tiny piece of paper. Containing more or less inspiring little messages. So I broke the fortune cookie apart, pulled the slip of paper out… and was greeted in a rather brusque way: “Learn Chinese – Chicken”. Naturally, I realized that a dash rather than a comma was used to separate the subject but I blamed it on the sometimes abominable Asian translation skills. I perceived this, my first encounter with a fortune cookie, as more than rude. Accordingly upset I started grumbling to myself and thus earned a puzzled look from the best of all husbands. I told him that I was done with fortune cookies and informed him that I didn’t have to put up with such impertinence – especially on paper. He started laughing his head off and pointed to a Chinese character below the sentence that angered me so: “This is the symbol for ‘chicken’”, my clever husband pointed out to me. His slip of paper showed the words “Learn Chinese – Luck” including a beautifully painted Chinese character for “good fortune” underneath.

Then I was informed that I had only looked at the back of the message so far. The real wisdom lay on the other side. So I turned my little snippet around – and yet another mystery awaited me: “A distant relative will phone you soon.” What distant relative were they trying to refer to here? Greg then disclosed to me that it seemed rather clear – your mum will call you; she is after all – albeit spatially – a “distant” relative now. This made me smile and I made my peace with the fortune cookie. But the biggest laugh was yet to come: Gotten curious I asked the best of all husbands what wise prophecy his note contained. He hemmed and hawed and finally pushed his slip of paper towards me. His note read: “Q. What is K.M.S.? A. Keep mouth shut, the golden rule.” Talking about silence is golden and such. Of course, I broke into hysterical laughter in the middle of the restaurant which earned me quite a few astonished and somewhat disconcerted glances. Well, maybe sweet silence or at least a quiet chuckle to myself would have been golden here, too.

P.S. The best of all cookie sayings awaited me in my next fortune cookie: “Dogs have owners, cats have staff.” How true… well, I should… clean the litter box, fill the food bowls, brush the cats etc. Duty calls. Until next time!

And again: What a difference it makes!

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Nachdem ihr euch die letzten drei Blog-Beiträge lang mein Genöle zum Thema Umzug „anlesen“ musstet, will ich mich ab heute wieder den kleinen Alltäglichkeiten des Lebens widmen. Den feinen aber nicht zu unterschätzenden Unterschieden zwischen dem Land der wahrlich unbegrenzten Möglichkeiten und der Schweiz. Die Züglete ist also abgeschlossen. Allerdings nicht ohne eine letzte Aufregung, die vor allem mir, der Frau ohne Geduldsfaden für elektronische Geräte, wieder den letzten Nerv zu rauben drohte. Die mit Mikrochip-Sensoren versehene Katzentür verweigerte uns schrittchenweise nach dem Umzug ihren Dienst. Erst fiel das Display aus, also wechselten wir die Batterien. Und seit gestern hängt sie sich im gewählten Modus einfach auf – nichts geht mehr. Ich hatte schon befürchtet, dass beim Umzug das viele rauf und runter, hin und her, den Schaden ausgelöst hatte. Doch nach einem Anruf beim Customer Service wurde mir bestätigt, dass dies leider keine Seltenheit bei unserer Modellreihe sei, es handle sich um einen Produktionsfehler im Batteriefach. Ohne irgendwelche Diskussionen bestätigte mir die Dame, dass sie uns umgehend einen Ersatz senden. Und natürlich entschuldigte sie sich tausendmal für die entstandenen Umstände. Wie üblich, wenn man sich hier beschwert.

Microchip Pet Door

Das ist eine Sache, die mir hier extrem auffällt: Der Kundenservice ist wirklich uuunglaublich. Egal ob im Einkaufsladen, Restaurant oder telefonisch bei der Bank – oder eben dem Katzentür-Hersteller. Damit will ich nicht sagen, dass die Amerikaner einen besseren Service per se bieten als die Schweizer. Aber sie tun es sooooo viel freundlicher. Da wird keiner ungehalten, selbst wenn dem Kunden sichtlich oder hörbar bald der Kragen platzt. Ich glaube, sämtliche Helpline Mitarbeiter werden hier verpflichtet, an einem „Engelsgeduld-Seminar“ teilzunehmen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Auf mich hat das die gewünschte Wirkung: Ich fühle mich ernst genommen und verstanden. Happy Place. Das tut gut, vor allem wenn man weiss, wie ungeduldig ich eben mit nicht funktionierenden elektronischen Geräten werden kann. Mein liebender Ehemann ist immer wieder erstaunt, wie ich für Menschen und Tiere eine unendliche Geduld, für Maschinen, die nicht sofort tun, was ich von ihnen erwarte, jedoch keine Minute Verständnis haben kann. Entsprechend war ich beim Versuch, die Katzentür wieder richtig in Gang zu setzen bereits nach drei Minuten soweit, das Ding in Stücke zu hauen. Zum Glück war mein Maschinen-geduldiger Ehemann zur Stelle und meinte, eine zersplitterte Katzentür mache sich nicht so gut bei einer Garantieanfrage.

Nebst der Kundenfreundlichkeit hat mich dieser Tage eine Shampoo-Frage zum Ausspruch „OMG, what a difference it makes!!“ veranlasst. Wegen meiner haarsträubenden Haarfarb-Eskapaden musste ich meiner Haarpracht immer viel Pflege und Feuchtigkeit zukommen lassen. Nachdem ich mich durch sämtliche Migros und Coop Produkte probiert hatte, empfahl mir meine Friseuse in der Schweiz, im Fachgeschäft die speziell pflegende Linie von Redken zu kaufen. Die Flasche kostete mich gut CHF 30. Und wohlgemerkt, es gibt Shampoo, Conditioner und danach zwecks einfacherer Kämmbarkeit noch eine Schmiere aus einer Pumpflasche dazu. Zugegeben, alles reichte immer so 4-5 Monate, trotzdem schien mir der Preis für die Produkte immer horrend. Als ich dann bei meinem Besuch im Juni letzten Jahres im HEB, einem stinknormalen Einkaufsladen, das Regal mit Haarpflegeprodukten durchkämmte, traf mich fast der Schlag: Die Redken Produkte waren gleich dort erhältlich, für lächerliche $15.

Seit meiner Ankunft sind nun fast 6 Monate vergangen und ich musste entsprechend Nachschub für meine Haarpflege besorgen. Ich liess also meine Augen über die grosszügige Auswahl schweifen und blieb bei Paul Mitchell hängen. Hatte nicht meine liebe Freundin, Frau Weizenunverträglichkeit, mal erzählt, dass sie auf Paul Mitchell schwört? Und ihr Haare sehen immer schön geschmeidig und weich aus. Und hei, die Flasche lächerliche $ 12. Was soll’s, dachte ich mir also und Shampoo und Conditioner waren gekauft. Und oh Wunder, was für ein Unterschied – noch nie hatte ich dermassen weiche und leicht kämmbare Haare. Selbst ohne spezielle Kämm-Schmiere auf das handtuchtrockene Haar zu verteilen. Es scheint mir magisch, wie der Kamm nun durch meine Haare gleitet. Und meine – oder sagen wir des lieben Ehemanns – Brieftasche freut sich erst auch noch!! What a difference it makes indeed… Schön, wenn man sich ob solcher Kleinigkeiten freuen kann, oder?!

After you had to put up with my whining about moving over the last three blog entries, I decided to devote myself and my writing to the little everyday things of life again. The fine, but not to be underestimated, differences between the land of the truly unlimited possibilities and Switzerland. Our move is thus completed. But not without one last thing getting me, the woman with no patience for electronic devices, into a real tizz. After the move, our cat flap fitted with microchip sensors gradually started to deny us its services. At first, the display failed so we changed the batteries. And since yesterday, the stupid door simply freezes in whatever mode is chosen – rien ne va plus. My initial fear was that all the up and down, back an forth during the move caused the damage. But after a call to the “SureFlap” customer service, they confirmed that this is not an unknown issue to them. Apparently it is quite common in the series that our model belongs to. It is some kind of manufacturing defect in the battery compartment. Without any discussion the lady from the customer service confirmed that she would immediately have a replacement sent to us. And of course she apologized like a thousand times for the inconvenience this caused us. As happens every time you call customer service over here.That is one of the things that really caught my attention over here: Customer service is uuuuunbelievably good. Whether in a shop, at the restaurant or if you call the bank – or like in my case the cat door manufacturer. I don’t mean to say that America in general offers better service than Switzerland does. But they do it sooooo much friendlier. No one becomes indignant, even if it is quite obvious or audible that the customer is about to lose it. I make myself believe that all helpline staff over here are obliged to participate in a “patience-of-a-saint-seminary”. I cannot explain it otherwise. And it has the desired effect on me: I feel well understood and taken seriously. Happy place. That feels good, especially when you realize how impatient I can get with non-working electronic devices. My loving husband doesn’t seize to be amazed at how much patience I have for people and animals, but none at all whatsoever for machinery that doesn’t work the way I expect it to. Accordingly, after only three minutes of attempting to get the cat door working again I totally lost my nerves and was ready to hew the stupid thing into pieces. Luckily, my patient-with-machines husband was around to carefully inform me that a splintered cat door doesn’t make a good case when calling up customer service for warranty.

Aside from the customer-friendliness a shampoo-question lately caused me to say “OMG, what a difference it makes!” Owing to my hair-raising escapades with my hair color I always had to treat my hair with lots of protein and moisture. After going through all the possible products that Migros and Coop had to offer, my hairdresser in Switzerland recommended that I purchase an especially nourishing product line by «Redken». Of course these products were only distributed by hair salons and a bottle cost me about CHF 30. And mind you, there’s not only the shampoo but also conditioner and some kind of ooze from a pump bottle to make combing easier. Admittedly, everything lasted for about 4-5 months but the price of the products still seemed outrageous to me. So when I scoured the aisle with the hair care products at HEB, an ordinary supermarket, during a visit in June last year I was thunderstruck: The «Redken» products were available right there for a ridiculous $ 15.

In the meanwhile, almost 6 months have passed since my arrival and accordingly, I had to stock up my hair care supplies. So I decided to let my eyes wander over the infinite choice and my attention was caught by the «Paul Mitchell» product range. Hadn’t my dear friend, Mrs. Wheat-Intolerance, told me once that she highly esteemed «Paul Mitchell» hair products? And her hair always looks so beautifully silky and soft. And hey, the bottle only cost a ridiculous $ 12. What the heck, I thought to myself and stuffed shampoo and conditioner into my shopping basket. And what a surprise, what a difference – never before did I have hair that was as soft and easy to brush. And my – or let’s say my dear husbands – wallet was very pleased, too. What a difference it makes indeed… It’s so nice if little things like that can make you happy, right?!

A (pretty) smoove move

At last – es ist geschafft. Die Wohnung in San Antonio ist gereinigt, die Schlüssel ausgehändigt – und wir erleichtert, glücklich, aber auch kaputt. Obwohl es ein relativ “kleiner”, und auch schon seit langem vorausgeahnter Umzug war, ging er doch an die Substanz. Vor allem mir, was sich dann auf die Katzen und schliesslich auch auf den liebenden Ehemann übertrug. Mich hat die erneute Veränderung zur Einsicht gebracht, dass ich mir in nächster Zeit etwas geistige Ruhe gönnen muss. Soll heissen, nicht so viel darüber nachzudenken, was ich tue und was ich in naher Zukunft tun sollte.

Bis jetzt habe ich die Wirkung meiner Übersiedlung und der damit verbundenen Anpassungen und neuen Erfahrungen sehr unterschätzt, respektive meine Anpassungsfähigkeit einigermassen überschätzt. Na klar, ich dachte mir, von einem Ort in einen anderen zeihen – das habe ich in meinem Leben doch schon einige Male geschafft, keine grosse Sache. Doch Tatsache ist – es war und ist eine grosse Sache. Sämtliche Freundschaften und Familie hinter sich zu lassen, einen lieb gewonnen Job und die seit 40 Jahren gewohnte Umgebung durch eine neue Landschaft, andere soziale Werte und eine fremde- selbst wenn noch so geliebte – Sprache auszutauschen, das ist wahrlich kein Schleck. Mein Mann hat es sehr gut gesagt: Ich bin zwar äusserst anpassungsfähig, doch für jemanden, der aus einem so stabilen Umfeld wie ich stammt – solide Familienverhältnisse, langjährige Freunde, nicht ständig wechselnde Jobs, stabile wirtschaftliche Verhältnisse – der ist sich so tiefgreifende Neuerungen wie ich sie gerade durchmache nicht gewohnt. Immerhin habe ich die ersten 39 Jahre meines Lebens praktisch in einem Umkreis von ca. 60 km verbracht. Da konnten auch meine Weltreise und meine Weltoffenheit mich nicht auf die Folgen für meine Psyche vorbereiten.

Keine Angst, ich bin nicht gerade in eine Depression verfallen. Ich bemerke lediglich, dass ich zwischendurch einfach sehr viel von mir selber verlange: Ich will sämtliche Insider-Jokes kennen, jeden noch so abgefahrenen Südstaaten-Slang verstehen, die Gedankengänge des Amerikanischen Volks nachvollziehen können, die vielen Feiertage kennenlernen, die Geografie und vor allem Strassenführung im Kopf behalten können und nebenbei noch Spanisch lernen. Ganz abgesehen davon, was mein Unterbewusstsein alles ohne mein kognitives Wissen im Hintergrund noch alles verarbeitet. Da ist es wohl kein Wunder, dass klein Luzi im Durcheinander des Zügeltumults einfach mal schlapp macht und geistig zusammenbricht. Zum Glück erfahre ich auch hier, wie bisher immer in meinem Leben, viel Liebe und Verständnis, womit diese Episode rasch überstanden war.

Nachdem ich nun so einiges klarer sehe, versuche ich stark, meine nähere Zukunft möglichst offen zu halten. Damit ich jetzt loslassen und so richtig zu geniessen anfangen kann. Einfach meinen Instinkten folgen, auf den Bauch hören. Als erstes werde ich bestimmt meinen Geist beim Schwimmen im Pool und Herumwandern, Laufen und Velo fahren in der erweiterten Umgebung baumeln lassen. Darauf habe ich mich nämlich schon lange gefreut. Und auch wenn ich noch kein eigenes Fahrrad besitze, so gibt es doch im nahegelegenen Zilker Park Mietstationen für eBikes. Wunderbar. Damit ist von Downtown bis zu uns nach Hause alles ideal und in vernünftiger Zeit auszukundschaften. Das Schöne daran? Nebenbei lerne ich erst noch auf spielerische Weise die Geografie meiner neuen Heimat Süd-Austin kennen.

Und zu eurer Beruhigung kann ich gleich festhalten: Das Schreiben ist mir keine Belastung, im Gegenteil – es lässt mich viele Dinge klarer sehen. Somit bleibe ich in Bewegung und albern wie immer und kann euch weiterhin über meine verschiedenen kleinen, verrückten Abenteuer auf dem Laufenden halten!

On the move

Our new gym
Our new gym

Samstagabend. Das klingt nach Musik, Bier und guter Laune. Hat so auch für mich gestimmt, wenn auch etwas anders als erwartet: Die Musik spielt gerade in meinem Kopf, das Bier ist eine Bud Lime-a-Rita und die gute Laune hat eigentlich durchgehend angehalten. Nur beim raufhieven des Sofa’s in den ersten Stock hat sie – zumindest bei mir – einen kurzen Knick erlitten. War ganz schön anstrengend, vor allem nachdem wir am Freitag bereits unsere gesamte Habe in den 24 Fuss Truck eingeladen und am Samstag dann eben bereits fast alles wieder ausgeladen hatten. Aber wir haben’s geschafft. Zu zweit. Bei guter Gesundheit und ohne zu argen Muskelkater. Endlich zahlen sich die Stunden im Fitness aus 😉

Pool & BBQ Barton Creek Landing
Pool & BBQ Barton Creek Landing

Was mir persönlich zu meinem Glück noch fehlt sind – natürlich: die Katzen. Die haben wir noch zurückgelassen. Zusammen mit einer mehrheitlich leeren Wohnung und sämtlichen Putzutensilien. Die beiden waren ganz schön verunsichert ob der sich leerenden Wohnung und unserer selbst für unsere Standards abnormen Geschäftigkeit. Es tat mir leid, sie unter diesen Umständen zurückzulassen, doch habe ich ihnen mehrheitlich versichert, dass wir zurückkommen und sie nachholen werden. Doch wer weiss schon, ob sie es verstehen? Mein geliebter Ehemann hatte vorgeschlagen, dass wir sie noch in San Antonio lassen, bis wir fertig eingerichtet sind. Einerseits ersparen wir ihnen dadurch den Stress einer neuen, sich ständig verändernden Wohnung, andererseits können sie so noch einige Tage länger ihre Freiheit geniessen. Er hat natürlich – wie fast immer – recht. Wenn sie dann mal hier sind heisst es wieder 4 Wochen eingewöhnen.

Trotzdem – ich vermisse sie ganz arg. Deshalb vertraue ich fest darauf, dass sie sich – einmal hier – mehr über die wiedererlangte Gesellschaft der futterservierenden Zweibeiner freuen als sich über die (vorübergehende) verlorene Freiheit zu ärgern. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, den beiden unser neues Daheim zu präsentieren. Am Dienstag sollte es eigentlich soweit sein. Denn ausser Bohrereien ist alles parat: Zusammengestellt, gereinigt, eingeräumt und dekoriert. So geht das.

My next move

Ich bin soweit: Die Koffer sind gepackt und ich bereit zum Abhauen. Obwohl mir San Antonio wirklich ans Herz gewachsen ist muss ich weg von hier. Nein, muss ist zu viel gesagt. Ich möchte weg. Nicht wegen San Antonio. Wegen Austin. Und Greg. Ach, all die Männer…

Was ich eigentlich ausdrücken will ist: Der beste aller Ehemänner und ich ziehen um. Wegen seines Jobs. Nach Austin. Ich bin nicht wirklich überrascht, es hatte sich schon seit Längerem abgezeichnet, dass im Frühling 2014 ein Umzug ansteht. Und auch wenn ich erst seit knapp einem halben Jahr in Texas bin, stört mich der erneute Wohnungswechsel nicht. Natürlich – inzwischen konnte ich mir hier einige Bekannte schaffen und auch die Umgebung ist mir derweil einigermassen vertraut geworden. Vor allem der nahe gelegene Hardberger Park hat es mir angetan. Aber ich glaube daran, dass wir erneut ein solches Glück haben können, und wir es wieder mindestens so gut haben werden.

Resort-view from our living room
Resort-view from our living room

Was mich zu dieser Überzeugung bringt? Einerseits eine positive Einstellung. Andererseits der neue Wohnort, den wir uns ausgesucht haben. Wir haben wieder eine kleine aber feine Wohnung, diesmal im ersten Stock mit Schrägdecke, zwei Balkonen und einem Blick auf den Community Pool (Salzwasser, ganzjährig geheizt) wie in einem Luxus-Resort. Echt traumhaft. Ganz ehrlich – ich glaube, ich werde mir noch etwas Zeit lassen mit der Job-Suche. Muss mich ja schliesslich erst wieder einleben 😉

Am meisten aber überzeugt mich Gregs Vorfreude. Ich kann sie ihm förmlich ansehen. Er kommt in eine alte, geliebte Heimat zurück, einen Ort, an dem er sich zuhause fühlt, sich auskennt und weiss, wie der Hase läuft. Und vor allem, einen Ort, an dem etwas mehr los ist, zu dem er mich ausführen kann. Man denke nur an das nächste Woche anstehende SXSW (insert link: http://www.sxsw.com)(South-by-Southwest) Festival. Das sind neun Tage Film, Musik und “Interactive” Festival (interaktiv = top-aktuelle Technologie und digitale Kreativität). Zudem können wir hier ganzjährig in Bars der Live-Musik teilweise recht bekannter Bands frönen, es gibt einen Park wieder ca. 2km von unserer Wohnung entfernt zu dem ein Naturpfad entlang eines Baches führt, was natürlich ideal für meine Läufe ist. Im Park gibt es ein öffentliches Schwimmbad am Fluss, man kann Velos und Kanus und SUPs mieten – einfach perfekt für mich und meinen Bewegungsdrang. Und unsere Wohnung ist geschätzte 5 Minuten zu Fuss von Gregs Büro entfernt. Was will man mehr.

Home is where our cats are
Home is where our cats are

Doch zurzeit stecken wir noch in den Vorbereitungen zu alledem. Eine kleine Portion haben wir schon mal per Auto in die neue Wohnung verfrachtet, das heisst während mein hart arbeitender Ehemann brav seinen Meetings in Austin bewohnte, habe ich schon einmal einige Boxen in die Wohnung gehievt und damit einen ersten Hauch an Wohnlichkeit verbreitet. Aber wie immer ist auch hier daheim nur, wo die Katzen sind – also schnellstens die Zügelei hinter uns bringen und die Fellbündel einpacken, damit wir auch wirklich ein Zuhause haben!

The Cheesecake Factory & I

Greek-Salad
Greek-Salad

Die Fastenzeit ist im Anmarsch und so dachte ich mir, reibe ich euch ein wenig meine kulinarischen Ausschweifungen hier im Land der öffentlichen Ess-Sünden unter die Nase… Man fasst es nicht: Kaum geschrieben schlägt das Karma schon zurück – der Teebeutel verschiebt sich während des Trinkens in der Tasse und ein guter Schluck geht anstatt in den Hals zur äusseren Anwendung über; auf mein Shirt… OK, jetzt hab ich bereits gebüsst, da kann ich’s auch faustdick austeilen. Legen wir mal los.

Ich kann mich erinnern, dass ich im Frühling 2012 in Gregs Gegenwart erwähnte, vor knapp 20 Jahren zum ersten und letzten Mal Cheesecake gegessen zu haben. Meine Erinnerung daran ist entgegen der inzwischen vergangenen Ewigkeit noch frisch, denn ich liebte die Tatsache, dass ich anstatt der erwarteten Käsewähe ein Tortenstück von himmlischem Genuss gereicht bekam. Doch bei diesem einen Stück war es seither immer geblieben. Irgendwie ergab sich nie mehr die Gelegenheit dazu. Es sei zu bedenken, der Genuss von Cheesecake muss gut geplant sein – wie eine Mahlzeit. Denn genau so füllt sie einen. Wenn du danach bei Muttern zum Essen eingeladen bist, machst du eine schlechte Falle – da geht nix mehr. Ein Stück Torte aber wirklich als Mahlzeit zu verdrücken geht irgendwie auch nicht. Der Salzgehalt ist dafür einfach zu dürftig.

Club Sandwich Galore
Club Sandwich Galore

Doch letztes Jahr war es dann soweit – ich wurde auf die Spuren eines echten Stücks amerikanischer Kultur gesetzt. Und so endete ich zum ersten Mal in einer Cheesecake Factory. Damals ahnte ich noch nicht, was sich hinter diesem nach Dessert klingenden Namen alles verbirgt. Nämlich ein Top-Restaurant mit einer Monster-Menü-Karte, für die ich den Betreibern nur den Hut ziehen kann. Wer nur ein oder zwei Mal den Herrn Rach beim Restaurant testen begleitet hat weiss, dass eine zu lange Speisekarte nicht funktioniert. Doch hier tut sie es. Und wie. Egal was du bestellst, es erwartet dich ein Wunderwerk an Köstlichkeit. Ich könnte mich jedes Mal hinlegen vor Gaumenfreude. Keine Ahnung, wie die das hinbekommen. Und das Schönste an allem: Auch mein etwas Weizen-heikler Besuch aus der Schweiz hatte eine laaaange Liste an gluten-free Menus zur Auswahl. Inklusive weizenfreiem Maisbrot. Einmalig.

Asian Salad
Asian Salad

Allerdings bleibt auch hier das Problem mit dem Timing des Cheesecake bestehen. Denn nach so leckeren Speisen noch einen Nachtisch reinhauen zu können, verlangt schon nach besonderen Ess-Fähigkeiten. Doch zum einen kann ein Nachtisch ja geteilt werden. Aber noch besser und für mich die Entdeckung in Sachen Kulinarik, wo ich doch nie so riesige Portionen runterschlingen kann – der in den Staaten allseits verbreitete Doggy Bag. Ein Hoch auf eine weitere wunderbare Institutionalisierung meines neuen Heimatlandes!

When your toe is feeling blue

Or: The Reason I needed new Running Shoes

Official «Greifenseelauf» photo

 

Meine persönliche Laufkarriere (die natürlich nie in eine professionelle Karriere ausgeartet ist, sondern nur immer meinem eigenen Vergnügen und meiner Fitness gedient hat) dauert nun doch schon etwa 25 Jahre an. Angefangen habe ich wohl zwischen meinem ersten und zweiten Lebensjahr. Soweit ich mich zurück erinnern kann, sehe ich meine Kindheit meist bloss als verschwommene Fröhlichkeit vor mir. Verschwommen deshalb, weil ich die Welt fast ständig durch das rennende Hin und Her oder aber das hüpfende Auf und Ab glücklicher Mädchenaugen sah. Ja, ich war viel draussen, am Fussball oder Fangen spielen, mit Rollschuhen, auf dem Skateboard oder am umherspringen auf dem seltsam geformten Brunnen unseres Pausenplatzes. Es gab nur einen Knick in meinem Lauf-Enthusiasmus, von meinem 17 bis 26 Lebensjahr. Diese Zeit habe ich dafür intensiv mit Skifahren und Snowboarden überbrückt. Mit 26 Jahren dann fing ich auf meiner Weltreise bewusst an zu joggen, was sich später eben zum Laufen entwickelt hat.

Während dieser ganzen Zeit lediglich von einem Laufleiden geplagt worden zu sein, sehe ich als ausgesprochenen Segen an. Selbst als ich infolge eines Schleudertraumas erst nach etlichen Wochen wieder zu den Laufschuhen greifen durfte, bemerkte ich, dass das Laufen meinen Rücken entspannt und mir tatsächlich gut tut, anstatt zu schaden, wie hätte vermuten können. Und so ist es heute noch – wenn ich einen verspannten Rücken habe, laufe ich, um ihn und mich aufzulockern.

Kürzlich wurde ich allerdings nach einem 18 km Lauf von meinem einzigen Leiden wieder heimgesucht – dem sogenannten Läuferzeh. Mit dem hatte ich nach meinem ersten Halbmarathon am Greifensee im Jahr 2011 zum ersten Mal Bekanntschaft gemacht. Da er mich nicht von meinem Sport abbringt, sehe ich ihn eher als lästige Nebenwirkung denn als eigentliche Verletzung. Dies könnte aber auch daran liegen, dass sich bisher lediglich mein Nagelbett dunkelblau verfärbt hat, ich aber noch nie den Nagel verloren habe. Dementsprechend treten auch keine eigentlichen Schmerzen auf, sondern bloss eine unangenehme Empfindlichkeit bei Druck auf den Nagel. Doch selbst dies dauert nie mehr als einen Tag an.

In-official footage of my «Greifenseelauf»-run… or rather jog… the last 300m :-p

Nun gibt es ja verschiedene Theorien zur Ursache des sogenannten Läuferzehs. Einerseits soll es an zu kleinen Laufschuhen liegen. Oder aber am falschen Laufstil, spezifischer ausgedrückt an zu langen Schritten. Oder an den Socken. Zu langen Zehennägeln. Zu lose geschnürten Schuhen. Jedenfalls dachte ich über meine Nike’s nach und musste mit Schrecken feststellen, dass diese bereits 3, resp. 2 Jahre auf ihrem Laufbuckel haben. Bei gemässigt geschätzten 20 km wöchentlich komme ich so auf gute 1‘000 km pro Jahr. Verteilt auf 2 Paar Laufschuhe. Über eine Dauer von 3 Jahren haben meine Treter so schon je satte 1’500 km zurückgelegt. Da klingelten bei mir ganz rasch die Alarmglocken – hier musste mindestens ein Paar erneuert werden. Der beste aller Ehemänner war denn auch schnell zur Stelle, denn er versteht, dass mir das Rennen guttut und er will, dass ich die bestmögliche Ausrüstung habe, um dabei auch verletzungsfrei zu bleiben. Und so besuchten wir am vorletzten Wochenende den Nike Outlet zwischen San Antonio und Austin. Darüber habt ihr ja inzwischen bereits gelesen.

Nach knapp zwei Wochen kann ich natürlich noch nicht viel mehr sagen als, dass die neuen Lauftreter bequem wie Hausschlappen sind. Doch ob damit auch mein Zehenproblem aus der Welt geschafft ist, das lässt sich noch nicht mit Sicherheit beurteilen. Sollte dieser üble Plagegeist mich tatsächlich noch länger peinigen, hiesse es ausprobieren, was meinen Zeh wieder zu besänftigen vermag.

Wenn wir zurück auf meine initialen Liste gucken, kann ich die zu kleinen Laufschuhe ausschliessen. Auch die neuen Paare sind mit 1.5 Nummern Übergrösse ideal für tendenziell aufschwellende Füsse, jedoch nicht zu gross um die Zehen unkontrolliert umherschleudern zu lassen. Als nächstes wäre die Schrittlänge zu überprüfen. Mit meinen durchschnittlich 150 Schritten pro Minute bin ich wohl direkt an der Grenze. Grob gesehen geht man davon aus, mit unter 150 Schritten zu lange Schritte zu tun, doch soll der Durchschnittsläufer mit normaler Schrittlänge bei 150-160 Schritten pro Minute liegen. Aufgrund von Fotostudien meiner selbst vermute ich aber, dass ich nicht zur “hechtenden” Spezies gehöre.

Bei falschen Socken habe ich bisher nur eine Erfahrung gemacht: Blasen. Ich achte nun aber darauf, bei Schuhen, die weiter geschnitten sind, nicht zu dünne Socken zu tragen, um den Zehen etwas mehr Federung zu gönnen. Was die Zehennägel angeht, schliesse ich diese als Ursache direkt aus. Ich halte es dort wie mit den Fingernägeln: Punk rules und daher – kürzer ist besser. Was uns eigentlich nur mit die Möglichkeit einer zu losen Schnürung der Laufschuhe zurück lässt. Da sehe ich durchaus Verbesserungspotential. Meine Schuhschnürung habe ich bis anhin grosszügig vom Snowboarden übernommen: Im Zweifelsfall eher lockerer, um Krämpfe zu vermeiden. Dies könnte beim Laufen durchaus dazu geführt haben, dass meine Zehen etwas zu viel Freiraum geniessen konnten – und dadurch aber auch ihre Stabilität einbüssten.

Nun, ich könnte wohl noch einige Zeit so weiter sinnieren, doch mit dem Laufen ist es wie mit so vielem im Leben – nur durch Trial and Error findest du wirklich deinen optimalen Flow.

Everyday life of a Swiss… no longer in Texas.