I proudly present: My new web-pages

Or: An inspiration hit me

Den aufmerksamen Beobachtern unter euch ist es vielleicht schon aufgefallen: Ich habe meine Website durch eine neue Seite – samt etlichen Unterseiten – erweitert. Willkommen zu meinem neusten Projekt. Natürlich, wie könnte es anders sein, hat es mit Katzen zu tun. Oder besser gesagt, mit einer Katze: Meinem Kater Merlin.

Merlin with his "zipper"
Merlin with his “zipper”

Im Frühjahr 2013 erhielt er – via mich – die Diagnose «Feline Megacolon» gestellt. Was das ist? Das könnt ihr eben in meinen neuen Seiten nachlesen. Denn ich war vor einem Jahr noch genauso unwissend wie wahrscheinlich die meisten von euch. Der Tierarzt empfahl mir damals umgehend, eine Operation am Darm der Katze durchführen zu lassen, da dies die einzige wirkliche Heilung für das Problem darstelle. Meine Antwort kam so schnell, dass nicht nur der Tierarzt, sondern ich selbst total überrumpelt war: „Nein.“ Wie jetzt, nein? Meine Ablehnung einer Operation an den Eingeweiden meiner Katze gegenüber basierte auf der Annahme, dass ich ihr den Rest ihres Lebens Medikamente verabreichen müsste. Im Nachhinein kann ich mir diese Blitzgedanken nur damit erklären, dass ich zu viele Filme und Berichte über Organverpflanzungen gesehen haben muss. Denn bekanntlich soll ja nach dem Einsetzen eines fremden Organs – soweit ich mich erinnern kann – dem Abstossen der neuen Innerei durch entsprechende Medikamente vorgebeugt werden. Dass bei der vom Tierarzt erwähnten Operation aber nichts eingenäht wird, das schien mir in der Aufregung total entfallen zu sein.

Jedenfalls klärte mich der Veterinär geduldig zum Thema Megacolon bei Katzen auf. Ihm danke ich an dieser Stelle noch einmal von ganzem Herzen für seine Unterstützung, Geduld, Beratung und sein Verständnis mit mir. Auch sei erwähnt, dass ich keine Website mit tiermedizinischem Inhalt publik machen wollte, die nicht auch tierärztlich geprüft ist. Entsprechend habe ich eben jenen Vet gebeten, meine Schriften zu überprüfen, was er auch prompt getan hat – simply amazing!

So kann es gehen im Leben: Viele Faktoren führten dazu, dass ich mit Merlin zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war, um auf eben jenen Tierarzt zu treffen. Ich glaube nicht unbedingt, dass es Vorsehung war; aber etwas, das wir uns anscheinend verdient hatten. Klar, wir mussten auch dafür bezahlen. Aber das ist eben Voraussetzung, wenn gute Dinge im Leben passieren sollen – man muss bereit sein, dafür den entsprechenden Preis zu bezahlen. In diesem Fall hat es sich hundertprozentig gelohnt. Aber lest selbst, dann wisst ihr vielleicht, wovon ich rede.

What a difference it makes

Am Wochenende hat mich der beste aller Ehemänner zu einer Shoppingtour eingeladen. Ich war im siebten Himmel. Location: San Marcos Outlet Malls; zusammen mit dem angrenzenden Tanger Outlet Heimat von über 350 Läden mit einer Gesamtfläche von 93‘000 m2. Ein echtes Stück Texas halt. Wer jetzt denkt, ich hätte mich in Beauty- und Schuhläden getummelt, irrt. Naja, zumindest teilweise. Denn mich interessierte an diesem Samstag lediglich ein Laden: Der Nike Store. Ja, ich gebe es zu: Wenn es zu Laufschuhen kommt, bin ich ein Nike-Fetisch. Der Grund für unseren Besuch hier war die Notwendigkeit neuer Laufschuhe. Mehr dazu aber ein andermal.

new-running-shoesAngefangen mit dem Nike-Fetisch hatte alles mit dem Apple-Fetisch. Hä? Nachdem ich vor Jahren mal einen iPod geschenkt kriegte, war ich dem Ding verfallen. Es gibt aber auch so viele brauchbare Apps dafür. Die Nike+ App zum Beispiel. Zusammen mit einem Chip in der Innensohle des Laufschuhs misst die App die zurückgelegte Distanz und Geschwindigkeit eines Laufes. Ideal für mich, die immer auf Kriegsfuss mit zu vergleichenden Pulsuhren und klobigen GPS-Sensoren stand. Auf das Pulsmessen verzichte ich ohnehin, denn seit mir die Diagnose Anstrengungs-Asthma (auch dazu mehr ein andermal) gestellt wurde, laufe ich nur noch nach Lust und Laune. Trotzdem fühlt es sich gut an zu wissen, wenn man einen besonders zügigen oder langen Lauf geschafft hat. Wie aber schon der Markenname «Nike» in Nike+ antönt, ist Nike der exklusive Partner von Apple für den Einsatz dieser App. Denn nur Nike Laufschuhe haben die notwendige kleine Höhlung in der Laufsohle, um den entsprechenden Chip darin zu platzieren. Nachdem ich so vor etlichen Jahren mein erstes Paar Nike Schuhe erworben hatte und dadurch endlich der Adidas-Blasen-Tortur entkam, war ich so begeistert von den Tretern, dass ich seither einfach nie mehr wechseln wollte. Warum etwas ändern, was sich seit Langem bewährt? Bei vielem bin ich experimentierfreudig, doch hier verlasse ich mich lieber auf erprobte Werte.

So besuchten wir also meinen Lieblingsladen weit und breit. Zack rein und schon nach weniger als einer Stunde mit 2 Paar Nike Air Pegasus und einem 3er Bund Socken wieder raus. Es ist unglaublich, wie bequem ein neues Paar Laufschuhe sein kann. Beim einen Paar wusste ich sofort, dass ich sie nicht einmal gross einzulaufen brauchte. Am Sonntag für einen Ausflug montiert und ready waren sie für meinen heutigen Lauf.

running-pathUnd oh Wunder: Was für einen Unterschied es macht. Im Nachhinein kann ich nicht einmal mit Sicherheit sagen, was genau das heutige Lauferlebnis so perfekt gemacht hat. Wahrscheinlich die Kombination sämtlicher Faktoren: Eine mehr als eintägige Absenz von meinem Inhalator, so dass ich mich vor dem Lauf für einmal anstatt nervös eher relaxt fühlte. Eine nette Portion Spaghetti am Vorabend, die erste Pasta seit einer gefühlten Ewigkeit. Die frühlingshafte Temperatur von ca. 25°C. Der leicht bewölkte Himmel, der die Hitze der Sonne zu bremsen vermochte. Die sanfte Brise, die mir hier und da den Schweiss abkühlte. Die angenehme Luftfeuchtigkeit um 63%, welche meiner Lunge gut tut. Und eben meine neuen Laufschuhe. Ich fühlte mich wie auf Federn gebettet. Du merkst erst, dass deine Joggingschuhe hin sind, wenn du ein neues Paar ausprobierst.

Von all diesen Tatsachen beflügelt, nein, geradezu getragen, schwebte ich dahin, in einem Zustand glückseligster Meditation. Für einmal kein Kampf, weder mit meinem Kopf, dem Schnaufapparat noch den Muskeln. Weder im Kopf, noch im Körper. Es lief einfach. Wie geschmiert. Und gut gepolstert. Das perfekte Rezept für den Flow. Und er liess mich nicht im Stich. Aber auch dazu mehr ein andermal.

My true America

Was der Legende nach als heimliche Vermählung von römischen Soldaten durch Valentin begann, hat sich hier in Amerika abermals zu einem kommerziellen Feiertag gemausert. Klar, auch in der Schweiz feiert man den Valentinstag, doch meist beschränkt sich die Feierlichkeit dort auf einen Blumenstrauss oder die gelegentliche Einladung zum Essen. In den Staaten allerdings ist über fünf Tage jedes bessere Lokal besetzt, Schönheitssalons ausgebucht, jeder Laden blendet in verführerischstem Pink seine Besucher und die Mitarbeiter auf der Post frankieren sich die Finger wund. Es ist echt verrückt.

Es ist schon interessant: Während mir regelmässig die Augen und Ohren übergehen, wenn ich in ein proppenvolles Restaurant spaziere und erfahre, dass die Wartezeit für einen Tisch gut eine Stunde beträgt, tragen die Einheimischen es mit Fassung; sie setzen sich gemütlich in der Wartezone auf Stühle oder Bänke, lassen sich an der Bar nieder oder stehen sich gar – mit Menü und/oder Getränk ausgerüstet – die Füsse platt. Die Warterei an sich stört mich nicht. Wenn man eine nette Begleitung hat, kann man sich sehr kurzweilig unterhalten und die Zeit vergeht wie im Flug. Wo ich an meine Grenze stosse ist, wenn die Platzverhältnisse sehr eng sind. Da wuseln dann Kellner mit Karten oder gestapelten Tellern an dir vorbei, Kunden quetschen sich durch die anstehende Menschenmasse und auch das Abräumpersonal presst sich mit schmutzigem Geschirr durch den wartenden Mob.

So geschehen vergangenen Mittwoch – und man bemerke, Valentin’s Tag war erst am Freitag – in einem Steakhouse. Es war gerade so zwischen 6 und sieben, als wir zur Post wollten. Wir traten ein und nach 10 Minuten anstehen in einer Schlange, die sich keinen Zentimeter – oder Inch, wie ich mir jetzt angewöhnen sollte – bewegte, fragte der beste aller Ehemänner mich, ob er mich zum verfrühten Valentin’s Essen einladen dürfe, anstatt uns hier die Beine in den Bauch zu stehen. Danach könnten wir einen frischen Besuch wagen, die Post ist ja bis 10 Uhr abends geöffnet. Klar, für mich gar kein Problem.

Saltgrass SteakhouseUnd so tauchten wir in eben diesem Steakhouse mit der stündigen Wartezeit und der überladenen Wartezone auf. Wir machten umgehend kehrt und fuhren zum nächsten Steakhouse. Etwas währschafter, dafür mit (vermeintlich) kürzerer Wartezeit von 10 Minuten und weniger beengenden Platzverhältnissen. Nach 10 Minuten, die uns wie eine halbe Stunde vorkamen, wurden wir aufgerufen und die Lady, die uns den Platz anweisen sollte machte sich auf den Weg. Doch was ist das? Eine andere Dame folgt der Platzanweiserin und nimmt unsere Sitze in Beschlag. Glücklicherweise ist gleich der Tisch nebenan frei und bereits gereinigt, so dass wir uns ebenfalls ohne Verzögerung hinsetzen können. In diesem Moment würde das Desaster beginnen, wären wir nicht so entspannt drauf und hätten uns so prächtig unterhalten. Es dauerte mindestens eine Viertelstunde, bis uns ein Kellner fragte, ob bereits jemand die Getränkebestellung aufgenommen habe. Wir verneinen und er entschuldigt sich. Seine Kollegin, die für unseren Tisch zuständig sei, habe heute den zweiten Arbeitstag und komme noch nicht wirklich nach mit der Arbeit. Ausserdem sei die Küche sinnlos überlastet und er könne auch bald nicht mehr. Das die Zusammenfassung seiner Bericht während unseres Besuchs. Nun gut, ihr könnt euch vorstellen was folgt: Die neue Mitarbeiterin kommt doch noch irgendwann vorbei, entschuldigt sich tausendmal, wir kriegen unser Essen natürlich, einfach mit viel Verzögerung und stufenweise. Aber wie gesagt, wir nehmen es locker und verstehen, dass es nicht gerade einfach ist, sich während solch hektischer Zeiten einarbeiten zu müssen.

Jedenfalls machen wir uns gutgelaunt noch auf den Weg in Richtung Post. Es ist inzwischen bereits nach 9 Uhr und so erwarten wir ein ruhiges Bild. Doch nichts dergleichen: Die Schlange, die uns erwartet, ist praktisch identisch zu der, die wir vor über zwei Stunden verlassen hatten. Dies wird uns quasi von einer Dame bestätigt, die ganz geschäftig dabei ist, etlichen Schnickschnack in zwei Pakete zu verpacken. Sie meint, sie habe die Post in den letzten zwei Stunden nicht verlassen. Die Dame repräsentiert eine für mich typisch gewordene Gattung von Post-Besuchern: Die „ich-verwende-die-Wartezeit-in-der-Post-um-meinen-Brief-zu-schreiben-Paketkartons-auszusuchen-die-Etikette-zu-adressieren-und-den-Karton-zusammenzukleben-und-alles-mit-etlichen-Stickern-zu-verschönern“. Soll heissen, es gibt etliche Postbesucher, welche die letzten (oder eben alle) Schritte eines Versandes erst im Postbüro abschliessen, um die Wartezeit während den Stosszeiten optimal zu nutzen. Ich selbst bin auch schon mal dem Syndrom verfallen, als ich ein Paket in die Schweiz senden wollte, jedoch nicht wusste, welches Formular ich dazu ausfüllen sollte. So schnappte ich mir jedes in Frage kommende Dokument und füllte allesamt aus. Als ich dann am Schalter stand, gab mir der Beamte zu verstehen, dass ich ein ganz anderes Papier auszufüllen habe 😀

Jedenfalls unterhielt die Lady in der Post den ganzen Laden, vor allem als sie aus Schusseligkeit ihre kleine Plastikbox mit allerlei Krimskrams herunterschmiss und daraufhin auf dem Boden rumrobbte, um alles wieder einzusammeln. Alle waren prächtig gestimmt und der Postbeamte freute sich sichtlich über die herrschende lockere Atmosphäre. Ich hatte eine wirklich schöne Zeit an diesem Mittwochabend – das ist mein Amerika!

Have I grown old or what?

And: Why sometimes a creative break pays out double

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die uns verraten. Eine Stirn, die anstatt Pickeln jetzt kleine Einkerbungen zeigt, Krähenfüsse, Falten am Hals, kleine Fältchen um den Mund, Hände, die nicht mehr ganz so frisch aussehen wie früher, eine tiefere Stimme. Dies alles sind offensichtliche Zeichen des Alterungsprozesses. Doch selbst merkt man sich das Alter meist eher an inneren Veränderungen an. Wie neuen Verhaltensweisen zum Beispiel. Und das ist mir heute wieder einmal bewusst geworden.

Vor einigen Jahren hat sich eine Taktik bei mir eingeschlichen, die ich früher nicht im geringsten nachvollziehen konnte. Wenn ich ausnahmsweise mal nicht so toll schlief – und das passiert mir glücklicherweise bis heute äusserst selten – aber abends noch weg wollte, dann legte ich mich vorsichtig ein halbes Stündchen aufs Sofa, schloss die Augen und meditierte. Ich bin nie wirklich richtig eingeschlafen, sondern habe mich selber in diesem Raum zwischen Wachsein und Schlaf gefangen nehmen lassen. Super, denn dies ermöglichte mir, nach einer halben Stunde aufzustehen ohne völlig erschlagen zu sein.Im Gegenteil, ich erhob mich erfrischt und gestärkt, ein wenig wie der Phönix aus der Asche. In früheren Jahren hingegen hätte ich das niemals hingebracht. In meinem jugendlichen Übermut hatte ich kein Problem mich etwas übermüdet irgendwo hinzulegen und einfach zu schlafen. Egal wo. Kaum waren die Augen zu, schlummerte ich tief und fest. So nach einer halben Stunde aufwachen zu wollen, ist ein genauso grausamer Kampf wie morgens aus der Tiefschlafphase geweckt zu werden.

Es scheint, ein wenig Weisheit (=Alter) und Ausbildung in Sachen Meditation haben mich reifen lassen. Und zeigen mir nun entsprechend mein Alter auf. Das ist mir eben heute fast bildlich vor Augen geführt worden. Ich legte mich hin um einem ca. 20-minütigen Meditationstape zu lauschen. Als ich mich nach etwa 40 Minuten erhob, fühlte ich mich dermassen erfrischt, als wäre ich gerade aus einer Dusche gestiegen. Unfassbar!

Das Beste an der ganzen Geschichte jedoch ist, dass der beste aller Ehemänner, während ich mich mental berieseln liess, meinen Laptop Hard-Core-Blogger-fit gemacht hat 🙂 Ja, meine Maschine war noch ziemlich rückständig mit lächerlichen 4GB RAM bestückt. Ich erinnere mich an die Zeit, als 4GB RAM mehr als genug für jegliche Normalverbraucher-Kapriolen waren. Tja, auch daran merke ich, dass ich alt werde.

In the flow

Habt ihr euch jemals in eurem Leben wie auf einer stetigen Achterbahn gefühlt? Für mich ist dieses Gefühl im diesjährigen Winter langsam aber sicher zum Standard geworden. Die Temperaturschwankungen sind enorm. Aber zumindest finden sie in regelmässigen Intervallen statt. So könnte man sagen, die Schwankungen haben eine gewisse Stetigkeit erlangt. Letzte Woche herrschte ein so echter Wintereinbruch, wie man ihn hier wohl erwarten kann, mit einem Puderzuckerguss an Graupelschauern. Am Wochenende dann lockte die wärmende Sonne so viele Menschen in die Parks, dass ich spontan meinen sonntäglichen Dauerlauf zu einem Hindernislauf umgestalten musste. Es nur schon durch die ganzen auf jeder freien Fläche parkierten Autos zu schaffen, ohne von einer Wagentür oder einem herausspringenden Hund abrupt gestoppt zu werden, war eine Leistung.

The moment after
The moment after

Beim Laufen dann sinnierte ich so vor mich hin, wie ich das eben immer tue, wenn ich den blockierenden Gedanken davonzurennen versuche. Laufen ist für mich ein wenig wie träumen: Während man dabei ist, durchlebt man im Kopf die grossartigsten Geschichten, Bilder formen sich vor dem inneren Auge, man ist völlig absorbiert. Doch schon kurze Zeit später schaltet der Kopf wieder auf Normalgebrauch zurück und ich kann mich nur noch schwer an die inspirierenden Gedanken während des Laufes oder eben des Traumes erinnern. Schade eigentlich, denn während ich so durch die Gegend trabe finde ich meine Einfallskraft immer überwältigend. Doch ist hier vielleicht das Feriensyndrom am Werk? So wie man im Urlaub etliche Dinge als unbeschreiblich empfindet – der Wein mundet wie die süsseste Frucht, das Thunfisch-Sandwich erzeugt Musik im Mund – sieht man vielleicht beim Rennen seine Gedanken als vergoldete Wahrheit: Hätte man die gleichen Gedankengänge aber im Ruhezustand, wäre es potentiell blosses Kopfgeschwafel. Oder doch nicht?

Für den Moment kann ich das nicht abschliessend beurteilen. Dazu müsste ich allenfalls anfangen, ein Lauf-Tagebuch zu führen. Fakt ist allerdings, dass ich mich jedes Mal nach einem Lauf inspirierter und motivierter fühle, meine Gedanken niederzuschreiben. Ob sie jemanden interessieren? Auch das kann ich nicht final abschätzen. Hierfür müsste ich eine Umfrage bei euch da draussen durchführen. Das ziehe ich auf jeden Fall in Erwägung. Für den Moment sei gesagt: Wer konkrete Wünsche an meine Themenwahl hat, soll sich doch mittels Kommentar oder Email bei mir melden. Vielleicht will jemand wissen, ob ich schon Gewicht zugeleget habe. Ich glaube nicht. Denn entsprechend zu den teilweise grösseren Portionen die ich esse, mache ich auch mehr Sport. Interessant wird dieses Thema allenfalls, wenn ich einen Job annehme. Oder fragt sich jemand, ob ich schon Wörter in meiner Muttersprache verliere? Nein, so schnell geht das nicht. Im Gegenteil; wenn du mit knapp 40 dein Heimatland verlässt, befürchtest du eher, dass du als alte Frau einmal im Pflegeheim sitzt und dich kein Mensch versteht – weil du dich nur noch an deine Muttersprache erinnern kannst und alles unterwegs erlernte aus dem Gedächtnis verschwindet.

Doch bis es soweit ist, wird mein Körper noch so einige Loopings in Sachen Winter auszuhalten haben. Aber ich bin positiv, der Frühling kommt bestimmt – auch bei euch!

That’s Greek to me

That’s Greek to me or Das kommt mir spanisch vor

Spanisch ist eine äusserst interessante, für mich gar amüsante Sprache. Ich muss es wissen, denn ich bin gerade am Lernen meiner ersten Basics. Vor Jahren hatte ich mich – damals noch mit Lehrbuch und CD ausgerüstet – bereits einmal dahinter gemacht, weil ich regelmässig nach Spanien in den Urlaub fuhr. Ich lernte damals nicht viel, nur gerade das Nötigste, was ausreichte, mich durchzuschlagen. Sogar in Nordspanien, wo man sich – zumindest vor 15 und mehr Jahren – strickte weigerte, eine andere Sprache als Spanisch zu verstehen oder gar zu sprechen. Was ja auch richtig ist, immerhin ist man ja in Spanien, da erwarte ich zumindest nicht, dass die Leute Englisch, Deutsch, Italienisch und Russisch mit mir quatschen. Leider sehen das viele anders und so kann man sich in Südspanien schon “Von” nennen, wenn man einmal richtig Spanisch angesprochen wird.

Nun gut, ich wollte die Sprache schon immer besser lernen, nahm mir aber leider nie die Zeit dafür. Jetzt ist der Moment da: Ich habe jede Menge Zeit zur Verfügung, lebe in San Antonio, wo mindestens jeder Dritte Spanisch spricht und es daher durchaus Sinn macht, das eine oder andere Wort zu verstehen. So widme ich mich einem online Kurs, der mich sehr individuell lernen lässt. Ich kann mein Tempo selber bestimmen, mir soviel Zeit nehmen wie mein inzwischen doch schon mittelalterliches Hirn benötigt, um die Wörter und Satzstrukturen einigermassen zu verstehen und im Kopf zu behalten. Ich bin weitaus nicht mehr so perfektionistisch veranlagt wie früher, als ich dachte, jeder Satz, jedes Wort muss genau passen, um ernst genommen zu werden. Solange ich mir Mühe gebe und meine Worte einigermassen verständlich sind, bin ich gut genug. Alles andere ist Luxus.

Eigentlich dachte ich, eine Sprache mit 14 oder 40 zu lernen, mache einen Unterschied. Ich bin überzeugt, dem ist auch so, wenn man die richtige Lernmethode anwendet. Leider hat das mit bei mir mit Französisch überhaupt nicht gefruchtet. Man sollte meinen, nach 6 Jahren Französisch, gestartet im Alter von 13, müsste so einiges hängen geblieben sein. Zugegebenermassen, noch heute verstehe ich so einiges, dies führe ich aber eher auf meine Englischkenntnisse sowie auf ein mit dem Alter grundsätzlich verbessertes Sprachverständnis zurück. Wenn es aber dazu kommt, die Sprache anzuwenden, dann bin ich ein hoffnungsloser Fall: Es entfliehen mir noch einige verzweifelt zusammengekramte Worte in Französisch, doch schon nach ungefähr dem dritten Satz fange ich an, Englisch, jedoch mit hübschem französischem Akzent, zu sprechen – aaakward! Nach einigen Sätzen wird mir mein Fauxpas (ha, da ist wieder eines dieser wenigen haftengebliebenen Worte) klar und ich bin peinlich berührt, entschuldige mich beim Gesprächspartner, der sichtlich angestrengt sein Grinsen zurückhalten muss und wir einigen uns üblicherweise darauf, dass er Französisch weiterspricht, ich jedoch entweder auf Deutsch oder Englisch antworte. Alles andere ist leider nur peinlich…

Nun jedenfalls versuche ich es mit Spanisch. Entgegen dem Grundsatz “aller Anfang ist schwer” war der Start das einfachste. Noch konnte ich mich an die ganz grundsätzlichen Wörter und Redewendungen sowohl aus dem Urlaub wie auch von der damaligen Lern-CD erinnern. Doch nicht lange und ich betrat unbekanntes Terrain. Tiernamen, die ich nie gehört hatte, Essens- und Kleidungsbezeichnungen, die so fremd für mich waren, als stammten sie von einem anderen Planeten. Ich versuchte verzweifelt, mir Brücken zu bauen, wie “Elefante = Elefant”, klar. “Caballos = Kavallerie”, auch klar. “Gato = cat”, auch ziemlich klar. Doch wie zum Henker sollte ich mir Dinge wie “perro = Hund” merken? Wo das Wort doch mehr Ähnlichkeit mit “pierre = Stein” im französischen hat? Doch gerade diese absurden Verbindungen im meinem Kopf scheinen es auszumachen, denn trotz des absoluten Fehlens irgendwelcher Gleichartigkeit haben sich solche Worte recht gut in meinem Oberstübchen festgehalten. So erscheinen dann beim Abrufen bestimmter Wörter die abartigsten Bilder in meinem Kopf: Der Hund aus Stein, ein Zenturio mit Boxergürtel (cinturón = Gurt) oder der Faltenrock (falda = Rock).

Allerdings bemerkte ich auf einmal ein anderes Muster, das mich doch einigermassen erstaunte – ich fand immer mehr Bezüge zum Schweizerdeutschen, was aber auch an meiner lebhaften Fantasie liegen mag: “Conejo = Kaninchen”; klingt für mich ganz klar wie “Karneckel”, “corbata = Krawatte”, für mich “Grawatte”. Die Vergleichbarkeit von Wörtern, die mir allerdings am meisten Mühe macht, ist innerhalb des Spanischen selbst. Da ist wieder der “conejo”, das Karnickel, welches sich für mich sehr ähnlich wie der “cangrejo”, der Krebs, liest. Doch Greg kommentierte diese Similaritäten sehr effektiv und logisch: Es bedeutet, dass du die Sprache effektiv lernst. Denn wie könntest du ansonsten Wörter in der gleichen Sprache vergleichen? Nur, wenn dir bereits ein ähnlich lautendes Wort bereits bewusst ist. Stimmt, ich mache also Fortschritte 🙂

My zipped up Cat

Leute, solltet ihr heute Morgen enttäuscht gewesen sein, dass euch kein Blog meinerseits erwartet hat, bitte entschuldigt. Dieses Wochenende habe ich mich – nebst all dem crazy Stuff der hier gerade sonst noch so abgeht: Cattle Show in Downtown San Antonio am Samstag, Superbowl gestern (yes, Seattle rules) – damit befasst, einige meiner Lebenserfahrungen auf meiner WordPress Seite festzuhalten. Nach bald 40 Jahren hat sich doch das eine oder andere Erlebnis als äusserst lehrreich herausgestellt und des Öfteren wäre ich froh gewesen, auf einer Website ein wenig über die Erfahrungen anderer lesen zu können. Auch wenn ich nicht direkt Rat von einer Internetseite erwarte, so ist es doch oft tröstlich zu wissen, dass andere Menschen da draussen sich mit den gleichen Problemen herumschlagen. Auch wenn man seine Entscheidungen letztlich immer selber treffen muss, so fühlt man sich doch wenigstens nicht so alleine damit in der Welt.

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, ist die Krankheit meines Katers Merlin, die vor knapp einem Jahr einen plötzlichen drastischen Verlauf nahm. Dadurch – kombiniert mit dem Wissen, dass er schon bald mit mir eine lange, beschwerliche Reise würde antreten müssen – war ich gezwungen, binnen kürzester Zeit eine Entscheidung über seine Zukunft zu treffen. Entweder eine noch nicht allzu verbreitete Operation durchführen lassen, welche ziemlich ins Geld geht, oder aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit schon bald den Entscheid zum Einschläfern fällen.

Merlin recovering from his subtotal colectomy
Merlin recovering from his subtotal colectomy

Wie einige von euch wissen, hatte Merlin ein sogenanntes Megacolon, also einen monstermässigen Enddarm, der infolge totaler Trägheit oder praktischer Untätigkeit mit Kot gefüllt zu einem unsagbaren Volumen anschwillt. Dies hat zur Folge, dass die Exkremente in diesem zum Sack gewordenen Darmtrackt entwässert sitzenbleiben und den Körper nicht verlassen können. Dies, weil der Umfang des Darms immer grösser wird und ein Passieren des steinharten Kots durch die Hüftknochen anatomisch unmöglich wird.

Wie ihr ebenfalls wisst, habe ich mich für die Operation entschieden. Und es hat sich mehr als gelohnt – 8 Monate nach dem Eingriff geht es Merlin prächtig, er ist wohl einer der glücklichsten Kater überhaupt. Nie habe ich meine Entscheidung bereut oder hinterfragt. Doch die Entscheidungsfindung war deshalb nicht einfacher. Einerseits setzt sie viel Geld voraus, was sich nicht jeder leisten kann. Andererseits birgt, wie jeder Eingriff, auch diese Operation ihre Risiken. Für uns hat es schliesslich alles gepasst. Doch ich bin sicher, dass es da draussen einige Katzenbesitzer gibt, die froh wären, um einen Erfahrungsbericht und einige grobe Erfahrungswerte, was die Operation anbelangt. Welche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Eingriff notwendig sind und welche Ängste und Risiken eine Entscheidung dafür oder dagegen unweigerlich mit sich bringen.

Gerne teile ich meinen kleinen Erfahrungsschatz mit Menschen da draussen, die wie ich damals mit einer nicht alltäglichen, aber den Alltag massgeblich beeinflussenden Entscheidung konfrontiert sind. Ich hätte mir im Frühjahr 2013 mehr, konkretere und vor allem positivere oder zumindest neutralere Sichtweisen gewünscht. Wenn ich in der Zukunft nur einer Person ein wenig helfen oder zumindest Mut machen kann mit meiner Geschichte, dann hat sich das Tippen für mich gelohnt. Natürlich werde ich euch über die Entwicklung der Seite auf dem Laufenden halten.

Ratinho

Ratinho II
Ratinho II

Es gibt da so eine Geschichte, die ich mit meiner alleriliebsten Freundin, Sendra, teile. Das heisst, wir teilen viiiiel mehr als nur eine Geschichte, aber diese ist mir einfach ans Herz gewachsen, weil sich ihre und meine Geschichte so ähnlich sind, dass es schon fast wie von langer Hand geplant scheint.

Also, Sandra hat eine Katze. Bis vor kurzem waren es noch drei und in ihrem und meinem Geiste sind es nach wie vor drei, denn Osman und Baby Bebec leben in unseren Herzen weiter und für mich gibt es Sendra nur mit ihnen an der Seite.

Eines schönen Tages noch in der Schweiz stattete ich ihr und ihrer Mutter, der Omasina, einen meiner üblichen Spontan-Besuche ab. Ich tat das oft, einfach entweder nach der Arbeit oder am Wochenende kurz vorbeigucken. Manchmal hat sich daraus ein mehrstündiges Gespräch ergeben, zwischendurch gingen wir baden oder wir schwatzten einfach kurz und ich düste wieder ab. An jenem besagten Tag erzählte mir Sendra jedenfalls von ihrem kürzlichen Besuch bei IKEA. Sie schilderte mir, wie sie am Eingang eine der riesigen gelben Taschen schnappte, um ihre kleineren Errungenschaften darin zu sammeln. Als sie die Tasche aufmachte, staunt sie nicht schlecht: Da lag verlassen und alleine ein Stofftier – eine Ratte – am Boden des Plastiksacks. Vergessen, zurückgelassen, vielleicht sogar absichtlich, um einem Rattenphobiker einen Schreck einzujagen. Sendra denkt an ihre Katzen und entscheidet sich, dem kleinen Ratten-Mann in ihrer Tasche ein neues Zuhause zu geben und bezahlt ihn zusammen mit ihren

Ratinho with Mousie
Ratinho with Mousie

restlichen IKEA-Einkäufen. Bei meinem Besuch dann stellt sie mir stolz „Ratinho“, die weisse Stoff-Ratte, vor. Ich muss grinsen, hatte ich doch diesen Mäuserich auch schon bei einem meiner IKEA-Besuche bewundert und mir überlegt, ob ich einen für meine Katzen beschaffen sollte. Ich verwarf diese Idee jedoch immer.

Bis zu meinem IKEA-Besuch in Austin. Ich schlenderte so durch die Ausstellung und fand einige äusserst brauchbare kleine Hilfsmittel, worauf ich mir eine der gelben Monster-Tasche schnappte. Und was erwartete mich darin als ich den Sack öffnete? Klar, ein kleiner weisser „Ratinho“… Es war Fügung; ich musste ihn mit kaufen.

Merlin with Ratinho
Merlin with Ratinho

Und so sind Sendra und ich nun beide stolze Besitzerinnen des von ihr als „Ratinho“ benamsten Stofftierchens. Des öfteren sehe ich Merlin damit in der Wohnung rumrennen. Das bereitet mir immer einen Moment der Freude, nicht nur weil ich weiss, dass er Spass hat, sondern weil ich jedes mal vor meinem geistigen Auge Sendras „Ratinho“ neben ihr auf ihrem Bett sitzen sehe.

San Antonio in Santa Barbara ;-)

And on we go with our little Honeymoon Story. As every day we also started Friday, October 18, 2013 with a swim in the Hotel pool. The weather was inviting every single day, though one could feel that automn was just around the corner… uuupsi, hat mich wieder die Macht des Alltags übermannt, sorry. Nach einem ausgiebigen Bad liessen wir uns jedenfalls gemächlich von der Sonne trocknen und genossen die ruhigen Minuten am Pool. Bis eine schwedische Familie auftauchte, deren Kids mit Radau den Pool übernahmen.

Santa Barbara Downtown
Santa Barbara Downtown

Das war unser Zeichen, uns zum letzten Abenteuer unserer Honeymoon-Woche aufzumachen. Wir schlenderten zum nahegelegenen Velo-Rental und mieteten uns zwei Stahlrösser, um Santa Barbara auf je zwei Rädern zu erkundigen. Der erste Weg führte uns wieder – wie konnte es anders sein – zum Frühstück. So gestärkt konnten wir uns an den ersten zwar milden, aber äusserst langezogenen

"Holy" Aquatic Sowbug
“Holy” Aquatic Sowbug

Anstieg wagen. Kreuz und quer durch Santa Barbara gings, an den ganzen kolonialen Häusern vorbei, um schliesslich bei der Mission Santa Barbara anzulangen. Die Besichtigung bot uns eine wohlverdiente Verschnaufpause, diente aber auch der geistigen Stimulation – vor allem der nette Host, der uns im Weihwasser begrüsste… eine Wasserassel… brrrrr…
Da ich wie immer wahnsinnig durstig geworden war entschlossen wir uns, auf der Weiterfahrt bei einem kleinen Shop Halt zu machen und uns mit Getränken einzudecken. Wunderbare Idee. Leider mussten wir aber auf der Weiterfahrt bemerken, dass das Universum es wohl nicht für den tollsten aller Einfälle gehalten hatte, denn nach etwa 15-20 Minuten bemerkte Greg, dass ihm sein Portemonnaie abhanden gekommen war. Hatte er es im Shop liegen lassen? War es unterwegs aus der Hosentasche gerutscht? Wir wussten es nicht und kehrten entsprechend wie von der Biene gestochen um, dem Verkehr entgegen, genau so wie wir halt gekommen waren. Ich pedalte, den Blick angestrengt nach unten gerichtet, hinter Greg her und flehte den Heiligen Antonius an, uns bei der Suche nach Greg’s Geldsack zu helfen. Im Gegenzug versprach ich ihm grosszügig fünf Dollar.

Santa Barbara Mission
Santa Barbara Mission

Tja, mein Flehen wurde erhört: Schon zwei Kreuzungen weiter in einer Nebenstrasse sahen wir das Objekt unserer ruhelosen Fahrradtour neben einem parkierten Auto liegen – was für ein Glück! Wir konnten es fast nicht fassen! Wir waren überglücklich und ich dankte dem Antonius wie auch dem Universum und allen Heiligen, die mir sonst noch so einfielen.
Leider muss ich gestehen, dass ich bis heute Antonius nicht bezahlt habe. Ich wüsste nicht wo. Sollte wohl mal einer der abertausenden Kirchen hier einen Besuch abstatten und nach einer Antoniuskasse absuchen. Oder andererseits, wenn ich jetzt so drüber nachdenke: Wir leben ja in der Stadt des “Heiligen Antonius”, da müsste ich ja an jeder Ecke ein Kässeli für ihn stehen sehen…

Santa Barbara Shellfish Company
Santa Barbara Shellfish Company

Den Abschluss unserer einzigartigen Woche in Santa Barbara feierten wir dann noch bei Bier und Grunge Musik in der Santa Barbara Shell Fish Company. Zur Feier des Tages gab es nochmals das ganze Programm: Chowder, Giant Shrimp Cocktail und Rock Crab. Auf dass uns das glückliche Grinsen dieser Tage nicht mehr aus dem Gesicht gewischt werden kann!

Solvang

SB Courthouse back
SB Courthouse back

Unsere Woche in Santa Barbara endete natürlich nicht am Montag. Am Dienstag, dem 15. Oktober 2013, liessen wir es uns natürlich nicht nehmen, die Gelegenheit der Eheregistrierung gleich noch für einen Rundgang im Courthouse (http://) zu nutzen. Sehr eindrücklich, wunderschön und – äusserst Spanisch 🙂

Bei der Registrierung unserer Ehe wurde ich allerdings wiederum enttäuscht – es gab nichts für mich zu unterzeichnen. Noch immer war ich ein unbeschriebenes Blatt in Sachen „neue Unterschrift“. Dafür dauerte der ganze Vorgang nur gerade ein paar Minuten – grossartiger Service!

Solvang little Store
Solvang little Store

Der ganze Sightseeing- und Behörden-Kram brachte unsere Mägen ganz schön zum Knurren und so kehrten wir kurzerhand bei Panera Bread, dem zu meinem Liebling in Sachen Frühstück/Brunch und leichte Kost avancierten Lokal, ein.

Solvang Windmill and Surroundings
Solvang Windmill and Surroundings

Mit vollgeschlagenen Bäuchen machten wir uns auf den Weg zum Ziel meiner Wahl: Ich hatte Greg davon erzählt, dass es wohl irgendwo in Amerika ein schwedisches Städtchen geben müsse, das nicht nur richtig schwedisch aussah, sondern auch noch mit alten Traditionen geführt werde. Er fragt mich, wo ich davon gehört habe und ich sagte nur „Drei Fragezeichen“. Ja, ich gebe zu, ich bin ein „???-Addict“ und lade noch heute die neusten Folgen regelmässig runter.

Hans Christian Andersen
Hans Christian Andersen

Mir ist klar, dass viele der in den Geschichten vorkommenden Orte nicht existieren. Doch es ist immer etwas wahres dahinter. Rocky Beach mag ein Mythos sein, doch man erkennt die Umgebung in vielen Quartieren und Vororten LA’s. Dementsprechend ging ich davon aus, dass es das in „…und die silberne Spinne“ beschriebene Städtchen Magnustad irgendwo geben muss. Lustigerweise liegt Magnustad im Hörspiel in Texas…

Jedenfalls guckt Greg mich an, überlegt kurz und erklärt mir, dass er zwar nichts von einem Schwedischen Ort wisse, aber ganz in der Nähe gäbe es ein Dänisches Städtchen, Solvang. Genau, das Solvang, das meinen Socken-Fetisch wieder heraufbeschworen hat.

Solvang ist wirklich süss, ein wahrhaft malerisches Städtchen. Es hat alles, was man sich von einem Dänischen Örtchen erhofft: Bäckereien mit leckeren Vanilletörtchen, Brötchen und sowas ähnlichem wie Cremeschnitten; Souvenirshops mit allerlei Kitsch und natürlich darf auch die obligate Windmühle nicht fehlen. Einfach ein perfekter Ort, um einen Tag mit schlendern und Kaffee trinken zu verbringen. Leben möchte ich da allerdings nicht – es liegt wirklich am A*** der Welt.

SB Beach Park, close to Sunset
SB Beach Park, close to Sunset
Sunset @SB Beach Park
Sunset @SB Beach Park

Auf dem Heimweg dann hatte Greg eine Eingebung: Er entführte mich kurzerhand in einen Laden wo er Grillfleisch, Kartoffeln, Maiskolben und Grillkohle in den Einkaufswagen schmiss, obendrauf ein Feuerzeug und Kartonteller. Dann chauffierte er uns zum nahegelegenen Park mit herrlicher Aussicht auf das Meer. Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont entgegen. Greg machte Feuer und brutzelte die Leckereien für uns,während ich nichts zu tun hatte als den Sonnenuntergang zu geniessen. Es war ein wirklich vorzüglicher Herbstabend!

P.S. Von wegen “prüde Amerikaner”: Hier gibt’s nicht nur die Klos mit den grössten Spalten zwischen Tür und Angel, hier gibt’s sogar Klos ganz ohne Türe!!

No-Door Toilet
No-Door Toilet

Everyday life of a Swiss… no longer in Texas.