An unexpectedly warm welcome

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The day before yesterday it finally came true: I’ve officially been welcomed as a permanent resident in the USA! I received a most kind letter from the Department of Homeland Security stating its reference as “Welcome note”.

The letter confirmed that my application for adjustment of status to permanent residency has been accepted and “It is with great pleasure that we welcome you to permanent resident status in the United States.” But wait, that’s not all. After several paragraphs that inform me of the different ways in which to contact the office in case of questions or queries and pointing out the condition that is tied to my status as a permanent resident, the friendly welcome repeats itself: “Once again, welcome to the United States and congratulations on your permanent resident status.” Frankly – my jaw dropped there in amazement for a moment. After having spent several hours of filling in forms, reading instructions, submitting additional documents and sticking exactly to the instructions I was convinced that I am dealing with a very sober government machinery. Which may well be true. So long as one hasn’t been put through their paces. But once deemed a good person, they let you feel their true nature – cordial and warm. Of course I imagine that every welcome not is hand written and adapted to the according applicant personally. That it’s only me who gets to enjoy two lines of welcome in one letter and that I’m the only one who is being congratulated for her effort. In the end, not every immigrant can be as charismatic and unique as I am, right?! 😉 Just kidding.

As mentioned my hence acquired status as a permanent resident is conditional. This requires me to contact the authorities in two years again. I imagine they want to make sure that I’m still married (to the same man of course!) and thus fulfilling the conditions for my right to stay in the country. But once that is taken care of I’m sort of “authority-free”, at least insofar as this is possible in a civilized surveillance state. My next trip to the authorities after that may well be voluntary: To apply for American citizenship. Or in my case, obviously, the Swiss-American dual citizenship. But a lot of water will have flowed under the bridge by then; it’s all still a long way off. Until then, I shall have to deal with the Swiss authorities in the United States some more. Because contrary to all expectations, it appears that some kind of reversal principle is at work here: While the U.S. immigration authorities predicted in March that my request for permanent residency might be delayed by half a year, I’m now, only a month later, holding the confirmation letter in hand. The registration of my name change at the Swiss Consulate, however, has not been processed so far – even though I submitted the first documents in October 2013, over half a year ago.

But even that will be history some day. And I will hold a Swiss passport with my new name in my hands. For now at least I know that a very long chapter of a life-changing process is over. I hope you will find an opportunity to drink a toast to me and my joyful message!

Vorgestern ist es wahr geworden: Ich bin offiziell als Daueraufenthalterin in den USA willkommen geheissen worden! Ich habe einen äusserst freundlichen Brief vom Departement für innere Sicherheit mit dem Titel „Willkommensnotiz“ erhalten.

What a friendly welcome note
What a friendly welcome note

In besagtem Schreiben wird mir bestätigt, dass mein Antrag auf Daueraufenthalt angenommen wurde und es ist „…mit grosser Freude, dass wir Sie zum Status eines Daueraufenthalters in den Vereinigten Staaten begrüssen“. Doch halt, das ist noch nicht alles. Nachdem in etlichen Abschnitten auf meine Kontaktmöglichkeiten im Fall von Fragen oder Unklarheiten verwiesen sowie auf die mit der Genehmigung verbundene Kondition hingewiesen wird, wiederholt sich prompt die freundliche Begrüssung: „Noch einmal herzlich willkommen in den Vereinigten Staaten und Gratulation zu Ihrem Status als Daueraufenthalter.“ Ganz ehrlich – mir blieb ein bisschen die Kinnlade offen stehen. Nach etlichen Stunden, die ich (oder besser gesagt wir) mit Formulare ausfüllen, Weisungen nachlesen, zusätzliche Unterlagen einreichen und sich punktgenau an Anweisungen halten verbracht habe(n), war ich der Überzeugung, es mit einem ausgesprochen nüchternen Staatsapparat zu tun zu haben. Was vielleicht auch stimmt. Solange du nicht auf Herz und Nieren geprüft wurdest. Doch einmal für gut befunden, lassen sie dich ihre wahre Persönlichkeit spüren – herzlich und warm. Natürlich bilde ich mir ein, dass jede Willkommensnotiz handgeschrieben und auf den Applikanten persönlich angepasst ist. Dass nur ich in den Genuss einer zweimaligen Willkommen-Heissung und erst noch einer Gratulation komme. Kann ja schliesslich auch nicht jeder Einwanderer so charismatisch und einzigartig sein wie ich 😉 Kleiner Scherz.

The prettiest passport ever.
The prettiest passport ever.

Wie erwähnt beinhaltet meine damit erworbene Green Card eine Kondition. Diese verlangt, dass ich mich in zwei Jahren wieder bei den Behörden melde. Wohl um zu prüfen, dass ich noch immer (mit dem gleichen Mann, wohlgemerkt!) verheiratet bin und somit die Voraussetzungen für mein Aufenthaltsrecht weiterhin erfülle. Doch danach bin ich sozusagen „Behörden-frei“, zumindest soweit das in einem zivilisierten Überwachungsstaat halt möglich ist. Dann könnte der nächste Behördengang durchaus freiwilliger Natur sein: Zur Beantragung der Amerikanischen Staatsbürgerschaft. Oder in meinem Fall natürlich der Schweizerisch-Amerikanischen Doppelbürgerschaft. Aber bis dahin muss noch etwas Wasser die Reuss runter, das ist Zukunftsmusik. Bis es soweit ist, schlage ich mich noch etwas mit den Schweizer Behörden in den USA herum. Denn entgegen allen Erwartungen scheint hier ein Umkehrprinzip am Werk zu sein: Während mir die US Immigrationsbehörde im März voraussagte, mein Aufenthaltsgesuch könnte sich um ein halbes Jahr verzögern, halte ich nun rund einen Monat später bereits meine Bestätigung in der Hand. Die Anmeldung meiner Namensänderung beim Schweizer Konsulat hingegen ist bis heute noch nicht verarbeitet – obwohl ich die ersten Unterlagen im Oktober 2013, also vor über einem halben Jahr, versandt hatte.

Aber auch das werde ich noch schaffen. Und irgendwann einen Schweizer Pass mit meinem neuen Namen in Händen halten. Für den Moment aber weiss ich zumindest, dass ein sehr langes Kapitel eines lebensverändernden Prozesses für mich zu Ende gegangen ist. Ich hoffe, ihr stosst bei Gelegenheit auf meine freudige Botschaft mit an!

Switzerlanded vs. Americanized

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20minAm Montag habe ich mich beim Lesen der Schweizerischen «20 Minuten» prächtig amüsiert. Der Artikel behandelte die Probleme der doch ab und zu etwas vor den Kopf gestossenen, in der Schweiz lebenden Expatriates, kurz Expats genannt. Die treffen sich auf Foren und Blogseiten, um sich über die vielen Ungewohntheiten (ich bin mir durchaus bewusst, dass es dieses Wort nicht gibt, nehme mir jedoch ab und zu die Freiheit eigene Wortkreationen einzuführen) und die doch mehrheitlich gesalzenen Preise in ihrer neuen Heimat zu unterhalten und wohl auch um bestätigt zu bekommen, dass man nicht als einziger die mitunter etwas eigenwilligen Schweizer nicht versteht.

Ich glaube, man muss nicht wahnsinnig weit gereist sein, um zumindest einige der den Schweizern vorgeworfenen „Traditionen“ als leicht intolerant zu verstehen. Im Artikel wird das Beispiel Nacht- oder Sonntagsruhe mit dem angeblich ein Mal bellenden Hund beschrieben, was wiederum die Nachbarn zum umgehenden schriftlichen Beklagen beim Vermieter veranlasst, welcher auch prompt der Hundebesitzerin, eben einer Expat, mit Kündigung droht. «You’ve been Switzerlanded» oder «Du wurdest geschweizt» wird das dann genannt. Genauso wie wenn du für einen Kaffee Creme mehr als CHF 5 bezahlst oder sonst wie „abgezockt“ wirst (dass Starbucks aber einen halben Monatslohn für irgend so einen schicken Tee verlangt, das scheint keinen zu stören…). Ich bezweifle an der Hundegeschichte allerdings stark, dass der Hund das erste Mal gebellt hat, aber es ist weder meine Aufgabe noch mein Begehren hier zu richten. Fakt ist, dass ich meine eigenen Erfahrungen mit der eingefleischten Ruhestörungsempfindung gemacht habe. Wie oft habe ich Greg Ranchabends um 5 nach 9 gebeten, keine Nägel mehr einzuschlagen, die Musik oder den Fernseher leiser zu stellen oder ganz generell sich „akustisch etwas zurückzuhalten“. Was mir bereits mit der Muttermilch als gutes und nachbarschaftliches Benehmen eingeflösst wurde, sorgte natürlich auch zwischen uns für Diskussionen. Gerade ein Mann, der jahrelang in Texas quasi auf einer Ranch im Nirgendwo gelebt hat, dort die Stereoanlage zu jeder Tages- und Nachtzeit, an jedem Wochentag auf Hochtouren dröhnen lassen konnte während Säge, Hammer und Traktor ihr Übriges zum Tohuwabohu taten, kann sich da nur schwer dran gewöhnen. Gerade wo doch in der Schweiz sämtliche Häuser aus massivem Beton gebaut und nicht mit papierdünnen Wänden versehen sind.

Die Wahrheit ist, wenn du in ein anderes Land ziehst wirst du gewisse Dinge als besser und andere als schlechter als in deiner Heimat empfinden. Das ist so und es liegt nicht bei dir, das zu ändern. Es sei denn du siehst den Grund für deine Auswanderung in der Verbesserung eben dieser vermeintlich schlechteren Umstände. Ich bevorzuge nach Möglichkeit, alles gut schweizerisch neutral aufzunehmen, ohne zu werten. Das aber ist nicht immer ganz einfach, gerade bei Themen, die dir so einverleibt sind, dass sie einen Teil deiner Persönlichkeit ausmachen. Wie beispielsweise Diskretion und vornehme Zurückhaltung. Was einem Schweizer Naturell ist, wird hier als unnahbar und entrückt angesehen. Einen Menschen nicht anzusprechen, strahlt Arroganz oder Desinteresse aus. Während du in der Schweiz als Durchschnittsbürger in der Masse untertauchen kannst, fällst du hier selbst mit dem schrägsten Outfit nicht auf. Oder sagen wir, du fällst vielleicht auf, aber es kratzt keinen oder löst zumindest keine andersartigen Reaktionen aus. Jeder Mensch ist interessant und wird deshalb angesprochen und nach seinem Hintergrund gefragt. Inzwischen realisiere ich allerdings, dass genauso oft einfach ein potentieller Zuhörer gesucht wird. Die Amerikaner reden definitiv gerne. Doch fällt mir immer wieder ein gewisses Defizit in Sachen aufmerksam zuhören auf. Sei es in Fernsehserien, im „realen Leben“ mit Fremden oder bei politischen Diskussionen, wenn B weder darauf eingeht was A gesagt hat, noch sichtliches Interesse daran zeigt. Aber seien wir ehrlich, das ist – zumindest was die Politiker betrifft – auch in der Schweiz nicht wirklich anders.

Seattle
Seattle

Je mehr ich hier die gegenseitige Akzeptanz auch andersartiger Menschen untereinander beobachte, desto klarer wird mir, warum sich meine Schweizer Freundin, die in Amerika aufgewachsen ist, in der Schweiz dermassen unwohl fühlt. Selbst nach über einem Jahrzehnt, das sie inzwischen wieder in der Schweiz lebt, sind ihr die „bünzligen“ Schweizer zuwider, ihr stereotypes Auftreten, die Reserviertheit und ihr beurteilendes Wesen. Zwar mögen die Amerikaner als oberflächlich gelten, doch ihre Kontaktfreudigkeit ist authentisch, geprägt vom kulturell einverleibten Wissen um andere Kulturen und Nationalitäten. Ihre Offenheit basiert auf einem tiefen Interesse am Hintergrund des Gegenübers, wohl wissend, dass jeder seine eigene Geschichte und Abstammung hat. Selten ist einer „Amerikaner“ in dem Sinne, dass die Familie seit Urzeiten auf diesem Kontinent gelebt hat. Praktisch jeder ist ein Einwanderer und hat eine eigene Lebensgeschichte zu erzählen. Darum brauchen sie auch nicht weit zu reisen, um die Welt gesehen zu haben. Du gehst ins nächste China- oder Japantown um etwas über die Asiaten zu erfahren. Du fährst nach Texas und triffst mehr Mexikaner als in Mexiko. Du besuchst New England um einen Blick ins alte England zu erhalten. Oder fährst nach Seattle, um die inspirierende Andersartigkeit der Kanadier zu erahnen.

Wenn ich also mit meiner extrovertierten Art hier nicht auffalle, auch nach 21 Uhr noch einen Heidenlärm veranstalte, jeden Schritt mit dem Auto zurück lege und niemals Bargeld auf mir trage, so nenne ich das nicht oberflächlich, ruhestörend, verschwenderisch oder neumodisch, sondern ich sage «I’ve been Americanized.»

Reading the Swiss «20 minutes» newspaper on Monday amused me quite splendidly. The article I’m talking about dealt with the problems of the every so often poleaxed expatriates, or expats, living in Switzerland. Named expats meet on forums and blogs to discuss the unusualties (I am well aware that this word does not exist but take the freedom to create my own words once in a while) and often hefty prices in their new destination and probably also to get confirmation that they’re not the only ones who don’t quite understand the sometimes idiosyncratic Swiss.

I reckon you don’t have to be very well traveled to perceive at least some of the Swiss’ alleged “traditions” as slightly intolerant. The aforementioned article describes for example the disturbance of night’s and Sunday’s peace by a dog that allegedly barked once in the apartment which caused the neighbors to immediately file a written complaint with the landlord, who in turn promptly threatened the dog owner, an expat, with termination of her leasing agreement. That’s what they call “You’ve been Switzerlanded”. The same term applies if you pay more than CHF 5 for a cup of coffee or if you’ve been ripped off in any other way (that Starbucks, on the other hand, charges half a month’s salary for a chic tea doesn’t seem to bother anyone…). When it comes to the dog story, I very much doubt that the dog has been barking for the first time but it is neither my place nor my desire to judge here. Fact is that I’ve had my own experiences with the inveterate perception of the breach of one’s peace. How many times have I asked Greg at 5 past 9 in the evening to stop tapping nails in, turn down the music or TV or to generally “keep it down”. What has been instilled in me with mother’s milk as good and neighborly behavior caused discussions even between us. Keeping quiet after 9pm or on Sunday’s seems particularly hard to abide to for a man who for years has virtually lived on a ranch out in the middle of nowhere in Texas where he was able to let his stereo roar at any time of the day, on any day of the week while saw, hammer and tractor did the rest to complete the noisy chaos. Especially since in Switzerland houses are built of solid concrete rather than being equipped with paper-thin walls.

The truth is, of course, if you move to another country you will perceive certain things as better and others as worse than where you came from. That’s the way it is and it’s not up to you to change that. Unless you see the reason for your emigration to improve precisely these supposedly worse circumstances. I prefer to approach everything in a neutral Swiss way; no judging if possible. But this is not always easy, especially if it comes to issues that are so much a part of you that they’re part of your nature. Discretion and noble reticence, for example. What is basically a Swiss’ temperament is viewed here as being aloof and a little lost in reverie. Not to approach and address someone exudes a feel of arrogance or disinterest. While in Switzerland you can go into hiding in the crowd as an average citizen, over here you don’t attract attention even in the weirdest of outfits. Or let’s say you may attract some attention but no one really cares. Every person is seen as interesting and will therefore be addressed and asked about his or her background. Though I do realize in the meantime that just as often people are simply looking for a listener. Americans sure like to talk. But I do notice a certain lack of being able to listen attentively in some of them. Be it on TV, in “real life” conversations with strangers or in political discussions where B neither responds to nor shows real interest in what A said. But let’s be honest, that is – at least as far as the politicians go – not really different in Switzerland.

The more I observe the mutual acceptance of seemingly different people here, the more I realize why my Swiss friend who grew up in America feels so uncomfortable in Switzerland. Even after over a decade that she has now been back in Switzerland the “philistine” Swiss are repugnant to her, their stereotypical appearance, the aloofness and their often judging nature. Although Americans may be considered shallow, their sociability is authentic, marked by the culturally incorporated knowledge of other cultures and nationalities. Their openness is based on a deep interest in other peoples backgrounds, knowing that each individual has its own history and lineage. Rarely is an American “American” in the sense that his or her family has lived on this continent since time immemorial. Virtually everyone is an immigrant and has their own life story to tell. That’s also why they don’t necessarily need to travel very far in order to see the world. You go to the next China or Japan Town to learn about the Asians. You drive to Texas to meet more Mexicans than in Mexico. You visit New England to get a glimpse at the old England. Or you fly to Seattle to get a presentiment of the Canadians otherness.

So if I don’t stick out with my extroverted nature, I produce an awful racket after 9pm, I cover every inch by car and never carry cash on me, I don’t call that shallow, peace disturbing, extravagant or newfangled but «I’ve been Americanized» instead.

Saint Anthony’s cryptic ways

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Asthma vaporizer
Asthma vaporizer

Könnt ihr euch an meine Erzählung über die lieben felligen Freunde, die mir die Luft zu nehmen drohen, erinnern? Eigentlich war ich überzeugt, mit der Diagnose wäre es getan, ich fühlte mich bereits beim Arztbesuch wieder recht gut und so dachte ich mir nichts dabei, als ich mich am darauffolgenden Montag, also eine ganze Woche später, auf einen kleinen, lockeren Rundlauf machte. Ging alles wunderprächtig, nicht einmal inhalieren musste ich! 20 Minuten war ich gelaufen und keinerlei Verengung machte sich breit. Sicherheitshalber habe ich dann trotzdem noch einen Lungenzug voll inhaliert, einfach um sicherzugehen, dass ich nicht nach dem Lauf einen plötzlichen Asthmaanfall erleide. Ging alles bestens. Bis tags darauf, als ich so ein leichtes Brennen in meinem Hals bemerkte.

Rattlesnake
Rattlesnake

Mittwochs dann ging’s mir hundeelend: Triefende Nase, verstopfte Stirn- und Nebenhöhlen, rasselnde Atmung, das ganze Programm halt; Darth Vader goes Klapperschlange. Ich kroch so richtig den Wänden entlang. Hatte mich das Elend also doch noch eingeholt. Inzwischen ist Freitag und ich fühle mich dank der umsichtigen Pflege meines geliebten Ehemannes schon um einiges besser, wenn auch noch etwas beduselt. Lange haben wir beide darüber nachgedacht, was die plötzliche Infektion ausgelöst haben könnte. Gemeinsam kamen wir mit vielerlei Theorien auf: Der Körper passt sich an das neue Klima an, die Atemwege müssen sich an die inzwischen ständig laufenden Deckenventilatoren gewöhnen, Stress (ja genau, wovon sollte ich wohl gestresst sein??!), mentale Blockaden von denen ich wortwörtlich „die Nase voll“ habe, also Dinge die losgelassen werden sollen (noch mehr loslassen… was denn noch, bitte??!?), das Zusammenspiel zwischen verstärkter Atmung während des Laufens mit den Sekret verdünnenden Medikamenten gegen die Sinus Infektion, zu rasche Abkühlung nach dem Lauf usw. Es gibt noch eine Tonne weitere Gründe und vielleicht haben alle ein wenig mit meiner akuten Erkrankung zu tun. Einigermassen beruhigend finde ich die Tatsache, dass Greg während seines ersten Halbjahres in der Schweiz anscheinend ganz ähnliche Beschwerden erdulden musste. Adaption hat eben ihren Preis.

On our ominous "OMG-I-lost-my-wallet" bicycle tour
On our ominous “OMG-I-lost-my-wallet” bicycle tour

Heute Abend nun aber haben wir den wahren Grund für mein Leiden ausfindig gemacht: Ich habe Schulden. Schulden beim Heiligen Antonius. Dem Schutzpatron nicht nur der Vergesslichen und verlorenen Gegenstände – darum schon auch mal Schlampertoni genannt – sondern eben auch der an Fieber leidenden. Ihm schulde ich noch $5. Könnt ihr euch an die Geschichte erinnern? San Antonio in Santa Barbara. Da hatte ich ihm fünf Stutz versprochen, wenn wir Gregs Geldbeutel wiederfinden. Und wir haben ihn wiedergefunden. Umgehend. Bezahlt habe ich aber bis heute noch nicht. Natürlich habe ich mir bisher nichts weiter dabei gedacht, hat doch meine Lieblingstante bekennender weise immer über wesentlich längere Zeit Schulden bei ihm.

St. Anthony Church in Kyle, TX
St. Anthony Church in Kyle, TX

Allerdings nimmt er es ihr wohl nicht so übel, weil er weiss, dass sie bezahlt. Sie hat ihn meines Wissens schon etliche Male bezahlt. Auch wenn es manchmal etwas länger dauert, so weiss er, dass er zu seiner Kohle kommt. Weil dies aber mein erstes Versprechen an ihn war, will er wohl Gewähr haben, dass ich meine Verpflichtung auch halte. Und um mich ein wenig anzuspornen, meine Zusicherung auch ernst zu nehmen, hat er mich vielleicht mein schlechtes Karma spüren lassen. Hätte ich jetzt noch Fieber bekommen, hätte ich ihn allenfalls wieder um Hilfe angefleht. Spätestens dann wäre mir bewusst geworden, welche unentschuldbaren Ausstände im Himmel ich noch habe. Unverzeihlich.

And I paid my dues.
And I paid my dues.

Natürlich lässt mein um mich besorgter Ehemann sich das nicht zweimal sagen. Umgehend hat er mich eine Antoniuskirche hier in der Umgebung ausfindig machen lassen. Da schauen wir morgen vorbei. Und bezahlen den Heiligen für seinen umgehenden Service. Inklusive Verzugszinsen. Und einer Vorauszahlung. Schliesslich will ich einem so mächtigen Mann nichts schuldig bleiben.

 

 

Scorching heat
Scorching heat sneaking up

P.S. In der Zwischenzeit sind meine Schulden beglichen und meine Heilung geht voran. Antonius sei’s gedankt, bei den inzwischen herrschenden Temperaturen in den oberen 30ern fühlt man sich auch ohne erhöhte Körpertemperatur stets ein wenig fiebrig.

Do you remember my story about my beloved furry friends who threaten to take my breath away? I was convinced that with the diagnosis this story would be done, especially since I already felt so much better on the day of my doctor’s visit. Therefore, I didn’t really think about it when I went for a leisurely run the following Monday which was a whole week after my visit at the doctors office. Everything went magnificently, I didn’t even have to use my inhaler! 20 minutes into the run and no perceptible constriction in my chest. Just to be on the safe side I still inhaled a puff from my vaporizer to prevent any possible post-run complications. But all went well. Until the day after when I noticed a slight burning sensation in my throat.

By Wednesday I was sick as a dog: Runny nose, stuffy sinuses, rattling breath, the whole program; Darth Vader goes rattlesnake. I was really crawling along the walls. So the misery caught up with me after all. It is Friday in the meanwhile and thanks to the prudent care of my beloved husband I feel much better, though still somewhat woozy. We thought for quite a while about what might have triggered the sudden infection. Together we came up with plenty of theories: The body is adapting to the new climate, the respiratory tract has to get used to the now constantly running ceiling fans, stress (of course, what could possibly stress me out??!?), a mental block that literally goes “up to my ears”, ergo things I have to let go of (more to let go of… what else can I let go of??!?), the interaction between increased respiration during the run and the medication intended to thin the mucus in my sinuses, cooling off too rapidly after the run etc. There are a ton of other reasons and perhaps all are playing a little role in my acute illness. Somewhat reassuring to me seems the fact that Greg apparently suffered very similar symptoms during his first six months in Switzerland. Adaption has its price.

Tonight, though, we tracked down the real reason for my suffering: I haven’t paid my dues yet. That’s a debt to Saint Anthony, the patron saint not only for the forgetful and lost articles – therefore sometimes called “sloppy Tony” (at least in Germany) – but is also called upon by people suffering from a fever. Anyway, I still owe him $5. Do you remember that story, too? San Antonio in Santa Barbara. That’s when I promised him five bucks if we find Greg’s wallet again. And we did find it. Like immediately. But my promised payment is outstanding to this day. Obviously, I didn’t think anything of it because my favorite aunt more than once confessed that she had outstanding payments with St. Anthony over a much longer period of time. However, he probably doesn’t take offense at her doing this because he knows she’s going to pay him. Because she already paid him many times, as far as I know. So even if it takes a little longer once in a while, he still knows he will get his dough from her. But since this was my first promise of payment to him he probably just wants to make sure that I stay committed. And to inspire me to take my assurance seriously, he maybe wanted me to feel my bad Karma. If I’d gotten a fever, too, I’m sure I would have begged him for his help again. Which might have reminded me of my inexcusable outstanding payment. Unforgivable.

Of course, my husband who’s worried for me does not need to be told twice. Immediately, he makes me look up a St. Anthony Church in the area. We shall look in on it tomorrow. And pay the Holy man for his ever prompt service. Including interests. And an advance payment. After all, I don’t want to owe anything to as powerful a man as him.

PS: In the meantime I paid my dues and my healing process is making progress. Thank Anthony, so to say, since the now prevailing temperatures in the mid-90s can make oneself feel feverish even without increased body temperature.

Easter and a different egg hunt

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Liebe Freunde und Familie

Ich hoffe, ihr konntet wunderschöne und erholsame Ostern verbringen. Ohne im Stau zu stehen. Muss ja ganz schön extrem gewesen sein dieses Jahr. Seid ihr zuhause geblieben? Oder doch dem Ruf der weiten Welt erlegen und habt ein wenig das Ausland unsicher gemacht? Würde mich freuen, von euch zu hören 🙂

Partner look: Our new Schwinns
Partner look: Our new Schwinns

Mein geliebter Ehemann und ich haben uns zu Ostern etwas gegönnt. Zumindest wenn man so hart arbeitet wie er, soll man sich auch mal selbst verwöhnen. Während man sich in der ganzen Schweiz zu Ostern über das längste Wochenende des Jahres freuen kann, ist das hier nicht unbedingt so. Das nennt man Trennung von Staat und Religion. So waren zwar tatsächlich die meisten Einkaufsläden am Ostersonntag geschlossen (wohl der einzige Tag des Jahres), doch Karfreitag und Ostermontag sind als Feiertage zumindest hier in der Umgebung praktisch inexistent. Business as usual. Jedenfalls haben meine besser Hälfte und ich das wunderbare Frühlingswetter als Anlass genommen, uns zwei Fahrräder anzuschaffen. Somit steht ab sofort cruisen und erkunden auf zwei Rädern auf dem Programm. Und entsprechend ging’s am Ostersonntag ab auf Erkundungstour. Und ich kann sagen: Ostern in Texas – äusserst interessant.

Einmal mehr wird mir klar, wie anders hier Christliche Feiertage angegangen werden. Es hat weniger von der Feierlichkeit wie in der Schweiz als vielmehr eine Festlichkeit, die schon mal in eine kleine Party übergehen kann. So gesehen auf unserer heutigen Radtour durch Austin. Auch hier scheinen an solchen Feiertagen sämtliche Leute aus ihren Häusern, Wohnungen und Höhlen gescheut zu werden, dermassen wimmelt es von Volk. Dieses Volk geniesst in den Parks bei BBQ und Musik die hier traditionellen Osterspiele: Anders als in der Schweiz werden keine harten Eier gegeneinander geprellt um zu sehen, wer gewinnt und damit für den Rest des Jahres kerngesund bleiben soll, sondern die Leute hauen sich gegenseitig mit Konfetti gefüllte hohle Eier über die Köpfe. Ziemlich lustig mitanzusehen und definitiv ein Grund, im Vorfeld ein wenig Kurzstreckenlauf zu trainieren. Natürlich dürfen auch die in Mexiko traditionellen Piñatas nicht fehlen. Da hämmern die Kinder auf aus Pappmaché gestaltete Osternester ein, bis sie bersten und ihre Überraschung preisgeben: Piñatas sind mit Süssigkeiten oder kleinen Spielsachen, oftmals auch beidem, gefüllt. Praktisch während unserer gesamten Radtour wurden wir von einem easy Sound begleitet, der, wie wir auf dem Rückweg feststellten, von einem Reggae Festival herrührte. Das also ist Ostern in Austin. Nicht schlecht.

Inside Austin Java Cafe
Inside Austin Java Cafe

Wir erleben dann noch unsere ganz persönlichen Osterfestspiele. Nachdem wir tüchtig rumpedalt sind, verlangt unser Körper nach Flüssigkeit und ein kleiner Hunger macht sich breit. So setzen wir uns auf die Veranda eines netten Kaffees an der Barton Springs Road, nahe „unseres“ Zilker Parks. Dem Festtag entsprechend bestellen wir uns Omeletts, resp. pochierte Eier. Wir sitzen also nichtsahnend auf der Terrasse und schlürfen unsere Eiswasser, als unser Imbiss serviert wird. Schon seit wir uns hingesetzt haben ist uns aufgefallen, dass die hier heimischen langschwänzigen Dohlen äusserst tief fliegen; nur gerade Zentimeter über den Köpfen der Gäste. Als die Kellnerin nun mit unseren beladenen Tellern auftaucht, setzt einer der dunklen Vögel zum Sturzflug an und gleitet nur wenige Zentimeter über Gregs Teller hinweg. Die Kellnerin ist sofort mit einem Wasserspritzer zur Hand und schickt dem Vogel etwas Regen hinterher. Sie erzählt uns, dass die Vögel immer dreister werden, letztens habe sie eine Schüssel vor einem Kunden platziert und – schwupp – sei eine Dohle aus der Luft

Mmmmuahahahaaa... hand over your food!
Mmmmuahahahaaa… hand over your food!

gestürzt und habe etwas vom Teller gemopst! Wir sind also auf der Hut, den Wasserspritzer stets zur Hand. Das Tier ist offenbar auf österlicher Eiersuche. Einer der frechen Vögel scheint meinen Teller im Visier zu haben. Ich bemerke davon allerdings nicht, denn er sitzt auf einer Stuhllehne irgendwo hinter mir. Mein lieber Ehemann behält ihn im Auge. Auf einmal reisse ich meinen Blick perplex von meinem Teller hoch, denn eine Dame mit sehr langen Fingernägeln hat mich vermeintlich ziemlich ruppig bei der Schulter gegriffen. Doch in Kürze wird mir klar: Das war eine der Dohlen, die sich kurzfristig auf meiner Schulter einen Überblick über meinen Teller verschaffen wollte! Greg ist sofort zur Stelle und verscheucht sie mittels gezielten Wasserfontänen. Wir schauen uns verdutzt an und können es kaum glauben, so ein frecher Vogel! Mir wird klar, dass damit ein Jobprofil schon mal für mich wegfällt: Als Vogelscheuche tauge ich ganz und gar nicht 😀 Natürlich lachen wir uns den Rest des Tages doof über den aufdringlichen gefiederten Freund. Immer wieder malen wir uns kichernd die haarsträubendsten Szenarien aus, die aus der Situation hätten entstehen können.

Great-tailed Gackle @Austin town lake
Great-tailed Gackle @Austin town lake

Der Gedanke daran, so ein Vieh auf meiner Schulter gehabt zu haben, ist nicht ganz ohne. Dazu muss man vielleicht wissen: Der Great-tailed Grackle, wie der Vogel hier genannt wird, hat eine ohrenbetäubende Stimme. Gerade auf Jogging-Touren, vor allem wenn man mit Musik im Ohr unterwegs ist, kann das Herz-beschleunigende Auswirkungen haben: Du läufst frisch-fröhlich deinen Pfad entlang, geniesst die Musik und bemerkst dabei nicht, dass eine Dohle im Anflug auf deinen

Remember Jurassic Park: Velociraptor
Remember Jurassic Park: Velociraptor

Hinterkopf ist. Das wird dir erst bewusst, als sie genau neben deinem Ohr ihren ohrenbetäubenden Schrei loslässt. Und wohlgemerkt, dieser ist nicht nur abartig laut, der Ruf klingt verdächtig nach einem urzeitlichen Ungetüm, dem Velociraptor. Wenn du von so einem Schrei hinter deinem Rücken erschreckt wirst, schüttet dein Körper dermassen viel Adrenalin aus, dass die Knie zu Butter und das Hirn zu Mus wird. Während der freche Vogel – und ich glaube sie machen sich einen Scherz daraus – sich belustigt auf den nächsten Ast setzt, verkriechst du dich schlotternd unter den nächsten Stein bis dein Hirn sich wieder erholt und die Tatsachen geordnet hat. Nichts für schwache Nerven.

Captain America
Captain America

Um unsere Gedanken etwas anderweitig zu beschäftigen, schliessen wir den Tag mit einem Kinobesuch ab. Ganz patriotisch steht «Captain America» auf dem Programm. Und wer stellt sich als Bösewicht heraus? Klar, ein Schweizer… Für einmal allerdings kein Banker, sondern ein über bemitteltes Wissenschaftsgenie.

Dear friends and family

I hope you were able to enjoy a wonderful and relaxing time over Easter. Without sitting in traffic. Must have been pretty bad this year. Did you guys stay at home? Or did you succumb to the lure of the big wide world to paint the town red? Would be nice hearing/reading from you J

My beloved husband and I treated ourselves to a little something this Easter. At least if you work as hard as he does you should indulge yourself with something nice every so often. While everybody in Switzerland is looking forward to the longest weekend of the year over Easter, that’s not necessarily true for Texas. That’s what we call separation of state and religion. Even though most shops were closed on Easter Sunday (probably the only day of the year), Good Friday and Easter Monday are virtually non-existent as a public holiday, at least here in the area. Business as usual. In any case, my better half and I used the wonderful spring weather as an opportunity to treat ourselves to two bicycles. And with that, our agenda calls for cruising and exploring on two wheels. Accordingly we went for a little tour around Austin on Easter Sunday. And I can tell you: Easter in Texas – mighty interesting.

Once again I realize how differently Christian holidays are held here. It has less of the Swiss ceremonial touch, it feels more festive and might even turn into a party here and there. As seen on our bike ride through Austin. Here, too, it seems as if people had been driven from their homes, apartments and caves over the holidays, so alive with people is the whole city. These people enjoy their traditional Easter Games with BBQ and music in the parks: Unlike in Switzerland no one bangs hard eggs against each other to see who wins and thus shall remain healthy for the rest of the year, instead people smack confetti-filled eggs over each others heads. Pretty funny to observe and definitely a reason to train ones sprinting skills in advance. Of course, the traditional Mexican piñatas are essential for these festivities, too. The goal of the children banging the papier-mâché decorated Easter basket is for it to burst and reveal its surprise: Piñatas are filled with sweets or small toys, often both. Throughout our whole bike tour we are accompanied by an easy sound, which, as we discover on our way back, comes from a reggae festival nearby. So this is Easter season in Austin. Not bad.

A little later we experience our very own Easter Festival. After pedaling around hard, our bodies crave something liquid and a little hunger starts to announce itself. We decide to seat ourselves on the porch of a nice café on Barton Springs Road, near “our” Zilker Park. In accordance with the special day we order omelets and poached eggs, respectively. So we’re innocently sitting on the terrace, sipping our ice water, when our snack is being served. Even as we sat down we realized that the great-tailed grackles are flying extremely low around here; only just a few inches above the patrons heads. As our waitress approaches us with two loaded plates one of the dark colored birds gets into a nosedive and swoops over Greg’s plate only inches away from the food. The waitress reacts immediately and splashes the bird with a few gushes of water from a water spray bottle. She tells us how these birds are getting bolder by the day; recently she placed a bowl in front of a customer and – presto – a grackle came swooping out of the air and stole something from the plate! Thus warned, we stay alert, water spray bottle at hand. The animal apparently is hunting for it’s very personal Easter egg. One of the cheeky birds now seems to have an eye on my plate. However, I don’t really notice it because the bird sits on a chair somewhere behind me. But my dear husband keeps an eye on him. Then suddenly, my eyes go wide for it seems a woman with horribly long fingernails has gruffly grabbed me by one of my shoulders. But within a split second I realize: That was one of the great-tailed grackles that wanted to gain an overview over my plate by means of sitting on my shoulder. Greg is immediately at hand, chasing the darn bird away with fountains of water. We shoot each other a puzzled look, not believing that a cheeky bird! It dawns on me that one job profile is out of the question for me: I am absolutely useless as a scarecrow 😀 It goes without saying that for the remainder of the day we laugh ourselves silly over the intrusive feathered friend. Over and over again we chuckle and imagine the most outrageous scenarios that could have arisen from the situation.

The thought of having had such a beast on my shoulder is not half bad. You have to know: the Great-tailed Grackle, as this bird is called, has a deafening voice. Especially if you’re on a run with music in your ear this fact can have a heart-accelerating effect: You’re running merrily along your path, enjoying the music and all the while not noticing that a grackle is approaching the back of your head. That only becomes clear once the bird lets loos an ear-splitting cry right next to your ear. And mind you, this cry is not only insanely loud, it also sounds suspiciously like a prehistoric monster, the Velociraptor. When such a cry frightens you from behind your back, your body releases so much adrenaline that your knees turn into butter and your brains to purée. While the cheeky bird – and I think they get a kick out of this – sits himself on the next tree branch, you crawl shivering under the next rock until your brain has recovered and rearranged the facts. Nothing for the faint-hearted.

In order to get our minds wrapped around something else for a while, we close the day with a visit to the movies. Very patriotic, «Captain America» is our choice. And who turns out to be the villain? Right, a Swiss guy…  For once, however, not a banker but an overly gifted science genius.

When your friends (literally) take your breath away

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Zuerst einmal: Frohe Ostern euch allen!! (Titelfoto: http://www.guy-sports.com/fun_pictures/bunny_butt_hurts.jpg)

Diese Woche wurde mir eine unheilvolle Nachricht eröffnet. Schon lange hatte ich mit dem Gedanken gerungen, dass jene Gegebenheit, die mir unterbreitet wurde, möglich sein könnte. Aber jedes Mal wenn sich mein Bewusstsein näher damit befassen wollte, habe ich die Sache sauber wieder verdrängt. Manchmal geht es so im Leben: Man hat eine Ahnung, doch will man sich der Tatsache nicht stellen. Zu unvorstellbar scheint es mir nun, dass zwei meiner besten Freunde mich Keuchen und nach Luft schnappen lassen sollen.

Swiss vs. American Asthma Inhalor
Swiss vs. American Asthma Inhalor

Aufgrund meiner Stirnhöhleninfektion und weil ich bisher noch nie wirklich Probleme mit meinen Sinussen hatte, wies mich meine HNO Ärztin an, einen Bluttest auf die gängigsten Allergien durchführen zu lassen. Es ist keine Seltenheit, dass Neuzuzügler in Zentraltexas gegen die hier stark verbreiteten Zedern und Eichen eine Allergie entwickeln. Das kann umgehend geschehen oder aber Jahre dauern. Früher oder später trifft zumindest die Zedernallergie die meisten. Mein Blut wurde also auf Antikörper gegen die üblichen Verdächtigen wie Gräser und Bäume der Region sowie Hausstaubmilben, Katzen, Schimmel etc. untersucht. Und natürlich – das einzige was anzeigte sind: Katzen. Ich habe es geahnt und bin entsprechend nicht allzu überrascht. Trotzdem ist die Eröffnung niederschmetternd. Wie können meine beiden lieben und so treuen Freunde, die mich bis nach Amerika begleitet haben (ob sie wollten oder nicht 😉 ), mich krank machen?

Oscar, the little punk rocker
Oscar, the little punk rocker

Es ist natürlich nicht erwiesen, dass meine Stirnhöhlensache von ihnen ausgelöst wurde. Auch nicht, dass sie an meinem Anstrengungsasthma schuld sind. Doch die Möglichkeit besteht. Eigentlich dachte ich es heisst „Gleiches mit Gleichem bekämpfen“. Und weil das Blut Antikörper bildet, sollte man immun werden gegen die Einflüsse. Doch leider ist dem gerade im Zusammenhang mit Allergien nicht so. Gerade Katzenallergien scheinen ein sehr unberechenbares Thema zu sein. Über 50 Prozent der Asthmafälle in Amerika stehen in Zusammenhang mit Allergien, für fast 30 % davon ist eine Empfindlichkeit auf Katzen verantwortlich. Studien deuten darauf hin, dass Erwachsene, die bereits als Kinder oft mit Katzen in Kontakt kommen, eher vor einer Allergie verschont bleiben (Mist, und wir hatten „nur“ Hasen, Meerschweinchen und Mongolische Rennmäuse…). Ob das Zusammenleben mit Katzen die Allergie verschlimmert oder verbessert, scheint allerdings eher zufällig; noch konnte nichts durch Langzeitstudien nachgewiesen werden, es scheint, dass sich der Zustand betroffener Personen genauso oft verbessert wie verschlimmert. Ich hoffe natürlich, ich zähle zu Ersteren.

What a sleepy-head
What a sleepy-head

Denn eines ist klar: Nach allem, was ich mit meinen zwei Tigern erlebt habe, gebe ich sie nicht weg. Immerhin habe ich keine dauernden schlimmen Beschwerden. Da ich allerdings seit meiner Immigration deutlich mehr Zeit mit ihnen verbringe, schliesslich bin ich nicht mehr den ganzen Tag berufsmässig ausser Haus, haben wir uns entschieden, sie aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Das bietet nicht nur meinen Atemwegen einige Stunden Erholung, sondern uns Menschen auch mehr Beinfreiheit beim Schlafen.

Me when running...
Me when running…

Dass sich mein Darth-Vader-artiges Gekeuche nach einem Dauerlauf ohne vorherige Inhalation aber demnächst verbessert, bezweifle ich. Doch immerhin habe ich nun die Möglichkeit herauszufinden, wie schlimm meine Allergie ist, und wie ich ihr entgegenwirken und mich vor weiteren Atemproblemen schützen kann. Denn wie gesagt: Es gibt kaum etwas wichtigeres als unsere Gesundheit.

First of all: Happy Easter to y’all! (Featured photo: http://www.guy-sports.com/fun_pictures/bunny_butt_hurts.jpg)Bad tidings reached me this week. I was struggling for a while now with the thought that the fact that was disclosed to me, might be a real possibility. But every time my consciousness wanted to dig into the topic more closely, I banished the thought from my mind. That’s how it sometimes is in life: You get a certain feeling about something but don’t dare to face the facts. Accordingly inconceivable it seems to me that two of my best friends should be responsible for my wheezing and gasping for breath.

Due to my sinus infection and because I’ve never really had any problems with my sinuses, my ENT doctor asked me t get my blood tested for common allergies. It is not uncommon that newcomers to Central Texas develop an allergy against the here widespread cedar and oak trees. This can happen immediately or over several years. Sooner or later at least the cedar allergy gets to most Austinites. Therefore, my blood was tested for antibodies against the usual suspects such as various grasses and trees of the region as well as dust mites, cat dander, mold etc. And of course – the only thing that caused a reaction was:Ccats. I did have a suspicion that this might be possible so I wasn’t too surprised. Nevertheless, the revelation is somewhat devastating. How can my two dear and steadfast friends who accompanied me all the way to America (whether they wanted to or not 😉 ) make me sick?

Of course, there is no proof that my sinus infection was actually triggered by them. Nor that they are to blame for my exercise-induced asthma. However, it might just be possible. But then again I always thought to “fight fire with fire”. And because the blood forms antibodies it should keep me immune to said influences. Unfortunately though, this doesn’t necessarily prove true when it comes to allergies. Especially cat allergies seem to be very unpredictable. About 50 percent of all asthma cases in North America are related to allergies, with a sensitivity to cats responsible for almost 30 % of them. Studies suggest that people who are exposed to cats early in life may actually be better protected from developing cat allergies (blast it, and all we had as kids was rabbits, guinea pigs and gerbils…). Whether living with cats worsens or improves the allergy seems rather random, however; longtime studies so far failed to establish proof for either theory. It appears that the condition of affected persons improved just as often as not. Of course I hope I belong to the former group.

One thing remains clear: After all that we experienced together, I will not give away my tigers. After all, I don’t have any lasting dreadful problems that I could connection directly to the cats. However, because I spend significantly more time with the tigers since my immigration – after all I’m no longer away from home all day because of my job – we decided to banish them from our bedroom. This not only provides my airways with a few hours of rest but also us humans with some more legroom while sleeping.

Still, I doubt that my Darth-Vader-like wheezing after a run will improve any time soon. But at least I now have the opportunity to find out how bad my allergy really is and how I can counteract and protect myself from further breathing issues. As I said: There is hardly anything more important than our health.

Highway, Broadway & my way

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Highway sign area 51
Highway sign area 51

Meinen letzten Artikel habe ich mit der Bemerkung über die grüne Autobahnbeschilderung sowohl in der Schweiz wie in Amerika geschlossen. In der Englischen Übersetzung habe ich entsprechend vom “Highway” gesprochen, was zwar etwas Interpretationsspielraum zulässt – Highway steht hier auch für Hauptstrasse, Landstrasse oder Autostrasse – mich aber nahtlos zu meinem heutigen Thema bringt.

Im Dezember vergangenen Jahres haben mich zwei Netcetera-Gspanen und gute Freunde von mir in San Antonio besucht. Ich habe mich uuuungemein über diesen Besuch gefreut, denn ich war einerseits schon genügend lange im Land, um die beiden etwas herumführen zu können, andererseits aber auch schon so lange aus der Schweiz weg, dass ich gut etwas Besuch aus der alten Heimat brauchen konnte.

In den fünf Tagen, die sie hier waren, haben wir so einiges erlebt und noch viel mehr gelacht. Wir hatten definitiv phasenweise alle Muskelkater an Gesicht und Bauch vom ausgiebigen Gelächter. Eine Situation, die uns etwas atemlos vor lauter Lachen zurück liess, habe ich euch ja schon beschrieben; der Moment, als ein Verkäufer auf mich zukam und mich zu textete, um dann perplex festzustellen, dass ich ihn nicht mehr erkenne – dies natürlich deshalb, weil er kurz zuvor nicht mit mir, sondern mit meiner zu Besuch gekommenen Freundin Evelyn gesprochen hatte.

The inglourious three
The inglourious three

An einem der Tage, als die Sonne in ihrer strahlenden Wärme vom Himmel schien, besuchten wir gemeinsam eine Ranch etwas ausserhalb von Bandera, um einen Western Austritt zu geniessen. Das barg vor allem für Evelyn viel Lachpotential, konnte sie doch zwei Laien beim herum schaukeln auf ihren Pferden zugucken. Zudem konnten wir es fast nicht glauben, als unser Tourenführer uns erklärte – nachdem ich ihm von meiner Einwanderung in die USA erzählt hatte – dass seine Freundin Norwegerin (oder war es Schwedin?) sei und er deshalb demnächst nach Norwegen (oder doch Schweden? Norwegen würde bei einer Schwedischen Freundin nicht viel Sinn ergeben…) auswandern werde – klassisch. Der wird bestimmt auch viel zu erzählen haben, ein Texaner in Norwegen… oder eben Schweden…

X-mas decoration à la US
X-mas decoration à la US

Den Lachhöhepunkt erlebten wir allerdings – nebst einer äusserst ausgiebigen und aufgekratzten Foto-Session in einer weihnächtlich dekorierten Nachbarschaft – in der Shopping-Mall at la Cantera in San Antonio. Auch diese war, wie wohl ganz Amerika, mit fescher Weihnachtsdeko aufgemotzt. Für die anscheinend unterdeckorierten Schweizer ein wahres El Dorado der Fotografie. Speziell ein mit Geschenken unterlegter Weihnachtsbaum hatte es meinen Besuchern angetan. Und weil wir so schön zusammenstanden, schrie es förmlich nach einem Gruppenfoto. Nachdem wir einige Minuten vergeblich mit unseren iPhones und viel zu kurzen Armen versucht hatten, einen brauchbaren Selfy zu produzieren, kam uns ein freundlicher Einheimischer zu Hilfe. Wie es sich gehört fragte er äusserst freundlich, ob er

The ominous "Highway" photo
The ominous “Highway” photo

uns behilflich sein könnte und ein Foto von uns machen soll. Freudestrahlend bejahten wir und warfen uns in Pose. Nach ein, zwei Fotos bemerkten wir, dass der liebe Herr das iPhone stets seitwärts hielt, was mich vermuten liess, dass die Spitze des Christbaumes oder von unseren Hälsen abwärts nichts auf dem Foto auftauchen würde. Mein zweiter Besucher, ich will ihn vorsichtshalber mal Mr. Peace nennen, schliesslich will ich hier niemanden blosstellen, teilte diese Vermutung und machte sich prompt daran, den Herrn ein Foto in Hochformat zu bitten: „Sir, please, could you also take one the high way?“ Wider meiner besseren Erziehung brach sofort in schallendes Gelächter aus, kurz gefolgt von Evelyn, während Mr. Peace weiter mit dem verstörten Fotografen verhandelte und uns zwischendurch verdutzte Seitenblicke zuwarf. Als ich ihm „Highway, really??!?“ zuflüsterte, war auch auf seinem Gesicht ganz plötzlich das Strahlen der Erkenntnis zu erkennen. Trotzdem blieb er irgendwie in seiner Welt gefangen und lamentierte weiter mit unserem freundlichen, aber leicht verunsicherten Fotografen von wegen, er solle doch das iPhone „the high way (Highway) instead of the broad way (Broadway)“ halten, damit wir zwei verschiedene Formate zur Auswahl hätten.

The cackling chicken
The cackling chicken

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass wir, nachdem der arme Mann uns kopfschüttelnd verlassen hatte, noch Ewigkeiten wie gackernde Hühner in der Mall umherwandelten, uns immer wieder krümmten vor Lachen und „Seriously, highway AND broadway?!“ vor uns hin brabbelten. Natürlich war danach nichts mehr mit ernsthafter Unterhaltung, wir produzierten nur noch Stuss, und falls per Zufall doch mal was Vernünftiges über unsere Lippen kann, konnten wir uns trotzdem nicht halten vor Lachen. Wie die Primarschüler: Einmal angefangen kaum zu stoppen.

Es tut mir leid, lieber Mr. Peace, doch du hast mir versichert, es wäre okay wenn ich diese Geschichte mal zu (virtuellem) Papier bringe. Ich hoffe stark, dem ist auch jetzt noch so. Zumindest habe ich das Timing sauber eingehalten – du bist ohnehin gerade in Südamerika untergetaucht. Das nenn ich mal „my way“ 🙂

I concluded my last article with the comment about the green signs that mark both the Swiss and American highways. The term “highway” in English allows a little room for interpretation – it is not only used for freeways but also for main streets and interstate roads –nevertheless, it brings me seamlessly to my today’s topic.In December last year, a Netcetera-lad –lassie who have also become good friends of mine visited me in San Antonio. I was iiiiiiimmensely excited about their visit because not only had I been in the country long enough to actually be able to show them around a bit but I had also been gone from Switzerland long enough to really appreciate a visit from the old homeland.

In the five days of their stay here we saw a lot and laughed even more. We definitely developed a muscle ache in our faces and bellies from the extensive guffawing at times. One situation that left us somewhat breathless with laughter I described in an earlier blog; the moment when a salesperson came up to me and started blabbering, only to perplexedly note that I didn’t recognize him anymore – because shortly before he had not talked to me but my visiting friend Evelyn instead.

On a beautiful day with the sun shining from the sky in her radiant warmth we went to visit a ranch just outside Bandera so we could enjoy some Western style horseback riding. This held an especially high potential for amusement for Evelyn since she as a semi-professional rider would be able to watch two laymen swing and sway around on their horses like puppets. In addition, we could hardly believe it when our tour guide explained to us – after I told him about my immigration to the U.S. – that his girlfriend was Norwegian (or was it Swedish?) and that he therefore would soon emigrate to Norway (or Sweden again? Norway wouldn’t make much sense if his girlfriend was Swedish…) – classy. I’m sure he will have many stories to tell, too, as a Texan in Norway… or Sweden again…

However, we reached the peak of our laughing experience – in addition to a very extensive and over the moon photo session in a Christmassy decorated neighborhood – in the shopping mall at La Cantera in San Antonio. The mall too, as pretty much all of America I reckon, was souped up with jaunty Christmas decoration. A true El Dorado of photography for the apparently under-decorated Swiss visitors. They had taken a specific fancy to a Christmas tree with gift boxes nicely placed underneath it. And because we were all standing together so nicely, the moment really begged for a group picture. After we had tried for several minutes in vain to produce a useful selfie with our iPhones and way too short arms, a friendly local came to our help. As could be expected, he asked very kindly if he could assist and take a picture of us. Beaming with joy we accepted and struck up a pose. After one or two photos we noticed that our dear gentleman always held the iPhone sideways which let me suggest that either the top of the Christmas tree or everything from our necks downwards would be missing from the photo. My second visitor – I shall call him Mr. Peace as a precaution, I don’t mean to expose anyone to ridicule here after all – shared my assumption and promptly started to request, in a very Swiss way, a photo in portrait format from our gentlemen helper: “Sir, please, could you also take on the high way?” Against my better upbringing I immediately burst into a peal of laughter, shortly followed by Evelyn, while Mr. Peace kept negotiating with the somewhat disturbed looking photographer, darting puzzled glances at us from time to time. When I whispered “Highway, really??” to him, all of a sudden his face beamed with understanding. Regardless, he somehow remained caught up in his world and kept on lamenting with our friendly but in the meanwhile slightly insecure photographer guy, telling him to hold the iPhone, in order for us to have two different formats to choose from, “the high way (Highway) instead of the broad way (Broadway)”.

You can probably imagine that, after the poor man had left us (shaking his head in disbelieve), we were roaming about the mall like clucking hens for ages, writhing time and again with laughter and gabbling “Seriously, highway AND broadway?!” to ourselves. Of course after that we couldn’t strike up a serious conversation anymore, all we produced was nonsense and even if something reasonable escaped our lips, we couldn’t stop ourselves from giggling. Like the school kids: Once started we were virtually unstoppable.

So I’m sorry, Mr. Peace, for exposing you in this way but you kept assuring me that it would be okay if I brought this story to (virtual) paper. I certainly hope that this is still true. At least I have timed the appearance of the blog nicely – you just went underground in South America. That’s what I call “my way” 🙂

The non-metric system – A love-hate relationship

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Nach meinem eher nachdenklichen letzten Blog möchte ich mich – und euch – wieder etwas amüsieren. Zwar kämpfe ich gerade – kaum spricht man von Gesundheit und klopft nicht umgehend auf Holz – noch mit einer etwas verstopften Stirnhöhle, doch das soll mich nicht vom Grinsen abhalten. Im Gegenteil – Lachen ist bekanntlich die beste Medizin. Bisher hatte ich glücklicherweise nie mit irgendwelchen „Kopfhöhlen“-Geschichten zu kämpfen. Allerdings habe ich gelesen, dass Asthma diese Probleme durchaus verursachen kann. Falls ich morgen früh noch immer die gleichen Symptome aufweise, werde ich einen Arzt zu Rate ziehen. Was unter Umständen wieder ganz interessantes Material für einen Blog mit sich bringen könnte. Es ist also nichts vergebens, alles ergibt irgendwie Sinn.

So sicherlich auch die amerikanischen Standards. Damit spreche ich die ganze Palette an Masseinheiten an, die sich sehr deutlich von den europäischen – also von den Festland-europäischen – Gewohnheiten unterscheidet: Fahrenheit anstatt Celsius; Pfund vs. Kilogramm; flüssige Unzen anstatt Liter und mein Favorit – Meilen, Fuss und Zoll anstelle von Kilometern, Metern, und Zentimetern. Weil mich die Leute in der Schweiz ständig fragten, wie denn die Temperaturen in San Antonio so sind, habe ich als erstes mit den Fahrenheit Bekanntschaft geschlossen. Um nicht ständig Google zur Hand haben zu müssen suchte ich nach einer kleinen Brücke, die mich von Celsius zu Fahrenheit und umgekehrt führen könnte. Also ab ins Internet und – hui – ist doch gar nicht so kompliziert: Nur mal eben die Fahrenheit -32, dann alles x5 und dieses Ergebnis dann bloss noch durch 9 teilen und schon hast du deine Celsius. Oder eben umgekehrt. Ist doch kein Problem. Echt jetzt, geht’s noch komplizierter?

12 inches = 1 foot
12 inches = 1 foot

Doch auch die Längenmasse habe ich gefressen. Schliesslich ist ein Fuss nicht langweilig wie Meter in 100, resp. 1’000 aufgeteilt, sondern in 12 Zoll. Und eine Meile hat nicht etwa öde 1’000 Zoll, sondern genau 5‘280 eben dieser. Jetzt soll mir mal einer erklären, wie man da vernünftig Dinge bauen kann (ok, die Tatsache, dass die Häuser mit papierdünnen Wänden ausgestattet sind und beim kleinsten Wind davon fliegen hat meines Erachtens nichts mit dem absurden Längenmass zu tun…). Und natürlich wurde ich schon bald nach meiner Ankunft in Amerika daran erinnert, wie ich im Matheunterricht sass und überzeugt war, dass ich die ganzen Bruchrechnungskünste nie im Leben wieder würde brauchen können. Falsch gedacht, Fräulein.

Sash window with built-in cat door
Sash window with built-in cat door

Als Greg damit begann, das Paneel mit der Katzentür für das Schiebefenster in San Antonio zu entwerfen, kam mir sein Gemurmel bei den Vermessungen irgendwie rumänisch vor: Ich verstand kein Wort. Er warf mit Brüchen um sich, von Hälften, Vierteln, Achteln und sogar Sechzehntel war die Rede. Ich war verloren und kauerte mich kurzfristig in Embryonalstellung in eine Ecke. Der beste aller Ehemänner meinte nur, ich brauche mich nicht sorgen und mir den Kopf zu zerbrechen. Doch mein klitzekleines Ego irgendwo da drin wollte doch zumindest verstehen von welchen Brüchen da die Rede war. So liess ich mich kurzerhand von Google aufklären. Und schon bald, zu meinem grossen Erstaunen, brillierte ich mit richtig zusammengewürfelten Vierteln und Sechzehntel, Halben und Achteln. Aus heiterem Himmel erinnerte ich mich an den kleinsten gemeinsamen Nenner, jagte ihn bis er umzingelt war und zerlegte seine grossen Brüder. Nie hätte ich gedacht, dass ich damit umgehen kann. Aber hier sind wir und es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Das Zusammenbauen einer Katzentür hat allerdings den Vorteil, dass man eher Zeit hat, sich mit den Zahlen auseinanderzusetzen als, sagen wir, beim Autofahren. An meiner Fahrprüfung (die in etwa wie folgt ablief: jetzt bitte links, links, links, rechts, rechts, rechts – Gratulation, Sie haben bestanden!) forderte mich meine Prüferin zwischen den Richtungsangaben mit Längenangaben wie man sie vom Navi kennt heraus – einfach eben in Meilen, resp. Fuss anstatt Kilometern und Metern. Das ging dann in etwa so:
Prüferin: In einer Viertelmeile biegen Sie rechts ab.
Luzi (im Kopf): OMG, eine Viertelmeile… das sind nicht 250 Fuss… und wenn, ich hätte keine Ahnung, wie viel das ist… rechne Luzi… Vorsicht, der telefonierende Truckfahrer zieht ohne Blinker auf deine Spur… rechne… OK, ich glaub ich hab’s… das müssen in etwa 1‘300 Fuss sein… ich würde sagen das ist in etwa.. hier!
Prüferin: Nächste Strasse rechts.
Luzi (im Kopf): Gott sei Dank, „nächste Strasse“, das kann ich mir merken…
Prüferin: In 250 Fuss wieder rechts.
Luzi (im Kopf): Oh Mann, 250 Fuss… das hatten wir doch soeben… oh, ich glaube wir sind zurück beim Strassenverkehrsamt, ich biege mal da ein.
Prüferin: Gratulation! Sie haben bestanden.

Natürlich gäbe es auch beim Kochen und Backen zahlreiche Möglichkeiten, sich mit den flüssigen Unzen und Pfund – welche wir ja wiederum unter winziger Abweichung kennen – herumzuschlagen. Ich lege allerdings Wert darauf möglichst nur Rezepte auszuwählen, die mit Ess- und Teelöffel auskommen. Was mich indes mehr beschäftigt sind die Bezeichnungen für das amerikanische System. Dereinst wurde es als das Imperialistische System eingeführt. Von den Engländern, eben den Imperialisten. Doch heute spricht die grosse Mehrheit hier vom „Standardsystem“. Wie jetzt? Wer zum Henker erklärt ein System zum „Standard“, das lediglich von zwei oder drei Nationen weltweit verwendet wird?

Freeway to... Utopia...
Freeway to… Utopia…

Ach ja, immerhin eine Gemeinsamkeit, die angesichts der zahlreichen Andersdenker rund um die Schweiz nicht ganz selbstverständlich ist, haben sich die Schweiz und die USA bewahrt: Die grüne Beschilderung der Autobahnen. Yay!!

After my rather thoughtful last blog I would like to have myself – and you – some fun again. Even though I’m fighting – just when you talk about health and forget to knock on wood immediately – a slightly clogged up sinus, that should ’t stop me from grinning. On the contrary – laughter is known to be the best medicine. Luckily, I never had to deal with any “head cavity” stories so far. However, I’ve read that asthma can cause these problems. Should I still suffer from the same symptoms tomorrow morning, I shall call a specialist to get this checked. Which might possibly bring about some more interesting material for another blog. So nothing’s in vain, everything makes sense somehow.

This may also apply to the American standards. I’m addressing the whole range of measurement units which so very radically differ from the European – at least the mainland-European – ones: Fahrenheit instead of Celsius, pound vs kilograms, liquid ounces rather than liters and my favorite – miles, feet and inches instead of kilometers, meters and centimeters. Because people from Switzerland kept asking me about the temperatures we had in San Antonio my first encounter with the weird units was with Fahrenheit. To avoid having Google ready at all times, I was looking for a bridge to build that could help me quickly convert Celsius to Fahrenheit and vice versa. So off to the internet I went and – whoosh – it’s not that complicated after all: Simply subtract 32 from the Fahrenheit number, multiply by 5 and then divide the result by 9 and you’ve got the Celsius degrees. Or the other way around. No problem at all. Seriously now, can it be any more complicated?

But even worse, I’ve just about had it with linear measures. After all, a foot is not divided into boring 100 or 1’000 as meters are but into 12 inches. And one mile is not at all a bleak 1’000 inches but exactly 5’280. Now would someone please explain to me how anyone could possibly build things in a reasonable manner like this (ok, the fact that houses are built with flimsy walls and fly off at the slightest breeze has, as far as I’m concerned, nothing to do with the absurd linear measures…)?

Very soon after my arrival in America I was reminded how I used to sit in math class, convinced that never in my whole life would I ever have to use fractions again. Wrong thinking, Missy. When Greg started to design the panel with the built-in cat door for the sash window in San Antonio, his mumbling seemed Romanian to me: I did not understand a single word. He threw fractures about, mentioning halves, quarters, eights and even sixteenths. I was lost and crouched down in a fetal position in a corner for a while. The best of all husbands then told me I needn’t worry and rack my brains over it. But my tiny little ego that was still in there somewhere piped up and wanted to at least understand which fractures exactly all the talk was about. So without further ado I had myself enlightened by Google. And before long, to my own amazement, I scintillated with the ability to throw up quarters and sixteenths, halves and eights. Out of the blue I started remembering the lowest common denominator, chased him until he was surrounded and dissected his big brothers. I never thought I could handle it. But here we are and wonders never cease.

Assembling a cat door of course has the advantage that you have more time to deal with the numbers than, say, when driving a car. When I took my driving test (which went something like this: Left, please; left, left, right, right, right – congratulations, you passed!) my examiner challenged me with length specifications as known from navigation systems while giving me directions – only in miles and feet instead of kilometers and meters. That went something like this:
Examiner: In a quarter mile, turn right.
Luzi (in her head): OMG, a quarter mile… that’s not 250 feet… and even if, I had no idea how much that was… calculate Luzi… caution, that trucker driver with the mobile pressed to his ear is about to pull over to your lane without even indicating… calculate… ok, I think I got it… it must be approximately 1’300 feet… I’d say that’s about… here!
Examiner: Next street to the right.
Luzi (in her head): Thank God, “next street”, I can remember that
Examiner: In 250 feet, turn right again.
Luzi (in her head): Oh man, 250 feet… didn’t we just have that… oh, I think we’re back at the DPS office, I’ll just pull up the driveway.
Examiner: Congratulations! You passed.

Surely there would be many more opportunities to grapple with liquid ounces and pounds – which we actually know apart from tiny deviations – while cooking and baking. However, I am anxious to only select recipes that involve table and tea spoon measurements if possible. What I’m more concerned with, however, are the names of the American system. One day the system was introduced as the imperial system. By the English, the imperialists. Today, however, the vast majority speaks of the so called “standard system”. What now? Who the heck gets to decide that a system, which is only used by two or three nations worldwide, is “standard”?

Oh yes, one thing that is by far is not to be taken for granted, looking at all the dissenting Swiss neighbors, do Switzerland and the United States have in common: The green signs to mark the highways. Yay!

My second life

(Featured image: Luzi taking a cure at Malia beach, Kreta)

For English see below

Beim Lesen der «USA TODAY» diese Woche wurde ich abrupt zurück in die Vergangenheit versetzt. Ein Artikel, der das Phänomen der immer zahlreicher werdenden Amerikaner, die sich oder ihre Kinder nicht impfen lassen, hat meine Aufmerksamkeit geweckt. Die wohl dadurch wieder vermehrt auftauchenden Infektionskrankheiten lesen sich wie ein Rückblick auf das frühe 20ste Jahrhundert: Keuchhusten, Masern, Epidemien, Pandemien. Die Kontroverse zum Thema Impfungen ist massiv. Die Gründe sowohl dafür und dagegen zahlreich. Doch die Geschichten, die der Artikel preisgab, brachten mich doch zum Nachdenken. So begann der Beitrag äusserst dramatisch mit dem Satz: „Kathryn Riffenburg hat sich für einen geschlossenen Sarg für die Beisetzung ihres Babys entschieden.“ Natürlich fragt man sich wieso und die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Sie wollte nicht, dass ihre Familie mit ansehen musste, was Keuchhusten […] dem 9-Wochen alten Brady Alcaide angetan hat.“ Die in den westlichen Ländern beinahe vergessene Krankheit hat sich in den Jahren 2010 und 2012 in Teilen der USA epidemisch ausgebreitet. Und sie hinterliess Brady‘s winzigen Babykörper geschwollen und unkenntlich. Doch dies war für mich nicht die schockierendste Meldung in genanntem Artikel. Etwas weiter unten lese ich die bestürzende Geschichte des inzwischen 10-jährigen Jeremiah Mitchell, der mit 6 Jahren an einer bakteriellen Hirnhautentzündung erkrankte. Die Ärzte mussten ihm, um die sich rasant ausbreitende Krankheit auszurotten, Teile von Armen, Beinen, Ohren, Kiefer und seiner Augenlider amputieren. Anscheinend – und das ist auch neu für mich – kann eine Hirnhautentzündung, nebst permanenten Gehirnschäden, Verlust von Seh- und Hörvermögen, Nierenversagen und plötzlichem Tod (innerhalb 8-24 Stunden von vollkommen gesund zu tot) eben auch Schäden an Gliedmassen verursachen, die nur mittels Amputation gestoppt werden können.

Meningitis symptoms March 1994.
Meningitis symptoms March 1994.

Es scheint kein Zufall, dass mich dieser Zeitungsbericht etwas zum Nachdenken anregte. Denn während sich die meisten Leute an Ostern über den längsten religiösen Urlaub des Jahres freuen (es sei denn, Weihnachten fällt optimal mit einem Wochenende zusammen), habe ich ganz andere Gründe, um die Osterzeit ein wenig zu feiern. Vor einem halben Leben, also vor 20 Jahren, lag ich über Ostern im Kantonsspital Luzern, schwach aber glücklich, war ich doch auf dem Weg zur Besserung von einer bakteriellen Hirnhautentzündung. Bis heute kann ich nicht begreifen, wie viel Glück ich hatte, dass ich diese Episode schadlos überstehen konnte. Und bis heute habe ich keine Vorstellung davon, was in den Stunden von der Diagnose bis zu dem Moment, in dem klar war, dass die Antibiotika anschlagen und ihre Arbeit tun, in meinen Eltern vorgehen musste. Es müssen horrende Stunden gewesen sein, die ich als nicht-Mutter wohl nie wirklich werde nachvollziehen können.

An den eigentlichen Krankheitsverlauf habe ich nur noch vage Erinnerungen. Ich weiss, dass ich von einer Minute auf die andere todkrank war. Von entspannt vor dem Fernseher sitzend zu krampfartigem Schüttelfrost mit rasenden Kopfschmerzen. Dass ich bei der Überweisung ins Krankenhaus auch die typischen Hautblutungen aufwies, daran kann ich mich nicht erinnern. Alles was ich weiss ist, dass mein Hausarzt eine Ambulanz anforderte mit den Worten „Verdacht auf Hirnhautentzündung“ und mein lahmes Hirn dazu registrierte „Hirnhautentzündung… das kann doch tödlich sein…“. Als der Doktor sich über mich beugte und mir erklärte, dass ein Krankenwagen unterwegs sei um mich ins Spital zu überführen, war meine einzige Reaktion, ihn am Kragen zu packen und zu fragen, ob ich da endlich etwas gegen diese horrenden Kopfschmerzen kriegen würde. Mir schien es ein Rätsel, dass mein Schädel noch nicht zerborsten war.
Als nächstes wachte ich im Krankenhaus auf einem Schragen auf, etliche Ärzte über mich gebeugt und in heller Aufregung, dass ich ansprechbar war. Sie baten mich darum, mich auf die Seite zu legen und – zwecks Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit – ein „Päckli“ zu machen; also die Beine an meinen Oberkörper zu ziehen, den Kopf möglichst nahe zu den Beinen zu platzieren, damit sich der Rücken schön krümmt. Ich war vollends überzeugt, ein perfektes Paket zu formen, doch der Meningismus muss mich daran gehindert haben und liess mich steif wie ein Brett gerade mal knapp meine Knie anfassen. Zweimal musste ich diese Prozedur überstehen, wahrlich kein freudiges Ereignis. Doch die Ärzte waren echte Wunderheiler, denn nicht nur die Rückenmarkpunktion verlief einwandfrei, dank der Verabreichung von Steroiden zusammen mit den Antibiotika haben sie wohl mein Hirn in seiner ganzen Pracht 😉 erhalten können. Wohlgemerkt, die Wirksamkeit von Steroiden in diesem Zusammenhang war im Jahr 1994, wie ich erfahren musste, noch nicht wissenschaftlich untermauert. Heute ist aber bekannt, dass nicht die Bakterien selbst, sondern das Immunsystem, welches die Bakterien abbaut, Hirnschädigungen verursacht. Die Therapie mit Steroiden soll somit erreichen, dass die Antwort des Immunsystems auf den bakteriellen Befall gedämpft und entsprechend der Abbau des Fremdkörpers keine eigenen Verluste (sprich Schädigung der Hirnmasse) verursacht.

Während ich so im Krankenhaus lag, wurde meine Kontakte der vergangen Tage, also meine Eltern, mein damaliger Freund und eine Arbeitskollegin, vorsorglich ebenfalls mit starken Antibiotika behandelt. Sowohl meine Arbeitskollegin wie meine Mutter haben mir später berichtet, dass die Medikation dermassen „starker Tobak“ war, dass die eine an ihrem Arbeitsplatz, die andere beim morgendlichen Zeitung lesen mal kurz einnickte  Heute kann ich darüber lachen, weil ich kerngesund aus dieser Sache rausgekommen bin. Trotzdem hat die Erfahrung Spuren hinterlassen. In meinem Wesen. Zwar ist das schwer zu beurteilen, denn ab 20 verändert sich ein Mensch in seiner Art ohnehin sehr stark. Doch ich glaube durch das Geschenk eines zweiten Lebens etwas ruhiger, gelassener, sogar fröhlicher geworden zu sein. Es hat mir bewusst gemacht, welch zarter Faden das Leben sein kann und dass es wahrlich kein grösseres Gut als die Gesundheit gibt.

Ach ja, würde ich mich heute gegen eine Meningitis impfen lassen? Ja, habe ich getan, bevor ich in die USA kam. Das Problem hierbei ist allerdings, dass es so viele verschiedene Arten von Hirnhautentzündungen gibt. Vor 20 Jahren beispielsweise stand meines Wissens noch keine zugelassene Impfung für einen Befall von Meningokokken der Gruppe B – wie sie eben bei mir festgestellt wurden – zur Verfügung.

While reading the «USA TODAY» this week I was abruptly thrown back into the past. An article, covering the phenomenon of an ever growing number of Americans who refuse to be themselves or have their children vaccinated, caught my attention. The lately re-emerging infectious diseases read like a throwback to the early 20st century: whooping cough, measles, epidemics, pandemics. The controversy over the topic of vaccination is massive. The reasons both for and against it numerous. But the stories covered in the article sure got me thinking. Thus, the piece of writing started most dramatically with the sentence: “Kathryn Riffenburg decided on a closed casket for her baby’s funeral.” One wonders why, of course, and you don’t have to wait for long to read the answer: “She didn’t want her family to see what whooping cough […] had done to 9-week-old Brady Alcaide.” Whooping cough, the in western countries almost forgotten disease, reached epidemic proportions in some states of the US during the years of 2010 and 2012. And it left Brady’s tiny body swollen and unrecognizable. But to me, this wasn’t the most shocking message in the article. A little further down I read the upsetting story of now 10-year-old Jeremiah Mitchell, who, at the age of 6, was infected by an outbreak of meningitis back in kindergarten. Due to the rapidly spreading meningitis, doctors had to amputate part of his arms, legs, ears, his jaw and eyelids. Apparently – and that’s news to me too – a meningitis can, in addition to permanent brain damage, loss of vision and hearing, kidney failure and sudden death (from alive to dead in 8-24 hours) cause gangrene.

It doesn’t seem like a coincidence that this article got me thinking a little. For while most people are excited about the prospect of a long holiday over Easter, I have completely different reasons to celebrate around Easter time. Half a life ago, in my case 20 years ago, I lay in a bed at the Cantonal Hospital in Lucerne, weak but happy, recovering from a bacterial meningitis. To this day I can’t even start to comprehend how lucky I am to have gotten through this episode undamaged. And to this day I don’t have the faintest idea what went on inside my parents during those dreadful hours from the diagnosis to the moment when the antibiotics actually took effect. As a non-mum I might never be able to really comprehend what my parents went through during those horrendous hours.

When it comes to the actual course of the disease my memories are vague. I remember falling deadly ill from one minute to the other. From relaxedly watching TV to spasmic chills with a splitting headache within minutes. That my skin was showing the typical hemorrhage when I was transferred to the hospital, I do not remember. All I do recall is that my family doctor requested an ambulance saying there was “a case of on-spec meningitis”. My lame brain reacted with a registration of “meningitis… isn’t that potentially fatal?” When the physician leaned over me to explain, that an ambulance was on the way to fetch me, all I could do was grab him by his collar, asking if at the clinic I would finally get something against this horrendous headache. It seemed a mystery to me that my skull wasn’t shattered yet.
Next thing I know is waking up on a gurney in the hospital, several doctors hovering around me and breaking into a flurry of excitement realizing that I was coming round and responsive. They asked me – in order to extract spinal fluid – to lie on my side and pull my legs up to my chest, placing the head on my knees in order to make my back curve nicely. While I was totally convinced that I did a perfect job, in reality the meningismus left by back stiff as a board and prevented me from doing anything more than barely touching my knees with my hands. I had to undergo this procedure twice during my stay at the hospital, truly no happy event. But the doctors proofed to be real miracle healers; not only did they perform smooth spinal punctures but most probably thanks to the use of steroids along with the antibiotics they were able to preserve my brain in all its glory 😉 Mind you, as I learned only now, the efficacy of steroids in this context has not been scientifically confirmed back in 1994. Today, however, it is known that not the bacteria themselves, but the immune system, while degrading the bacteria, causes the brain damage that so often occurs with meningitis. The steroid therapy helps to absorb some of the immune systems harsh reaction to the bacterial infestation, meaning it prevents the brain mass from degenerating during the degradation of bacteria.

While I was recovering, the people I was in close contact with over the last few days, i.e. my parents, my boyfriend at the time as well as a work colleague, also got treated with powerful antibiotics as a precaution. Both my co-worker and my mom later told me that the medication was such “strong stuff” that one briefly nodded off over her desk, the other while reading the morning newspaper J Today I can laugh about this because I made it out of the hole misery fit as a fiddle. Nevertheless, the experience has left its marks. In my personality. Though this is difficult to tell, considering how a person changes from the age of 20 anyway. But I believe through the gift of a second life I became somewhat calmer, more relaxed and even a bit more cheerful. It made me realize what a delicate thread life can be and that there truly is no greater good than health.

Oh and, yes, would I agree to a meningitis vaccination today? Absolutely, I got immunized before I immigrated to the US (not a necessity, though). The only problem with that, however, is that there are so many different types of meningitis infections. 20 years ago for example, an authorized vaccination against the meningococcal group B meningitis that I had didn’t even exist, as far as I know.

My latest passion

For English see below

Es gibt gewisse Klischees, mit denen ist man immer wieder konfrontiert, egal ob man will oder nicht. So herrscht beispielsweise die gemeingültige Ansicht, dass sich gewisse Dinge ab einem spezifischen Alter nicht mehr gehören. Dazu zählen öffentliches Nase bohren ab dem fünften Lebensjahr, Grimassen schneiden ab zehn und vielleicht eine haarsträubende Frisur tragen ab zwanzig. Eigentlich gehört es sich auch, dass man Leute über zwanzig mit „Sie“ anspricht, doch ich musste beinahe dreissig werden, bis mir diese Ehre allgemein zuteil wurde. Ausgenommen am Telefon. Scheint, meine Stimme ist zügiger erwachsen geworden als ich. Trotzdem hat man mich nie für meine Mutter gehalten, wenn jemand bei uns anrief. Das war doch diese unendliche Peinlichkeit, wenn man ab einem gewissen Alter Kollegen anrufen wollte und man prompt den Sohnemann mit „Grüezi Herr Meier“ ansprach, weil der Stimmbruch vollkommen war. Sohnemann lachte sich ob der formellen Begrüssung natürlich kaputt und liess einen das auch noch ewig spüren. Ätzend.

Mini skirt of sorts
Mini skirt of sorts

Diesen Winter wurde mir wieder bewusst, dass es einfach Sachen gibt, die ich zwar nicht mehr für passend halte, aber trotzdem tue. Wie zum Beispiel Miniröcke tragen. Allerdings nur im Winter. Denn es gibt für mich nichts Kuschligeres, als bei klirrender Kälte meine Beine in dicke Strumpfhosen oder Leggings zu hüllen. Allerdings verzichte ich auch bei Leggings nie auf einen Minirock, es sei denn, ich trage eine wiiiirklich lange Bluse darüber. Da sich aber keine wiiiirklich lange Bluse in meinem Kleiderschrank finden lässt, bleibt nur der Minirock. Wenn ich jeweils Ladies mit unbedecktem Leggingshintern sehe, frage ich mich immer, wo die morgens den Kopf hatten, denn da ist ja ganz klar was vergessen gegangen beim Anziehen. Etwas relativ Wichtiges sogar. Dies gehört für mich allerdings zu den Dingen, die sich unabhängig vom Alter einfach nicht gehören. Wie auf den Boden spucken. Oder Müll auf die Strasse schmeissen.

Weshalb ich mir ausgerechnet jetzt den Kopf darüber zerbreche? Na klar, die grosse 4 und 0 steht mir bevor und ich muss noch dringendst die Unternehmungen vor Mitte September in meine Agenda quetschen, die sich für eine über 40-jährige (vielleicht) nicht mehr gehören. Wie richtig Skateboard fahren lernen. Eigentlich waren meine Ambitionen nicht dermassen hoch gesteckt. Mein ursprüngliches Ziel bestand darin, mich mal wieder im Bumerang schiessen zu versuchen. Ich hatte es einmal in Australien getestet und mich

Academy Sports+Outdoors from outdoors
Academy Sports+Outdoors from outdoors

äusserst geschickt angestellt, was mir sofortige Freude bescherte. Das wollte ich nochmal erleben. Also fuhr ich in den nächsten Sportladen hier, den «Academy Sports+Outdoors», dem Athleticum nicht ganz unähnlich, mal abgesehen davon, dass er fünfmal so gross und mit allem, was du für die Jagd brauchst (inkl. Flinten und Munition) ausgestattet ist. Nachdem ich so etwas verloren zwischen den riesigen Gestellen herumgestreunt bin, fragte ich einen Angestellten, ob sie Bumerangs verkaufen. Er führte mich augenblicklich zum entsprechenden Regal und erklärte mir entschuldigend, dass die hölzernen Bumerangs leider momentan ausgegangen seien. Kein Problem, denn das eine Mal, als ich mich in der Schweiz im Bumerang werfen versuchte, hatte ich eine hölzerne Version und schon beim zweiten Aufprall auf der Wiese (nachdem ich ihn viermal gefangen hatte, wohlgemerkt) zerbrach das gute Stück. Holzbumerangs scheinen an mir also verschwendet. Leider hatte ich dann mit dem Schaumstoff-Teil noch weniger Erfolg. Nicht ein einziger Wurf liess das gute Teil zu mir zurückkehren. Das beste, was ich zustande brachte war ein lahmer Halbkreis, zuerst wanderte die australische Jagdwaffe gen oben, nur um dann wie eine tote Taube aus dem Himmel zu fallen. Von den ganzen Abstechern in die benachbarten Büsche und Bäume spreche ich mal lieber gar nicht.

Waveboard, auch Caster Board genannt
Waveboard, auch Caster Board genannt

Entsprechend frustriert kehrte ich in den Sportladen zurück. Nicht, um mich zu beschweren – obwohl ich überzeugt bin, dass es am Bumerang lag und nicht an meinen Wurffähigkeiten – sondern um mich mit einem Blick auf die ganzen Sportutensilien etwas zu trösten. Es werden wirklich sämtliche Themen abgedeckt: Schwimmen, Laufen, Bowlen, Tennis, Baseball, Basketball, Fischen, Jagen, Inlineskaten, Golf und so weiter und so fort. Ganz verzückt schlenderte ich durch die Gänge – bis meine Augen auf ein Waveboard fielen, ein Spielzeug, über das ich in letzter Zeit viel gelesen habe. Denn ich fand es immer noch schade, dass ich nie richtig Skateboarden gelernt habe. Und ich vermisste mein Snowboard. Da schien mir das Waveboard, hier Caster Board genannt, ideal. Und siehe da, im Regal vor mir lagen zwei unverpackte Exemplare, die ganz eindeutig zum Testen gedacht waren. Ich guckte also kurz nach rechts und links, nahm eines der Teile vom Regal und – freute mich über mein immer noch intaktes Gleichgewicht. Ich rollte am Gestell entlang, zwar etwas wabbelig, aber ohne vom Brett zu krachen. Was nicht ganz selbstverständlich ist, wenn man bedenkt, dass ein Caster Board lediglich zwei, anstatt wie ein Skateboard vier Räder hat.

Schwinn Helmet for every occasion
Schwinn Helmet for every occasion

Zehn Minuten später verliess ich den Laden mit einem Waveboard unter dem Arm und einem Grinsen auf dem Gesicht. Einen Helm – man will ja schliesslich verantwortungsbewusst bleiben und dabei auch schon mal aufs Fahrradfahren vorbereitet sein – habe ich anderntags gleich noch dazu gekauft. Und seither habe ich doch schon einige Übungsstunden hinter mich gebracht und kann stolz verkünden, dass ich mich nicht allzu ungeschickt anstelle. Zwar habe ich noch etwas Mühe mit dem Konzept des vorwärts Bewegens, ohne einen Fuss vom Brett zu nehmen. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass ich auch das in den nächsten Tagen noch auf die Reihe kriege. Auf jeden Fall macht’s mir einen Mordsspass und ich glaube, das ist doch die Hauptsache. Egal wie alt man dabei ist.

Ach ja, im ganzen Arsenal des Sport-Giganten gibt’s bloss eines, das ich irgendwie vermisst habe: Nordic Walking Stöcke. Dieser Trend hat sich hier definitiv nicht durchgesetzt…

There are certain stereotypes that you are confronted with time and time again, whether you like it or not. For example, it seems a generally valid view that you simply don’t do certain things once you’ve reached a specific age. These include picking one’s nose in public once you’re over five years old, making faces once you’re over ten and maybe wearing a dreadful hairstyle once you’re twenty. In fact, it is viewed as bad manners if you don’t use the polite form of address – the German “Sie” – if somebody is, let’s say, over twenty. Sadly I had to almost turn thirty until I was bestowed with such honor. Except for on the phone. Seems my voice grew up a bit swifter than the rest of me. At least I was never confused with my mum when someone called us. That was the ultimate embarrassment – from a certain point in your teens when you wanted to call a male friend and of course the guy picked up the phone himself in a grown man’s voice, you ended up saying “Grüezi Herr Meier” to your friend because you thought it was his dad. Apparently, your friend would crack up over the formal greeting and would remind you of it forever. Naff.

This winter I became aware that there are certain things that, though I don’t consider them suitable for my age anymore, I still do them. Such as wearing mini skirts. Only in winter, however. Because to me there is nothing more cozy than wrapping my legs in thick tights or leggings on freezing cold winter days. However, I never do without a mini skirt even when wearing leggings, unless I’m wearing a reeeeally long blouse over it. But since there is no reeeeally long blouse to be found in my wardrobe all that I’m left with is a mini skirt. Every time I see ladies with a bared leggings-butt I always wonder what went on in their heads in the morning when they got dressed, for clearly something was forgotten. Something relatively important, indeed. But then this is one of the things that I simply see as a no-go, regardless of one’s age. Like spitting on the ground. Or throwing garbage out on the street.

Why I’m racking my brains about this just now? Why, because the big 4 and 0 is approaching and I have to urgently squeeze all the things that (perhaps) are no longer suitable for an over 40-year old into my agenda before mid of September. Such as how to properly ride a skateboard. Actually, I wasn’t aiming that high. My original goal was to try my hand at shooting a boomerang once again. I tried it out one time in Australia and proofed myself quite skillful at it which bestowed instant joy on me. I wanted to experience that again. So I went to the closest sports store, the «Academy Sports+Outdoors», not unlike Athleticum in Switzerland, except for the fact that it is approximately five times as big and is equipped with everything you need for a neat hunt (including shot guns and ammunition). After roaming about the huge racks in a somewhat lost manner, I inquired from a clerk whether they carried boomerangs at all. He immediately took me to the according shelf and apologetically explained to me that they unfortunately had run out of wooden boomerangs for the moment. No problem, because the one time I tried to throw a boomerang in Switzerland I used a wooden version and the second time it crashed on the grass (after having it caught four times, mind you) it broke. Wooden boomerangs seemed to be wasted on me. Unfortunately, I was even less successful with the foam model. Not a single time did the cursed thing return to me. The best I could muster was a lame semi-circle; first the Australian hunting device crept upwards for a while, only to then fall out of the skies like a dead pigeon. Not to mention all the side trips to neighboring bushes and trees.

Appropriately frustrated, I returned to the sports shop. Not to complain about the boomerang – though I’m quite convinced that it was the boomerangs fault and not my throwing skills that let me fail so miserably – to comfort myself with some in-store window-shopping. That store really covers it all: swimming, running, bowling, tennis, baseball, basketball, fishing, hunting, inline skating, golf and so on and so forth. Entranced, I strolled through the aisles – until my eyes fell on a wave board, a toy I have been reading about a lot lately. For I still regretted not ever having learned how to skateboard properly. And I missed my snowboard. Therefore, a wave board, here called caster board, seemed ideal alternative. Lo and behold, on the shelf in front of me I saw two unpacked specimens that were clearly intended for testing. So I quickly glanced right and left, took one of the boards form the shelf and – was delighted about my still intact equilibrium. I rolled along the shelf for a while, a little wobbly, though, but without crashing. Which, as a matter of fact, could by no means be taken for granted, considering how a caster board only has two instead of four wheels.

Ten minutes later I left the shop with a wave board under my arms and a smile on my face. The next day I purchased a helmet to go with – one wants to remain responsible and well prepared for bicycling, too, after all. I’ve trained quite a bit since and am proud to announce that I’m not too clumsy when it comes to caster boarding. Although I still seem to have some troubles with the concept of moving forward on that thing. However, I’m quite convinced I will get there within the next few days. In any case, I’m having heaps of fun with my board and I believe that’s all that counts. Regardless of one’s age.

By the way, there’s only one thing in the whole arsenal of sports goods that I somewhat missed: Nordic walking poles. This trend certainly didn’t prevail over here…

Everyday life of a Swiss… no longer in Texas.