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My second life

(Featured image: Luzi taking a cure at Malia beach, Kreta)

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Beim Lesen der «USA TODAY» diese Woche wurde ich abrupt zurück in die Vergangenheit versetzt. Ein Artikel, der das Phänomen der immer zahlreicher werdenden Amerikaner, die sich oder ihre Kinder nicht impfen lassen, hat meine Aufmerksamkeit geweckt. Die wohl dadurch wieder vermehrt auftauchenden Infektionskrankheiten lesen sich wie ein Rückblick auf das frühe 20ste Jahrhundert: Keuchhusten, Masern, Epidemien, Pandemien. Die Kontroverse zum Thema Impfungen ist massiv. Die Gründe sowohl dafür und dagegen zahlreich. Doch die Geschichten, die der Artikel preisgab, brachten mich doch zum Nachdenken. So begann der Beitrag äusserst dramatisch mit dem Satz: „Kathryn Riffenburg hat sich für einen geschlossenen Sarg für die Beisetzung ihres Babys entschieden.“ Natürlich fragt man sich wieso und die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Sie wollte nicht, dass ihre Familie mit ansehen musste, was Keuchhusten […] dem 9-Wochen alten Brady Alcaide angetan hat.“ Die in den westlichen Ländern beinahe vergessene Krankheit hat sich in den Jahren 2010 und 2012 in Teilen der USA epidemisch ausgebreitet. Und sie hinterliess Brady‘s winzigen Babykörper geschwollen und unkenntlich. Doch dies war für mich nicht die schockierendste Meldung in genanntem Artikel. Etwas weiter unten lese ich die bestürzende Geschichte des inzwischen 10-jährigen Jeremiah Mitchell, der mit 6 Jahren an einer bakteriellen Hirnhautentzündung erkrankte. Die Ärzte mussten ihm, um die sich rasant ausbreitende Krankheit auszurotten, Teile von Armen, Beinen, Ohren, Kiefer und seiner Augenlider amputieren. Anscheinend – und das ist auch neu für mich – kann eine Hirnhautentzündung, nebst permanenten Gehirnschäden, Verlust von Seh- und Hörvermögen, Nierenversagen und plötzlichem Tod (innerhalb 8-24 Stunden von vollkommen gesund zu tot) eben auch Schäden an Gliedmassen verursachen, die nur mittels Amputation gestoppt werden können.

Meningitis symptoms March 1994.
Meningitis symptoms March 1994.

Es scheint kein Zufall, dass mich dieser Zeitungsbericht etwas zum Nachdenken anregte. Denn während sich die meisten Leute an Ostern über den längsten religiösen Urlaub des Jahres freuen (es sei denn, Weihnachten fällt optimal mit einem Wochenende zusammen), habe ich ganz andere Gründe, um die Osterzeit ein wenig zu feiern. Vor einem halben Leben, also vor 20 Jahren, lag ich über Ostern im Kantonsspital Luzern, schwach aber glücklich, war ich doch auf dem Weg zur Besserung von einer bakteriellen Hirnhautentzündung. Bis heute kann ich nicht begreifen, wie viel Glück ich hatte, dass ich diese Episode schadlos überstehen konnte. Und bis heute habe ich keine Vorstellung davon, was in den Stunden von der Diagnose bis zu dem Moment, in dem klar war, dass die Antibiotika anschlagen und ihre Arbeit tun, in meinen Eltern vorgehen musste. Es müssen horrende Stunden gewesen sein, die ich als nicht-Mutter wohl nie wirklich werde nachvollziehen können.

An den eigentlichen Krankheitsverlauf habe ich nur noch vage Erinnerungen. Ich weiss, dass ich von einer Minute auf die andere todkrank war. Von entspannt vor dem Fernseher sitzend zu krampfartigem Schüttelfrost mit rasenden Kopfschmerzen. Dass ich bei der Überweisung ins Krankenhaus auch die typischen Hautblutungen aufwies, daran kann ich mich nicht erinnern. Alles was ich weiss ist, dass mein Hausarzt eine Ambulanz anforderte mit den Worten „Verdacht auf Hirnhautentzündung“ und mein lahmes Hirn dazu registrierte „Hirnhautentzündung… das kann doch tödlich sein…“. Als der Doktor sich über mich beugte und mir erklärte, dass ein Krankenwagen unterwegs sei um mich ins Spital zu überführen, war meine einzige Reaktion, ihn am Kragen zu packen und zu fragen, ob ich da endlich etwas gegen diese horrenden Kopfschmerzen kriegen würde. Mir schien es ein Rätsel, dass mein Schädel noch nicht zerborsten war.
Als nächstes wachte ich im Krankenhaus auf einem Schragen auf, etliche Ärzte über mich gebeugt und in heller Aufregung, dass ich ansprechbar war. Sie baten mich darum, mich auf die Seite zu legen und – zwecks Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit – ein „Päckli“ zu machen; also die Beine an meinen Oberkörper zu ziehen, den Kopf möglichst nahe zu den Beinen zu platzieren, damit sich der Rücken schön krümmt. Ich war vollends überzeugt, ein perfektes Paket zu formen, doch der Meningismus muss mich daran gehindert haben und liess mich steif wie ein Brett gerade mal knapp meine Knie anfassen. Zweimal musste ich diese Prozedur überstehen, wahrlich kein freudiges Ereignis. Doch die Ärzte waren echte Wunderheiler, denn nicht nur die Rückenmarkpunktion verlief einwandfrei, dank der Verabreichung von Steroiden zusammen mit den Antibiotika haben sie wohl mein Hirn in seiner ganzen Pracht 😉 erhalten können. Wohlgemerkt, die Wirksamkeit von Steroiden in diesem Zusammenhang war im Jahr 1994, wie ich erfahren musste, noch nicht wissenschaftlich untermauert. Heute ist aber bekannt, dass nicht die Bakterien selbst, sondern das Immunsystem, welches die Bakterien abbaut, Hirnschädigungen verursacht. Die Therapie mit Steroiden soll somit erreichen, dass die Antwort des Immunsystems auf den bakteriellen Befall gedämpft und entsprechend der Abbau des Fremdkörpers keine eigenen Verluste (sprich Schädigung der Hirnmasse) verursacht.

Während ich so im Krankenhaus lag, wurde meine Kontakte der vergangen Tage, also meine Eltern, mein damaliger Freund und eine Arbeitskollegin, vorsorglich ebenfalls mit starken Antibiotika behandelt. Sowohl meine Arbeitskollegin wie meine Mutter haben mir später berichtet, dass die Medikation dermassen „starker Tobak“ war, dass die eine an ihrem Arbeitsplatz, die andere beim morgendlichen Zeitung lesen mal kurz einnickte  Heute kann ich darüber lachen, weil ich kerngesund aus dieser Sache rausgekommen bin. Trotzdem hat die Erfahrung Spuren hinterlassen. In meinem Wesen. Zwar ist das schwer zu beurteilen, denn ab 20 verändert sich ein Mensch in seiner Art ohnehin sehr stark. Doch ich glaube durch das Geschenk eines zweiten Lebens etwas ruhiger, gelassener, sogar fröhlicher geworden zu sein. Es hat mir bewusst gemacht, welch zarter Faden das Leben sein kann und dass es wahrlich kein grösseres Gut als die Gesundheit gibt.

Ach ja, würde ich mich heute gegen eine Meningitis impfen lassen? Ja, habe ich getan, bevor ich in die USA kam. Das Problem hierbei ist allerdings, dass es so viele verschiedene Arten von Hirnhautentzündungen gibt. Vor 20 Jahren beispielsweise stand meines Wissens noch keine zugelassene Impfung für einen Befall von Meningokokken der Gruppe B – wie sie eben bei mir festgestellt wurden – zur Verfügung.

While reading the «USA TODAY» this week I was abruptly thrown back into the past. An article, covering the phenomenon of an ever growing number of Americans who refuse to be themselves or have their children vaccinated, caught my attention. The lately re-emerging infectious diseases read like a throwback to the early 20st century: whooping cough, measles, epidemics, pandemics. The controversy over the topic of vaccination is massive. The reasons both for and against it numerous. But the stories covered in the article sure got me thinking. Thus, the piece of writing started most dramatically with the sentence: “Kathryn Riffenburg decided on a closed casket for her baby’s funeral.” One wonders why, of course, and you don’t have to wait for long to read the answer: “She didn’t want her family to see what whooping cough […] had done to 9-week-old Brady Alcaide.” Whooping cough, the in western countries almost forgotten disease, reached epidemic proportions in some states of the US during the years of 2010 and 2012. And it left Brady’s tiny body swollen and unrecognizable. But to me, this wasn’t the most shocking message in the article. A little further down I read the upsetting story of now 10-year-old Jeremiah Mitchell, who, at the age of 6, was infected by an outbreak of meningitis back in kindergarten. Due to the rapidly spreading meningitis, doctors had to amputate part of his arms, legs, ears, his jaw and eyelids. Apparently – and that’s news to me too – a meningitis can, in addition to permanent brain damage, loss of vision and hearing, kidney failure and sudden death (from alive to dead in 8-24 hours) cause gangrene.

It doesn’t seem like a coincidence that this article got me thinking a little. For while most people are excited about the prospect of a long holiday over Easter, I have completely different reasons to celebrate around Easter time. Half a life ago, in my case 20 years ago, I lay in a bed at the Cantonal Hospital in Lucerne, weak but happy, recovering from a bacterial meningitis. To this day I can’t even start to comprehend how lucky I am to have gotten through this episode undamaged. And to this day I don’t have the faintest idea what went on inside my parents during those dreadful hours from the diagnosis to the moment when the antibiotics actually took effect. As a non-mum I might never be able to really comprehend what my parents went through during those horrendous hours.

When it comes to the actual course of the disease my memories are vague. I remember falling deadly ill from one minute to the other. From relaxedly watching TV to spasmic chills with a splitting headache within minutes. That my skin was showing the typical hemorrhage when I was transferred to the hospital, I do not remember. All I do recall is that my family doctor requested an ambulance saying there was “a case of on-spec meningitis”. My lame brain reacted with a registration of “meningitis… isn’t that potentially fatal?” When the physician leaned over me to explain, that an ambulance was on the way to fetch me, all I could do was grab him by his collar, asking if at the clinic I would finally get something against this horrendous headache. It seemed a mystery to me that my skull wasn’t shattered yet.
Next thing I know is waking up on a gurney in the hospital, several doctors hovering around me and breaking into a flurry of excitement realizing that I was coming round and responsive. They asked me – in order to extract spinal fluid – to lie on my side and pull my legs up to my chest, placing the head on my knees in order to make my back curve nicely. While I was totally convinced that I did a perfect job, in reality the meningismus left by back stiff as a board and prevented me from doing anything more than barely touching my knees with my hands. I had to undergo this procedure twice during my stay at the hospital, truly no happy event. But the doctors proofed to be real miracle healers; not only did they perform smooth spinal punctures but most probably thanks to the use of steroids along with the antibiotics they were able to preserve my brain in all its glory 😉 Mind you, as I learned only now, the efficacy of steroids in this context has not been scientifically confirmed back in 1994. Today, however, it is known that not the bacteria themselves, but the immune system, while degrading the bacteria, causes the brain damage that so often occurs with meningitis. The steroid therapy helps to absorb some of the immune systems harsh reaction to the bacterial infestation, meaning it prevents the brain mass from degenerating during the degradation of bacteria.

While I was recovering, the people I was in close contact with over the last few days, i.e. my parents, my boyfriend at the time as well as a work colleague, also got treated with powerful antibiotics as a precaution. Both my co-worker and my mom later told me that the medication was such “strong stuff” that one briefly nodded off over her desk, the other while reading the morning newspaper J Today I can laugh about this because I made it out of the hole misery fit as a fiddle. Nevertheless, the experience has left its marks. In my personality. Though this is difficult to tell, considering how a person changes from the age of 20 anyway. But I believe through the gift of a second life I became somewhat calmer, more relaxed and even a bit more cheerful. It made me realize what a delicate thread life can be and that there truly is no greater good than health.

Oh and, yes, would I agree to a meningitis vaccination today? Absolutely, I got immunized before I immigrated to the US (not a necessity, though). The only problem with that, however, is that there are so many different types of meningitis infections. 20 years ago for example, an authorized vaccination against the meningococcal group B meningitis that I had didn’t even exist, as far as I know.

My latest passion

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Es gibt gewisse Klischees, mit denen ist man immer wieder konfrontiert, egal ob man will oder nicht. So herrscht beispielsweise die gemeingültige Ansicht, dass sich gewisse Dinge ab einem spezifischen Alter nicht mehr gehören. Dazu zählen öffentliches Nase bohren ab dem fünften Lebensjahr, Grimassen schneiden ab zehn und vielleicht eine haarsträubende Frisur tragen ab zwanzig. Eigentlich gehört es sich auch, dass man Leute über zwanzig mit „Sie“ anspricht, doch ich musste beinahe dreissig werden, bis mir diese Ehre allgemein zuteil wurde. Ausgenommen am Telefon. Scheint, meine Stimme ist zügiger erwachsen geworden als ich. Trotzdem hat man mich nie für meine Mutter gehalten, wenn jemand bei uns anrief. Das war doch diese unendliche Peinlichkeit, wenn man ab einem gewissen Alter Kollegen anrufen wollte und man prompt den Sohnemann mit „Grüezi Herr Meier“ ansprach, weil der Stimmbruch vollkommen war. Sohnemann lachte sich ob der formellen Begrüssung natürlich kaputt und liess einen das auch noch ewig spüren. Ätzend.

Mini skirt of sorts
Mini skirt of sorts

Diesen Winter wurde mir wieder bewusst, dass es einfach Sachen gibt, die ich zwar nicht mehr für passend halte, aber trotzdem tue. Wie zum Beispiel Miniröcke tragen. Allerdings nur im Winter. Denn es gibt für mich nichts Kuschligeres, als bei klirrender Kälte meine Beine in dicke Strumpfhosen oder Leggings zu hüllen. Allerdings verzichte ich auch bei Leggings nie auf einen Minirock, es sei denn, ich trage eine wiiiirklich lange Bluse darüber. Da sich aber keine wiiiirklich lange Bluse in meinem Kleiderschrank finden lässt, bleibt nur der Minirock. Wenn ich jeweils Ladies mit unbedecktem Leggingshintern sehe, frage ich mich immer, wo die morgens den Kopf hatten, denn da ist ja ganz klar was vergessen gegangen beim Anziehen. Etwas relativ Wichtiges sogar. Dies gehört für mich allerdings zu den Dingen, die sich unabhängig vom Alter einfach nicht gehören. Wie auf den Boden spucken. Oder Müll auf die Strasse schmeissen.

Weshalb ich mir ausgerechnet jetzt den Kopf darüber zerbreche? Na klar, die grosse 4 und 0 steht mir bevor und ich muss noch dringendst die Unternehmungen vor Mitte September in meine Agenda quetschen, die sich für eine über 40-jährige (vielleicht) nicht mehr gehören. Wie richtig Skateboard fahren lernen. Eigentlich waren meine Ambitionen nicht dermassen hoch gesteckt. Mein ursprüngliches Ziel bestand darin, mich mal wieder im Bumerang schiessen zu versuchen. Ich hatte es einmal in Australien getestet und mich

Academy Sports+Outdoors from outdoors
Academy Sports+Outdoors from outdoors

äusserst geschickt angestellt, was mir sofortige Freude bescherte. Das wollte ich nochmal erleben. Also fuhr ich in den nächsten Sportladen hier, den «Academy Sports+Outdoors», dem Athleticum nicht ganz unähnlich, mal abgesehen davon, dass er fünfmal so gross und mit allem, was du für die Jagd brauchst (inkl. Flinten und Munition) ausgestattet ist. Nachdem ich so etwas verloren zwischen den riesigen Gestellen herumgestreunt bin, fragte ich einen Angestellten, ob sie Bumerangs verkaufen. Er führte mich augenblicklich zum entsprechenden Regal und erklärte mir entschuldigend, dass die hölzernen Bumerangs leider momentan ausgegangen seien. Kein Problem, denn das eine Mal, als ich mich in der Schweiz im Bumerang werfen versuchte, hatte ich eine hölzerne Version und schon beim zweiten Aufprall auf der Wiese (nachdem ich ihn viermal gefangen hatte, wohlgemerkt) zerbrach das gute Stück. Holzbumerangs scheinen an mir also verschwendet. Leider hatte ich dann mit dem Schaumstoff-Teil noch weniger Erfolg. Nicht ein einziger Wurf liess das gute Teil zu mir zurückkehren. Das beste, was ich zustande brachte war ein lahmer Halbkreis, zuerst wanderte die australische Jagdwaffe gen oben, nur um dann wie eine tote Taube aus dem Himmel zu fallen. Von den ganzen Abstechern in die benachbarten Büsche und Bäume spreche ich mal lieber gar nicht.

Waveboard, auch Caster Board genannt
Waveboard, auch Caster Board genannt

Entsprechend frustriert kehrte ich in den Sportladen zurück. Nicht, um mich zu beschweren – obwohl ich überzeugt bin, dass es am Bumerang lag und nicht an meinen Wurffähigkeiten – sondern um mich mit einem Blick auf die ganzen Sportutensilien etwas zu trösten. Es werden wirklich sämtliche Themen abgedeckt: Schwimmen, Laufen, Bowlen, Tennis, Baseball, Basketball, Fischen, Jagen, Inlineskaten, Golf und so weiter und so fort. Ganz verzückt schlenderte ich durch die Gänge – bis meine Augen auf ein Waveboard fielen, ein Spielzeug, über das ich in letzter Zeit viel gelesen habe. Denn ich fand es immer noch schade, dass ich nie richtig Skateboarden gelernt habe. Und ich vermisste mein Snowboard. Da schien mir das Waveboard, hier Caster Board genannt, ideal. Und siehe da, im Regal vor mir lagen zwei unverpackte Exemplare, die ganz eindeutig zum Testen gedacht waren. Ich guckte also kurz nach rechts und links, nahm eines der Teile vom Regal und – freute mich über mein immer noch intaktes Gleichgewicht. Ich rollte am Gestell entlang, zwar etwas wabbelig, aber ohne vom Brett zu krachen. Was nicht ganz selbstverständlich ist, wenn man bedenkt, dass ein Caster Board lediglich zwei, anstatt wie ein Skateboard vier Räder hat.

Schwinn Helmet for every occasion
Schwinn Helmet for every occasion

Zehn Minuten später verliess ich den Laden mit einem Waveboard unter dem Arm und einem Grinsen auf dem Gesicht. Einen Helm – man will ja schliesslich verantwortungsbewusst bleiben und dabei auch schon mal aufs Fahrradfahren vorbereitet sein – habe ich anderntags gleich noch dazu gekauft. Und seither habe ich doch schon einige Übungsstunden hinter mich gebracht und kann stolz verkünden, dass ich mich nicht allzu ungeschickt anstelle. Zwar habe ich noch etwas Mühe mit dem Konzept des vorwärts Bewegens, ohne einen Fuss vom Brett zu nehmen. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass ich auch das in den nächsten Tagen noch auf die Reihe kriege. Auf jeden Fall macht’s mir einen Mordsspass und ich glaube, das ist doch die Hauptsache. Egal wie alt man dabei ist.

Ach ja, im ganzen Arsenal des Sport-Giganten gibt’s bloss eines, das ich irgendwie vermisst habe: Nordic Walking Stöcke. Dieser Trend hat sich hier definitiv nicht durchgesetzt…

There are certain stereotypes that you are confronted with time and time again, whether you like it or not. For example, it seems a generally valid view that you simply don’t do certain things once you’ve reached a specific age. These include picking one’s nose in public once you’re over five years old, making faces once you’re over ten and maybe wearing a dreadful hairstyle once you’re twenty. In fact, it is viewed as bad manners if you don’t use the polite form of address – the German “Sie” – if somebody is, let’s say, over twenty. Sadly I had to almost turn thirty until I was bestowed with such honor. Except for on the phone. Seems my voice grew up a bit swifter than the rest of me. At least I was never confused with my mum when someone called us. That was the ultimate embarrassment – from a certain point in your teens when you wanted to call a male friend and of course the guy picked up the phone himself in a grown man’s voice, you ended up saying “Grüezi Herr Meier” to your friend because you thought it was his dad. Apparently, your friend would crack up over the formal greeting and would remind you of it forever. Naff.

This winter I became aware that there are certain things that, though I don’t consider them suitable for my age anymore, I still do them. Such as wearing mini skirts. Only in winter, however. Because to me there is nothing more cozy than wrapping my legs in thick tights or leggings on freezing cold winter days. However, I never do without a mini skirt even when wearing leggings, unless I’m wearing a reeeeally long blouse over it. But since there is no reeeeally long blouse to be found in my wardrobe all that I’m left with is a mini skirt. Every time I see ladies with a bared leggings-butt I always wonder what went on in their heads in the morning when they got dressed, for clearly something was forgotten. Something relatively important, indeed. But then this is one of the things that I simply see as a no-go, regardless of one’s age. Like spitting on the ground. Or throwing garbage out on the street.

Why I’m racking my brains about this just now? Why, because the big 4 and 0 is approaching and I have to urgently squeeze all the things that (perhaps) are no longer suitable for an over 40-year old into my agenda before mid of September. Such as how to properly ride a skateboard. Actually, I wasn’t aiming that high. My original goal was to try my hand at shooting a boomerang once again. I tried it out one time in Australia and proofed myself quite skillful at it which bestowed instant joy on me. I wanted to experience that again. So I went to the closest sports store, the «Academy Sports+Outdoors», not unlike Athleticum in Switzerland, except for the fact that it is approximately five times as big and is equipped with everything you need for a neat hunt (including shot guns and ammunition). After roaming about the huge racks in a somewhat lost manner, I inquired from a clerk whether they carried boomerangs at all. He immediately took me to the according shelf and apologetically explained to me that they unfortunately had run out of wooden boomerangs for the moment. No problem, because the one time I tried to throw a boomerang in Switzerland I used a wooden version and the second time it crashed on the grass (after having it caught four times, mind you) it broke. Wooden boomerangs seemed to be wasted on me. Unfortunately, I was even less successful with the foam model. Not a single time did the cursed thing return to me. The best I could muster was a lame semi-circle; first the Australian hunting device crept upwards for a while, only to then fall out of the skies like a dead pigeon. Not to mention all the side trips to neighboring bushes and trees.

Appropriately frustrated, I returned to the sports shop. Not to complain about the boomerang – though I’m quite convinced that it was the boomerangs fault and not my throwing skills that let me fail so miserably – to comfort myself with some in-store window-shopping. That store really covers it all: swimming, running, bowling, tennis, baseball, basketball, fishing, hunting, inline skating, golf and so on and so forth. Entranced, I strolled through the aisles – until my eyes fell on a wave board, a toy I have been reading about a lot lately. For I still regretted not ever having learned how to skateboard properly. And I missed my snowboard. Therefore, a wave board, here called caster board, seemed ideal alternative. Lo and behold, on the shelf in front of me I saw two unpacked specimens that were clearly intended for testing. So I quickly glanced right and left, took one of the boards form the shelf and – was delighted about my still intact equilibrium. I rolled along the shelf for a while, a little wobbly, though, but without crashing. Which, as a matter of fact, could by no means be taken for granted, considering how a caster board only has two instead of four wheels.

Ten minutes later I left the shop with a wave board under my arms and a smile on my face. The next day I purchased a helmet to go with – one wants to remain responsible and well prepared for bicycling, too, after all. I’ve trained quite a bit since and am proud to announce that I’m not too clumsy when it comes to caster boarding. Although I still seem to have some troubles with the concept of moving forward on that thing. However, I’m quite convinced I will get there within the next few days. In any case, I’m having heaps of fun with my board and I believe that’s all that counts. Regardless of one’s age.

By the way, there’s only one thing in the whole arsenal of sports goods that I somewhat missed: Nordic walking poles. This trend certainly didn’t prevail over here…

My daily reading

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Pennybacker Bridge
Pennybacker Bridge

Kurz nach unserem Einzug in Austin habe ich eine Regionalzeitung aus dem Briefkasten gefischt. Als interessierte Bürgerin vergrub ich natürlich umgehend meine Nase darin. Es war weniger schlimm als erwartet: Zwar prangten wie befürchtet auf jeder zweiten Seite irgendwelche Reklamen, vorwiegend für Schönheitsbehandlungen jeglicher Art, doch ich fand auch einige vielversprechende Informationen. Beispielsweise zum, wie ich ihn nenne, „Austin Coathanger“, der Stahlbrücke die so viele Bilder von Austin ziert. Offiziell heisst sie «Pennybacker Bridge», nach dem Brückenbauer Percy Pennybacker, der anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts für das Texas Highway Department Brücken entworfen hat. Allgemein ist das Stahlgebilde aber ganz einfach als die „360 Brücke“ bekannt, weil sie den Highway 360 über den Austin Lake führt.

„Austin Lake“ ist auch so eine Sache. Sieht überhaupt nicht aus wie ein See, weil nicht natürlich vorkommend, sondern künstlich hergestellt. Auch hier, wie beim Lake Travis, handelt es sich entsprechend um einen Stausee. Anstelle eines wie in San Antonio von Menschenhand angelegten Kanals zur Erquickung der Bevölkerung und Touristen, wurde hier eine see-artige Wassermasse kreiert, die zum Kanufahren, Stand-up-paddeln und Schwimmen einlädt. Es ist eine wunderbare Umgebung, vor allem für ein Volk, das mehrheitlich sehr bewusst mit Wasser umgehen muss, weil das Land immer wieder mit monatelangen Trockenperioden zu kämpfen hat.

Lake Travis Dam
Lake Travis Dam

Lake Travis, der westlich von Austin liegt und sich über etliche Meilen wie eine fette Schlange durch die Landschaft zieht, wird entsprechend nicht nur zur Erholung genutzt, sondern dient vor allem dem Hochwasserschutz, als Wasserversorgung und zur Erzeugung von Strom. Die wunderbaren Aussichten sind da einfach ein Zückerli obendrauf. Momentan allerdings ist der Level von Lake Travis auf dem dritt-tiefsten Stand aller Zeiten. Das bedeutet, viele Boote sitzen auf dem Trockenen und etliche Seitenarme des Sees sind zu kargen Wiesen oder felsigen Steppen verkommen. Häuser, die mit Wasseranstoss am See gebaut wurden, stehen nun etwas verloren inmitten einer sandigen Wüste. Aktuell wird der Stand des Sees mit 37% des „normalen“ Wasserlevels angegeben, womit wir uns in Phase 2 der Wasserregulierung befinden. Dies bedeutet unter anderem nur einmal wöchentlich Bewässern von Rasen und Garten, kein privates Waschen von Autos (d.h. du musst durch die Waschanlage), keine Zierbrunnen, welche über 10 cm hohe Fontänen produzieren und die Zeiten für den Gebrauch von sogenannten „patio misters“, den Leitungen, die an super-heissen Tagen die Köpfe der geplagten Leute im Restaurant oder in Vergnügungsparks berieseln, werden beschränkt. In Kürze wird wohl Phase 3 eingeleitet und ich hatte schon halb damit gerechnet, dass sämtliche Pools geleert und Golfplätze geschlossen werden müssen. Immerhin geht es hier um die Wasserversorgung von Mensch und Tier. Doch nichts dergleichen. In der nächsten und zweitletzten Phase werden lediglich die Zeiten für die Verwendung von Wasser für die oben genannten Einschränkungen noch weiter beschränkt. Nun gut, wir sind hier in Texas und du kannst keinem vorschreiben, wie er sein Leben zu leben hat. Immerhin ist die persönliche Freiheit eines der wichtigsten Rechte in den Staaten. Und dafür bewundern wir sie.

Trotzdem, wenden wir uns etwas erfreulicheren Themen aus der Zeitung zu. Da war zum Beispiel die Rede einer Velobrücke entlang des Highways, an dem wir leben. Das ist nicht nur darum eine prima Sache, weil ich Velo fahren liebe, sondern weil wir schon einige Male Velofahrer auf dem Highway gesehen haben. Mr. Rusu schüttelt dann immer den Kopf und meint, so was habe es in der Schweiz nie gegeben. Ich konnte ihn aber trösten, denn auch wenn ich in der Schweiz selbst nie einen Fahrradfahrer auf der Autobahn erspäht habe, so fesselten mich ich doch etliche Male entsprechende Berichte im Radio.

The Schnurr Ladies
The Schnurr Ladies

Was mich beim Durchstöbern der Lokalzeitung aber am meisten fasziniert hat, sind die vielen lustigen und auch Deutsch-stämmigen Namen. So heisst denn die Ratsvorsitzende des benachbarten Bezirks Bee Cave (ja, heisst wirklich so) Frau Auslander. Zelda Auslander. Oder dann hat gerade die Schmidt Family ihr neustes Bar-B-Q Lokal eröffnet. Seit 75 Jahren sind die Schmidtens im Geschäft mit Rippchen, Würsten und sonstigen Leckereien vom Grill. Des Weiteren hat ein Ehepaar, Chris und Kristie, ja wirklich, einen «Vom Fass» Laden aufgemacht. Kennen wir doch, oder? Und zum Schluss noch meine absolute Lieblingsfamilie: Die Schnurrs. Genau, wie in Katze. Diane, ihr Ehemann Steve und Tochter Ericka betreiben gemeinsam einen Laden, in welchem sie restaurierte Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände verkaufen. „Vintage furniture“ nennt sich das dann. Trotzdem bleibt für mich das Faszinierendste an der Geschichte – äxgüsi Frau Büsi, sozusagen –der Familienname.

Kebab, Berlin-inspired
Kebab, Berlin-inspired

Nach Abschluss meiner Zeitungs-Schnöigg-Tour war ich richtig hungrig. Muss an der Schleichwerbung liegen. Und hier höre und staune man: Es wurde nicht etwa ein öder Burger oder was vom Bar-B-Q Grill angepriesen, nein, ein „Berlin inspirierter Kebab“ stand auf dem Programm. Zufälligerweise „mussten“ wir gleich anderntags einen Abstecher in den entsprechenden Laden machen. Eigentlich wollten wir Pho Suppe schlürfen gehen, doch leider hatte der Vietnamese geschlossen. Und welcher Laden befand sich direkt neben dem Asiaten? Klar, der Döner Schuppen. Ich muss sagen, hätte ich nicht wegen einer akuten Hungerattacke sämtliche Zutaten in den Döner stopfen lassen – das beinhaltete auch Jalpeño Peppers und eine Gemüsefrikadelle – wäre er sehr nah ans Original herangekommen. Jedenfalls genossen wir eine leckere Mahlzeit, die erst noch den ganzen Tag anhielt. Und ich spreche hier nicht nur vom Atem.

Shortly after our move to Austin I fished a regional newspaper out of our mailbox. As an interested citizen I immediately buried my nose in it. And it wasn’t as bad as I had expected: Besides – as feared –advertisements jumping into my face from every other page, mainly for beauty treatments of all sorts, I was also able to find some promising information. For example in relation to the steel bridge, “Austin Coathanger” as I like to call it, that graces so many photos of Austin. Officially called «Pennybacker Bridge», after the bridge builder Percy Pennybacker who designed bridges for the Texas Highway Department at the beginning of the twentieth century. In general, the steel structure is simply known as the “360 bridge” as it connects Highway 360 to the two shores of Lake Austin.

“Lake Austin” is one of the things that keep dazzling me. It does not look like a lake to me, since it is not naturally occurring but produced artificially. Again, as with Lake Travis, Lake Austin is a reservoir. Instead of creating a man-made canal for the entertainment of the population and tourists  as they did down in San Antonio, here in Austin they created a lake-like water mass which invites people to canoe, stand-up-paddle and swim. It truly is a wonderful environment, especially for a people who have to handle water in a very conscious way since the region struggles repeatedly with months-long dry periods.

Lake Travis, located west of Austin, winds its way through the landscape like a fat snake for several miles. It is not only used for recreation, but primarily serves as flood control, water supply and to generate electricity. The beautiful views only come as an extra on top of all that. At the moment, though, the water level of Lake Travis has reached the third-lowest level ever. This means that many boats sit on dry land and several side arms of the lake have degenerated into barren grassland or rocky steppes. Homes which used to be lake-front houses now sit somewhat lost in the middle of a sandy desert. Currently, the lake level is supposed to be at 37% of the “normal” water level which puts Austin and the surrounding area into phase 2 of the water regulation program. This means watering of lawns is limited to one day per week, no washing of cars except at a vehicle washing facility, no operation of ornamental fountains with an areal spray of water of more than 10 cm and patio misters at commercial facilities can only be operated at certain hours. My guess is that we shortly enter phase 3 and I half expected that no more private pools or public golf courses can be operated anymore. We’re talking about the water supply of man and beast after all. But nothing of the sort. In the next and penultimate phase, only the times for the use of water for the above-mentioned limitations are being limited even more. Well, we’re in Texas and no one can dictate how one has to live his or her life around here. After all, personal freedom is one of the most important rights in the States. And that’s what we admire them for, isn’t it?

Nevertheless, let’s turn to something more pleasant I found in the newspaper. For example, there was talk of a new bicycle bridge being built along the highway close to where we live. That is not only a great thing because I love to ride a bike but also because we have seen cyclists on the highway a few times already. Mr. Rusu keeps shaking his head at this, mentioning that things like this wouldn’t happen in Switzerland. Which is not quite true; though I’ve never personally spotted a cyclist on the motorway in Switzerland, I was repeatedly intrigued by according reports on the radio.

Now what fascinated me most while browsing the local newspaper are the many funny and also German-born names. Thus the councilwoman of Bee Cave (yes, it’s really called Bee Cave) is named Mrs. Auslander. Zelda Auslander. Or the Schmidt family just opened their latest Bar-B-Q restaurant. For 75 years the Schmidt’s have been in business with ribs, sausages and other grilled delicacies. Furthermore, a married couple, Chris and Kristie, yes indeed, recently opened up a «Vom Fass» store. We know that one, don’t we? And finally, my absolute favorite family: The Schnurr’s. Exactly, just as in “cat”. Diane, her husband Steve and daughter Ericka jointly operate a shop in which they sell restored furniture and other home furnishings. That’s called “vintage furniture”. Nevertheless, to me the last name of family Schnurr remains the most fascinating fact in this story.

The ransacking of the local newspaper left me flat out starving. Must be owing to the surreptitious advertising. Lo and behold: Not a dull burger or something from a Bar-B-Q grill was touted, no, a “Berlin inspired Kebab” was on. Coincidentally, we “had to” take a trip to exactly one of these Kebab houses. The initial plan was to slurp up some Pho soup but unfortunately, the Vietnamese was closed. And which restaurant was located right next to the Asian guys? Sure, the Kebab shed. I have to admit, hadn’t I, due to an acute hunger pang, stuffed my Doener with every single ingredient available – which includes Jalapeño peppers and a veggie patty – it would have come very close to the original thing. Anyway, we enjoyed a delicious meal that even persisted for the entire day. And I’m not only talking about breath here.

My Photo Stream

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Okay liebe Leute, ich erzähle ich euch jetzt mal die Wahrheit (hm, das lässt einen immer darüber wundern, ob ansonsten grösstenteils gelogen wird – nein!): In letzter Zeit habe ich nur fotografiert, was wirklich wichtig ist. Oder ich in einem Blog Beitrag wieder verwenden könnte. So haben sich nebst einem Bild unseres neuen Fitnesscenters – das ich offen gestanden noch nie getestet habe; einmal war ich nahe dran, stand auf der Laufmaschine, entschied mich dann aber trotz feucht-heisser 30°C einmal um den Park zu rennen – und eines Fotos unseres Filters für die AirCon (irgendwie schaffen wir es immer, ein Ausnahmeformat zu erwischen, deren Filter nur schwer zu ergattern sind), auch ein Bild eines «The Home Depot» Gestells angesammelt. Hierzu muss ich vielleicht erklären: «The Home Depot», hierzulande einfach nur Home Depot genannt, ist der grosse, aber jüngere Bruder des deutschen «Hornbach». Ebenso wie dieser in Orange gehalten, mit schreierischer Werbung und Läden, in die man locker drei Fussballfelder packen könnte.

Threaded Nipples
Threaded Nipples

Jedenfalls war kürzlich zwecks Installierung der Katzentür in unserer Wohnungstür ein Besuch beim orangen Riesen angesagt. Auch diesmal blieb nicht aus, was mir darin – und grundsätzlich in den meisten Amerikanischen Läden – regelmässig geschieht: Mir wurde ob des gigantischen Sortiments etwas dusselig, was mich dödelig und darum drollig macht. Muss daran liegen, dass es einfach zu viele glitzernde Dinge mit Schaltern und Knöpfen gibt. Oder mit lustigen Namen. So löste dann eben ein Rohrstutzen mit Gewinde, ein „Threaded Nipple“, bei mir Gelächter aus, was sich natürlich dann durch den ganzen Laden zog. Mr. R. ist das jeweils etwas peinlich, was aber den Vorteil hat, dass seine Entscheidungsfreude effizient gesteigert wird und wir jeweils um einiges schleuniger aus dem Laden sind.

Texas size lighter
Texas size lighter

Nun gut, das war ein kindischer Ausrutscher und ich muss mich dafür entschuldigen. Vor allem bei Mr. Rusu. Leider kann ich nicht versprechen, dass es nicht wieder vorkommt. Die weiteren Schnappschüsse sind da schon um einiges gereifter, vorwiegend Gemälde und sonstige von mir zu Kunstobjekten erkorenen Gegenständen. Und dann kommt auf einmal das echt Texanische Feuerzeug daher – selbst Mr. Rusu war beeindruckt ob der Monströsität. Das muss an dieser Stelle gesagt werden.

Where are the bold cats?
Where are the bold cats?

Den Rest meiner momentanen Fotosammlung machen vor allem Landschaftsaufnahmen von meinen bisherigen Ausflügen aus. Und Katzenfotos. Ja klar, die dürfen natürlich nie fehlen. Zur Zeit stehen aber weniger die Katzen selbst, als ihre Fellpracht im Vordergrund. Jetzt mal im Ernst: Hat jemand zwei nackte Katzen vorbeilaufen sehen? Ich könnte wohl den ganzen Tag damit verbringen, die beiden zu kämmen, bürsten und striegeln und trotzdem würden sie immer noch Haare lassen. Apropos: Gestern konnte ich es den beiden dann zurück zahlen. Nach meinem Besuch beim Frisör flogen noch einige Zeit kleine Haarschnippsel durch die Luft. Übrigens: Scheint es nur mir so, oder habe ich irgendwie schon eine amerikanische Frisur abbekommen?

Haircut gone American
Haircut gone American

Hier noch eine kleine Anekdote zu meiner äusserst präzise geplanten Arbeitszeit: Als ich den Laptop startete dachte ich mir, jetzt will ich doch mal wissen, wie viel Zeit ich durchschnittlich in einen Blog Beitrag investiere. Ich öffnete also eine einfache Textdatei um die Startzeit zu vermerken… es ging keine drei Minuten, bis eine Katze sich driiiiingendst auf meinen Schoss legen und ausruhen musste – schliesslich hatte sie den ganzen Tag mit anstrengendem auf der Treppe vor der Tür sitzen, Wind um die Nase wehen und Sonne aufs Fell braten lassen verbracht. So immobilisiert war ich den gezwungen, meine Arbeit kurzfristig niederzulegen, während ein Typ mit sieben Nägeln im Kopf den Ärzten von «Grey’s Anatomy» klarzumachen versucht, dass er bei vollem Bewusstsein und okay ist – dass er einen Hirntumor hat und entsprechend gar nicht okay ist, stellen die Ärzte erst fest, als sie alle Nägel entfernt haben und der Typ wiederum versucht zu erklären, dass alles okay sei. Das nenn ich mal einen Arbeitstag.

Alright folks, I’ll tell you the truth now (hmm, that always kind of implies that the rest of the time all that’s being told is lies – no!): Lately I only took pictures of what is really important. Or whatever I could use in a blog post. So aside from a photo of our new gym – quite honestly, I haven’t even tested it out yet, I got very close once when I stepped upon the treadmill but then thought better of it and went, despite a muggy 30°C, for a run around the park – and a picture of the filters needed for our air conditioner (somehow we manage to always end up with a crooked format that is awfully hard find), there’s also a photo of a «The Home Depot» rack. To this end, I may have to explain: «The Home Depot», in this part of the world simply referred to as Home Depot, is the bigger but younger brother of the German «Hornbach». Similarly kept in orange with a kind of aggressive advertising going on and stores, in which you could easily pack three soccer fields.

In any case, we recently had to pay a visit to the orange giant for the purpose of installing the cat door into the (human) apartment door. It wasn’t long until the usual thing that happens to me there – and for that matter basically inmost American stores – on a regular basis: Owing to the gigantic assortment I got a little fatuous, which then leads to silly and therefore droll. That’s probably because there are simply too many shiny objects with switches and knobs. Or with funny names. Thus a pipe socket with thread, or also “Threaded Nipple”, made me break out into uncontrolled giggles, which then of course dragged on through the whole store. That again gets Mr. R. a little embarrassed, but it has the advantage of efficiently increasing his decisiveness which gets us out of the store way quicker.

Well now, that was a childish slip and I have to apologize for it. Especially to Mr. Rusu. Unfortunately, I can not promise that it won’t happen again. The rest of the snapshots in the meanwhile are way more mature, mainly paintings and other objects declared art by my humble self. And then suddenly appears the real Texan lighter – even Mr. Rusu was impressed with its monstrosity, it has to mentioned.

The rest of my current photo collection is mainly made up of landscape shots from my latest trips around the house. And cat photos.Yeah, can’t miss those. However, currently it’s more their splendid fur that seems paramount. Seriously: Has anyone seen two naked cats pass by? I could probably spend all day combing, brushing and grooming them and they would still loose hair. Speaking of which: Yesterday I was able to pay them back. After my visit to the hairdresser some hair snippets flew through the air for quite some time. By the way: Is it only my imagination or did I somehow end up with an American hairstyle?

And last but not least, here’s a little anecdote for you about my extremely precise planned working hours: When I started up the laptop I thought to myself, now let’s see how much time I invest into an average blog post. So I opened a simple text file to enter the time I started work… it took all of three minutes until a cat uuuuuurgently had to take a nap on my lap in order to rest – I mean, after all he spent the day with the most demanding labor of sitting on the stairs, letting the breeze blow around his nose and basking in the sun. Thus immobilized, I was forced to resign from work for a short time, while a guy with seven nails in his head was trying to explain to the doctors in «Grey’s Anatomy» that he was fully conscious and okay – little did he know that he had a brain tumor and accordingly wasn’t okay at all, which of course the doctors only discovered once all the nails were removed and the guy once again tried to explain to them that he was okay… That’s a work day for ya!

 

Deer – A whole new Level

(Featured image courtesy of Anne Ollila afp Getty Images)

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Als ich letztens… okay, vor einiger Zeit… alright, vor inzwischen langer Zeit, so virtuell durch die «USA TODAY» blätterte, stolperte ich über einen Artikel (http://usat.ly/1bn6lop), der mich zum Nachdenken anregte. Und zum Grinsen brachte. Denn ich konnte direkt das breite Grinsen meines halb-finnischen Freundes Rolf auf seinem Gesicht sehen.
Der Artikel behandelt die Gefahren im Zusammenhang mit Rentieren. Natürlich nicht als angriffslustige Raubtiere, sondern als halsbrecherische Geschosse auf Autostrassen. Dass sie dabei zu Geschossen werden ist selbstverständlich nicht die Schuld von Santas Helfern selbst, sondern die der Autos, die mit ihrer Reisegeschwindigkeit potentiell jeden Kieselstein zur Granate werden lassen.

Das Problem zwischen Menschen und Rentieren, Rehen oder sonstigen Waldbewohnern besteht ja nun darin, dass wir Zweibeiner sie in der Dunkelheit der Nacht einfach zu spät erkennen. Das gleiche gilt ja leider oftmals für Fussgänger, nur sollten die es besser wissen und einen Leuchtwimpel tragen. Die Finnen jedenfalls, das findige Völkchen, hat sich nun einen ganz besonderen Trick ausgedacht, um den arglos auf den Strassen herumstehenden Rentieren Schutz zu bieten: Sie malen sie mit fluoreszierender Farbe an. Während einer ersten Phase werden die Felle der Tiere beschmiert, um zu sehen, wie das funktioniert. In einem nächsten Schritt sollen dann die Geweihe angepinselt werden, was die Sicht- und gleichzeitige Erkennbarkeit des Gegners um einiges steigern würde. Ob um die Weihnachtszeit ein ausgewähltes Tier noch eine rote Rudolfnase verpasst bekommen soll, entzieht sich sowohl meiner wie auch der Kenntnis des Schreiberlings. Eine Überlegung wäre es immerhin wert.

Der Grund dafür aber, dass der Artikel meine Denkmaschine aktivierte lag darin, dass ich schon des Öfteren darüber sinniert hatte, weshalb Rehe, die kleinen Verwandten der Rentiere, sich so oft mitten auf der Strasse versammeln. In der Schweiz war mir das nie besonders aufgefallen, da traf ich die meisten Rehe auf meinen Waldläufen. Hier allerdings begegnet man ihnen regelmässig direkt auf der Strasse ausserhalb des Wohnquartiers. Immer in Gruppen und immer ein grosser Teil des Geschwaders auf der Strasse. Ich frage mich dann, ob sie sich bewusst zu einer Demonstration versammeln oder ganz einfach zur Abwechslung gerne mal festen Grund unter den Füssen spüren. Scheint mir ein Rätsel.

Reindeer at Hardberger Park
Reindeer at Hardberger Park

Überhaupt habe ich hier in Amerika ein ganz anderes Bild von Rehen bekommen. Während in meiner alten Heimat Rehe als äusserst scheu gelten, werden sie hier oftmals als randalierende Fressmaschinen beschrieben. Ganze Gartenbeete werden abgegrast und was nicht den hungrigen Mäulern zum Opfer fällt, wird gnadenlos platt getrampelt. Sogar vor Katzenfutter machen sie keinen Halt! Greg hat mir dazu mal eine Geschichte erzählt, wie er auf seinem Grundstück beobachtet hatte, wer sich so die Nacht hindurch am Katzenfutter labt: Ein Eichhörnchen wurde von einer Waschbärenfamilie abgelöst, gefolgt von wiederum zwei Eichhörnchen, einer fremden Katze und dann – ach du Schreck – zwei Rehen!! Seine eigenen beiden Katzen warteten derweil darauf, selber an die Reihe zu kommen…

Leider ist den ausgewachsenen Bambis auch mittels Zäunen nicht ganz einfach beizukommen. Immerhin kann ein Reh praktisch aus dem Stand über 2 Meter hoch springen! Mir war klar, dass sie lange Sprünge machen, aber dass sie auch dermassen hoch springen – fast wie Gazellen – davon hatte ich keinen blassen Schimmer.

Während ich in der Schweiz meist einzelnen Tieren begegnet bin, ist das hier eine ganz andere Geschichte. Soweit ich mich erinnern kann, bin ich in San Antonio nur ein einziges Mal einem einzelnen Reh über den Weg gelaufen. Ansonsten waren sie immer in Gruppen unterwegs. Egal ob beim Grasen im Park oder nächtlichen auf der Strasse rumtreiben. Bereits einige Male musste ich meinen Lauf im Park kurzzeitig unterbrechen, um einer nicht enden wollenden Reh-Herde den Vortritt beim überqueren des Gehwegs zu gewähren. Das ist echt etwas unheimlich, denn sie bleiben gerne vor einem stehen, schnuppern, kommen einige Schritte auf einen zu und jagen mir so einen Schauer über den Rücken. Nie wäre mir in den Sinn gekommen, dass ein Reh mich einschüchtern könnte. Ein kleine Gruppe Rehe stationierte sich auch gerne etwas ausserhalb unseres Wohnkomplexes in San Antonio. Die mussten wir mehrmals des nachts vorsichtig umfahren. Slalom im Dunkeln. Vielleicht sollte ich der City of San Antonio mal einen Tipp bezüglich phosphoreszierender Karibu-Farbe geben?

As I recently… okay, some time ago… alright, in the meanwhile a long time ago… was browsing virtually through the «USA TODAY», I stumbled across an article (http://usat.ly/1bn6lop) which got me thinking. And grinning. Because I could already see the broad grin on my half-Finnish friend Rolf’s face.

The article deals with the dangers associated with reindeer. Not as aggressive predators, of course, but rather as breakneck bullets on highways. The fact that they turn into bullets is, of course, not the fault of Santa’s little helpers themselves, but the cars’ that can potentially turn every pebble into a grenade at the speed they’re travelling.

The problem between humans and reindeer, deer and other forest dwellers lies in the fact that we bipeds simply see them too late in the dark of night. The same is often true, unfortunately, for pedestrians, only difference being that they should know better and wear a light pennant. In any case, the resourceful people of Finland now devised a special trick to provide reindeer innocently standing around on streets with some protection: They paint them with fluorescent color. During a first phase, the animals’ fur is smeared with color in order to see how that works. In a next step, the antlers should get brushed up too, which supposedly increases the visibility and simultaneously improves the recognizability of the opponent. Whether a selected animal is to be given a red nose around Christmas time is both beyond my and the writers knowledge. It would be worth some consideration, I suppose.

The actual reason the article got my thinking machine activated, however, was that I had frequently mused about why deer, the small relatives of reindeer, so often gather in the middle of the street. I never particularly noticed this in Switzerland because the place I encountered most deer was in the woods on my forest runs. Here, on the other hand, one meets them regularly on the street just outside our community. Always in groups and always a big part of the squadron on the road. That makes me wonder whether they consciously gather for a demonstration or simply like to feel solid ground under their hooves for once. Seems a mystery to me.

Here in the US my view on deer was altered altogether. While back in my old homeland deer are generally known as extremely shy animals, over here they are often described as rampaging eating machines. Whole garden patches get stripped bare and what does not fall victim to the hungry mouths is mercilessly trampled flat. The don’t even stop at cat food! Greg once told me a story of how he observed his property at night in order to find out who refreshed themselves on the cat food he had put out for his cats: The rotation began with a squirrel, followed by a raccoon family, a strange cat taking over from two more squirrels and – what a shock – two deer! His own cats in the meanwhile patiently waited their turn…

Unfortunately, it isn’t even very efficient to cope with the grown Bambi’s by means of fences. After all, a deer can jump about two meters high from a standing position! It was clear to me that they can make real long jumps but I had no clue they could jump almost as high as a gazelle.

While I mostly met individual animals in Switzerland, it’s a whole other story over here. As far as I remember, in San Antonio I only ran into a single deer once. Apart from that time, they were always in groups. Whether grazing in the park or roving about the streets at night. I had to interrupt one of my runs a few times already in order to allow a never-ending herd of deer to pass the walkway. That is a bit of an eerie business, because they like to stop in front of me, sniff the air, take a few steps towards me and thus sending a shiver down my spine. It would never have come to my mind that a deer of all animals might intimidate me. A small group of deer also likes to station itself right outside our apartment complex in San Antonio. Several times already did we have to cautiously drive around them. Slalom in the dark. Maybe I should give the city of San Antonio a hint about that phosphorescent caribou color?

And again: What a difference it makes!

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Nachdem ihr euch die letzten drei Blog-Beiträge lang mein Genöle zum Thema Umzug „anlesen“ musstet, will ich mich ab heute wieder den kleinen Alltäglichkeiten des Lebens widmen. Den feinen aber nicht zu unterschätzenden Unterschieden zwischen dem Land der wahrlich unbegrenzten Möglichkeiten und der Schweiz. Die Züglete ist also abgeschlossen. Allerdings nicht ohne eine letzte Aufregung, die vor allem mir, der Frau ohne Geduldsfaden für elektronische Geräte, wieder den letzten Nerv zu rauben drohte. Die mit Mikrochip-Sensoren versehene Katzentür verweigerte uns schrittchenweise nach dem Umzug ihren Dienst. Erst fiel das Display aus, also wechselten wir die Batterien. Und seit gestern hängt sie sich im gewählten Modus einfach auf – nichts geht mehr. Ich hatte schon befürchtet, dass beim Umzug das viele rauf und runter, hin und her, den Schaden ausgelöst hatte. Doch nach einem Anruf beim Customer Service wurde mir bestätigt, dass dies leider keine Seltenheit bei unserer Modellreihe sei, es handle sich um einen Produktionsfehler im Batteriefach. Ohne irgendwelche Diskussionen bestätigte mir die Dame, dass sie uns umgehend einen Ersatz senden. Und natürlich entschuldigte sie sich tausendmal für die entstandenen Umstände. Wie üblich, wenn man sich hier beschwert.

Microchip Pet Door

Das ist eine Sache, die mir hier extrem auffällt: Der Kundenservice ist wirklich uuunglaublich. Egal ob im Einkaufsladen, Restaurant oder telefonisch bei der Bank – oder eben dem Katzentür-Hersteller. Damit will ich nicht sagen, dass die Amerikaner einen besseren Service per se bieten als die Schweizer. Aber sie tun es sooooo viel freundlicher. Da wird keiner ungehalten, selbst wenn dem Kunden sichtlich oder hörbar bald der Kragen platzt. Ich glaube, sämtliche Helpline Mitarbeiter werden hier verpflichtet, an einem „Engelsgeduld-Seminar“ teilzunehmen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Auf mich hat das die gewünschte Wirkung: Ich fühle mich ernst genommen und verstanden. Happy Place. Das tut gut, vor allem wenn man weiss, wie ungeduldig ich eben mit nicht funktionierenden elektronischen Geräten werden kann. Mein liebender Ehemann ist immer wieder erstaunt, wie ich für Menschen und Tiere eine unendliche Geduld, für Maschinen, die nicht sofort tun, was ich von ihnen erwarte, jedoch keine Minute Verständnis haben kann. Entsprechend war ich beim Versuch, die Katzentür wieder richtig in Gang zu setzen bereits nach drei Minuten soweit, das Ding in Stücke zu hauen. Zum Glück war mein Maschinen-geduldiger Ehemann zur Stelle und meinte, eine zersplitterte Katzentür mache sich nicht so gut bei einer Garantieanfrage.

Nebst der Kundenfreundlichkeit hat mich dieser Tage eine Shampoo-Frage zum Ausspruch „OMG, what a difference it makes!!“ veranlasst. Wegen meiner haarsträubenden Haarfarb-Eskapaden musste ich meiner Haarpracht immer viel Pflege und Feuchtigkeit zukommen lassen. Nachdem ich mich durch sämtliche Migros und Coop Produkte probiert hatte, empfahl mir meine Friseuse in der Schweiz, im Fachgeschäft die speziell pflegende Linie von Redken zu kaufen. Die Flasche kostete mich gut CHF 30. Und wohlgemerkt, es gibt Shampoo, Conditioner und danach zwecks einfacherer Kämmbarkeit noch eine Schmiere aus einer Pumpflasche dazu. Zugegeben, alles reichte immer so 4-5 Monate, trotzdem schien mir der Preis für die Produkte immer horrend. Als ich dann bei meinem Besuch im Juni letzten Jahres im HEB, einem stinknormalen Einkaufsladen, das Regal mit Haarpflegeprodukten durchkämmte, traf mich fast der Schlag: Die Redken Produkte waren gleich dort erhältlich, für lächerliche $15.

Seit meiner Ankunft sind nun fast 6 Monate vergangen und ich musste entsprechend Nachschub für meine Haarpflege besorgen. Ich liess also meine Augen über die grosszügige Auswahl schweifen und blieb bei Paul Mitchell hängen. Hatte nicht meine liebe Freundin, Frau Weizenunverträglichkeit, mal erzählt, dass sie auf Paul Mitchell schwört? Und ihr Haare sehen immer schön geschmeidig und weich aus. Und hei, die Flasche lächerliche $ 12. Was soll’s, dachte ich mir also und Shampoo und Conditioner waren gekauft. Und oh Wunder, was für ein Unterschied – noch nie hatte ich dermassen weiche und leicht kämmbare Haare. Selbst ohne spezielle Kämm-Schmiere auf das handtuchtrockene Haar zu verteilen. Es scheint mir magisch, wie der Kamm nun durch meine Haare gleitet. Und meine – oder sagen wir des lieben Ehemanns – Brieftasche freut sich erst auch noch!! What a difference it makes indeed… Schön, wenn man sich ob solcher Kleinigkeiten freuen kann, oder?!

After you had to put up with my whining about moving over the last three blog entries, I decided to devote myself and my writing to the little everyday things of life again. The fine, but not to be underestimated, differences between the land of the truly unlimited possibilities and Switzerland. Our move is thus completed. But not without one last thing getting me, the woman with no patience for electronic devices, into a real tizz. After the move, our cat flap fitted with microchip sensors gradually started to deny us its services. At first, the display failed so we changed the batteries. And since yesterday, the stupid door simply freezes in whatever mode is chosen – rien ne va plus. My initial fear was that all the up and down, back an forth during the move caused the damage. But after a call to the “SureFlap” customer service, they confirmed that this is not an unknown issue to them. Apparently it is quite common in the series that our model belongs to. It is some kind of manufacturing defect in the battery compartment. Without any discussion the lady from the customer service confirmed that she would immediately have a replacement sent to us. And of course she apologized like a thousand times for the inconvenience this caused us. As happens every time you call customer service over here.That is one of the things that really caught my attention over here: Customer service is uuuuunbelievably good. Whether in a shop, at the restaurant or if you call the bank – or like in my case the cat door manufacturer. I don’t mean to say that America in general offers better service than Switzerland does. But they do it sooooo much friendlier. No one becomes indignant, even if it is quite obvious or audible that the customer is about to lose it. I make myself believe that all helpline staff over here are obliged to participate in a “patience-of-a-saint-seminary”. I cannot explain it otherwise. And it has the desired effect on me: I feel well understood and taken seriously. Happy place. That feels good, especially when you realize how impatient I can get with non-working electronic devices. My loving husband doesn’t seize to be amazed at how much patience I have for people and animals, but none at all whatsoever for machinery that doesn’t work the way I expect it to. Accordingly, after only three minutes of attempting to get the cat door working again I totally lost my nerves and was ready to hew the stupid thing into pieces. Luckily, my patient-with-machines husband was around to carefully inform me that a splintered cat door doesn’t make a good case when calling up customer service for warranty.

Aside from the customer-friendliness a shampoo-question lately caused me to say “OMG, what a difference it makes!” Owing to my hair-raising escapades with my hair color I always had to treat my hair with lots of protein and moisture. After going through all the possible products that Migros and Coop had to offer, my hairdresser in Switzerland recommended that I purchase an especially nourishing product line by «Redken». Of course these products were only distributed by hair salons and a bottle cost me about CHF 30. And mind you, there’s not only the shampoo but also conditioner and some kind of ooze from a pump bottle to make combing easier. Admittedly, everything lasted for about 4-5 months but the price of the products still seemed outrageous to me. So when I scoured the aisle with the hair care products at HEB, an ordinary supermarket, during a visit in June last year I was thunderstruck: The «Redken» products were available right there for a ridiculous $ 15.

In the meanwhile, almost 6 months have passed since my arrival and accordingly, I had to stock up my hair care supplies. So I decided to let my eyes wander over the infinite choice and my attention was caught by the «Paul Mitchell» product range. Hadn’t my dear friend, Mrs. Wheat-Intolerance, told me once that she highly esteemed «Paul Mitchell» hair products? And her hair always looks so beautifully silky and soft. And hey, the bottle only cost a ridiculous $ 12. What the heck, I thought to myself and stuffed shampoo and conditioner into my shopping basket. And what a surprise, what a difference – never before did I have hair that was as soft and easy to brush. And my – or let’s say my dear husbands – wallet was very pleased, too. What a difference it makes indeed… It’s so nice if little things like that can make you happy, right?!

The Cheesecake Factory & I

Greek-Salad
Greek-Salad

Die Fastenzeit ist im Anmarsch und so dachte ich mir, reibe ich euch ein wenig meine kulinarischen Ausschweifungen hier im Land der öffentlichen Ess-Sünden unter die Nase… Man fasst es nicht: Kaum geschrieben schlägt das Karma schon zurück – der Teebeutel verschiebt sich während des Trinkens in der Tasse und ein guter Schluck geht anstatt in den Hals zur äusseren Anwendung über; auf mein Shirt… OK, jetzt hab ich bereits gebüsst, da kann ich’s auch faustdick austeilen. Legen wir mal los.

Ich kann mich erinnern, dass ich im Frühling 2012 in Gregs Gegenwart erwähnte, vor knapp 20 Jahren zum ersten und letzten Mal Cheesecake gegessen zu haben. Meine Erinnerung daran ist entgegen der inzwischen vergangenen Ewigkeit noch frisch, denn ich liebte die Tatsache, dass ich anstatt der erwarteten Käsewähe ein Tortenstück von himmlischem Genuss gereicht bekam. Doch bei diesem einen Stück war es seither immer geblieben. Irgendwie ergab sich nie mehr die Gelegenheit dazu. Es sei zu bedenken, der Genuss von Cheesecake muss gut geplant sein – wie eine Mahlzeit. Denn genau so füllt sie einen. Wenn du danach bei Muttern zum Essen eingeladen bist, machst du eine schlechte Falle – da geht nix mehr. Ein Stück Torte aber wirklich als Mahlzeit zu verdrücken geht irgendwie auch nicht. Der Salzgehalt ist dafür einfach zu dürftig.

Club Sandwich Galore
Club Sandwich Galore

Doch letztes Jahr war es dann soweit – ich wurde auf die Spuren eines echten Stücks amerikanischer Kultur gesetzt. Und so endete ich zum ersten Mal in einer Cheesecake Factory. Damals ahnte ich noch nicht, was sich hinter diesem nach Dessert klingenden Namen alles verbirgt. Nämlich ein Top-Restaurant mit einer Monster-Menü-Karte, für die ich den Betreibern nur den Hut ziehen kann. Wer nur ein oder zwei Mal den Herrn Rach beim Restaurant testen begleitet hat weiss, dass eine zu lange Speisekarte nicht funktioniert. Doch hier tut sie es. Und wie. Egal was du bestellst, es erwartet dich ein Wunderwerk an Köstlichkeit. Ich könnte mich jedes Mal hinlegen vor Gaumenfreude. Keine Ahnung, wie die das hinbekommen. Und das Schönste an allem: Auch mein etwas Weizen-heikler Besuch aus der Schweiz hatte eine laaaange Liste an gluten-free Menus zur Auswahl. Inklusive weizenfreiem Maisbrot. Einmalig.

Asian Salad
Asian Salad

Allerdings bleibt auch hier das Problem mit dem Timing des Cheesecake bestehen. Denn nach so leckeren Speisen noch einen Nachtisch reinhauen zu können, verlangt schon nach besonderen Ess-Fähigkeiten. Doch zum einen kann ein Nachtisch ja geteilt werden. Aber noch besser und für mich die Entdeckung in Sachen Kulinarik, wo ich doch nie so riesige Portionen runterschlingen kann – der in den Staaten allseits verbreitete Doggy Bag. Ein Hoch auf eine weitere wunderbare Institutionalisierung meines neuen Heimatlandes!

What a difference it makes

Am Wochenende hat mich der beste aller Ehemänner zu einer Shoppingtour eingeladen. Ich war im siebten Himmel. Location: San Marcos Outlet Malls; zusammen mit dem angrenzenden Tanger Outlet Heimat von über 350 Läden mit einer Gesamtfläche von 93‘000 m2. Ein echtes Stück Texas halt. Wer jetzt denkt, ich hätte mich in Beauty- und Schuhläden getummelt, irrt. Naja, zumindest teilweise. Denn mich interessierte an diesem Samstag lediglich ein Laden: Der Nike Store. Ja, ich gebe es zu: Wenn es zu Laufschuhen kommt, bin ich ein Nike-Fetisch. Der Grund für unseren Besuch hier war die Notwendigkeit neuer Laufschuhe. Mehr dazu aber ein andermal.

new-running-shoesAngefangen mit dem Nike-Fetisch hatte alles mit dem Apple-Fetisch. Hä? Nachdem ich vor Jahren mal einen iPod geschenkt kriegte, war ich dem Ding verfallen. Es gibt aber auch so viele brauchbare Apps dafür. Die Nike+ App zum Beispiel. Zusammen mit einem Chip in der Innensohle des Laufschuhs misst die App die zurückgelegte Distanz und Geschwindigkeit eines Laufes. Ideal für mich, die immer auf Kriegsfuss mit zu vergleichenden Pulsuhren und klobigen GPS-Sensoren stand. Auf das Pulsmessen verzichte ich ohnehin, denn seit mir die Diagnose Anstrengungs-Asthma (auch dazu mehr ein andermal) gestellt wurde, laufe ich nur noch nach Lust und Laune. Trotzdem fühlt es sich gut an zu wissen, wenn man einen besonders zügigen oder langen Lauf geschafft hat. Wie aber schon der Markenname «Nike» in Nike+ antönt, ist Nike der exklusive Partner von Apple für den Einsatz dieser App. Denn nur Nike Laufschuhe haben die notwendige kleine Höhlung in der Laufsohle, um den entsprechenden Chip darin zu platzieren. Nachdem ich so vor etlichen Jahren mein erstes Paar Nike Schuhe erworben hatte und dadurch endlich der Adidas-Blasen-Tortur entkam, war ich so begeistert von den Tretern, dass ich seither einfach nie mehr wechseln wollte. Warum etwas ändern, was sich seit Langem bewährt? Bei vielem bin ich experimentierfreudig, doch hier verlasse ich mich lieber auf erprobte Werte.

So besuchten wir also meinen Lieblingsladen weit und breit. Zack rein und schon nach weniger als einer Stunde mit 2 Paar Nike Air Pegasus und einem 3er Bund Socken wieder raus. Es ist unglaublich, wie bequem ein neues Paar Laufschuhe sein kann. Beim einen Paar wusste ich sofort, dass ich sie nicht einmal gross einzulaufen brauchte. Am Sonntag für einen Ausflug montiert und ready waren sie für meinen heutigen Lauf.

running-pathUnd oh Wunder: Was für einen Unterschied es macht. Im Nachhinein kann ich nicht einmal mit Sicherheit sagen, was genau das heutige Lauferlebnis so perfekt gemacht hat. Wahrscheinlich die Kombination sämtlicher Faktoren: Eine mehr als eintägige Absenz von meinem Inhalator, so dass ich mich vor dem Lauf für einmal anstatt nervös eher relaxt fühlte. Eine nette Portion Spaghetti am Vorabend, die erste Pasta seit einer gefühlten Ewigkeit. Die frühlingshafte Temperatur von ca. 25°C. Der leicht bewölkte Himmel, der die Hitze der Sonne zu bremsen vermochte. Die sanfte Brise, die mir hier und da den Schweiss abkühlte. Die angenehme Luftfeuchtigkeit um 63%, welche meiner Lunge gut tut. Und eben meine neuen Laufschuhe. Ich fühlte mich wie auf Federn gebettet. Du merkst erst, dass deine Joggingschuhe hin sind, wenn du ein neues Paar ausprobierst.

Von all diesen Tatsachen beflügelt, nein, geradezu getragen, schwebte ich dahin, in einem Zustand glückseligster Meditation. Für einmal kein Kampf, weder mit meinem Kopf, dem Schnaufapparat noch den Muskeln. Weder im Kopf, noch im Körper. Es lief einfach. Wie geschmiert. Und gut gepolstert. Das perfekte Rezept für den Flow. Und er liess mich nicht im Stich. Aber auch dazu mehr ein andermal.

My true America

Was der Legende nach als heimliche Vermählung von römischen Soldaten durch Valentin begann, hat sich hier in Amerika abermals zu einem kommerziellen Feiertag gemausert. Klar, auch in der Schweiz feiert man den Valentinstag, doch meist beschränkt sich die Feierlichkeit dort auf einen Blumenstrauss oder die gelegentliche Einladung zum Essen. In den Staaten allerdings ist über fünf Tage jedes bessere Lokal besetzt, Schönheitssalons ausgebucht, jeder Laden blendet in verführerischstem Pink seine Besucher und die Mitarbeiter auf der Post frankieren sich die Finger wund. Es ist echt verrückt.

Es ist schon interessant: Während mir regelmässig die Augen und Ohren übergehen, wenn ich in ein proppenvolles Restaurant spaziere und erfahre, dass die Wartezeit für einen Tisch gut eine Stunde beträgt, tragen die Einheimischen es mit Fassung; sie setzen sich gemütlich in der Wartezone auf Stühle oder Bänke, lassen sich an der Bar nieder oder stehen sich gar – mit Menü und/oder Getränk ausgerüstet – die Füsse platt. Die Warterei an sich stört mich nicht. Wenn man eine nette Begleitung hat, kann man sich sehr kurzweilig unterhalten und die Zeit vergeht wie im Flug. Wo ich an meine Grenze stosse ist, wenn die Platzverhältnisse sehr eng sind. Da wuseln dann Kellner mit Karten oder gestapelten Tellern an dir vorbei, Kunden quetschen sich durch die anstehende Menschenmasse und auch das Abräumpersonal presst sich mit schmutzigem Geschirr durch den wartenden Mob.

So geschehen vergangenen Mittwoch – und man bemerke, Valentin’s Tag war erst am Freitag – in einem Steakhouse. Es war gerade so zwischen 6 und sieben, als wir zur Post wollten. Wir traten ein und nach 10 Minuten anstehen in einer Schlange, die sich keinen Zentimeter – oder Inch, wie ich mir jetzt angewöhnen sollte – bewegte, fragte der beste aller Ehemänner mich, ob er mich zum verfrühten Valentin’s Essen einladen dürfe, anstatt uns hier die Beine in den Bauch zu stehen. Danach könnten wir einen frischen Besuch wagen, die Post ist ja bis 10 Uhr abends geöffnet. Klar, für mich gar kein Problem.

Saltgrass SteakhouseUnd so tauchten wir in eben diesem Steakhouse mit der stündigen Wartezeit und der überladenen Wartezone auf. Wir machten umgehend kehrt und fuhren zum nächsten Steakhouse. Etwas währschafter, dafür mit (vermeintlich) kürzerer Wartezeit von 10 Minuten und weniger beengenden Platzverhältnissen. Nach 10 Minuten, die uns wie eine halbe Stunde vorkamen, wurden wir aufgerufen und die Lady, die uns den Platz anweisen sollte machte sich auf den Weg. Doch was ist das? Eine andere Dame folgt der Platzanweiserin und nimmt unsere Sitze in Beschlag. Glücklicherweise ist gleich der Tisch nebenan frei und bereits gereinigt, so dass wir uns ebenfalls ohne Verzögerung hinsetzen können. In diesem Moment würde das Desaster beginnen, wären wir nicht so entspannt drauf und hätten uns so prächtig unterhalten. Es dauerte mindestens eine Viertelstunde, bis uns ein Kellner fragte, ob bereits jemand die Getränkebestellung aufgenommen habe. Wir verneinen und er entschuldigt sich. Seine Kollegin, die für unseren Tisch zuständig sei, habe heute den zweiten Arbeitstag und komme noch nicht wirklich nach mit der Arbeit. Ausserdem sei die Küche sinnlos überlastet und er könne auch bald nicht mehr. Das die Zusammenfassung seiner Bericht während unseres Besuchs. Nun gut, ihr könnt euch vorstellen was folgt: Die neue Mitarbeiterin kommt doch noch irgendwann vorbei, entschuldigt sich tausendmal, wir kriegen unser Essen natürlich, einfach mit viel Verzögerung und stufenweise. Aber wie gesagt, wir nehmen es locker und verstehen, dass es nicht gerade einfach ist, sich während solch hektischer Zeiten einarbeiten zu müssen.

Jedenfalls machen wir uns gutgelaunt noch auf den Weg in Richtung Post. Es ist inzwischen bereits nach 9 Uhr und so erwarten wir ein ruhiges Bild. Doch nichts dergleichen: Die Schlange, die uns erwartet, ist praktisch identisch zu der, die wir vor über zwei Stunden verlassen hatten. Dies wird uns quasi von einer Dame bestätigt, die ganz geschäftig dabei ist, etlichen Schnickschnack in zwei Pakete zu verpacken. Sie meint, sie habe die Post in den letzten zwei Stunden nicht verlassen. Die Dame repräsentiert eine für mich typisch gewordene Gattung von Post-Besuchern: Die „ich-verwende-die-Wartezeit-in-der-Post-um-meinen-Brief-zu-schreiben-Paketkartons-auszusuchen-die-Etikette-zu-adressieren-und-den-Karton-zusammenzukleben-und-alles-mit-etlichen-Stickern-zu-verschönern“. Soll heissen, es gibt etliche Postbesucher, welche die letzten (oder eben alle) Schritte eines Versandes erst im Postbüro abschliessen, um die Wartezeit während den Stosszeiten optimal zu nutzen. Ich selbst bin auch schon mal dem Syndrom verfallen, als ich ein Paket in die Schweiz senden wollte, jedoch nicht wusste, welches Formular ich dazu ausfüllen sollte. So schnappte ich mir jedes in Frage kommende Dokument und füllte allesamt aus. Als ich dann am Schalter stand, gab mir der Beamte zu verstehen, dass ich ein ganz anderes Papier auszufüllen habe 😀

Jedenfalls unterhielt die Lady in der Post den ganzen Laden, vor allem als sie aus Schusseligkeit ihre kleine Plastikbox mit allerlei Krimskrams herunterschmiss und daraufhin auf dem Boden rumrobbte, um alles wieder einzusammeln. Alle waren prächtig gestimmt und der Postbeamte freute sich sichtlich über die herrschende lockere Atmosphäre. Ich hatte eine wirklich schöne Zeit an diesem Mittwochabend – das ist mein Amerika!

Have I grown old or what?

And: Why sometimes a creative break pays out double

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die uns verraten. Eine Stirn, die anstatt Pickeln jetzt kleine Einkerbungen zeigt, Krähenfüsse, Falten am Hals, kleine Fältchen um den Mund, Hände, die nicht mehr ganz so frisch aussehen wie früher, eine tiefere Stimme. Dies alles sind offensichtliche Zeichen des Alterungsprozesses. Doch selbst merkt man sich das Alter meist eher an inneren Veränderungen an. Wie neuen Verhaltensweisen zum Beispiel. Und das ist mir heute wieder einmal bewusst geworden.

Vor einigen Jahren hat sich eine Taktik bei mir eingeschlichen, die ich früher nicht im geringsten nachvollziehen konnte. Wenn ich ausnahmsweise mal nicht so toll schlief – und das passiert mir glücklicherweise bis heute äusserst selten – aber abends noch weg wollte, dann legte ich mich vorsichtig ein halbes Stündchen aufs Sofa, schloss die Augen und meditierte. Ich bin nie wirklich richtig eingeschlafen, sondern habe mich selber in diesem Raum zwischen Wachsein und Schlaf gefangen nehmen lassen. Super, denn dies ermöglichte mir, nach einer halben Stunde aufzustehen ohne völlig erschlagen zu sein.Im Gegenteil, ich erhob mich erfrischt und gestärkt, ein wenig wie der Phönix aus der Asche. In früheren Jahren hingegen hätte ich das niemals hingebracht. In meinem jugendlichen Übermut hatte ich kein Problem mich etwas übermüdet irgendwo hinzulegen und einfach zu schlafen. Egal wo. Kaum waren die Augen zu, schlummerte ich tief und fest. So nach einer halben Stunde aufwachen zu wollen, ist ein genauso grausamer Kampf wie morgens aus der Tiefschlafphase geweckt zu werden.

Es scheint, ein wenig Weisheit (=Alter) und Ausbildung in Sachen Meditation haben mich reifen lassen. Und zeigen mir nun entsprechend mein Alter auf. Das ist mir eben heute fast bildlich vor Augen geführt worden. Ich legte mich hin um einem ca. 20-minütigen Meditationstape zu lauschen. Als ich mich nach etwa 40 Minuten erhob, fühlte ich mich dermassen erfrischt, als wäre ich gerade aus einer Dusche gestiegen. Unfassbar!

Das Beste an der ganzen Geschichte jedoch ist, dass der beste aller Ehemänner, während ich mich mental berieseln liess, meinen Laptop Hard-Core-Blogger-fit gemacht hat 🙂 Ja, meine Maschine war noch ziemlich rückständig mit lächerlichen 4GB RAM bestückt. Ich erinnere mich an die Zeit, als 4GB RAM mehr als genug für jegliche Normalverbraucher-Kapriolen waren. Tja, auch daran merke ich, dass ich alt werde.